Die
Frühstücksshow am Samstag war in den
zurückliegenden
Jahren ja immer eine Herausforderung an die Fans von Ganjaman
und
seinem kleinen Picknick. Dieses Jahr sollen nun erst ab 15:00 Uhr die
Tabletts herumgereicht werden. Eine angenehme Zeit, die nun wirklich
niemand mehr verpassen wird, auch wenn er bis 5:00 Uhr in der
Früh
im Sound Wonderland abgefeiert haben sollte. Dereinst hieß es
einmal 13:00 Uhr schon wieder fit zu sein, was nicht jederrmanns Sache
war. Dennoch war der Bühnenvorplatz immer gut
gefüllt. Wir
waren zwar auch nicht immer zur rechten Zeit am Platze, aber wenn, dann
war seine Show eigentlich immer sehr gut besucht. Manch nachfolgender
Künstler oder Opener an anderen Tagen, konnten oft von diesen
Besucherzahlen nur träumen.
Und
so ist es auch heute. Auch wenn es vor dem Bühnenstart
immer wieder einmal von oben geschüttet hat, wird zum
Glück zur rechten Zeit das Wasser wieder abgestellt, und der
Platz vor der Bühne ist voll wie eh und je. Neben den
gewohnten Snacks während seiner wie immer gut ausgewogenen
Show, gibt es noch eine Überraschung, als Ganjaman
tatsächlich ein neues Album ankündigt. Sein letztes
Werk "Sinnpphonie", liegt immerhin schon 9 Jahre zurück. Wir
sind gespannt was er demnächst zu sagen hat, weil er voriges
Jahr noch meinte, bereits alles gesagt zu haben.
Allerdings kann man ja manche Dinge nicht oft genug sagen, denn
verschiedene Leute wollen es einfach nicht kapieren und arbeiten mit
sehenden Augen am Untergang.
Zu seinem Song "Alphabet", in dem er das Wort "Reggae" buchstabiert,
wird passender Weise eine Holzskulptur auf die Bühne getragen.
Ein Baumstamm, aus dem der Schriftzug "Reggae Jam" herausgearbeitet
worden ist. Noch denke ich, dass ist wohl die Stele vom Vorplatz,
die nun versteigert werden soll, und sehe blind vor Reggae den
Fehler nicht. Offenbar haben den viele andere Leute auch nicht gesehen,
die an dem Kunstwerk vom Entwurf bis zur Fertigstellung
mitgewirkt haben. Mit seinem Song
klärt nun Ganjaman die Sache auf. Eine schöne und
witzige Anekdote.
Die ganze Geschichte könnt ihr im Video nach den Bildern sehen
und hören. Eine schöne Idee dieses fehlerhafte
Kunstwerk
in der Show zu präsentieren.
Und wie bei Ganjaman's Frühstücksshow
üblich, gibt's immer den einen oder anderen Spezial-Gast, wie
Ganjaman immer so schön sagt.
Diese sind heute Toké und Jon Moon. Toké fehlt ja
nahezu auf keinem Reggae Jam, ob nun beim Da Sandwichmaker oder auf den
großen Bühnen. Die Sessions beim Da Sandwichmaker
gibt es ja nun leider nicht mehr, was Toké's
künftige Präsenz etwas verringern wird. Jon Moon ist
hin und wieder auch Bestandteil der Band und ist für die
Posaune
und die Percussions verantwortlich. Weiterhin zur Band gehören
heute Marco Baresi am Schlagzeug, Flo am Bass, Felix an den Tasten und
Simon an der Gitarre.
Live Video:
Ganjaman + Toké + Jon Moon - Alphabet + Ich wünsche
mir so sehr
Der Abschlusssong "Ich wünsche mir so sehr", verursacht jedes
Mal Gänsehaut und wird wohl leider nie seine
Aktualität verlieren, denn eines ist sicher: "Das Einzige was
die Menschheit aus der Geschichte gelernt hat, ist, dass sie
nichts daraus gelernt hat." (frei nach Hegel)
Nun
liegt es an Treasure B, mit der
nächsten Show des Festivals, die Stimmung der Massive bei
Laune zu halten. Nicht ganz einfach wird das werden, denn schon wieder
ziehen einige Regenschauer über das Festivalgelände.
