Der Beginn des heutigen Festivaltages ist für 14:30 Uhr
angekündigt. Auf der Mainstage soll es zudem erst 18:20 Uhr
mit
den Upsessions zur Sache gehen. Wir haben also noch viel Zeit den
freien Vormittag mit einem Ausflug im Umfeld von Dessau
auszufüllen. Mit dem Gedanken sind wir nicht allein und man
trifft den einen oder anderen Festivalbesucher. Auch wenn man sich
nicht persönlich kennt, erkennt man sich natürlich
dennoch.
Wir richten uns so ein, dass wir zum "Quiz Is Ska" gegen 17:00 Uhr auf
dem Festivalgelände eintreffen, auch wenn wir den Wettbewerb
ums Treppchen anderen überlassen. Bevor es musikalisch auf der
Hauptbühne mit den Upsessions zur Sache geht, wollen wir noch
in aller Ruhe das Festivalgelände mit seinen verschiedensten
Angeboten unter die Lupe nehmen.
Die Bauzäune um das Festivalgelände sind der ideale
Werbeträger zur Verkündung künftiger
Veranstaltungen. Der hiesige Veranstalter punktet dabei mit besonders
werthaltigen Planen, die gleich mehrere Events zeigen. Ob die dem
Veranstalter in jedem Fall erhalten bleiben werden, ist dabei leider
nicht immer sicher.
Wie jedes Jahr gibt es auf dem Hauptgelände ein Zelt mit dem
wechselnden Merchandise-Angebot der auf dem Festival auftretenden
Künstler. Hier lohnt es sich immer wieder einmal
vorbeizuschauen, zumal die Bands ihre Artikel in der Regel selbst an
den Fan bringen und so ausreichend lange für
Gespräche, Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen.
Dann sehen wir das Logo von "Blue Records" und "Music &
Culture" und müssen an unseren Freund Joseph Blue Grant a.k.a.
Still Cool denken. Das dieser tatsächlich hier seinen Shop
eingerichtet hat, ziehen wir da noch gar nicht in Erwägung.
Aber es ist tatsächlich so und die Überraschung ist
groß. "Mensch Joseph, was machst du denn hier?", frage ich
erfreut ihn zu sehen. "Ja, ich hatte gerade Zeit und habe nach
Festivals an diesem Wochenende gesucht, und so bin ich nach Rosslau
gekommen!". Dann wünschen wir mal gute Geschäfte,
auch wenn der Ska Fan vielleicht nicht denkt, bei Joseph
fündig zu werden. Aber so ist es natürlich nicht,
denn bei Joseph gibt es natürlich alles und besonders die
geliebten schwarzen Scheiben. Als ehemaliger "Reggae Music Shop"
Inhaber
schlummern bei ihm noch so einige Raritäten.
Und da wir gerade bei den Liebhabern der schwarzen Scheiben sind,
präsentiert an dieser Stelle gleich Patsy ihre neue Platte
"Royal" mit
Stranger Cole. Das Album entstand auf ausdrücklichen Wunsch
von Stranger Cole, weil er von Patsys Stimme begeistert
ist und in seinen frühen Jahren mit der gleichnamigen
Sängerin Millicent "Patsy" Todd (siehe TIS 2013) zahlreiche Hits
am Start hatte. Wir sind unendlich glücklich, noch beide
zusammen beim TIS 2013 gesehen zu haben. Die "neue" Patsy
kennt sicher inzwischen jederman von dem Format "Boss Capone &
Patsy" (Boudewijn "Boss" van Trigt / The Upsessions). Alle standen schon mehrfach zusammen auf der Bühne und so war der
Niederländer Boss Capone auch federführend bei der
Produktion dieser Platte. Den Rocksteady- und Ska-Fan erwarten schon
jetzt 11 brandneue Songs. Das offizielle Release Date ist
nämlich erst am 26. Juni, dem Geburtstag von Stranger Cole.
Gut versorgt mit allem was ein Festivalbesucher zwischen dem
Musikgenuss noch so benötigt, wartet man an der
Zeltbühne, die dieses Jahr "Courtstage" heißt, auf
das Ergebnis der Auszählung vom "Quiz Is Ska". Aber keine
Angst, verurteilt wird hier dennoch keiner, wenn er schlecht
abgeschnitten hat.
