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ETHIOPIA - THE SOUTH

Ein Reisebericht - Teil 14

13.06.2019 – Lake Langano - Addis Ababa - Holy Trinity Cathedral
(06.10.2011 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia - The South Heute werden wir wieder nach Addis Ababa, dem Ausgangspunkt unserer Rundreise, zurückkehren. Bis dahin müssen wir nur zirka 190 Kilometer zurücklegen. Dementsprechend früh werden wir dort sein und können in der Hauptstadt noch etwas unternehmen. Ein Schwerpunkt wird dabei die Holy Trinity Cathedral sein.
Da wir erst gegen 9:00 Uhr abgeholt werden, stehen uns noch ein paar Stündchen für ein entspanntes Frühstück und ein paar Wege in den Resortanlagen zur Verfügung. Das Wetter meint es heute gut mit uns. Da fällt es einem jetzt schon schwer, die Natur in Kürze verlassen zu müssen und an die Großstadt zu denken.

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Bild 1.313 - 1.316: Bungalows im Sabana Beach Resort am Lake Langano

Auch wenn heute das schönste Wetter herrscht, ziehen wir natürlich kein Morgenschwimmen in den rosa Fluten in Erwägung. Wir genießen lieber die Aussicht auf den See von oben und die angenehme Morgensonne. Morgen ist es damit leider vorbei und ein etwas anderes Klima angesagt.

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Bild 1.317 + 1.318: Mit der Morgensonne sieht doch alles viel gemütlicher aus!

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

White Flower - Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Sabana Beach Resort - Lake Langano - Ethiopia

Bild 1.319 - 1.322: Sabana Beach Resort
Bild 1.321: Wie die Pflanze heißt, wissen wir leider nicht. Um diese Zeit sind hin und wieder die Straßenränder mit diesen weißen Blüten übersät.

Während wir bis zur letzten Minute die Umgebung genießen, hält das Resortpersonal schon Ausschau nach unserem Gepäck. Dann werden wir mal nicht so sein, ... wenn sie schon darauf warten. Auch wenn wir das ganz gut selber bewerkstelligen könnten. Bald darauf treffen auch Mastu und Alex ein, und die letzte Fahretappe kann eingeläutet werden.
Zunächst fahren wir noch ein paar Kilometer die Hauptstraße zurück, um eine Ansammlung von Arsi Oromo Gräber anzusehen, die uns gestern besonders auffällig erschienen. Zu dem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass im näheren Umfeld noch unzählige weitere Monumente die Straße in Richtung Addis säumen.

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Bild 1.322 - 1.327: Grabmale der Arsi-Oromo

Hier muss man sich etwas vorsichtig herantasten. Die ersten Fotos immer aus der Ferne schießen. Man weiß nie, ob es aus der Nähe noch zugelassen wird. Es gibt immer wieder Arsi-Oromo, die nicht unbedingt davon begeistert sind, wenn man sich die Grabstätten aus der Nähe ansieht. Es bleibt aber alles ruhig und wir können die unterschiedlichsten Gestaltungen der Grabmale in Augenschein nehmen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Alles keine besonderen Kunstwerke, teilweise noch naiver als die sogenannte "Naive Malerei", aber dennoch interessant.

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Arsi Oromo Cemetery - Ethiopia

Bild 1.328 - 1.331: Weitere Grabmale an anderer Stelle

Zirka 10 Minuten später in Richtung Addis, halten wir noch einmal und schauen uns weitere Grabanlagen an. Die Bilder sollen ja immer in Verbindung zu dem Leben des Verstorbenen stehen und darstellen was er einmal war oder was ihn besonders gekennzeichnet hat. So recht kann man das aber nicht immer ergründen, besonders wenn man die Schriften auch nicht entziffern kann. Die Oromo haben wieder ihre eigene Schrift und Sprache. Die Mehrheit der Darstellungen lassen aber auf Viehzüchter und Krieger deuten. Pferde und Bewaffnung stehen bei den Arsi sowieso hoch im Kurs. Wobei Waffen bei nahezu allen äthiopischen Bevölkerungsgruppen ein Statussymbol ist.