Die 9 Musiker der Band kommen aus Bremen und sehen sich musikalisch
irgendwo zwischen den Wailers und Fat Freddy´s Drop. Wer Fat
Freddy kennt, weiß, dass bei dieser Spanne nahezu alles
möglich ist. Die Band sieht deshalb ihre Musik als einen Mix
aus Reggae, Ska und HipHop, gewürzt mit souligen Vocals und
feurigen Brass Lines.
Natty Lion
Ralf Remo
Auf der Bühne stehen Natty Lion, a.k.a. Ralf Waller
(Percussion & Vocals), Tom Remo (Guitar & Vocals),
Marco Hoes (Drums), Marvin Frank (Bass), Felix Ernst (Keys &
Vocals), Chris Prüfer (Cornet & Vocals), Robin Winter
(Saxophone), Friedemann Schütz (Trombone) und Carmine Randazzo
(Lead Guitar).
In dieser Formation haben sie sich im Frühjahr 2022 neu
zusammengefunden. Weitere Infos aus der Zeit davor, liegen uns leider
nicht vor.
Zum Glück für die Fans und die Band, halten die
Schauer nicht das ganze Programm lang durch.
Nächster
Act ist Luisa Laakmann & The Bubbling Band, die für
uns eine neue Erfahrung sind. Luisa Laakmann hat portugiesische
Wurzeln, kommt aus Oelde, eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, ist Singer
und Songwriterin und spielt zudem noch Gitarre und Schlagzeug. Ihre
musikalische Laufbahn begann mit 13, als sie in verschiedenen Bands
mitwirkte. Ein Jahr später schrieb sie bereits ihre
eigenen Songs und arbeitete an ihrer Sololaufbahn. Zunächst
gab sie Konzerte mit eigener Gitarrenbegleitung und reiste als
Straßenmusikerin herum.
Im Alter von 19 Jahren verließ sie im Jahr 2012 das Land und
ging nach Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien. Sie trat auf
den Straßen, in Bars und Konzerthäuser auf, zumeist
nur mit ihrer Gitarre aber manchmal auch mit eigener Band, die sie in
Buenos Aires gegründet hatte. Ihre Musik ist von Reggae, Soul,
Hip Hop und Rock beeinflusst. Sie singt auf Deutsch, Englisch, Spanisch
und Portugiesisch. Bei diesen Sprachkenntnissen könnte man
glatt neidisch werden.
Nachdem sie einige Jahre in Buenos Aires lebte, zog es sie auch nach
Uruguay, wo sie sich in einem Aussteigerort ein kleines Zuhause schuf
und von Musik und Kunsthandwerk lebte. Obwohl sie durch einen
Fernsehauftritt im argentinischen Fernsehen zu großer
Bekanntheit kam und mehrere Jahre auf den Bühnen des Landes
Auftritte bekam, zieht es sie in den Sommermonaten immer wieder auch
nach Europa. Sie war unter anderem schon beim Ruhr Reggae Summer, beim
Paradiesvogelfest oder dem Woodstock forever zu sehen. 2019 gewann sie
den Singer-Songwriter Slam auf dem Campus Festival in Bielefeld und
belegte den ersten Platz beim Geldener Straßenmusikwettbewerb.
Aktuell ist sie viel mit ihrem Mann Pachango Esperanza unterwegs, der
sie managed und den sicher viele unter uns noch von der Band Six Nation
her kennen.
Live Video:
Luisa Laakmann
Der
weitere Programmablauf kommt nun etwas durcheinander, da die heute
anstehenden Ausfälle von Jah Bouks und I-Wayne irgendwie
kompensiert werden müssen. Dazu wird es notwendig auch an der
Reihenfolge der Künstler etwas zu basteln, um alles so
effektiv wie möglich gestalten zu können.
Der nächste Programmpunkt lautet also Rik Jam &
Dalwayne. Es beginnt Ronaldo Ricketts, a.k.a. Rik Jam, dessen
Debutalbum "The
Genesis", vom gestrigen Tage, noch ganz warm ist.
Rik Jam
& Dalwayne warten bereits seit einiger Zeit hinter der
Bühne auf ihren Auftritt.
