ETHIOPIA - THE SOUTH
Ein Reisebericht - Teil 14 13.06.2019 – Lake Langano - Addis Ababa - Holy
Trinity Cathedral (06.10.2011 nach dem äthiopischen Kalender)
Heute
werden wir wieder nach Addis Ababa, dem Ausgangspunkt unserer
Rundreise, zurückkehren. Bis dahin müssen wir nur
zirka 190 Kilometer zurücklegen. Dementsprechend früh
werden wir dort sein und können in der Hauptstadt noch etwas
unternehmen. Ein Schwerpunkt wird dabei die Holy Trinity Cathedral sein.
Da wir erst gegen 9:00 Uhr
abgeholt werden, stehen uns noch ein paar Stündchen
für ein entspanntes Frühstück und ein paar
Wege in den Resortanlagen zur Verfügung. Das Wetter meint es
heute gut mit uns. Da fällt es einem jetzt schon schwer, die
Natur in Kürze verlassen zu müssen und an die
Großstadt zu denken.
Bild 1.313 - 1.316: Bungalows im Sabana Beach
Resort am Lake Langano
Auch wenn heute das schönste Wetter herrscht, ziehen wir
natürlich kein Morgenschwimmen in den rosa Fluten in
Erwägung. Wir genießen lieber die
Aussicht auf den See von oben und die angenehme Morgensonne.
Morgen ist es damit leider vorbei und ein etwas anderes Klima angesagt.
Bild 1.317 + 1.318: Mit der Morgensonne sieht doch
alles viel gemütlicher aus!
Bild 1.319 - 1.322: Sabana Beach Resort Bild 1.321: Wie die Pflanze
heißt, wissen wir leider nicht. Um diese Zeit sind hin und
wieder die Straßenränder mit diesen weißen
Blüten übersät.
Während wir bis zur letzten Minute die Umgebung
genießen, hält das Resortpersonal schon Ausschau
nach unserem Gepäck. Dann werden wir mal nicht so sein, ...
wenn sie schon darauf warten. Auch wenn wir das ganz gut selber
bewerkstelligen könnten. Bald darauf treffen auch Mastu und
Alex
ein, und die letzte Fahretappe kann eingeläutet werden.
Zunächst fahren wir noch ein paar Kilometer die
Hauptstraße zurück, um eine Ansammlung von Arsi
Oromo Gräber anzusehen, die uns gestern besonders
auffällig
erschienen. Zu dem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass im
näheren Umfeld noch unzählige weitere Monumente die
Straße in Richtung Addis säumen.
Bild 1.322 - 1.327: Grabmale der Arsi-Oromo
Hier muss man sich etwas vorsichtig herantasten. Die ersten Fotos immer
aus der Ferne schießen. Man weiß nie, ob es aus der
Nähe noch zugelassen wird. Es gibt immer wieder Arsi-Oromo,
die nicht unbedingt davon begeistert sind, wenn man sich die
Grabstätten aus der Nähe ansieht. Es bleibt aber
alles ruhig und wir können die unterschiedlichsten
Gestaltungen der Grabmale in Augenschein nehmen. Der Phantasie sind da
keine Grenzen gesetzt. Alles keine besonderen Kunstwerke, teilweise
noch naiver als die sogenannte "Naive
Malerei", aber dennoch interessant.
Bild 1.328 - 1.331: Weitere Grabmale an anderer
Stelle
Zirka 10 Minuten später in Richtung Addis, halten wir noch
einmal und schauen uns weitere Grabanlagen an. Die Bilder sollen ja
immer in Verbindung zu dem Leben des Verstorbenen stehen und darstellen
was er einmal war oder was ihn besonders gekennzeichnet hat. So recht
kann man das aber nicht immer ergründen, besonders wenn man
die Schriften auch nicht entziffern kann. Die Oromo haben wieder ihre
eigene Schrift und Sprache. Die Mehrheit der Darstellungen lassen aber
auf Viehzüchter und Krieger deuten. Pferde und Bewaffnung
stehen bei den Arsi sowieso hoch im Kurs. Wobei Waffen bei nahezu allen
äthiopischen Bevölkerungsgruppen ein Statussymbol ist.