Arsi Oromo - Ethiopia

Bild 1.332: Verteilung der letzten Geschenke

Unsere bevorzugte "Bewaffnung" sind allerdings Geschenke. Damit fahren wir stets am besten und sind fast überall willkommen. Auch an schwierigen Stellen. :-) Jetzt ist bestimmt die letzte Gelegenheit unser Textillager und andere restlos auszuräumen. Aus der Ferne hört man zwar dennoch vereinzelte männliche Proteste, aber Frauen und Kinder lassen sich natürlich trotzdem nicht unsere Geschenke entgehen.
Und weiter geht es in Richtung Addis. Unser nächster Halt ist erst anderthalb Stunden später, in der Nähe des Lake Koka. Den Platz kennen wir schon vom Tag 2 unserer Reise, als wir der Fischverarbeitung zugesehen haben.

Lake Koka - Ethiopia

Marabus - Lake Koka - Ethiopia

Marabus - Lake Koka - Ethiopia

Marabus - Lake Koka - Ethiopia

Bild 1.333 - 1.336: Marabus am Lake Koka

Heute läuft da gerade nichts, aber zahlreiche Marabus, die nicht gerade jedermanns Sympathieträger sind, warten dennoch geduldig auf die nächste Gelegenheit aufräumen zu dürfen.
Ein Stück weiter durchfahren wir zahlreiche Erdbeerplantagen. Überall stehen Werbeschilder an der Straße und verweisen auf die Möglichkeit die äthiopischen Erdbeeren auszuprobieren.

HYIO CAFE - Ethiopia

Strawberry fields - Ethiopia @ Hyio Cafe

Strawberry fields - Ethiopia @ Hyio Cafe

Church & Strawberry fields @ Hyio Cafe - Ethiopia

@ Hyio Cafe - Ethiopia

Bild 1.337 - 1.341: Erdbeerfelder, Kirche und Erntehelferrinnen am Hyio Cafe

Hyio Cafe - Ethiopia

Bild 1.342: Auszug Google Map - Hyio Cafe & Strawberry Farm

Zirka zwanzig Minuten später halten wir am Hyio Cafe und seinen angrenzenden Erdbeerfeldern. In der Ferne steht eine kleine Kirche. Dem Plantagenbesitzer scheint es recht gut zu gehen. Zumindest ist der luxuriöse Cafe-Pavillon ein untrügerisches Zeichen dafür. Hier kann man alles bekommen was irgendwie mit Erdbeeren in Zusammenhang steht. Von der frischen Erdbeere angefangen, über Kuchen bis zu verschiedenen Saftkreationen und anderes. Das dazu Kaffee serviert wird, versteht sich natürlich von selbst. Andere Speisen und Getränke gibt es natürlich auch noch. Für die Mittagspause ist aber erst Addis Ababa vorgesehen. Davor steht aber noch ein kurzer Stopp in Mojo City oder Modjo auf dem Programm. Bist dort hin sind es nur noch maximal 15 km. In Mojo endet die A7, die uns lange Zeit begleitet hat. An diesem Punkt muss man sich entscheiden ob man Zeit hat oder nicht, denn es gibt zwei Möglichkeiten um nach Addis weiter zu fahren. Man kann den interessanteren und längeren Weg über die A 1 oder den schnelleren über den "Addis - Adama Expy" nehmen. Da wir in Addis noch etwas unternehmen wollen, müssen wir wohl oder übel die langweilige Autobahn nehmen.

Hotel in Mojo - Ethiopia

Bild 1.343: Hotel in Mojo - Die Pokale gab's aber bestimmt nicht für den Sicherungskasten! ;-)

Das Ziel unseres letzten Stopps ist das Daema Hotel, direkt an unserer Route. Das Objekt hat ein öffentliches Restaurant und einen großen Hof, wo Alex ganz bequem einparken kann. Es ist die letzte Möglichkeit vor Addis eine Toilettenpause einzunehmen, wenn man die Autobahn benutzen will.
Nach zirka anderthalb Stunden langweiliger Schnellstraße haben wir schließlich das Zentrum von Addis erreicht und sind auf der Suche nach einem geeigneten Lokal für unsere Mittagspause. Inzwischen ist es 14:00 Uhr geworden und wir kehren in das Maleda Cafe & Restaurant, nördlich des Arat Kilo, an der King George VI Street, ein. Hier erleben wir unsere große Überraschung. Es grenzt doch wirklich an ein Wunder, dass man in einer 3,5 Millionenstadt in einem zufällig gewählten Restaurant auf Bekannte trifft. Am Nebentisch hat sich doch tatsächliche Sandrine mit ihrem Sohn von der Zion Train Lodge aus Shashemene eingefunden.