Bis es zur Urteilsverkündung kommt, gibt's natürlich
die allerbeste Musik der Szene vom Rudeboy
Soundsystem aus Chemnitz. Dies natürlich nur von den
originalen Platten, was man respektvoll anerkennen muss. Für
uns immer erstaunlich, wie lange diese Plattenschätze das
unversehrt überleben. Nie im Leben würde ich mit
meinen Platten über die Jahre durch das Festivalgeschehen
ziehen.
Inzwischen
ist die Bühnenzeit auf der Hauptbühne
herangerückt, der wir uns in unserer Festivaldokumentation
überwiegend widmen möchten. Die allseits bekannten
grünen Trainingsanzüge mit den gelben Streifen, die
allerdings nicht jeder Musiker der Band mag, sind das Markenzeichen der
Upsessions. So weiß man schon aus großer Ferne und
ohne Musik, wen Richie nun als Opener verkünden wird. Richie,
also Dr. Ring Ding, den Zusammenhang muss man vermutlich nicht
mehr erklären, ist wieder wie gewohnt der Moderator des
Festivals.
Die von Giel Mulder und Boudewijn "Boss" van Trigt im Jahr
2005 gegründeten Upsessions arbeiten aktuell an ihrem sechsten
Studioalbum. Wenn alles klappt, wird uns die Band im Frühjahr
2026 damit beglücken. Auf der Platte soll
ein legendärer jamaikanischer Cowboy einen
Gastauftritt haben, hat die Band verkündet. Bis es
soweit ist, könnt ihr schon einmal rätseln wer das
sein könnte.
Die Vorlage
von https://www.instagram.com/jammahtammah/ und das Shirt
Auf dem Platz vor der Bühne herrscht schon unglaublicher
Andrang. Der Ausverkauf der Festivaltickets macht sich auch heute
deutlich bemerkbar. Noch nie war es bei der ersten Band so voll. Man
könnte glauben The Upsessions wären schon der
Headliner. Die Band kann jedenfalls mehr als zufrieden sein.
Live Video:
The Upsessions - Hold Me Belinda + Hold Your Wining
Soweit ein paar Eindrücke von den Upsessions. Freuen wir uns
auf mehr und die neue Platte im Frühjahr 2026!
Für morgen sind die Pioneers mit den Steadytones
angekündigt. Es ist zwar schon 19 Jahre her, als wir
sie zuletzt gesehen haben, aber unerkannt bleiben sie trotzdem nicht.
Etwas gelangweilt sitzen die beiden verbliebenen Mitglieder des Trios
im Backstage herum. Der Langeweile helfen wir gerne ab und
überraschen sie mit unseren uralten Fotos vom Summerjam 2006.
Irgendwie hilft das aber auch nicht weiter, denn die beiden sind nicht
so
recht in Stimmung zu bringen.
Bis zu ihrem Auftritt sind ja noch ein paar Stündchen Zeit,
und bis dahin werden sie dann auch ganz sicher aufgetaut sein.
Die
nächste Show auf der Hauptbühne gehört No
Sports. Die 1985 gegründete Band gehört zu den
Urgesteinen der deutschen Ska-Szene. Zur Bio der Band möchten
wir uns an dieser Stelle nicht mehr unnötig wiederholen. Wer
noch Nachholebedarf hat, schaut einfach mal in frühere
Konzertberichte zurück. Zuletzt war die Truppe in 2023 auf dem
This Is Ska Festival zu Gast, als sie Bestandteil der
denkwürdigen und mitreißenden "Ska Ska Skandal
Allstars" Show waren. Auch darüber hatten wir berichtet. Heute
nun wieder im Alleingang.
Mit gewohnt aktionsreicher Performance zeigen No Sports wieder einmal,
dass sie noch längst nicht zum "alten Eisen" gehören.
Auch wenn man das dem Gründungsdatum bereits entnehmen kann,
wollen wir dennoch darauf hinweisen, dass No Sports in diesem Jahr ihr
40stes Bühnenjubiläum feiern. Dem wurde und wird
natürlich mit einer Jubiläumstour noch ausreichend
Rechnung getragen werden.
Ein paar bewegte Bilder haben wir natürlich auch noch zur
Ergänzung. Viel Spaß beim Schauen und Erinnern!
Live Video:
No Sports - F*CK *FF + No Time + Stay Rude + King Kong +
Buenas Tardes
Nachdem der letzte Song verklungen ist, geht es wieder in die
Umbaupause und das Rudeboy Soundsystem übernimmt wieder die
Regie. Wir
nutzen die Zeit für einen erneuten Erkundungsspaziergang
übers Gelände.