Bild 1.332: Verteilung der letzten
Geschenke
Unsere bevorzugte "Bewaffnung" sind allerdings Geschenke. Damit fahren
wir stets am besten und sind fast überall willkommen. Auch an
schwierigen Stellen. :-) Jetzt ist bestimmt die letzte Gelegenheit
unser Textillager und andere restlos auszuräumen. Aus der
Ferne hört man zwar dennoch vereinzelte männliche
Proteste, aber Frauen und Kinder lassen sich natürlich
trotzdem nicht unsere Geschenke entgehen.
Und weiter geht es in Richtung Addis. Unser nächster Halt ist
erst anderthalb Stunden später, in der Nähe des Lake
Koka. Den Platz kennen wir schon vom Tag 2 unserer Reise, als
wir der Fischverarbeitung zugesehen haben.
Bild 1.333 - 1.336: Marabus am Lake Koka
Heute läuft da gerade nichts, aber zahlreiche Marabus, die
nicht gerade jedermanns Sympathieträger sind, warten dennoch
geduldig auf die nächste Gelegenheit aufräumen zu
dürfen.
Ein Stück weiter durchfahren wir zahlreiche Erdbeerplantagen.
Überall stehen Werbeschilder an der Straße und
verweisen auf die Möglichkeit die äthiopischen
Erdbeeren auszuprobieren.
Bild 1.337 - 1.341: Erdbeerfelder, Kirche und
Erntehelferrinnen am Hyio
Cafe
Zirka zwanzig Minuten später halten wir am Hyio Cafe
und seinen
angrenzenden Erdbeerfeldern. In der Ferne steht eine kleine Kirche. Dem
Plantagenbesitzer scheint es recht gut zu gehen. Zumindest ist der
luxuriöse Cafe-Pavillon ein untrügerisches Zeichen
dafür. Hier kann man alles bekommen was irgendwie mit
Erdbeeren in
Zusammenhang steht. Von der frischen Erdbeere angefangen, über
Kuchen bis zu verschiedenen Saftkreationen und anderes. Das dazu Kaffee
serviert wird, versteht sich natürlich von selbst. Andere
Speisen
und Getränke gibt es natürlich auch noch.
Für die Mittagspause ist aber erst Addis Ababa vorgesehen.
Davor steht aber noch ein kurzer Stopp in Mojo
City oder Modjo auf dem Programm. Bist dort hin sind es nur noch
maximal 15 km.
In Mojo endet die A7, die uns lange Zeit begleitet hat. An
diesem Punkt muss man sich entscheiden ob man Zeit hat oder nicht, denn
es gibt zwei Möglichkeiten um nach Addis weiter zu fahren. Man
kann den interessanteren und längeren Weg über die A
1 oder den schnelleren über den "Addis - Adama Expy" nehmen.
Da wir in Addis noch etwas
unternehmen wollen, müssen wir wohl oder übel die
langweilige Autobahn nehmen.
Bild 1.343: Hotel in Mojo - Die Pokale
gab's aber bestimmt nicht für den Sicherungskasten! ;-)
Das Ziel unseres letzten Stopps ist das Daema
Hotel, direkt an unserer Route. Das Objekt hat ein
öffentliches Restaurant und einen großen Hof, wo
Alex ganz bequem einparken kann. Es ist
die letzte Möglichkeit vor Addis eine Toilettenpause
einzunehmen, wenn man die Autobahn benutzen will.
Nach zirka anderthalb Stunden langweiliger Schnellstraße
haben
wir schließlich das Zentrum von Addis
erreicht und sind auf der Suche nach einem geeigneten Lokal
für unsere Mittagspause. Inzwischen ist es 14:00 Uhr geworden
und wir kehren in das Maleda
Cafe & Restaurant, nördlich des Arat Kilo,
an der King George VI Street, ein. Hier erleben wir unsere
große Überraschung. Es grenzt doch wirklich an ein
Wunder, dass man in einer 3,5 Millionenstadt in einem zufällig
gewählten Restaurant auf Bekannte
trifft. Am Nebentisch hat sich doch tatsächliche Sandrine mit
ihrem Sohn von der Zion Train Lodge aus Shashemene eingefunden.
