Ein Reisebericht - Teil 8
22.09.2015 – Goba - Gaysay Grassland - Assela - Adama - Awash (11.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)
Unsere
heutige
Wegstrecke ist 447 km lang und wird uns in drei verschiedene
Verwaltungsregionen Äthiopiens bringen. Die längste
Route
liegt dabei in Oromia. Amhara werden wir am späten Nachmittag
nur
kurz anschneiden und letztendlich in Afar ankommen. Besondere
Tagesordnungspunkte gibt es dabei nicht, der Weg ist das Ziel bzw. bis
zum Abend den Awash Nationalpark und unser Hotel in Awash zu erreichen.
Doch zuerst heißt es
in aller Ruhe frühstücken, auschecken und am bunt
beklebten Rezeptionstresen einen Reggaestory-Aufkleber hinterlassen.
Viel Platz ist nicht mehr. ;-)
Bild
875 - 879:
Rezeptions- und Gastronomiebereich im Goba Wabe Shebelle Hotel
Im Vergleich zur Hochzeit von vorgestern Abend, ist es nun recht einsam
und wir haben freie Platzwahl. Dazu zählt auch der
gemütliche Barbereich, den wir natürlich gern in
Anspruch nehmen. Auch hier beschallt wieder ein Fernseher den Raum, wie
das in vielen äthiopischen Hotels und Restaurants so
üblich ist.
Gegen 7:30 Uhr ist schließlich unsere Abfahrt angesagt. Zirka
7 Stunden reine Fahrzeit stehen uns bevor, die es mit ein paar
interessanten Stopps aufzulockern gilt.
Es sollte uns natürlich wundern, wenn es auf einer solch langen
Strecke nichts zu sehen geben sollte. Ein Teil des Weges
kennen wir zwar schon, da er sich mit unserer Herfahrt von vorgestern
deckt, aber kurz hinter Dodola werden wir die Richtung Shashemene
verlassen und nach Norden in Richtung Adama abbiegen.
Unsere erste Pause legen wir im Gaysay Grassland ein und unternehmen
einen kurzen Morgenspaziergang. Im Teil
6 unserer Reise gibt es zwischen Bild 683 und 710 noch
weitere Eindrücke.
Bild
880 - 883:
Gaysay Grassland
Es ist recht schwierig ein Durchkommen zu
finden, wenn man sich abseits ausgetretener Pfade oder Wege
durchschlagen möchte. Darüber hinaus gibt es auch
versteckte Sumpflöcher, kleine Bäche oder ein paar
Flussläufe. Also schön auf den Wegen bleiben
oder eine Pferdetour machen, sonst bekommt man ganz schnell die Grenzen
aufgezeigt.
Bild
884: Wen
haben wir denn da?
Auf einer kleinen Anhöhe steht im Gegenlicht reglos wie ein
Denkmal eine
Antilope und bevor wir uns richtig versehen, überraschen wir
noch eine Anzahl von Mountain
Nyalas.
Bild
885 - 889:
Mountain Nyalas im Gaysay Grassland
Auch davon gibt es im Teil 6 noch mehr, ... aber wenn sie uns schon
einmal so günstig über den Weg laufen,
müssen die natürlich wieder auf´s Bild.
Bild
890 + 891:
Interessante Pflanzen im Gaysay Grassland
Aber
beenden wir unseren kurzen Morgenspaziergang im Gaysay Grassland, denn
unser Weg endet sowieso gerade an einem schmalen Fluss den
wir trockenen Fußes leider nicht überwinden
können.
Fahrern wir weiter nach Westen aus dem Gaysay Grassland hinaus und
folgen unser alt bekannten Strecke in Richtung Shashemene. Trotzdem
sieht vieles wieder ganz anders als auf der Herfahrt aus. Anderes
Wetter, andere Tageszeit und eine veränderte Perspektive
sorgen
dafür, dass man wieder viele neue Eindrücke gewinnt.
Uns wird
es jedenfalls keine Minute langweilig, was bei dieser schönen
Landschaft auch kaum möglich sein dürfte, selbst wenn
man
mehr als zweimal hier lang fahren sollte.
