Gegenüber
2024 schweigen die Boxen am Klosterpark heute eine Stunde
länger, was wir eigentlich ganz gut finden. So soll es dieses
Jahr erst gegen 14:00 Uhr auf den beiden Hauptbühnen zur Sache
gehen. Darüber hinaus hat uns die lang überzogene
Nacht ein "Alibi" verschafft, etwas länger in unseren Kojen zu
bleiben. Unser Tag beginnt also erst gegen Mittag mit einem ganz
entspannten "Frühstück".
Ein Blick auf den Wetterbericht verrät uns, dass wir auch
heute nicht ganz von Regen verschont bleiben werden. In solchen
Momenten muss ich immer an Uwe Banton denken, der einmal
lächelnd zu mir sagte: "Ärgere dich nicht. Du kannst
es eh nicht ändern!". Damit hat er natürlich recht.
Wir müssen es nehmen, wie es kommt und hoffen dennoch, dass es
nicht wieder den Headliner am Ende des Festivalprogramms erwischt.
Die
ersten Tropfen des Tages haben wir schon hinter uns liegen, als wir uns
auf den Weg zu Kaylan Arnold machen. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt,
spätestens an diesem Punkt der Running Order vor den
Bühnen aufzuschlagen.
Die ersten beiden Künstler, die auch noch mit der alten
Running-Order übereinstimmen, werden wir also
zwangsläufig und bewusst verpassen. Irgendwer wird aber sicher
auch diese beiden Programmpunkte in seinem Festivalrückblick
dokumentieren. Wir erheben zumindest keinen Anspruch auf
Vollständigkeit.
Kaylan Arnold mit Wurzeln in Belize und Haiti, kommt aus
Südflorida und hat sich trotz der
sommerlichen Wärme eine besonders warmhaltende Kopfbedeckung
weit über die Augen gezogen, die zudem auch noch hinter einer
dunklen Sonnenbrille versteckt sind. Dazu trägt sie ein Trikot
unserer Fußballnationalmannschaft. Viel sehen wir also nicht
von der Künstlerin und können völlig
unabgelenkt ihr Set, bestehend aus R&B, Soul, Hip-Hop und etwas
Reggae, verfolgen. Da sie auch als Multiinstrumentalistin bekannt ist,
spielt sie auch Gitarre und Congas, während ihrer Show.
Wir gehen davon aus, dass Silly Walks an dem heutigen Auftritt von
Kaylan Arnold "Schuld" hat, denn Kaylan und Silly Walks haben schon
Anfang des Jahres den Song "Joy"
zusammen produziert. Also wer Kaylan Arnold mal richtig sehen
möchte, sollte einmal auf das verlinkte offizielle Video
zurückgreifen. ;-)
Live Video:
Kaylan Arnold
Bevor der nächste Künstler an der Reihe ist, schauen
wir mal was im Backstage so los ist. Dabei treffen wir auf Pachango,
den wir schon viele Jahre nicht mehr persönlich gesprochen
haben und tauschen ein paar gemeinsam Erinnerungen und Neuigkeiten aus.
2007 hatten wir uns das erste Mal getroffen, als es noch das Jamaican
& Kingsfield Reggae Festival gegeben hat. Der damalige
Mitveranstalter Jürgen Gilles ist leider inzwischen verstorben.
Wie wir hören ist Pachango's Projekt Six Nation zwar noch aktiv,
aber aktuell konzentriert er sich auf die Förderung seiner
Partnerin Luisa Laakmann, die wir erst gestern auf der Bühne
gesehen und gehört haben.
Den Spruch auf seiner Visitenkarte "Somos Pocos Pero Locos",
müssen wir jetzt einmal übersetzen: "Wir sind zwar
wenige, aber dafür verrückt." Ja klar, wir sind
schon alle ein wenig verrückt, ... aber im positiven Sinne.
Hoffen wir, dass wir noch mehr werden. :-)
Viel Erfolg bei deinen weiteren Projekten Pachango!
Die
Zeit ist inzwischen herangerückt, um wieder das weitere
Bühnenprogramm zu verfolgen. Nach alter und neuer Running
Order steht nun Christopher Gayle, a.k.a. Zamunda auf der Green Stage.
Reichlich Verspätung hat sich auch schon wieder ins Programm
eingeschlichen. Als Zamunda beginnt, sollte er eigentlich schon fertig
sein. Uns stören diese Verspätungen nicht, so haben
wir mehr Zeit für andere Dinge, und so lange die liebe
Samtgemeinde Bersenbrück bei Überziehungen der
"Sendezeit" weiterhin keine Probleme macht, ist alles in Ordnung.