Bild 1.344: Sandrine und ihr Sohn im
Maleda Cafe & Restaurant von Addis Ababa
Nach ausgiebigem und für uns viel zu langem
Sättigungsprozedere, welches eine Stunde anhält,
kommen wir endlich zum nächsten Tagesordnungspunkt. Wir wollen
noch zur Holy Trinity Cathedral (Kathedrale der Heiligen
Dreifaltigkeit), in der Empress Menen und Emperor Haile Selassie
beigesetzt sind. Wir waren zwar vor Jahren schon einmal dort, aber
Rainer hat noch etwas Nachholbedarf. Für uns ist das
keineswegs verlorene Zeit, denn bestimmte Dinge kann man bei einem
zweiten Mal deutlich besser oder intensiver aufnehmen.
Wir gehen gleich zu Fuß, denn die Kathedrale und dessen Areal
sind in weniger als 1.000 Meter zu erreichen. Wir gehen nach
Süden die King George VI Street entlang, über den auf
halber Strecke liegenden Arat Kilo Square
(Vier-Straßen-Platz) hinweg, in die
Niger Street hinein und sind dann bald am Ziel.
Bild 1.345: Die Dagmawi
Menelik II School
(Menelik Secondary School) - Karte Die Schule
wurde 1905 als
erste moderne Schule Äthiopiens für Kinder aus
wohlhabenden
Familien gegründet und begann dereinst mit nur 20
Eliteschülern. Heute lernen hier 2.000 Schüler.
Bild 1.346: Schräg
gegenüber ein auffälliges rotes Gebäude mit
dem Cafe D'Ami - Dahinter das Arat Kilo Post Office
Bild 1.347: Der Arat Kilo
Square (Vier-Straßen-Platz) bzw. Miazia oder Meyazia
27 Square (Platz
des
5. Mai > Tag der Befreiung von den Italienern)
In der Mitte des Arat Kilo steht ein großes Monument mit
einem
Obelisken, dessen Spitze mit dem Lion of Judah bekrönt ist.
Das
Denkmal wurde anlässlich der Krönung von Tafari
Makonnen zum
Kaiser Haile Selassie I. im Jahr 1930 errichtet. Die am Fuße
des
Obelisken zu findenden Figuren und Tafeln würdigen den Sieg
Äthiopiens über das faschistische Italien. Am
Monument
spiegeln sich verschiedene Zeiten wieder, da es während der
italienischen Besetzung in 1936 entfernt und nach der Befreiung wieder
aufgebaut wurde. Die Uhr am Obelisken zeigt immer die gleiche
Zeit
an - 1:00 Uhr - Die Stunde der
Befreiung. Nach der Entmachtung des Kaisers im Jahr 1974,
ließ
der Derg das am Monument befindliche Relief von Kaiser Haile Selassie
entfernen. Nach dem Ende des Bürgerkrieges in 1991 und dem
daraus
resultierenden nächsten Machtwechsel, wurde das Denkmal
schließlich in seiner heutigen Form restauriert.
Auf der linken Seite, Ecke Niger Street / Lorenzo Tiezaz, befindet sich
das alte Parlamentsgebäude. Unmittelbar davor biegen wir links
ab und laufen direkt auf die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit zu.
Bild 1.348:
Rückwärtiges Tor am alten Parlamentsgebäude
Auf der Rückseite des alten Parlamentsgebäudes
befindet sich ein ähnliches Tor mit zwei geflügelten
Löwen wie auf der
repräsentativen Vorderseite. Dereinst waren diese vergoldet.