Joseph Blue
Grant tanzt vor seinem Shop.
Auf
die nächste Show sind wir natürlich besonders
gespannt. Den
legendären Laurel Aitken haben wir leider in unserem Leben
verpasst
und freuen uns deshalb ganz besonders, dass heute an ihn mit einer
eigenen Show erinnert wird. Wir können also ganz unbefangen
das
Programm auf uns wirken lassen.
Die niederländische Band The Upsessions haben mit dem
französischen Sänger Linton eine Reihe von Songs
einstudiert
und werden sie heute auf dem This Is Ska Festival in Rosslau
präsentieren. Linton Nicaise Black oder nur Linton Black, Mr.
Black oder auch Phil,
kennt
man als Sänger von der französischen Band Two Tone
Club, die
auch einige eigene Alben am Start hat. Die bisher letzte Produktion ist
die 2018er Platte "Don't Look Back".
Da
wir aber mit dieser Show Laurel Aitken feiern und gedenken wollen, ist
es natürlich angebracht, nicht nur über die
Bühnenakteure zu sprechen. Immerhin wird der
überwiegende Anteil der heutigen This Is Ska Gemeinde nur
seine Musik kennen und ihn nie live erlebt haben.
Lorenzo "Laurel" Aitken wurde am 22. April 1927 in Havanna auf Kuba
geboren und verstarb am 17. Juli 2005 in Leicester,
England, an den Folgen eines Herzinfarkts. Da Laurels Vater Jamaikaner
war, zog die Familie 1938 nach
Jamaika. Schon als Kind sang er gern und begann sich zunächst
dem US-amerikanischen Jazz und Calypso aus Trinidad zu widmen. Seine
ersten öffentlichen "Auftritte" hatte er im Auftrag des
jamaikanischen Fremdenverkehrsamtes, als er Touristenboote mit
Calypso-Songs wie "Welcome To Jamaica" und anderen
begrüßte. Seine erste Aufnahme "I Met a
Señorita", nahm er um 1957 in Stanley Motta's Recording
Studio in Kingston auf. Der Durchbruch gelingt ihm als er mit
"Pennies From Heaven", einer amerikanischen R&B-Nummer,
ein Singing Contest gewinnt. Darauf folgen weitere
Singles und
Laurel entwickelt sich zum Star der Insel. Mit der Single "Little
Sheila / Boogie In My Bones", stand er elf Wochen an der Spitze der
jamaikanischen Charts. Zudem war dies die erste jamaikanische Nummer
auf Platz 1 seit Einführung der Charts in Jamaika.
1960 zog Laurel Aitken nach England, mit der Hoffnung, dort seiner
Karriere noch mehr auf die Sprünge zu helfen, was ihm auch
bestens
gelang. Er entwickelte sich in der Mitte der 80er Jahre sogar zum
"Godfather
of Ska" und wurde zum musikalischen Idol der dortigen
Skinhead-Bewegung. Klassiker wie "Sally Brown", "Skinhead Train", "Rudi
Got Married"
und
viele andere sind bis heute unvergessen.
Soweit nur ein kleiner Auszug aus der Biography von Lorenzo "Laurel"
Aitken,
und zum Abschluss natürlich auch noch ein paar
längere Ausschnitte vom
"Laurel Aitken Experience".
Live Video:
The Laurel Aitken Experience - Linton & The Upsessions
Die Show hat uns sehr gut gefallen und das Konzept kann man guten
Gewissens
für andere Künstler in nachfolgende Festivals
weitertragen.
Linton Black
muss, für ihn überraschend, natürlich auch
in unsere Autogrammsammlung. :-)
Inzwischen
ist die Showtime für den nächsten Act
herangerückt. Doreen Shaffer war einer der Artists, auf den
wir uns besonders gefreut hatten. Daraus wird nun leider nichts, wie
sich schon seit gestern herumgesprochen hat.
Doreen Shaffer musste sich Anfang des Jahres einer Knieoperation
unterziehen. Danach hatte sie starke Schmerzen und bekam keinen Termin
zur Nachuntersuchung. Zirka eine Woche vor dem Festival wurden die
Schmerzen so stark, dass sie in die Notaufnahme und sofort operiert
werden musste.