Bild 892: Graureiher (Grey heron)
Bild
893 - 902:
Zwischen Gaysay Grassland und Dodola
Und weiter geht es nach Westen in Richtung Dodola mit immer wechselnden
Landschaften.
Bild
903: Zirka
15 Minuten später
Bild
904:
Weitere 40 Minuten später
Wenige Minuten später sind wir kurz vor Dodola und
staunen nicht schlecht, dass die große
Wäsche an dem kleinen Flüsschen schon wieder oder
immer noch im Gange ist. Da war wohl unsere Annahme den Sonntag als
Waschtag zu deklarieren nicht ganz korrekt. Wie es nun aussieht, ist
hier wohl öfter Waschtag.
Zirka zwei Kilometer hinter Dodola biegen wir schließlich mit
der Straßennummer 90 nach Norden ab und verlassen die Route
nach Shashemene, die als Straße mit der Nummer 81 nach Westen
weiter geht. Für den weiteren Tagesverlauf haben wir ab jetzt
sozusagen "Neuland" vor uns.
Bild
906 - 908:
Landwirtschaft und Viehzucht zwischen Dodola und Asasa
Vom "Waschplatz" Dodola bis nach Asasa
fährt man nur zirka 20 Minuten. Hier wird gerade eine neue
Kirche errichtet. Das müssen wir uns einmal aus der
Nähe ansehen. Baustellen in Äthiopien sind immer
recht spannend und besonders für Baufachleute und
Gerüstbauer sicher ganz interessante Besichtigungsobjekte.
Bild
909 - 919:Kirchenbaustelle in Asasa - Kidane Mehret Church
(The Covenant of Mercy)
Also vergesst alle Gerüstbau- und Arbeitsschutzvorschriften
wie wir sie heute in Deutschland kennen ;-). Das war ein kleiner
Rückblick in die Vergangenheit der Baukunst, die aber in
Äthiopien noch heute praktiziert wird. Da kann man echt vor
Ehrfurcht den Hut ziehen, wenn man sieht wie die Bauleute ganz ohne
Technik derartige Gebäude errichten.
Fahren wir weiter nach Norden in Richtung Bekoji.
Bild
920 + 921:
Landschaften zwischen Asasa und Bekoji
Eine knappe Stunde nach Besichtigung der Kirchenbaustelle von Asasa,
durchfahren wir Bekoji.
Der Ort liegt auf 2.810 m Höhe und hat über 17.700
Einwohner. Dort fällt uns eine riesige Menschenansammlung auf.
Das müssen wir uns natürlich genauer ansehen.
Zur Google
Map >> Bild anklicken.
Bild
922 - 926:
Markttag in Bekoji
Bald darauf sind wir mittendrin im Gewimmel und garantiert die
einzigen "Außerirdischen" hier. Das ist genau nach unserem
Geschmack. Es ist Markttag, und alles was die Region zu bieten hat,
wurde hier zusammengetragen und wird versucht an den Mann oder die Frau
zu bringen.
Bild
927 - 932:
Markt in Bekoji
Bild
933 + 934:
Markt in Bekoji - Kerosin
Wer schon einmal in Addis Ababa auf dem Mercato war, dem wird es hier
bedeutend besser gefallen. Die Menschen sind völlig anders.
Alle
sind freundlich, lachen sobald sie uns entdecken und machen sogar
Witze, "knipsen" mit den Fingern oder formen ein Fernrohr mit den
Händen, um unsereins ein wenig zu necken. Wir sind den Leuten
völlig egal und können eigentlich tun und lassen was
wir
möchten. In Addis Ababa ist das leider nicht mehr so
schön.
Viele Händler oder Marktbesucher wollen gar nicht aufgenommen
werden oder decken sogar oft ihre Ware zu, wenn man nicht sofort mit
einem Scheinchen winkt. "Money money" ruft uns hier niemand zu. Alles
ist ganz entspannt und man kann sich richtig wohl
fühlen.
Bild
935: Immer
wieder zu Späßen aufgelegt, die Marktfrauen von
Bekoji
Bild
936 + 937:
Der Rauch des Olivenholzes wird zur Geschmacksverbesserung bei der
Herstellung eines lokalen Bieres oder zur Fliegenvertreibung im Haus
verwendet.