Mastu verliert leider keine Worte
über dieses historisch wertvolle Gebäude. Wir
müssen uns unbedingt noch
die
andere Seite ansehen. Es ist das erste äthiopische
Parlamentsgebäude und wurde tatsächlich schon in den
1930er Jahren erbaut. Das erste Parlament
wurde 1931 von Kaiser Haile Selassie einberufen, um die erste
Verfassung Äthiopiens zu konsolidieren. An der Fassade
befinden
sich große
Mosaike, die mittig den Heiligen Georg mit dem Drachen (St. George =
Schutzheiliger der salomonischen Dynastie), links und
rechts flankiert vom Lion of Judah mit kaiserlicher Standarte. Die
Mosaike hatte man leider vor vielen Jahren übermalt. Ob sie
wieder sichtbar sind, müssen wir beim nächsten Mal
überprüfen. Hier ein Bild aus unbekannter Zeit von
Alan Johnston.
Bild 1.349:
Das Parlamentsgebäude im alten Glanz - Datum
unbekannt - Foto: Alan Johnston - www.nationsonline.org
Schon 2012 wurde bekanntgegeben, dass ein neues Parlament gebaut werden
soll. Die Entwürfe dazu gehen auf ein Konsortium aus den
niederländischen Architekturbüros Treurniet
Architectuur und
Michiel Clercx Architectuur und dem äthiopischen Büro
Addis
Mebratu und S7 Architects zurück. Man muss deshalb jetzt vom
alten oder neuen
Parlament sprechen, um nichts zu verwechseln. Mal sehen wie sich das
utopisch anmutende Projekt in der Zukunft entwickelt.
Bild 1.350: Auszug Google Map
- Links mit dem roten Dach das alte Parlamentsgebäude und in
der Mitte die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit - Zur weiteren
Erkundung bitte Karte oder Link anklicken.
Aber besuchen wir nun erst einmal die Holy Trinity Cathedral, wegen der
wir ja eigentlich hergekommen sind.
Bild 1.351 - 1.353: Das Eingangsportal zum
Kirchenbezirk der Holy Trinity Cathedral. An den Kunstschmiedegittern
die vergoldeten Insignien von Kaiser Haile Selassie, nebst Kaiserkrone
mit der Darstellung von St. George.
Bild 1.354: Die Holy Trinity Cathedral von
Addis Ababa
Zwischen dem Eingangstor und der Kathedrale befindet sich eine
parkähnliche Grünanlage, wo man unter
anderem die Grabmonumente der letzten Patriarchen der
Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche (EOTC) sehen kann.
Bild 1.355: Abune
Tekle Haymanot III (oder Tekilehayimanot oder auch Abuna
Takla
Haymanot) war von 1975 - 1988 Patriarch der EOTC
Bild 1.356: Die Tafel aus der
Nähe mit der Widmung des derzeit aktuellen Abune
Mathias, der
seit 2013 im Amt ist.
Bild 1.357: Abune
Paulos war
von 1992 bis 2012 Patriarch der EOTC
Zwischen den beiden vorgestellten Patriarchen stand ab 1988 noch Abune
Merkorios für drei Jahre bis 1991 an der Spitze der
EOTC. Nach
dem Sturz des kommunistischen Derg-Regimes und Machtübernahme
durch die Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF),
wurde er jedoch abgesetzt und ging ins Exil, da ihm Regimenähe
zum Derg vorgeworfen wurde. So kam es zur Neuwahl von Abune Paulos und
danach von Abune Mathias. Innerkirchliche Spannungen waren die Folge.
Erst am 1. August 2018 kehrte Abune Merkorios wieder nach
Äthiopien zurück und seit dem gibt es
tatsächlich zwei offizielle Patriarchen in der EOTC. Wie die
Aufgabenteilung nun an der Doppelspitze funktioniert, wäre
interessant zu wissen. Eigentlich kann es doch nur Einen geben. ;-)
Aber gehen wir nun in die Kathedrale hinein. Dazu müssen wir
uns zum Nebeneingang auf der Südseite, also auf die rechte
Seite des Bauwerks begeben.