I Jahson
Zunächst sehen wir aber I Jahson, ein Reggae Artist aus
Zimbabwe, der am 01. Januar dieses Jahres mit Zamunda die Single
"Taking Over" veröffentlicht hat. Zamunda
stößt dann erst später hinzu. Dieser kommt
natürlich nicht aus Zamunda, wie der "Prinz aus Zamunda",
sondern aus Jamaika.
Christopher Gayle, wurde am 30. Juli 1985 in Seville Heights, im Parish
St. Ann, auf Jamaika geboren. Seine musikalische Laufbahn begann er
bereits mit 5 Jahren, als er als Deejay in seiner Gemeinde begann
aufzulegen. Seinen ersten Song "There is Only Love" schrieb er mit 7
Jahren. Seine Gesangsstimme entdeckte er aber so richtig erst im Alter
von 19 Jahren. Er hängte seinen Deejay an den
sprichwörtlichen Nagel und begann ab sofort sich auf den
Gesang zu konzentrieren. Ja und der Rest ist Geschichte, wie man so
schön sagt. Inzwischen hat Zamunda einige Hits wie "Jah Love
Surrounds Me", "Still a pray fi dem", "One People", "Talk and Stutter",
"Working 9 - 5", "Science dem a work", "Cyaan Program Me" oder "Badda
Than Dem", um
nur einige zu nennen, zu bieten.
Sein digitales Debutalbum "Scripts & Scrolls" legte er 2017
vor. Im Februar 2023 folgte dann "Jah Love Surround Me", wiederum
digital. Aktuell steht sein nächster Longplayer "My Truth, My
Journey" kurz vor der Veröffentlichung.
Live Video:
Zamunda
Soweit ein paar Eindrücke von Zamunda. Bevor wir zu Treesha
kommen, die sich als nächste auf der Red Stage
präsentieren wird, müssen wir uns aber erst einmal
dem Backstage-Trubel widmen. Zunächst ist Zamunda mit
zahlreichen Fotowünschen konfrontiert, die sich aber nach und
nach auf andere Artists verteilen, die sich ebenfalls hinter den
Bühnen versammelt haben. Hier ein paar Schnappschüsse.
Zamunda
& I Jahson mit ihren Backgroundsingern
Mit Kashela
Mit Singing
Gold und ...
... ja und
den "Paparazzo" kennen wir auch nicht. ;-)
Inzwischen beteiligen sich auch Nature Ellis, Inoah, Natty King, Teacha
Dee, G Whizz, Uwe Banton, Commander Messiah und andere an dem
allgemeinen Auflauf. Da gibt es allerhand für die Fotografen
zu tun ;-) Das macht dann richtig Spaß, wenn sich nicht nur
alle auf eine Person konzentrieren.
Jetzt steht Nature Ellis im Mittelpunkt der "Backstage Jam". Auch wir
freuen uns ganz besonders ihn wieder einmal zu treffen, und er freut
sich wie immer über die schönen Fotos, die wir
für ihn vom Letzten Mal mitgebracht haben. Wir sind schon
gespannt auf seinen heutigen Auftritt.
Aber
nun wird es langsam Zeit, wieder vor
die Bühnen
zurückzukehren, wenn wir von Treesha noch ein paar
Eindrücke einfangen wollen. Auf dem Reggae Jam haben wir sie
zuletzt vor drei Jahren gesehen. Die Wartezeit bis zum
nächsten Mal hat uns allerdings das kleine Colors of Beat
Festival von Mehderitzsch verkürzt. Dort haben wir sie erst im
vorigen Jahr erleben können. Auch wenn wir heute beim Reggae
Jam sind, hat das Colors
of Beat Festival diesen kurzen Querverweis verdient, zumal es
etwas am Rande der Festivalsaison stattfindet.
Die in Kenia verwurzelte Treesha ist heute keineswegs zu
übersehen.
Mit ihrer aus vielen Farben und Flicken zusammengenähten Hose,
ist sie
wieder einmal ein besonderer Blickfang. Wer näht denn nur
solche Hosen?
Patricia Wambui Mwaura, alias Treesha, wurde im Jahr 2012
zunächst als
Backgroundsängerin von Gentleman bekannt.
Wem sie dort noch nicht aufgefallen war, sollte aber
spätestens seit
ihrem 2015er Debutalbum "Listen" etwas von ihr gehört haben.
