Nungwi liegt am nördlichen Ende der Insel und hat zwei
Gesichter. Im Osten ist es noch schön ruhig. Dort kann man den
Bau der traditionellen Holzboote (Dhauen) verfolgen und eine kleine
Schildkrötenstation besuchen. Auf der Westseite, z.
B. im Bereich des Kendwa Rocks, ist es mit der Ruhe und
Ursprünglichkeit leider vorbei. Dort ist nur noch das Meer
schön ruhig. Wer sich diesen Standort aussucht, muss gar nicht
so weit fliegen, diesen Trubel kann er viel näher haben. Wir
fahren nur zum Sonnenuntergang auf diese Seite, um kurz einen Eindruck
zu gewinnen. Für diesen Ausflug ist ein halber Tag ausreichend.


Bild 436 + 437: Nungwi auf
der Ostseite von Unguja
Erste Station ist für uns das "Mnarani National Turtle
Aquarium". Das Aquarium ist natürlich keines, sondern ein
Naturschwimmbecken im Korallenfels mit einer unterirdischen Verbindung
zum Meer. Die hier betriebene Schildkrötenstation zieht
Schildkröten auf und pflegt verletzte Tiere gesund, um sie
später wieder ins Meer zu entlassen. Die Anlage ist leicht zu
finden, wenn man sich an dem nicht zugänglichen historischen
Leuchtturm aus dem Jahre 1886 orientiert.


Bild 438 - 440: Im Mnarani
National Turtle Aquarium
Der Führer spricht ein sehr angenehmes und
verständliches Englisch. Geschwindigkeit und Wortwahl ist so
angelegt, das ihn selbst der schlechteste Englischschüler
verstehen könnte. Unser Guide sollte bei ihm einmal Unterricht
nehmen. ;-)

Bild 441 + 442: Kleine
Wasserschildkröten und Landschildkröten
Auf dem Gelände der Schildkrötenstation werden auch
Riesenkrabben und Fische für den Verzehr gefüttert.
Damit werden ein Teil der Kosten für die Schildkrötenstation
erwirtschaftet. Weiterhin gibt es ein paar kleine Käfige mit
Waranen und diversen Landschildkröten zu Ansichtszwecken für
Schulkinder. Ein Wahlskelett und zahlreiche Schädel von einer
Delphinstrandung, sind ebenfalls anzusehen.



Bild 443 - 445: Delphinschädel
und Wahlskelett
Unternehmen wir noch eine kleine Strandwanderung von der
Schildkrötenstation ausgehend in Richtung Norden.




Bild 446 - 450: Am
Strandbereich zwischen Schildkrötenstation und Dhauwerft
Ein beeindruckendes Geschwader an Fischerbooten liegt vor der
Küste und wartet auf den nächsten Einsatz. Man sollte
vielleicht einmal hier sein, wenn der Fang an Land gebracht wird.




Bild 451 - 454: Nungwi East
- Fischerboote und Arbeit an den Netzen
Geht man weiter in Richtung Norden am Strand entlang, kommt man in die
sogenannten Dhauwerften. Der Begriff Werft ist dabei natürlich
etwas übertrieben, da es sich nur um einen kleine
Bootsbauerbetrieb handelt, wo nur an vereinzelten Booten gewerkelt
wird. Von den mächtigen Dhauen sieht man leider nichts,
nur ein paar kleinere bis mittelgroße Fischerboote.




Bild 455 - 458: Die
Dhauwerft von Nungwi
Die Werft ist offensichtlich gleichzeitig Dhaufriedhof, was das eine
oder andere Ersatzteil mit einbringt.



Bild 459 - 461: Die
Dhauwerft von Nungwi


Bild 462 + 463: Fischerboote
vor der Küste von Nungwi
Auf der Werft sind momentan nicht viele Handwerker bei der Arbeit. Es
ist wohl gerade verlängerte Mittagspause bei den meisten Bootsbauern, oder es herrscht Auftragsmangel. Ab und zu gibt
es ein paar vereinzelte Regentropfen, die aber nicht stören.



Bild 464 - 466: Verschiedene
Bearbeitungsstadien
Gehen wir am Ende der Dhauwerft noch ein Stück weiter nach
Norden.