Sandrine - Maleda Cafe & Restaurant - Addis Ababa

Bild 1.344: Sandrine und ihr Sohn im Maleda Cafe & Restaurant von Addis Ababa

Nach ausgiebigem und für uns viel zu langem Sättigungsprozedere, welches eine Stunde anhält, kommen wir endlich zum nächsten Tagesordnungspunkt. Wir wollen noch zur Holy Trinity Cathedral (Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit), in der Empress Menen und Emperor Haile Selassie beigesetzt sind. Wir waren zwar vor Jahren schon einmal dort, aber Rainer hat noch etwas Nachholbedarf. Für uns ist das keineswegs verlorene Zeit, denn bestimmte Dinge kann man bei einem zweiten Mal deutlich besser oder intensiver aufnehmen.
Wir gehen gleich zu Fuß, denn die Kathedrale und dessen Areal sind in weniger als 1.000 Meter zu erreichen. Wir gehen nach Süden die King George VI Street entlang, über den auf halber Strecke liegenden Arat Kilo Square (Vier-Straßen-Platz) hinweg, in die Niger Street hinein und sind dann bald am Ziel.

Dagmawi Menelik II School - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.345: Die Dagmawi Menelik II School (Menelik Secondary School) - Karte
Die Schule wurde 1905 als erste moderne Schule Äthiopiens für Kinder aus wohlhabenden Familien gegründet und begann dereinst mit nur 20 Eliteschülern. Heute lernen hier 2.000 Schüler.

King George Street - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.346: Schräg gegenüber ein auffälliges rotes Gebäude mit dem Cafe D'Ami - Dahinter das Arat Kilo Post Office

Arat Kilo - Adis Ababa - Ethiopia

Bild 1.347: Der Arat Kilo Square (Vier-Straßen-Platz) bzw. Miazia oder Meyazia 27 Square (Platz des 5. Mai > Tag der Befreiung von den Italienern)

In der Mitte des Arat Kilo steht ein großes Monument mit einem Obelisken, dessen Spitze mit dem Lion of Judah bekrönt ist. Das Denkmal wurde anlässlich der Krönung von Tafari Makonnen zum Kaiser Haile Selassie I. im Jahr 1930 errichtet. Die am Fuße des Obelisken zu findenden Figuren und Tafeln würdigen den Sieg Äthiopiens über das faschistische Italien. Am Monument spiegeln sich verschiedene Zeiten wieder, da es während der italienischen Besetzung in 1936 entfernt und nach der Befreiung wieder aufgebaut wurde. Die Uhr am Obelisken zeigt immer die gleiche Zeit an - 1:00 Uhr - Die Stunde der Befreiung. Nach der Entmachtung des Kaisers im Jahr 1974, ließ der Derg das am Monument befindliche Relief von Kaiser Haile Selassie entfernen. Nach dem Ende des Bürgerkrieges in 1991 und dem daraus resultierenden nächsten Machtwechsel, wurde das Denkmal schließlich in seiner heutigen Form restauriert. 

Auf der linken Seite, Ecke Niger Street / Lorenzo Tiezaz, befindet sich das alte Parlamentsgebäude. Unmittelbar davor biegen wir links ab und laufen direkt auf die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit zu.