Danach ging es ihr wieder besser, aber von Flugreisen und Auftritten
haben die Ärzte dringend abgeraten und bis auf Weiteres
Bettruhe verordnet. So musste sie leider ihre gesamte Europa Tour
absagen.
In der Kürze der Zeit war es leider unmöglich, einen
angemessenen jamaikanischen Ersatz für das Festival zu
bekommen. Und so haben sich Junior Dell und die Magnetics bereit
erklärt, ein weiteres Set einzustudieren. Vielen Dank!
Wir hoffen dann, dass Dorenn bald wieder völlig gesund wird
und eine Nachholung des Konzerts im nächsten Jahr
möglich wird.
Adrian "Junior" Dell steht zum ersten Mal auf
der Bühne des This Is Ska Festivals und ist der neue
Rising Star des Ska und Rocksteady aus
Jamaika. Die Ska-Szene ist natürlich unendlich begeistert,
dass endlich wieder einmal Nachwuchs in die vielen verwaisten
Fußstapfen der großen jamaikanischen Legenden tritt.
Seit 2021 veröffentlichten Junior Dell & The D-Lites
zahlreiche Singles beim britischen Label Original Gravity Records.
Heute ist er jedoch mit den Magnetics am Start.
Ausführliche Informationen zu Junior Dell sind bis jetzt
schwer zu bekommen. Es wird also Zeit, dass sich jemand der Sache
annimmt, um dieses neue und großartige Talent zu
unterstützen. Vielleicht können wir morgen schon
etwas mehr zu ihm sagen.
Junior Dell & The Magnetics sind unserer Ansicht nach, eine
würdige Vertretung für den entgangenen Programmpunkt
mit Doreen Shaffer und wenn Junior Dell so weiter macht wie bisher,
wird er sich vermutlich auch irgendwann an die Spitze des Ska
und Rocksteady vorarbeiten. Hoffen wir, dass sich demnächst
auch noch andere Musiker dazu berufen fühlen, neben Junior
Dell um die Nachwuchskrone zu kämpfen.
Hier noch einen längeren Auszug aus dem Set von Junior Dell
& The Magnetics.
Live Video:
Junior Dell & The Magnetics & Dr. Ring Ding
Nun folgt die letzte Umbaupause auf der Hauptbühne, die wir
natürlich dazu verwenden möchten, um Junior Dell im
Backstage zu besuchen und in aller Ruhe ein paar Aufnahmen zu machen.
Und
schon geht es mit den britischen "Heißen Messern" in die
letzte Runde des Tages. Dies zumindest auf der Hauptbühne,
denn auf der Courtstage geht es erst ab 1:00 Uhr mit Eastern Standard
Time aus den USA ins Finale.
The Hotknives haben wir zuletzt in 2023 auf dem This Is Ska gesehen,
damals auch auf dem letzten Startplatz des Tages. Es werden schon
einmal Wetten abgeschlossen, wie lange es Leadsinger
Marc Carew dieses Mal aushält, sich nicht frei zu machen.
Momentan sieht er noch recht angezogen aus. ;-)
Aber zunächst gilt es erst einmal ein Geburtstagskind zu
feiern. Hierzu wird von der Bühne ein Kuchen mit brennenden
Kerzen ins Publikum gereicht.
Na, wenn das keine Überraschung ist!? Da klappt es vor lauter
Aufregung nicht einmal die Kerzen auf einen Ruck auszublasen.
Wie sich die Show mit Marc Carew und seinen Hotknives weiterentwickelt,
und wie die Wette bezüglich seiner Entkleidung
ausgeht, warten wir nicht mehr ab. Wir brauchen erst einmal einen
Kaffee vor unserer Abreise und ziehen uns in den Backstage
zurück.
Die
japanische Band The
Spymaker versucht eine lose Taste ihres Keyboards wieder zu befestigen.
Die Band war heute auf der Courtstage zu sehen.
Nach diesen letzten Eindrücken vom Tage, geht es für
uns erst
einmal auf die Piste und auf den Nachhauseweg. Wir sehen uns dann
morgen mit neuen Eindrücken und Mitschnitten an dieser Stelle
wieder.
Copyright: www.reggaestory.de
Text: Peter Joachim
Fotos: Marion & Peter Joachim
Videos: Peter Joachim
Mein besonderer Dank geht an Jörg Folta und Franze Vogel als
Veranstalter, an alle Mitwirkenden hinter den Kulissen und
natürlich an alle Künstler
des This Is Ska 2025.