Das Album
wurde zunächst in Frankreich veröffentlicht und kam
erst 2016 über
Skycap nach Deutschland. Im März 2024 hat sie mit "Love, Scars
N'Attitude"
nun ihren zweiten Longplayer mit 13 Songs vorgelegt.
Live Video:
Treesha - Let Me Know + Rude Gyal Swing
Soweit wieder einmal ein paar Eindrücke von Treesha.
Nun
kommen wir zu einem unserer Highlights des gesamten Festivals. Von
Nature Ellis dürfen wir keine Sekunde verpassen und postieren
uns unverzüglich vor der Green Stage. Andre Ellis, haben wir
2010 zum ersten Mal auf dem Reggae Jam gesehen, als er sich noch
schlicht Nature nannte. Deshalb haben wir damals auch nicht gleich
daran gedacht, dass er ein Sohn der Legende Alton Ellis sein
könnte. Nun nennt er sich Nature Ellis und war 2018 zum
zweiten Mal auf dem Reggae Jam zu Gast. Beide Male hat er uns mit
seiner Bühnenpräsenz total begeistert.
Live Video:
Nature Ellis - 1/2
Nature Ellis, dessen Stimme sich irgendwo zwischen Garnett Silk, Ras
Shiloh und Aaron Silk bewegt, ist wieder der absolute Ohrenschmaus und
Blickfang.
Er sprüht vor Energie und scheint während jedem Song
zu überlegen, was er noch für Action auf der
Bühne veranstalten könnte. Ob nun
Liegestützen, Seilspringen mit dem Mikrofonkabel oder das
Mikro wie eine Steinschleuder kreisen lassen, er kommt immer wieder auf
neue Ideen. Dabei gerät er allerdings überhaupt nicht
außer Puste, und er liefert ein Leckerbissen nach dem anderen
ab. Vor der Show hat er mich gebeten, für ihn den
Höhepunkt der Show zu filmen. Ein schwieriger Fall, wenn
nahezu die ganze Show ein Höhepunkt ist. Aber egal, ich
würde auch nicht weniger aufnehmen, wenn er mich nicht gefragt
hätte. ;-)
Andre Ellis, alias Nature oder Nature Ellis, wurde am 13.09.1984, im
Parish St. James, von Jamaica geboren. Bereits im Alter von 9 Jahren
hielt Nature an der Glendevon All Age School von Montego Bay ein Mikro
in der Hand und trat das erste Mal im Rahmen eines Schulkonzerts
öffentlich auf. Aber erst im Jahr 2002 erkannte er seine
Berufung für Reggae, erhielt ein Stipendium für eine
Musikschule und arbeitet sich seitdem kontinuierlich nach oben. Seinen
weiteren Werdegang hatten wir bereits in 2018 ausführlich
beleuchtet. Also einfach noch einmal zurückschlagen.
2009 tourte er zum ersten Mal durch Europa, in Ländern wie
Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien, Holland, Österreich
und Italien. Ein Jahr später trat er bereits beim Reggae Jam
in Bersenbrück auf. Seine aktuelle
Veröffentlichung ist das vorjährige
Album "Inspire Me Jah" mit 8 Songs. Digital veröffentlicht bei
Goldmind Production.
Live Video:
Nature Ellis - 2/2
Nun haben wir reichlich 40 Minuten seiner Show aufgenommen und
können immer noch nicht wirklich den Höhepunkt seiner
Show ausmachen. Aber Nature wird es wissen und wir haben ihn garantiert
nicht verpasst. Für uns war nahezu die gesamte Show ein
einziger Höhepunkt. Vielen Dank Nature und komme bald wieder!
Nächster
Künstler ist G Whizz, mal mit und mal ohne Bindestrich hinter
dem G, oder auch mal ohne Leerzeichen und zusammengeschrieben. Garland
Rowe, alias G Whizz, kommt wie Nature ebenfalls aus Jamaica. Allerdings
bewegt er sich musikalisch überwiegend auf einem anderen
Gebiet. Jetzt ist die Dancehall-Fraktion an der Reihe befriedigt zu
werden. Alles klingt zwar nicht nach Dancehall, aber Reggae ist es auch
eher selten. Sucht man nach G Whizz wird immer sein "Song" Life
genannt, mit dem er schon 2009 Bekanntheit erlang und der in keines der
Genre passt.