Rik Jam kommt aus Jamaica, wo er in der Community Fletcher Land, einem
Stadtteil von Kingston, geboren wurde. Noch während seiner
Kindheit verlor er seine Mutter und lebte dann bei seinem Vater in
Stadium Gardens, einem anderen Stadtteil von Kingston. Während
dieser unerfreulichen Lebensumstände war es die Musik die ihm
Halt gab. Schon mit 8 Jahren machte er seine ersten Schritte im
Kirchenchor, aber erst als Teenager blühte seine Leidenschaft
für die Musik so richtig auf. Im Alter von 15 Jahren, als er
die St. Andrew Technical High School besuchte, trat er dem Schulchor
bei. Während zahlreicher Proben und Live-Auftritte im und mit
dem Schulchor, reifte seine Erkenntnis, dass die Musik seine wahre
Bestimmung im Leben ist.
Nach Abschluss seiner schulischen Ausbildung, nahm er seinen ersten
Song
"Love Never Lost" auf, den er in 2018 veröffentlichte. Dank
dieser Single wurde man auf ihn aufmerksam und er konnte bei den
verschiedensten Veranstaltungen auftreten. Noch im selben Jahr folgte
die zweite Single "Life". Ja und gestern wurde nun endlich sein
Debutalbum "The Genesis" beim Kingstoner Label Irie Yute Records
veröffentlicht.
Live Video:
Rik Jam
Soweit
ein paar biografische Daten und Eindrücke von Rik Jam's Show.
Dieser übergibt nun das Mikrofon an Dalwayne, den wir heute
ebenfalls zum ersten Mal live auf der Bühne sehen. Genau wie
Rik Jam kommt dieser ebenfalls von der schönen Insel Jamaica
und wurde von Keyboarder und Produzent Phillip McFarlane entdeckt.
Allerdings ist Dalwayne nicht in Kingston, sondern in den Bergen der
Gemeinde George Town im westlichen Parish von St. Mary geboren
und aufgewachsen. Seine Leidenschaft für die Musik entwickelte
sich in der seiner Gemeinde allgegenwärtigen
Soundsystemkultur.
Junior Burke
Tyrest
Schon während seiner High School Zeit nahm er an
verschiedenen Gesangswettbewerben teil, wo er sich einen Namen als
"brandgefährlicher" Lyriker machte. Nach der High School wurde
er von Phillip McFarlane, dem jetzigen Inhaber von Irie Yute Records
gefördert. In der Folge haben sie bereits zahlreiche Songs
aufgenommen. In 2022 absolvierte er seine erste US-Tournee, wo er als
Opener bei der Band EarthKry auftrat. Dies nicht von ungefähr,
denn Phillip McFarlane spielt als Keyboarder auch bei EarthKry. Auch
heute steht er als Keyboarder mit auf der Bühne. Neben ihm
sehen und hören wir Joel Graham an den Drums, Tyrest an der
Gitarre und Junior Burke am Bass.
Live Video:
Dalwayne
Soweit
ein paar Eindrücke von den Newcomern Rik Jam &
Dalwayne.
Bevor wir zu Unstoppable Fyah kommen, schauen wir mal kurz hinter die
Bühnen, wo sich gerade Akeem Garrison und einige andere
Artists den verschiedenen Autogramm- und Fotowünschen stellen.
Akeem
Garrison - Backstage
Inzwischen
ist Jehorney Coulsen, a.k.a. Unstoppable Fyah auf der Green Stage schon
bei der Sache. Genau wie
seine beiden Vorgänger kommt auch er aus Jamaica. Seine
musikalische Richtung geht aber mehr in Richtung Dancehall. Als Special
Guest steht ihm Andre Walcott, a.k.a. JBQNG zur Seite, der ebenfalls
aus Jamaica stammt, aber nun in Deutschland ansässig ist.
Auch diese beiden Künstler sehen wir heute zum ersten Mal live
auf der Bühne. Eigentlich ist es langsam Zeit für ein
Picknick, aber nun müssen wir uns erst einmal weiterbilden.
Unstoppable Fyah wurde am 03.10.1985 in Ocho Rios geboren. Er verlor
schon frühzeitig seine Eltern. Die Mutter wanderte ohne ihn
aus und sein Vater verstarb, als er gerade mal 11 Jahre alt war.