Old Parliament - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.348: Rückwärtiges Tor am alten Parlamentsgebäude

Auf der Rückseite des alten Parlamentsgebäudes befindet sich ein ähnliches Tor mit zwei geflügelten Löwen wie auf der repräsentativen Vorderseite. Dereinst waren diese vergoldet. Mastu verliert leider keine Worte über dieses historisch wertvolle Gebäude. Wir müssen uns unbedingt noch die andere Seite ansehen. Es ist das erste äthiopische Parlamentsgebäude und wurde tatsächlich schon in den 1930er Jahren erbaut. Das erste Parlament wurde 1931 von Kaiser Haile Selassie einberufen, um die erste Verfassung Äthiopiens zu konsolidieren. An der Fassade befinden sich große Mosaike, die mittig den Heiligen Georg mit dem Drachen (St. George = Schutzheiliger der salomonischen Dynastie), links und rechts flankiert vom Lion of Judah mit kaiserlicher Standarte. Die Mosaike hatte man leider vor vielen Jahren übermalt. Ob sie wieder sichtbar sind, müssen wir beim nächsten Mal überprüfen. Hier ein Bild aus unbekannter Zeit von Alan Johnston.

Old Parliament - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.349: Das Parlamentsgebäude im alten Glanz - Datum unbekannt - Foto: Alan Johnston - www.nationsonline.org

Schon 2012 wurde bekanntgegeben, dass ein neues Parlament gebaut werden soll. Die Entwürfe dazu gehen auf ein Konsortium aus den niederländischen Architekturbüros Treurniet Architectuur und Michiel Clercx Architectuur und dem äthiopischen Büro Addis Mebratu und S7 Architects zurück. Man muss deshalb jetzt vom alten oder neuen Parlament sprechen, um nichts zu verwechseln. Mal sehen wie sich das utopisch anmutende Projekt in der Zukunft entwickelt.

Old Parliament + Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.350: Auszug Google Map - Links mit dem roten Dach das alte Parlamentsgebäude und in der Mitte die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit - Zur weiteren Erkundung bitte Karte oder Link anklicken.

Aber besuchen wir nun erst einmal die Holy Trinity Cathedral, wegen der wir ja eigentlich hergekommen sind.

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.351 - 1.353: Das Eingangsportal zum Kirchenbezirk der Holy Trinity Cathedral. An den Kunstschmiedegittern die vergoldeten Insignien von Kaiser Haile Selassie, nebst Kaiserkrone mit der Darstellung von St. George.

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.354: Die Holy Trinity Cathedral von Addis Ababa

Zwischen dem Eingangstor und der Kathedrale befindet sich eine parkähnliche Grünanlage, wo man unter anderem die Grabmonumente der letzten Patriarchen der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche (EOTC) sehen kann.

Abune Tekle Haymaniot III - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.355: Abune Tekle Haymanot III (oder Tekilehayimanot oder auch Abuna Takla Haymanot) war von 1975 - 1988 Patriarch der EOTC

Abune Tekle Haymanot III - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.356: Die Tafel aus der Nähe mit der Widmung des derzeit aktuellen Abune Mathias, der seit 2013 im Amt ist.

Abune Paulos - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.357: Abune Paulos war von 1992 bis 2012 Patriarch der EOTC

Zwischen den beiden vorgestellten Patriarchen stand ab 1988 noch Abune Merkorios für drei Jahre bis 1991 an der Spitze der EOTC. Nach dem Sturz des kommunistischen Derg-Regimes und Machtübernahme durch die Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF), wurde er jedoch abgesetzt und ging ins Exil, da ihm Regimenähe zum Derg vorgeworfen wurde. So kam es zur Neuwahl von Abune Paulos und danach von Abune Mathias. Innerkirchliche Spannungen waren die Folge. Erst am 1. August 2018 kehrte Abune Merkorios wieder nach Äthiopien zurück und seit dem gibt es tatsächlich zwei offizielle Patriarchen in der EOTC. Wie die Aufgabenteilung nun an der Doppelspitze funktioniert, wäre interessant zu wissen. Eigentlich kann es doch nur Einen geben. ;-)
Aber gehen wir nun in die Kathedrale hinein. Dazu müssen wir uns zum Nebeneingang auf der Südseite, also auf die rechte Seite des Bauwerks begeben.

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.358: Wandtafel mit dem Wappen der salomonischen Dynastie und dem dreistrahligen Stern als Zeichen der Heiligen Dreifaltigkeit
Bild 1.359: Flaggen aus der Kaiserzeit

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.360: Mittelschiff der Kathedrale mit Blick nach Osten zum Allerheiligsten
Bild 1.361: Linkes oder nördliches Nebenschiff der Kathedrale mit Trommel - Am Ende befindet sich das Abteil mit den Sarkophagen von Empress Menen und Emperor Haile Selassie I.