Garland wurde am 28. Januar 1983 geboren und begann wie die meisten
Jamaikaner seine musikalische Laufbahn im Schul- oder Kirchenchor. Bei
Garland war es der Schulchor. In dieser Zeit begann er auch seine
ersten Songtexte zu schreiben. Seine herausragenden Leistungen im
Musikbereich wurden beim High-School-Abschluss mit einer besonderen
Auszeichnung gewürdigt. Im Jahr 2009 gelang ihm dann mit
seinem Song "Life", eine Ballade über die Gefahren der Armut,
der internationale Durchbruch. Mit dem Song gewann er den "Carivibez TV
2009 Webby Award" für das beste Durchbruchs-Video, den "Youth
View Award" (YVA-Jamaika), sowie den "EME Award 2010" als bester
Newcomer. Das Video hat auf YouTube bis zum Tage
über 1,1 Million Zuschauer gefunden.
2011 ging er auf Tournee nach Japan, Kanada, Europa und in die USA.
Zeitgleich veröffentlichte er sein Debutalbum "Live Life
& Love It" auf dem japanischen Markt. Vier Songs des Albums
erreichten Platz 1 in den japanischen Reggae- &
Dancehall-Charts.
Am 18.02.2022 folgte sein bisher aktuelles Werk "Just Winning" mit 16
Songs.
Zur besseren Einprägung seines Namens und seiner Website, hat
G Whizz gleich ein großes Banner mitgebracht und breitet es
auf der Bühne aus. Zum Glück ohne Bindestrich, denn
dann hätten die Arme nicht mehr ausgereicht. Zur weiteren
Unterhaltung des Publikums klettert nun auch G Whizz die
Bühnenkonstruktion hinauf und macht später auch einen
Ausflug ins Publikum (siehe nachfolgendes Video).
Als er einen Song für die Ladies ankündigt, zeigt G
Whizz sein Gesicht und setzt seine dunkle Sonnenbrille ab. "Wenn man
mit einer Lady spricht, setzt man die Sonnenbrille ab!",
verkündet er dazu. Sehr gut, damit macht er
sich gleich viel sympathischer und zu einem ganz anderen Typ.
Es bleibt dann allerdings nicht
nur bei dem einen Song ohne Brille.
Live Video:
G Whizz
Nun haben wir länger bei G Whizz verweilt, als wir eigentlich
beabsichtigt hatten und haben zahlreiche Eindrücke eingefangen.
Kehren
wir nun von Jamaica in hiesige Lande zurück, genauer gesagt
nach Münster und unseren Dr. Ring Ding.
Ursprünglich stand ja Richie gestern auf der Running Order,
aber wegen diverser Ausfälle von anderen Künstlern,
musste etwas an der Running Order gebastelt werden.
Mitgebracht hat er seine altgedienten Musikerkollegen Markus Dassmann
(Gitarre) und Marcus Diekmann (Bass). Die drei kenn sich schon
aus den Zeiten von den Senior Allstars und El Bosso &
die Ping Pongs. Darüber hinaus Hendrik Lensing am Schlagzeug
und Konya Schmechel am Keyboard.
Zu Dr. Ring Ding müssen wie eigentlich nichts mehr
erzählen. Er war schon unzählige Male Bestandteil
unserer Berichterstattungen und es wird wohl kaum jemand da
draußen geben, der ihn noch nicht kennt, ob nun als Moderator
auf verschiedenen Festivals oder als Künstler in seinen
zahlreichen Projekten. Aber egal welches Projekt, sein schwarzer Humor
und sein manchmal ihm eigener recht derber Umgangston mit dem Publikum,
sorgt stets für die beste Unterhaltung.
Mit seiner Mischung aus Ska, Rocksteady, Reggae und Calypso
fühlen wir uns wie immer bestens und abwechslungsreich
unterhalten. Als Special Guest tritt Sista Gracy auf, die noch
zusätzliche Würze ins Programm bringt.
Am Bühnenrand steht auch Kaylan Arnold und verfolgt Richies
Show. Für ein Foto ohne ihre warme Mütze,
lässt sie sich
aber nicht überzeugen. Aber wenigstens war sie bereit, sich
von ihrer Sonnenbrille mal kurz zu trennen. Dankeschön!
Kaylan Arnold
Live Video:
Dr. Ring Ding feat. Sista Gracy - Music from Jamaica + ...