Bild 1.358: Wandtafel mit dem Wappen der
salomonischen Dynastie und dem dreistrahligen Stern als Zeichen der
Heiligen Dreifaltigkeit Bild 1.359: Flaggen aus der Kaiserzeit
Bild 1.360: Mittelschiff der Kathedrale
mit Blick nach Osten zum Allerheiligsten Bild 1.361: Linkes oder
nördliches Nebenschiff der Kathedrale mit Trommel - Am Ende
befindet sich das Abteil mit den Sarkophagen von Empress Menen und
Emperor Haile Selassie I.
Bild 1.362:
Darstellung im Wandbereich links unter der Hauptkuppel mit Haile
Selassie
beim hissen der äthiopischen Flagge am 11. Mai 1959,
während seiner Tour in der Gojjam Provinz, beim zweiten
Bataillon im Camp von Wuseta. Seine Rede dazu findet man hier.
Weitere historische Szenen findet man an den anderen Kuppelseiten.
Der
Vorgängerbau der Kathedrale geht auf das Jahr 1928
zurück,
den Kaiserin Zauditu errichten ließ. Der heutige Bau erinnert
an
die Befreiung von den Italienern, die in den Jahren 1936-1941 das Land
widerrechtlich besetzt hatten. Im Jahr 1943 wurde das Bauwerk in seiner
jetzigen Form vollendet
und war bis zur Fertigstellung der Bole Medhane Alem Cathedral von
Addis Ababa, die größte Kirche Äthiopiens.
Die
Kathedrale ist offizieller Sitz der Patriarchen der
Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche (EOTC). Zum
Kirchenbezirk
gehört auch das Kloster Bale Wold mit der gleichnamigen
Rundkirche
südöstlich der Kathedrale (siehe Bild 1.350), bzw.
wurde die
Kathedrale auf dem Klostergelände errichtet.
Bild 1.363: Kirchenfenster
mit Tekle Haymanot und darunter St. George
Bild 1.364 - 1.367: Glasfenster mit
religiösen Motiven
Ein Highlight der Kirche sind die kunstvollen bunten Glasfenster, die
verschiedene Szenen der heiligen Schrift wiedergeben. Darüber
hinaus sehenswert sind die zahlreiche Malereien zu historisch
bedeutsamen Momenten aus der äthiopischen Geschichte.
Besonders bedeutsam sind natürlich die beiden Throne
von Empress Menen und Emperor Haile Selassie I mit kunstvollen
Schnitzereien, sowie die großen roten Granitsarkophage des
Kaiserpaares im axumitischen Stil, links neben dem Altarbereich. Dazu
muss man wissen, dass
Haile Selassie erst am 5. November des Jahres 2000 in einer
feierlichen Zeremonie, hier neben seiner Gattin beigesetzt wurde. Dem
vorausgegangen war seine Ermordung am 27. August 1975 mit
anschließender jahrzehntelanger Verbergung seines Leichnams
durch den Derg. Erst 1992 wurden seine Überreste unter der
Dielung einer Palasttoilette wiederentdeckt. Mehr zur
nachträglichen und ehrenvollen Beisetzungszeremonie vom
05.11.2000, gibt es hier
zu lesen und zu schauen.
Bild 1.368 + 1.369: Thron von Emperor Haile
Selassie I.
Bild 1.370 + 1.371: Thron von Empress Menen Asfaw
Die Throne des Kaiserpaares befinden sich im Mittelschiff der
Kathedrale, unmittelbar gegenüber des Altarbereichs und des
Allerheiligsten. Diese beiden Meisterwerke der Schnitzkunst
scheinen oberflächlich betrachtet gleich zu sein, aber wer
sich ein wenig in der äthiopischen Geschichte auskennt, wird
schnell die Unterschiede entdecken und die Throne zuordnen
können. Besonders deutlich erkennt man das an den Kronen und
Monogrammen des Baldachins, sowie an der Wiederholung der Krone im
Mittelteil des Schnitzwerks oberhalb der Rückenlehne.
Wenden wir uns nun nach links, wo sich in einem extra abgetrennten
Bereich die Sarkophage von Empress Menen Asfaw und Emperor Haile
Selassie befinden. Die Abtrennung besteht aus edlem Holz mit
zahlreichen Schnitzereien, geschmückt von Heiligenbildern und
den Monogrammen des
Kaiserpaares.