Bild
938 - 942:
Markt in Bekoji
Neben den Produkten aus dem Nahrungs- und Genussmittelbereich gibt es
natürlich auch alles andere was für den Haushalt so
nötig ist. Selbst leere Flaschen sind im Angebot oder
Reisigbündel für das bevorstehende Meskelfest.
Neben dem großen Festival in Addis Abeba, über das
wir noch berichten werden, wird es natürlich
unzählige kleinere Feuer vor vielen Häusern
außerhalb der Hauptstadt geben. Vielerorts wird bereits
begonnen die kleinen Holzpyramiden im Hof oder am Straßenrand
aufzustellen.
Wer hat wohl
den besten Schnaps gebraut?
Aber bitte nicht mit dem dunklen Kerosin verwechseln! ;-)
Bild
943 - 952:
Market in Bekoji Bild
952:
Reisigbündel für das Meskelfest
Wir würden ja zu gerne jeden Winkel des Marktes und jedes
angebotene Produkt genauer erkunden, aber wir haben noch eine lange
Fahrstrecke
vor uns, die wir noch vor Sonnenuntergang abschließen
möchten. Also beenden wir langsam unseren Rundgang auf dem
Markt von Bekoji und gehen
zurück zum Auto.
Bild
953 - 958:
Pferde und Wagen bleiben außerhalb - Auf dem Rückweg
zur Hauptstraße Bild
957:
Der Pferde- und Maultierparkplatz ;-)
Wer noch nicht genug vom Markttreiben hat, kann auch gerne noch einmal
in bewegten Bildern einen Teil des Geländes erkunden.
Live
Video:
Market in Bekoji
Wir
verlassen Bekoji und fahren weiter in Richtung Assela. Wir befinden uns
in einer Gegend von Äthiopien die viele
hervorragende äthiopische Läufer hervorgebracht hat.
Besonders Bekoji ist die Heimatstadt bekannter Athleten wie Derartu
Tulu, Fatuma
Roba, Tiki
Gelana, Mestawet
Tufa, die Bekele Brüder Kenenisa
und Tariku
oder die drei Dibaba Schwestern Ejegayehu,
Tirunesh
und Genzebe.
Darüber hinaus sind viele junge Sportler in der 2012er
Dokumentation "Town
Of Runners" zu sehen, die sich mit dieser
außergewöhnlichen Konzentration von bemerkenswerten
Sportlern des Ortes befasst. So verkünden auch die
Ortsschilder: Ana Haadhufu = Willkommen + Boqojjii Dirree Madda
Atleetootaa = Bekoji die Quelle der Athleten.
Bild 959: Ortsschild von Bekoji
Bild
960 - 962:
Weidelandschaften zwischen Bekoji und Assela
Ein knappes Stündchen später treffen wir in Assela
ein. Hier werden wir unser Mittagessen einnehmen. Gut
geeignet dafür ist das
Derartu Hotel, welches über mehrere Gasträume und
ordentliche sanitäre Anlagen verfügt. Wie der Name
des Hotels bereits vermuten lässt, gehört es der in
Bekoji geborenen Langstreckenläuferin Derartu
Tulu Gemechu, der zweimaligen Olympiasiegerin und
Weltmeisterin im 10.000 m Lauf und sechsmaligen Weltmeisterin im
Crosslauf.
Assela befindet sich auf einer Höhe von 2.430 m und hat
über 110.000 Einwohner. Auch von hier kommen zahlreiche
bekannte Sportler, unter anderem Haile
Gebrselassie.