Soweit
ein paar Eindrücke von Dr. Ring Ding und Sista Gracy, ... und
schon sind wir wieder bei den letzten drei Künstlern des
Festivals angelangt. Denn wie schon bekannt, werden Stylo G und Fantan
Mojah aus visa- und krankheitsbedingten Gründen heute nicht
auftreten können. Nächster Punkt der Running Order
ist deshalb Teejay, der hinter den Bühnen schon seit einiger
Zeit für eine Backstage Jam sorgt. Die Smartphones kochen
wieder
und müssen permanent jede Szene seiner Crew und der
Showvorbereitung festhalten.
Nature
Ellis, Kashela Kashela und Natty King am Rande des Treibens
Und nun schauen wir mal kurz auf die andere Seite der Bühne.
Timoy Janeyo Jones, alias Teejay hat mit Dwayne Gabbidon, oder kurz
Gabbidon einen zweiten
Künstler mit auf die Bühne gebracht. Gabbidon ist
eigentlich ein gefeierter Streetdancer und Choreograf aus Kingston und
weltweit als Urheber der Tanzbewegungen von Teejay's Hit "Drift"
bekannt geworden. Heute singt er zudem und besteigt für Teejay
den "Baum des Lebens", den Mr. Vegas vor zwei Jahren so getauft hat
(Siehe nachfolgendes Video). Gabbidon muss aber unbedingt noch einen
Ast höher klettern. Mal sehen bis wohin der nächste
Baumbesteiger klettern wird.
Für diesen Moment wird Teejay natürlich zur
Nebensache. Alle Smartphones drehen sich in Richtung "Tree Of Life".
Die Bühne bekommt allerhand Zulauf, weil jederman eine günstige
Position für die beste Aufnahme erhaschen möchte.
Timoy Janeyo Jones wurde am 03. Oktober 1994 im Stadtviertel
Glendevon von Montego Bay geboren. Schon mit 6 Jahren trat er als
Wunderkind unter seinem Vornamen Timoy auf und als
Neunjähriger war er bereits im Rundfunk und Fernsehen
vertreten. In der siebenten Klasse brach er dann die Schule ab, um sich
mehr der Musik widmen zu können. Als Teenager war er oft auf
lokalen Partys und bei Talentwettbewerben präsent. In der
Folge arbeitete er mit Dancehall-Größen wie Vybz
Kartel, Popcaan und Jahmiel zusammen und landete seine ersten Hits wie
"Uptop Boss" und andere. Durch seine 2023er Zusammenarbeit mit Shaggy
an "Gyal Dem Time" und seine Solosingle "Drift", wurde er
schließlich international bekannt. Am 02. Februar 2024
veröffentlichte er sein erstes Album "I Am Chippy" bei Warner
Records, mit 10 Songs, unter denen auch das 2023er "Drift" zu finden
ist. Das zugehörige Video
hat bei YouTube zum Tage bereits über 31 Millionen Aufrufe zu
verzeichnen. Mehr möchten wir zur Bio an dieser Stelle gar
nicht festhalten.
Live Video:
Teejay
Da wir bekanntermaßen nicht gerade die eingefleischten
Dancehall-Fans sind, ist jetzt für uns der Zeitpunkt
gekommen, endlich einmal eine Pause einzulegen, die zugleich die letzte
sein wird.
Backstage:
Teacha Dee und Teejay
Dr. Ring
Ding hat die letzten Lose bei der Help Jamaica Tombola gekauft und
dabei voll ins Schwarze getroffen. Die weiße Sorte "Full
Strength" mit über 60%, ist für den Rum-Liebhaber der
richtige Gewinn. Herzlichen Glückwunsch Richie!
Irgendwie ist bei uns heute die Luft raus und wir verplappern uns total
mit Freunden im gemütlichen Backstagebereich. Sebastian
Sturm's
Marley's Ghost mit Frank Delle lassen wir sausen. Das klappt schon mal
irgendwann. Die beiden sind ja als einheimische Künstler zum
Glück nicht so unerreichbar
wie die internationalen Artists.
Also
sind wir beim Finale mit Luciano wieder gut ausgeruht,
gestärkt und mit gutem Kaffee wieder voll auf Sendung.
Nachdem Luciano in 2022 zum letzten Mal auf dem Reggae Jam
aufgetreten war, sollte er ja schon im vorigen Jahr wieder hier auf der
Bühne stehen. Daraus wurde leider nichts, weil sich unsere
sture Bundespolizei an einem Formfehler bei der Einreise hochzog und
nicht mit sich handeln ließ, ... egal wer dort vorsprach. Das
hat dem Veranstalter unzählige Nerven gekostet. Wir hatten
darüber berichtet.
Nun hat endlich alles geklappt und Luciano's Visum war lupenrein.