Bild 1.372 - 1.375: Die Sarkophage des
Kaiserpaares in ihrem extra abgetrennten Kirchenraum, mit den
jeweiligen Kennzeichnungen an der Stirnseite
Dann
gibt uns noch ein Priester die Gelegenheit einen
Blick hinter den Vorhang des Altarbereiches zu werfen. Dort beginnt das
Allerheiligste der Kathedrale. Wie in jeder äthiopischen
Kirche der EOTC,
wird dort unter anderem jeweils eine Replik der Bundeslade
aufbewahrt.
Dieser Raum
ist nur den Priestern und den Kirchendienern vorbehalten. Haben wir
jetzt tatsächlich einen Blick auf die Replik der Bundeslade
der Holy Trinity Cathedral? Wenn das keine Konsequenzen von oben haben
wird,
sind wir vermutlich Auserwählte. Zumindest von dem Priester.
;-)
Bild 1.376:
Ein Priester der Holy Trinity
Cathedral gewährt uns einen Blick in den Bereich des
Allerheiligsten mit einer Replik der Bundeslade und
einer Ikone
mit der Darstellung der Gottesmutter Maria und dem Jesuskind
Bild 1.377 - 1.379: Ein Blick in den
allerheilgsten Bereich der Holy Trinity Cathedral
Damit beenden wir unseren heutigen Besuch der Holy Trinity Cathedral.
Mastu drängt zur Weiterfahrt und hat Alex mit dem Minibus
schon bis hinter das Eingangstor des Kirchengrundstücks
gerufen. Es bleiben uns gerade noch ein paar Minuten für eine
kurze
Außenbesichtigung. Wir müssen also noch einmal
wiederkommen, denn auf dem Gelände gibt es noch viel zu sehen.
Neben der schönen traditionellen Rundkirche Bale Wold (auch
Be-ale Wold Church) sind das noch ein Kirchenmuseum und zahlreiche
prominente Gräber. Darunter auch die Opfer des Massakers von
1974, als zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Regierung und Familie
vom Militär hingerichtet worden sind. Bisher durften dort
keine
Fotos gemacht werden. Ob es jetzt zu Zeiten von
Ministerpräsident Abiye Ahmed anders ist, können wir
heute leider nicht mehr herausfinden.
Bild 1.380: Die Holy Trinity Cathedral von
Südosten gesehen
Video: Holy Trinity Cathedral - Addis
Ababa
Weitere Bilder und Videoeindrücke eines früheren
Besuchs aus dem Jahr
2013, findet ihr hier.
Mastu möchte uns noch zum Abschluss der Reise die
Möglichkeit geben, ausreichend äthiopischen Kaffee
einzukaufen und alle Souvenirs des Landes zeigen, die wir entweder
vergessen, übersehen oder noch gar nicht zu Gesicht bekommen
haben.
Bild 1.381 + 1.382: Tomoca Caffe - Ein Beispiel
aus dem Angebot
Also wird zunächst im Coffee Shop To.Mo.Ca.
oder Tomoca der Kaffeebedarf der nächsten Wochen eingekauft
und
im Anschluss ein Altwaren- oder Antiquitätenladen mit dem
Namen Shumeta
Art Gallery besucht, der
es wirklich in sich hat.
Bild 1.383 - 1.390: Fundgrube für
Souvenirjäger, Ethnologen und Historiker
Wer hier nichts findet ist selber schuld, oder besser gesagt der
Ladenbesitzer. Mit den schwachen Funzeln an der Decke und einer mehr
als ungeeigneten Taschenlampe des Verkäufers, macht das
Stöbern leider keinen Spaß. Erst das Blitzlicht
unserer
Kamera, schafft einen ordentlichen Überblick. Nur leider ist
das nicht von Dauer. :-(
Also Leute nehmt eine ordentliche Lampe mit, wenn ihr vorhabt einen
solchen Laden zu besuchen!