Bild
963+ 964:
Assela - Derartu Hotel - Wir machen Mittagspause
Bild
965 + 966:
Hotelschild und Autokennzeichen einer staatlichen Einrichtung
Während wir auf unser bestelltes Essen warten,
können
wir uns noch einmal kurz mit den äthiopischen Autokennzeichen
beschäftigten, denn auf dem Parkplatz entdecken wir wieder
eine neue Nummer. Mittels der verschiedenen Ziffern im Kreis und der
Schriftfarbe, können die Fahrzeuge verschiedenen
Eigentümerkreisen zugeordnet werden. Hier eine Zusammenfassung: 1
- Taxi - Rote Schrift 2
- Individuelle Privatfahrzeuge - Blaue Schrift 3
- Geschäftliche Privatfahrzeuge - Grüne Schrift 4
- Staatliche Fahrzeuge - Schwarze Schrift 5
- Nicht staatliche Organisationen (NGO´s) - Orange Schrift
Ohne Zahl im Kreis - Gelbes Schild - Polizei
Ohne Zahl im Kreis - Blaues Schild oder blaue Schrift - Vereinte
Nationen (UN)
Ohne Zahl im Kreis - Flagge, Wappen und schwarze Schrift - DF
(Defense Force) - Militär
Bild
967 + 968:
Tagan und Henok bekommen endlich ihre heiß geliebte Injera. ;-)
Ohne diesem, sehr sauer schmeckenden Fladenbrot, geht in
Äthiopien so
gut wie gar nix. Besteck gibt es dafür in der Regel nicht. Die
Injera ist Besteck, Teller und Nationalspeise zugleich. Einfach immer
ein Stück davon abreißen und damit die anderen
Beilagen wie Fleischragout und anderes aufnehmen. Für
Europäer ist die saure Teigmasse
gewöhnungsbedürftig, sollte aber in jedem Fall einmal
probiert werden. Entweder liegen die Fladen gleich ausgebreitet auf dem
Teller oder werden als Stapel in gerollter Form auf einem gesonderten
Teller serviert.
Gut gesättigt treten wir die Weiterfahrt an und halten erst
wieder, als wir eine reichliche Stunde später die
Großstadt Adama
erreichen. Adama, Ädama, Adaamaa,
Hadaamaa, früher Nazret oder Nazreth, ist die Hauptstadt der
Verwaltungsregion Oromia, liegt auf 1.712 m Höhe und hat eine
Bevölkerung von über 324.000 Einwohnern. Die nach der
Kandelaber Euphorbie aus dem Oromischen benannte Stadt, wurde nach dem
zweiten Weltkrieg von Kaiser Haile Selassie in Nazreth (nach dem
biblischen Nazareth) umbenannt. Im Jahr 2000 kehrte die Stadt wieder zu
ihrem alten Namen zurück. Nazreth ist aber nach wie vor
weiterhin in Gebrauch.
Besondere Sehenswürdigkeiten sind uns von Adama nicht bekannt
geworden, außer einem Memorial Monument, welches wir uns
einmal kurz ansehen möchten.
Bild
969: Das
Oromo Memorial Monument in Adama / Nazreth >>>
anklicken
zur Google Map
So einfach ist das aber nicht. Wir müssen uns herantasten. Aus
unerklärlichen Gründen darf das Objekt nicht betreten
und auch nicht so einfach fotografiert werden. Hier sind schon lange
keine Besucher mehr durch das Tor gegangen, vor dem entspannt ein paar
Ziegen liegen. Die Wege werden langsam von
der Vegetation verschluckt. Auch zwischen den Stufen, der auf den
Hügel führenden Treppenanlage, wachsen allerhand
Grasbüschel hervor. Trotzdem scheint die parkähnliche
und mit vielen blühenden Pflanzen bestückte Anlage
nicht ganz ungepflegt zu sein. Die Gedenkstätte wurde
für die im äthiopischen Bürgerkrieg
gefallenen Oromo errichtet. Mehr und genauere Informationen sind
leider nicht zu bekommen. Henok mahnt dringend zum Rückzug.
"Wenn du deine Kamera nicht loswerden möchtest, sollten wir
jetzt gehen." Das wollen wir natürlich um keinen Preis,
tauchen wieder im Stadtgewühl unter und suchen nach der
Straße in Richtung Awash, die dann die Nummer 1 tragen und
nach Osten führen wird.
Eine knappe Stunde später sind wir schon weit nach Osten
vorgedrungen und legen kurz nach Welenchiti
an einer Kirche unsere nächste Pause ein. Inzwischen sind wir
auf 1.436 m über dem Meer nach unten gekommen, und es wird
immer wärmer.