Camp Wuseta - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.362: Darstellung im Wandbereich links unter der Hauptkuppel mit Haile Selassie beim hissen der äthiopischen Flagge am 11. Mai 1959, während seiner Tour in der Gojjam Provinz, beim zweiten Bataillon im Camp von Wuseta. Seine Rede dazu findet man hier. Weitere historische Szenen findet man an den anderen Kuppelseiten.

Der Vorgängerbau der Kathedrale geht auf das Jahr 1928 zurück, den Kaiserin Zauditu errichten ließ. Der heutige Bau erinnert an die Befreiung von den Italienern, die in den Jahren 1936-1941 das Land widerrechtlich besetzt hatten. Im Jahr 1943 wurde das Bauwerk in seiner jetzigen Form vollendet und war bis zur Fertigstellung der Bole Medhane Alem Cathedral von Addis Ababa, die größte Kirche Äthiopiens. Die Kathedrale ist offizieller Sitz der Patriarchen der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche (EOTC). Zum Kirchenbezirk gehört auch das Kloster Bale Wold mit der gleichnamigen Rundkirche südöstlich der Kathedrale (siehe Bild 1.350), bzw. wurde die Kathedrale auf dem Klostergelände errichtet.

Bild 1.363: Kirchenfenster mit Tekle Haymanot und darunter St. George
Holy Trinity Cathedral

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.364 - 1.367: Glasfenster mit religiösen Motiven

Ein Highlight der Kirche sind die kunstvollen bunten Glasfenster, die verschiedene Szenen der heiligen Schrift wiedergeben. Darüber hinaus sehenswert sind die zahlreiche Malereien zu historisch bedeutsamen Momenten aus der äthiopischen Geschichte. Besonders bedeutsam sind natürlich die beiden Throne von Empress Menen und Emperor Haile Selassie I mit kunstvollen Schnitzereien, sowie die großen roten Granitsarkophage des Kaiserpaares im axumitischen Stil, links neben dem Altarbereich. Dazu muss man wissen, dass Haile Selassie erst am 5. November des Jahres 2000 in einer feierlichen Zeremonie, hier neben seiner Gattin beigesetzt wurde. Dem vorausgegangen war seine Ermordung am 27. August 1975 mit anschließender jahrzehntelanger Verbergung seines Leichnams durch den Derg. Erst 1992 wurden seine Überreste unter der Dielung einer Palasttoilette wiederentdeckt. Mehr zur nachträglichen und ehrenvollen Beisetzungszeremonie vom 05.11.2000, gibt es hier zu lesen und zu schauen.

Thron Haile Selassie - Holy Trinity Cathedral Thron Haile Selassie - Holy Trinity Cathedral

Bild 1.368 + 1.369: Thron von Emperor Haile Selassie I.

Thron Empress Menen - Holy Trinity Cathedral Thron Empress Menen - Holy Trinity Cathedral

Bild 1.370 + 1.371: Thron von Empress Menen Asfaw

Die Throne des Kaiserpaares befinden sich im Mittelschiff der Kathedrale, unmittelbar gegenüber des Altarbereichs und des Allerheiligsten. Diese beiden Meisterwerke der Schnitzkunst scheinen oberflächlich betrachtet gleich zu sein, aber wer sich ein wenig in der äthiopischen Geschichte auskennt, wird schnell die Unterschiede entdecken und die Throne zuordnen können. Besonders deutlich erkennt man das an den Kronen und Monogrammen des Baldachins, sowie an der Wiederholung der Krone im Mittelteil des Schnitzwerks oberhalb der Rückenlehne.
Wenden wir uns nun nach links, wo sich in einem extra abgetrennten Bereich die Sarkophage von Empress Menen Asfaw und Emperor Haile Selassie befinden. Die Abtrennung besteht aus edlem Holz mit zahlreichen Schnitzereien, geschmückt von Heiligenbildern und den Monogrammen des Kaiserpaares.