Bild 467 - 469: Am
nördlichen Ende der Dhauwerft
Nach den Bootsbauern kommt ein Dorfplatz, auf dem das Gebäude
für den Fischmarkt steht, ein paar Bauern ihre Produkte
verkaufen und sich eine Vielzahl von Rindern langweilt. Wann der
sehenswerte Fischmarkt hier nun in Betrieb sein soll, ist nicht so
richtig herauszubekommen. Vermutlich ist das nicht nur von der
Tageszeit, sondern auch von den Wasserständen
abhängig. Obwohl man von Nungwi eigentlich sagt, dass sich
hier Ebbe und Flut kaum bemerkbar machen sollen.



Bild 470 - 472: Dorfplatz
nördlich der Dhauwerft
Geht man noch ein Stück weiter, kommt man auf die
Flächen, wo die Fischer ihre Netze ausbreiten, reparieren und
sie auf den nächsten Fang vorbereiten.











Bild 473 - 483: Platz der
Fischernetze
Nach diesem Gelände gibt es dann eine kleine
Überraschung.
Aus den Bäumen dröhnen schwere Bässe und wir
hören "I
Am A Bushman" von Midnite. Das Personal weiß zwar
nicht wer da gerade singt, aber immerhin gibt es hier wenigstens eine
schöne Location ganz für die Fans von Reggae und
Rastafari ausgestattet.




Bild 484 - 487: Die Ras
Kajibange Beachbar





Bild 488 - 494: Die Ras
Kajibange Beachbar & Restaurant

Bild 495: Die hier
sogenannte "Baumananas" wird einige Meter hoch und ist überall
auf Zanzibar zu finden.
Soweit unser Ausflug nach Nungwi East. Weiter nach Norden geht es erst
einmal nicht.
Wandern wir wieder zurück bis zum Turtle Aquarium und fahren
von da auf die andere Seite der Inselspitze, um den Sonnenuntergang
abzuwarten. In der Nähe des Kendwa Rocks nimmt unser Fahrer
eine halsbrecherische Piste von der Küstenstraße
hinab in Richtung Strand. Alles ist in Besitz der Hotels, da bleibt
nicht mehr viel Raum für öffentliche Zufahrten. Das
Meer ist hier spiegelglatt und plätschert sanft an den flachen
Sandstrand. Was landeinwärts los ist, zeigen wir lieber nicht.
Wie sagt man gleich? "Da steppt der Bär!" Obwohl, als
abschreckendes Beispiel, würden ein paar Fotos doch
ganz gut sein. Aber irgendwie sträuben sich mir die Haare bei
solch einem landesuntypischen Partygedöns.


Bild 496 + 497: Nungwi West
bei Kendwa Rock
Wir laufen ein paar hundert Meter den Strang entlang, bis das felsige
Ufer eine natürliche Grenze setzt. Den ganzen Weg wird es
vom Flair her nicht viel besser. Es gibt eine Vielzahl von Bildershops mit den
landestypischen Malereien. Qualitativ sind die Bilder bei genauerer
Betrachtung aber meilenweit von den Angeboten in Stone Town entfernt.
Wahrscheinlich hofft man hier, dass sich die Touristen den Verstand
weggefeiert haben und dennoch zuschlagen. ;-)


Bild 498 + 499: Bildershops
in Nungwi West
Langsam bewegt sich die Sonne in Richtung Meer. Es gibt wieder
beeindruckende Spiele der Sonnenstrahlen mit den Wolken. Aber wie bei
den zuvor gesehenen Sonnenaufgängen, gibt´s leider
auch beim Untergang heute nicht den direkten Kontakt zur Wasserlinie.


Bild 500 + 501: Sonnenuntergang
in Nungwi West - Leider heute nicht
Soweit ein paar Eindrücke für eine Ausflugsmöglichkeit
nach Nungwi, die man auch noch mit der Besichtigung einer
Nagelmanufaktur, sowie den auf dem Weg liegenden portugiesischen Ruinen
von Mvuleni ergänzen könnte. Eigentlich standen die
Nägel sogar mit auf dem Plan, aber unser Guide hat es glatt
vergessen und wir haben bis zuletzt umsonst gehofft. Na warte Lamark!
;-)
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion + Peter Joachim
Text: Peter Joachim
|