So langsam müssen wir uns nun in unser Hotel
zurückziehen, denn wir haben noch einen Programmpunkt vor uns,
zu dem wir uns noch etwas regenerieren wollen. Zum offiziellen
Abschluss der Rundreise sind wir von Muluye, dem Inhaber von Zagol
Ethiopia Tours, in das 2000 Habesha Cultural
Restaurant eingeladen. Dort gibt es nahezu alle traditionellen
Speisen des Landes
an einem riesigen Buffett zur Auswahl. Während man sich dort
durchessen kann, wird auf der Bühne des Hauses ein
Kulturprogramm mit Musik und Tanz der verschiedenen Ethnien des Landes
geboten.
Nachdem wir uns im Monarch Hotel runderneuert haben, werden wir
gegen19:30 Uhr abgeholt, können Muluye
begrüßen, den wir seit Tag 2 nicht mehr gesehen
haben und fahren in das Habesha.
Nach einigem Hin und Her und Diskussionen zwischen Muluye und dem
Restaurantpersonal, hat sich Muluye schließlich durchgesetzt
und
den Tisch bekommen, der für uns der beste ist.
Bild 1.391 + 1.392: Die 2000 Habesha Music Band
spielt durch den Abend
Live
Video: 2000
Habesha Music Band feat. ... - 1/5
Live
Video: 2000
Habesha Music Band feat. ... - 2/5
Heute gibt es im Restaurant auch noch eine äthiopische
Hochzeit zu
erleben. Das Paar wird auf die Bühne geholt und darf dort
Platz
nehmen. Dabei bleibt es natürlich nicht. Wer im Habesha zu
Gast
ist, muss damit rechnen, dass er zum Mitmachen aufgefordert wird. Am
besten ans Buffet flüchten oder hinter der Kamera verstecken,
wenn die Tänzer und Tänzerrinnen
ausschwärmen
um ihre
Opfer zu suchen. Die können ganz schon hartnäckig
sein. ;-)
Wer's kann ist ja toll, aber ich für meinen Teil bin da leider
etwas verklemmt.
Live Video: 2000
Habesha Music Band feat. ... - 3/5
Live
Video: 2000
Habesha Music Band feat. ... - 4/5
Am Buffet ist etwas Vorsicht geboten. Am besten man nimmt sich einen
Berater mit, der sich bei den äthiopischen
Spezialitäten
auskennt. Wer gerne scharf isst, dem kann es egal sein. Aber auch jene
werden bald merken, dass äthiopische Schärfe eine
andere
Qualität haben kann. Lecker ist jedenfalls alles, wenn man
sich
die Schärfe etwas wegdenkt.
Live
Video: 2000
Habesha Music Band feat. ... - 5/5
Neben dem Habesha gibt es auch noch das Yod Abyssinia Cultural
Restaurant mit ähnlichem Programm und Flair. Welches der
beiden
Restaurants das bessere sein könnte, ist unsererseits schwer
zu
entscheiden. Hier im Habesha waren wir zumindest schon zahlreiche Male
und es hat uns immer gefallen. Auch an das Yod Abyssinia haben wir
keine schlechten Erinnerungen.
Nachdem wir alle Volkstänze optisch aufgefrischt haben, geht
es gegen 22:00 Uhr wieder zurück ins Hotel.
Bild 1.393: Abschied im Monarch Hotel
Der Abschied von Muluye, Mastu und Alex ist natürlich noch
nicht
unser Abschied von Äthiopien. Einen Tag haben wir noch, und
Mastu
wird uns morgen noch einmal ein Stück begleiten.
Wo sind denn eigentlich Rainers
"Sonntags-Gehweg-Vor-Der-Tür-Steh-Schuhe" auf einmal hin? Alex
winkt beim gehen an der Tür damit. Na das ist doch mal eine
gute
Tat! Dann vergisst Rainer vielleicht beim nächsten
Mal seine
Wanderschuhe nicht. ;-)
Morgen werden wir das Mausoleum von Menelik II. besuchen und unsere
langjährigen Freunde von Addis Ababa überraschen,
bevor wir
am Abend das Land verlassen. Bis bald!
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text und Videos: Peter Joachim