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Menen Asfaw & Haile Selassie - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Menen Asfaw & Haile Selassie - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Menen Asfaw & Haile Selassie - Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.372 - 1.375: Die Sarkophage des Kaiserpaares in ihrem extra abgetrennten Kirchenraum, mit den jeweiligen Kennzeichnungen an der Stirnseite

Dann gibt uns noch ein Priester die Gelegenheit einen Blick hinter den Vorhang des Altarbereiches zu werfen. Dort beginnt das Allerheiligste der Kathedrale. Wie in jeder äthiopischen Kirche der EOTC, wird dort unter anderem jeweils eine Replik der Bundeslade aufbewahrt. Dieser Raum ist nur den Priestern und den Kirchendienern vorbehalten. Haben wir jetzt tatsächlich einen Blick auf die Replik der Bundeslade der Holy Trinity Cathedral? Wenn das keine Konsequenzen von oben haben wird, sind wir vermutlich Auserwählte. Zumindest von dem Priester. ;-)

Bild 1.376: Ein Priester der Holy Trinity Cathedral gewährt uns einen Blick in den Bereich des Allerheiligsten mit einer Replik der Bundeslade und einer Ikone mit der Darstellung der Gottesmutter Maria und dem Jesuskind
Holy Trinity Cathedral - Das Allerheiligste

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Ark of Covenant - Holy Trinity Cathedra - Addis Ababa Ark of Covenant - Holy Trinity Cathedra - Addis Ababa

Bild 1.377 - 1.379: Ein Blick in den allerheilgsten Bereich der Holy Trinity Cathedral

Damit beenden wir unseren heutigen Besuch der Holy Trinity Cathedral. Mastu drängt zur Weiterfahrt und hat Alex mit dem Minibus schon bis hinter das Eingangstor des Kirchengrundstücks gerufen. Es bleiben uns gerade noch ein paar Minuten für eine kurze Außenbesichtigung. Wir müssen also noch einmal wiederkommen, denn auf dem Gelände gibt es noch viel zu sehen. Neben der schönen traditionellen Rundkirche Bale Wold (auch Be-ale Wold Church) sind das noch ein Kirchenmuseum und zahlreiche prominente Gräber. Darunter auch die Opfer des Massakers von 1974, als zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Regierung und Familie vom Militär hingerichtet worden sind. Bisher durften dort keine Fotos gemacht werden. Ob es jetzt zu Zeiten von Ministerpräsident Abiye Ahmed anders ist, können wir heute leider nicht mehr herausfinden.

Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Bild 1.380: Die Holy Trinity Cathedral von Südosten gesehen



Video: Holy Trinity Cathedral - Addis Ababa

Weitere Bilder und Videoeindrücke eines früheren Besuchs aus dem Jahr 2013, findet ihr hier.
Mastu möchte uns noch zum Abschluss der Reise die Möglichkeit geben, ausreichend äthiopischen Kaffee einzukaufen und alle Souvenirs des Landes zeigen, die wir entweder vergessen, übersehen oder noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben.

Tomoca Caffe Tomoca Caffe

Bild 1.381 + 1.382: Tomoca Caffe - Ein Beispiel aus dem Angebot

Also wird zunächst im Coffee Shop To.Mo.Ca. oder Tomoca der Kaffeebedarf der nächsten Wochen eingekauft und im Anschluss ein Altwaren- oder Antiquitätenladen mit dem Namen Shumeta Art Gallery besucht, der es wirklich in sich hat.