Sein musikalisches Interesse entwickelt sich während seiner
Zeit an der May Pen High School in Clarendon. Er verfasste eigene
Songtexte, trat in Schulen und bei kleineren Konzerten auf. Seine
Weggefährten ermutigten ihn bald, sich mehr in der
Reggae-Szene
zu engagieren und eine professionelle Musikkariere zu verfolgen.
Inspiriert von Bob Marley und Sizzla arbeitete er an seiner Musik und
verbrachte unzählige Stunden in verschiedenen Tonstudios.
Jehorney suchte nach einem Künstlernamen für sich und
entschied sich zunächst für "Fyah Ball",
ließ aber später den "Ball" wieder fallen und machte
"Unstoppable Fyah" daraus.
JBQNG
Inzwischen hat Unstoppable Fyah seinen Weg gefunden und hat
verschiedene erfolgreiche Projekte veröffentlicht. Neben
verschiedenen Singles und EPs zählt sein 2018er Debutalbum
"Still
Alive", mit populären Titeln wie
„L.O.V.E.“, „Pray fi Dem“,
„Almighty“, „Why“ oder
„Still Alive“ (feat. Dotta Coppa) dazu, welches bei
Ziah Records veröffentlicht wurde.
Live Video:
Unstoppable Fyah & JBQNG
Nach der Show werden hinter der Bühne gleich die ersten
Fotowünsche von den Künstlern in den
unterschiedlichsten Zusammenstellungen erfüllt. Eigentlich
muss man gar nichts arrangieren, .... es ergeben sich von ganz allein,
immer neue Motive. Weitere Künstler schauen zu, die
natürlich auch mit "dran glauben" müssen.
Inoah + ...
Aber
fangen wir nun erst einmal ein paar Impressionen von Akeem Garrison ein
und lassen die Mädels weiter um das beste Bild ringen.
Akeem Garrison war erst letztes Jahr beim Reggae Jam zu Gast. Da hatten
wir aber seine Show verpasst und haben ihn nur als Special
Guest bei
Roughhouse sehen können. Da passt es ganz gut, dass wir heute
eine
neue Gelegenheit bekommen, seiner Show eine Weile beizuwohnen.
Eigentlich hätten wir bei ihm House of Riddim als Backingband
vermutet, da diese mit im erst kürzlich seine aktuelle Single
"Give Thanks And Praise" produziert haben, aber er hat sich
für eine eigene Musikerzusammenstellung entschieden.
Live Video:
Akeem Garrison - ... + Give Thanks And Praise
Nach
dieser Neuerscheinung, die zudem genau an meinem Geburtstag
veröffentlicht worden ist, geht es wieder auf Erkundungsgang
übers Festivalgelände. Dabei darf ein Besuch im
Backstage natürlich auch nicht fehlen.
Ich komme völlig ungeplant mit dem sehr freundlichen JBQNG ins
Gespräch, der mir mit perfektem Deutsch antwortet. Da mir sein
gegenwärtiger Lebensmittelpunkt zu diesem Zeitpunkt noch nicht
geläufig war, bin ich schon etwas überrascht. Ich
komme nicht umhin ihn für seine Sprachkenntnisse zu loben und
meine zu ihm, dass manch anderer schon länger hier lebt und
nicht so gut oder gar nicht Deutsch sprechen kann. JBQNG
schüttelt nur mit dem Kopf und wird sehr direkt: "Wer nicht
die Sprache von dem Land lernt, in dem er leben möchte, ist
dumm." Wow! Zum Glück hat das ein Jamaikaner gesagt und nicht
ein "Indigener". ;-)
Nach
der neuen Running Order soll es nun mit den Rising Suns und nicht mehr
mit Dr. Ring Ding zur Sache gehen. Auch da möchten wir uns ein
paar Eindrücke abholen.
Im Vorfeld konnte ich mich noch gar nicht richtig mit der Gruppe
auseinandersetzen, da man fast nichts im www über sie fand.
Ich wusste nur, dass es sich um ein Gesangstrio handeln soll.
Große Erwartungen hatte ich eigentlich nicht an den Act.