Nachdem sich die Band kurz mit einem Intro vorgestellt hat und die
Backgroundsinger Aisha, Harmony und Allison ihre Position bezogen
haben, können die Fans endlich Luciano begeistert
begrüßen, der für den krönenden
Abschluss des
Festivals sorgen darf. Seine Hits sind inzwischen bei den meisten
Reggae-Fans in Fleisch und Blut übergegangen, was das
Mitsingen
erleichtert und für strahlende Gesichter sorgt. Nicht umsonst
wird
Luciano auch "The Messenjah" genannt. Der Ursprung liegt nicht nur in seinem
1995er Album "Messenger", sondern auch in seinem ganzen Charakter und
wie er mit der Musik umgeht und diese an die Fans weltweit, gespickt
mit seinen Botschaften, vermittelt.
Live Video:
Luciano - 1/2
Und da sind sie wieder, ... viele seiner Hits, die man schon lange
nicht mehr alle in einem Satz aufzählen kann. So langsam
verliert man auch den Überblick bei Luciano's fast
inflationären Output. Da kann man auch mal schnell den einen
oder anderen sensationellen Song übersehen, wenn es mehrere
Veröffentlichungen in einem Jahr gibt. In den letzten Jahren
ist er aber deutlich zurückhaltender geworden, was einem
Künstler wie Luciano aber überhaupt keinen Abbruch
bei den Fans verschafft.
Leider wird der letzte Festivalhöhepunkt wiederum hin und
wieder von etwas Regen versalzen. Ausgerechnet den Headliner des Tages
muss es immer wieder treffen. Das geht nun schon den dritten Tag so.
Wir lassen uns aber dadurch nicht von vor der Bühne
vertreiben. Nicht bei Luciano! Wieder einmal sind
Plastiktüten, Handtücher und andere
Regenschutzmaßnahmen für die Kameratechnik gefragt,
wenn man keinen Totalausfall riskieren möchte. Der vermutete
Schutz an der Bühnenkante kann leider auch ins Gegenteil
umschlagen, wenn dich plötzlich ein "Wasserfall" komprimiert
an einer unglücklichen Stelle trifft. Letztendlich ist aber
alles halb so wild und ausreichend Impressionen sind abgespeichert. :-)
Live Video:
Luciano - 2/2
Zur Unterstützung von Luciano sind heute folgende Musiker
angetreten: Icient (Drums), Otis (Bass), Cyrus und Adrian (Keys), Chris
(Guitar), Lenny (Percussions) und Gabriel (Saxophone). Und nicht zu
vergessen die drei Mädels Aisha, Harmony und Allison mit ihrem
Backgroundgesang.
Nach diesen zahlreichen hier vorgestellten Eindrücken,
möchten wir uns nun von der heutigen Abschlussshow
verabschieden.
Es folgen die jährlichen Dankesreden der Moderatoren, des
Veranstalters und des Bürgermeisters, die wir nicht mehr bis
zum Ende verfolgen. Wir sind darauf aus, noch einmal Luciano zu treffen
und reihen uns bei den vor seinem Zelt wartenden Kandidaten ein.
Luciano ist wieder zuvorkommend wie immer und nimmt sich alle Zeit der
Welt. Seine Autogramme müssen für ihn stets ein
umfangreiches und schön anzusehendes Kunstwerk sein. Die dafür nötige Zeit
nimmt er sich einfach. Über die Jahre hat er inzwischen auch
unsere
ganze CD-Sammlung verziert.
Und hier sind sie, die letzten Impressionen des Reggae Jam 2025 aus dem
Backstage mit Luciano.
Backgroundsinger
Aisha, Harmony und Allison (Reihenfolge ohne Gewähr)
Mit Teacha
Dee
Mit Karl
Peisker
Die Albern
"Great Controversy" aus 2001 und "Visions" aus 2003
Mit der
etwas aufgeweichten
Reggastory Family
Mit Teacha
Dee & Big Mama
Live Video:
Luciano - Jingle
Nach diesem krönenden Abschluss, ist dann aber auch
für uns
die Zeit gekommen endlich den Nachhauseweg anzutreten. Vielen Dank an
Sheriff und das gesamte Festivalteam für das schöne
Festival!
Wir sehen uns dann hoffentlich in 2026 an dieser Stelle wieder. Wir
freuen uns darauf!
Copyright:
www.reggaestory.de
Text und Videos: Peter Joachim
Fotos: Marion und Peter Joachim
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