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Souvenirs - Addis Ababa

Bild 1.383 - 1.390: Fundgrube für Souvenirjäger, Ethnologen und Historiker

Wer hier nichts findet ist selber schuld, oder besser gesagt der Ladenbesitzer. Mit den schwachen Funzeln an der Decke und einer mehr als ungeeigneten Taschenlampe des Verkäufers, macht das Stöbern leider keinen Spaß. Erst das Blitzlicht unserer Kamera, schafft einen ordentlichen Überblick. Nur leider ist das nicht von Dauer. :-(
Also Leute nehmt eine ordentliche Lampe mit, wenn ihr vorhabt einen solchen Laden zu besuchen!
So langsam müssen wir uns nun in unser Hotel zurückziehen, denn wir haben noch einen Programmpunkt vor uns, zu dem wir uns noch etwas regenerieren wollen. Zum offiziellen Abschluss der Rundreise sind wir von Muluye, dem Inhaber von Zagol Ethiopia Tours, in das 2000 Habesha Cultural Restaurant eingeladen. Dort gibt es nahezu alle traditionellen Speisen des Landes an einem riesigen Buffett zur Auswahl. Während man sich dort durchessen kann, wird auf der Bühne des Hauses ein Kulturprogramm mit Musik und Tanz der verschiedenen Ethnien des Landes geboten.
Nachdem wir uns im Monarch Hotel runderneuert haben, werden wir gegen19:30 Uhr abgeholt, können Muluye begrüßen, den wir seit Tag 2 nicht mehr gesehen haben und fahren in das Habesha.
Nach einigem Hin und Her und Diskussionen zwischen Muluye und dem Restaurantpersonal, hat sich Muluye schließlich durchgesetzt und den Tisch bekommen, der für uns der beste ist.

2000 Habesha Cultural Restaurant - Addis Ababa

2000 Habesha Cultural Restaurant - Addis Ababa

Bild 1.391 + 1.392: Die 2000 Habesha Music Band spielt durch den Abend



Live Video: 2000 Habesha Music Band feat. ... - 1/5



Live Video: 2000 Habesha Music Band feat. ... - 2/5

Heute gibt es im Restaurant auch noch eine äthiopische Hochzeit zu erleben. Das Paar wird auf die Bühne geholt und darf dort Platz nehmen. Dabei bleibt es natürlich nicht. Wer im Habesha zu Gast ist, muss damit rechnen, dass er zum Mitmachen aufgefordert wird. Am besten ans Buffet flüchten oder hinter der Kamera verstecken, wenn die Tänzer und Tänzerrinnen ausschwärmen um ihre Opfer zu suchen. Die können ganz schon hartnäckig sein. ;-) Wer's kann ist ja toll, aber ich für meinen Teil bin da leider etwas verklemmt.



Live Video: 2000 Habesha Music Band feat. ... - 3/5



Live Video: 2000 Habesha Music Band feat. ... - 4/5

Am Buffet ist etwas Vorsicht geboten. Am besten man nimmt sich einen Berater mit, der sich bei den äthiopischen Spezialitäten auskennt. Wer gerne scharf isst, dem kann es egal sein. Aber auch jene werden bald merken, dass äthiopische Schärfe eine andere Qualität haben kann. Lecker ist jedenfalls alles, wenn man sich die Schärfe etwas wegdenkt.



Live Video: 2000 Habesha Music Band feat. ... - 5/5

Neben dem Habesha gibt es auch noch das Yod Abyssinia Cultural Restaurant mit ähnlichem Programm und Flair. Welches der beiden Restaurants das bessere sein könnte, ist unsererseits schwer zu entscheiden. Hier im Habesha waren wir zumindest schon zahlreiche Male und es hat uns immer gefallen. Auch an das Yod Abyssinia haben wir keine schlechten Erinnerungen.
Nachdem wir alle Volkstänze optisch aufgefrischt haben, geht es gegen 22:00 Uhr wieder zurück ins Hotel.

Abschied im Monarch Hotel

Bild 1.393: Abschied im Monarch Hotel

Der Abschied von Muluye, Mastu und Alex ist natürlich noch nicht unser Abschied von Äthiopien. Einen Tag haben wir noch, und Mastu wird uns morgen noch einmal ein Stück begleiten.
Wo sind denn eigentlich Rainers "Sonntags-Gehweg-Vor-Der-Tür-Steh-Schuhe" auf einmal hin? Alex winkt beim gehen an der Tür damit. Na das ist doch mal eine gute Tat! Dann vergisst Rainer vielleicht beim nächsten Mal seine Wanderschuhe nicht. ;-)

Morgen werden wir das Mausoleum von Menelik II. besuchen und unsere langjährigen Freunde von Addis Ababa überraschen, bevor wir am Abend das Land verlassen. Bis bald!

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text und Videos: Peter Joachim

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