Letztendlich bin ich aber von dem Unterhaltungswert des Trios positiv
überrascht.
Matthew
Malcolm
Irie Souljah
Weiterhin überrascht bin ich darüber, den Spanier
Irie
Souljah auf der Bühne zu sehen, der eigentlich als
Solokünstler bekannt ist und 2017 hier zu Gast war. Fast
hätte ich ihn nicht erkannt, wenn ich an seinen damaligen
Auftritt zurückdenke.
Das Trio wurde von Josep Jordi Grau Saula a.k.a. Irie Souljah, Matthew
Malcolm und Quan Dajai gegründet. Wie lange das
zurückliegt, ist uns momentan leider nicht bekannt. Da das
Trio neben altbekannten Hits von Max Romeo, den Wailing Souls und
anderen Artists, auch einige eigene Songs präsentiert, kann es
zumindest nicht gerade eben gewesen sein.
Live Video:
The Rising Suns
Nach der Show gibt es allerhand Glückwünsche hinter
der Bühne. War ja auch ein sehr gelungener Auftritt, den die
Drei da abgeliefert haben!
Neu
im Programm ist Chuck Fenda, der den ausgefallenen Jah Bouks ersetzt.
Zuletzt stand er 2019 auf der Reggae Jam Bühne, begleitet von
der House of Riddim Band. Heute ist das nicht der Fall und Chuck Fenda
hat andere Musiker zur Unterstützung dabei (analog Akeem
Garrison). Aber egal welche
Band bei Chuck Fenda spielt, man wird so gut wie nie einen Song
hören, den er von Anfang bis zum Ende vollständig
performt. Seine Devise ist offenbar so viel wie möglich
Einlagen einzubauen, ob das nun Solis, Pullups, irgendwelche
Erzählungen oder andere Dinge sind.
Aber unbestritten ist, dass
der Mann unglaublich gut für Stimmung sorgen kann.
Geeignete Hits hat er jedenfalls zur Genüge. Das hindert ihn
aber nicht daran auch noch das Bühnengerüst zu
erklimmen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen (siehe nachfolgendes
Video).
Chuck Fenda auf einem Festival aus der Nähe mit nur einer
Kamera
zu filmen, kann manchmal zu einer Herausforderung werden. Er ist
einfach überall und das ziemlich schnell und nicht
selten
von langer Dauer. Da kommt's im Fotograben schon manchmal zu
unerwarteten Kollisionen zwischen den vielen Kameraleuten.
Letztes Stück ist der Titelsong seines 2023er Album "Eternal
Fire". Eigentlich wollte ja Teacha Dee als Special Guest noch einen
Song mit ihm performen, aber Chuck Fenda war eben in seinem
Eifer kaum zu bremsen. Er hatte das wohl wieder vergessen, obwohl ihn
Teacha Dee während der Show noch einmal daran erinnert hatte.
Neben seinem 2007er Album "The Living Fyah", gibt es nun mit "Eternal
Fire" noch ein Fire-Album in seiner Discography. Also nicht
verwechseln. Kein Wunder wenn es dem Drummer so heiß ist und
jedes Shirt zu viel wird. ;-)
Besonders am Ende der Show, steigt das Smartphone zum meistgenutzten
Instrument der Show auf. ;-) Jeder möchte noch ein Selfie von
sich und dem Publikum mit nachhause nehmen.
Live Video:
Chuck Fenda - Konzertausschnitte
Als
nächster Artists wird Mortimer angekündigt, der dann
aber noch etwas auf sich warten lässt. Irgendwie sitzt heute
wieder
der Teufel in der Technik und lässt sich nur schwer
von dort vertreiben. Das ist aber auch ein Pech. Inzwischen hat sich
sowieso schon
wieder die neue Running Order um fast eine Stunde
nach hinten verschoben, was Mortimer auch nicht gerade erfreut.
Dementsprechend klärt er während seiner Show auch das
Publikum über seine Stimmung auf, damit es gar nicht erst zu
Missverständnissen
kommt. Aber alles gut, wir können es nicht ändern und
Mortimer gibt sein Bestes.
Eigentlich klingt es jetzt für uns so wie man es erwartet und
das Lachen kehrt irgendwann auch auf das Gesicht von Mortimer
zurück. Wenn es noch Grund zu Beschwerden geben sollte, sind
das Dinge, die sowieso nur die Musiker merken und nicht das Publikum.
Seine Stimme könnte zwar etwas lauter sein, aber das nehmen
wir nun mal so hin. Müssen wir ja.
Als "Neuigkeit" haben wir zu vermelden, dass inzwischen sein
hocherwartete Debutalbum "From Within" mit 14 Songs im
September 2024
erschienen ist. Wer auch eine EP als Debutalbum ansehen
möchte, der muss bis auf das 2014er "Message Music" mit 4
Songs zurückgehen. Mit mehr Fakten möchten wir euch
gar nicht mehr an dieser Stelle belasten und genießen einfach
seine Musik. Nachfolgend für euch ebenfalls ein kleiner
Ausschnitt.
Live Video:
Mortimer - Konzertausschnitt
Kommen
wir nun zu Natty King, der als Ersatz für den ausgefallenen
I-Wayne antritt. Natty King stand zwar erst die letzten beiden Jahre
hier auf
der Bühne, aber wir sehen ihn trotzdem als sehr guten
Ersatz. Natty King sorgt immer wieder für
Begeisterung bei
uns, egal wie
oft oder wie schnell wir ihn wiedersehen. I-Wayne war zuletzt
in 2019 auf
dem Reggae Jam zu Gast. Nun wird seine
Zeitspanne bis zum nächsten Mal eben noch etwas
länger. Mal sehen wie lange. Es klappt ja nicht immer sofort
im Jahr drauf.
Anders als im vorigen Jahr kommt heute nicht die House of Riddim Band
zum Einsatz, sondern andere Musiker. Als Special Guests gibt's Singing
Gold und noch einmal Inoah zu sehen. Der Auftritt von
verschiedenen Künstlern ist immer ein besonderes Ereignis. Und
wer mal einen Punkt der Running Order verpasst hat, bekommt dann
wenigstens noch einen kurzen Eindruck. Ja, was will ich noch sagen, ...
wie nicht anders erwartet ist die Show von Natty King wieder einmal ein
Genuss.
Live Video:
Natty King - Konzertausschnitte
Und damit sind wir schon wieder bei den letzten drei Auftritten dieser
Nacht angelangt. Es wird noch einmal Zeit für eine Pause und
einen Backstagebesuch, wenn wir eine Chance bekommen wollen, Ky-Mani
Marley zu treffen. Also opfern wir die nachfolgende I-Fire Band der
Pause und ziehen uns zurück. I-Fire möge uns
vergeben, aber auf uns kommt es ja mit Sicherheit nicht an.
Ky-Mani ist schon da, und wie es sich gehört, fragen wir nach
einer "Audienz". Diese wird uns gewährt, aber wir sollen noch
eine Weile vor dem Zelt warten, bis wir eingelassen werden. Als dann
allerdings immer mehr Besucher an uns ohne Anmeldung vorbeimarschieren
zieht es uns im Sog natürlich mit. Bevor wir irgendwann "in
die Röhre schauen", wie das schon oft passiert ist.
Ky-Mani
Marley & Teacha Dee
Ky-Mani
Marley, Mystic Revealers und Teacha Dee
An den neuen Look von Ky-Mani Marley muss man sich auch erst einmal
gewöhnen. Wieder ein Reggae Artist, der sich von seinen
Dreadlocks getrennt hat. Warum er diesen Schritt gegangen ist,
lässt er auf meine Nachfrage hin, etwas nebulös im
Raum stehen. "Aah ... this is only a mystical thing. They will growing
again."
Aber machen wir den nachfolgenden Gästen erst einmal etwas
Platz und schauen uns draußen noch ein wenig um. Auch da gibt
es immer wieder neue Fotomotive, an denen wir uns natürlich
auch noch beteiligen müssen.
The Rising
Suns: Irie Souljah, Quan Dajai und Matthew
Malcolm
Joel "Kush"
Brown, Mystic Revealers und PotRock
Aber
nun wird es langsam Zeit in den Fotograben vor den Bühnen
zurückzukehren. Der vorletzte Auftritt der heutigen
Festivalnacht gehört Macka B. Tourmanager Christoph
freut sich besonders auf diesen Mann. "Endlich mal wieder mit meinem
Freund Macka B unterwegs!", sagt er sichtlich erfreut vor der Show zu
uns. Man will es aber auch wirklich kaum glauben, dass es schon wieder
7 Jahre zurückliegt, als Macka B hier auf dem Reggae Jam auf
der Bühne stand. Damals war sein Album "Health Is Wealth" noch
sein aktuelles Werk. Heute ist es die 2024er EP "Mi Nuh Normal".
Normal hin oder her, ... bei uns will der Funke heute leider nicht so
recht
überspringen. Auch wenn Christopher MacFarlane, a.k.a. Macka B
viele seiner bekannten Hits wie "Step Up", "Never Played A
45", "Medical Marijuana" und viele andere anstimmt, könnte
sich sonst wer hinter seiner Maskerade verbergen. Das ist dann doch
etwas schade um den Auftritt. Immerhin wollen auch die Augen und nicht
nur die Ohren etwas geboten bekommen. Hier noch ein längerer
Ausschnitt der Show.
Live Video:
Macka B - Konzertausschnitte
Leider
fängt es nun auch wieder an zu regnen und es will einfach
nicht aufhören. Lange hat der Abend ohne wesentlichen Regen
ausgehalten und ausgerechnet beim Finale kommt wieder Wasser von oben.
Eigentlich hätten wir ja heute trocken nachhause kommen
können, denn wir sind nun schon fast anderthalb Stunden
über die Zeit, was sich die Running Order dereinst
gewünscht hatte. Aber was will man machen, bei Ky-Mani Marley
gehen wir jedenfalls nicht vom Platz. Genauso denken auch die anderen
Fans und halten natürlich eisern zur Stange.
Vor der Show steht Ky-Mani regungslos hinter der Bühne mit
einem Regenschirm, gesenktem Kopf und verschlossenen Augen.
Er scheint zu beten. Hoffen wir, dass er erhört wird, woran er
auch immer denkt.
Ky-Mani war in den Jahren 2014 und 2017 zuletzt beim Reggae Jam zu
Gast. Auch wieder eine lange Zeit der Pause und dementsprechend heute
eine besondere Freude ihn wiederzusehen. Die noch nicht bis zur
Vollendung abgestellten technischen Probleme auf der Bühne,
werden wegen des Regens ein wenig zur Nebensache. Für die
Fotografen ist es eine kleine Herausforderung und Risiko zugleich,
irgendwie ein paar anständige Aufnahmen zu gewinnen. Jeder hat
da so seine Technik, ob nun die Kamera in Plastiktüten oder
Handtüchern eingewickelt wird, oder mit vollem Risiko Augen zu
und durch. Mit Schirmen kann man jedenfalls nicht im Fotograben
arbeiten.
Ky-Mani präsentiert wie gewohnt einen schönen Mix
aus seinen eigenen Hits und den seines Vaters. Es wäre
müßig diese alle an dieser Stell
aufzuzählen, jederman kennt sie. Einige Songs haben wir im
nachfolgenden Video zur Erinnerung festgehalten.
Letzter Song ist "Three Little Birds", ein Bob Marley Klassiker,
währenddessen Ky-Mani Bernd "Sheriff" Lagemann zu einer
gemeinsamen Aufnahme vor dem Publikum bittet. Danach geht er von der
Bühne und wieder reiht sich ein schöner Festivaltag
in die
Festivalgeschichte ein.
Live Video:
Ky-Mani Marley - Rebel Music + Warriors + Three Little Birds + many
more
Der Regen konnte zum Glück auch wieder etwas vertrieben
werden, so dass sich das Publikum in aller Ruhe auflösen kann.
Deutlich später als zugelassen ist es nun geworden, und wir
können froh sein, dass das Festival mit der Samtgemeinde
Bersenbrück einen so kulanten Partner hat, dem das Festival
auch ans Herz gewachsen ist.
Wir sehen uns dann im Teil 4 an dieser Stelle wieder.
Copyright:
www.reggaestory.de
Text und Videos: Peter Joachim
Fotos: Marion und Peter Joachim
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Donnerstag - 31.07.2025 >>
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4 - Sonntag - 03.08.2025