Bild
970 -
973: Die
Erzengel Gabriel Kirche
bei Welenchiti >>> Bild anklicken
zur Google Map
Vor den Mauern des Kirchenbezirkes befindet sich eine
Gräberanlage. Die schauen wir uns einmal etwas näher
an. Die Grabkultur in anderen Ländern anzusehen, kann immer
wieder recht interessant sein. Sofern sich die Gelegenheit bietet,
sollte man schon einmal auch darauf einen Blick werfen.
Bild
974 - 980:
Grabanlagen auf dem Friedhof bei Welenchiti
Das sind natürlich keine Gräber von Kühen.
;-) Die Darstellungen an den Gräbern sind lediglich Hinweise
darauf, was der Verstorbene zu Lebzeiten getan, also offenbar
Rinderzucht betrieben hat. Die meisten Grabstellen sind von einer Art
Käfig umgeben, damit sie von den umherstreifenden
Tieren nicht beschmutzt oder beschädigt werden.
Bild
981 - 985:
Verschiedene Grabstile auf dem Friedhof nach Welenchiti
Zirka 40 Minuten später kreuzt unsere
Straßenführung mehrmalig einen kleinen Zipfel von
Amhara und der Awash Nationalpark rückt immer näher.
Bild
986 + 987:
Kirche zwischen Welenchiti und Matahara / Metehara, auf amharischen
Gebiet - Medhane Alem / Holy Savior
church >>> Lage siehe Google
Map
Neben der Temperatur hat sich inzwischen auch die Landschaft
verändert. Es wird imer trockener und die Vegetation
eintöniger. Immer wieder sieht man auch kleine erloschene
Vulkane, die wegen ihrer geringen Höhe einen recht
unwirklichen Eindruck auf uns machen. An den
Straßenrändern stehen
überall unzählige Säcke mit Holzkohle zum
Verkauf. Eine Arbeit die hier überwiegend von der
Bevölkerungsgruppe der Afar betrieben wird. Man fragt sich,
woher sie so viel Holz in dieser schon recht spärlich
bewachsenen
Gegend holen. Irgendwann wird wohl das letzte
Bäumchen verschwunden sein. Mit Fotos sollte man vorsichtig
sein oder mit viel Geduld und Zeit eines aushandeln. Auf der
"Freundlichkeitsskala" nehmen die Afar leider in der Regel keinen
höheren Rang ein. Heute haben wir dafür keine Zeit
mehr und unsere beiden Begleiter auch nicht viel Lust dazu. Sie haben
da schon ihre unangenehmen Erfahrungen gemacht und
möchten keinen Steinwurf riskieren.
Bild
988 + 989:
Erloschener Vulkan und Kohlehändler kurz vor Matahara oder
Metehara >>>
Lage siehe Google
Map
Langsam versinkt die Sonne am Horizont bzw. hinter unserem
Rücken und wir erreichen ein paar
Minuten später den Lake Basaka.
Der See hat eine Fläche von zirka 42 km². Leider ist
sein Salzgehalt so hoch, dass sein Wasser für die
Bewässerung in der Landwirtschaft überwiegend
ungeeignet ist. Unsere Straße überquert den
nördlichsten Zipfel des bereits an der Grenze zum Awash
Nationlpark liegenden Sees. Ein Stück weiter südlich
der Straße ist noch eine Bahnlinie auf dem See zu erkennen.
Man kann sich sehr gut vorstellen, dass diese sicher öfter
überflutet ist. Der See befindet sich im Wachstum und hat
bisher keinen Abfluss. Man nimmt
an, dass dieser sich irgendwann in den weiter östlich
gelegenen Fluss Awash ergießen und Teile der Stadt Matahara
bedrohen wird.
Bild
990 - 992:
Am Nordzipfel des Lake Basaka bei Matahara / Metehara am Abend
Wenige Minuten später haben wir Matahara
durchquert und machen einen letzten Stopp kurz vor dem Ortstausgang, um
die relativ neue St. Michael Church (Metehara Mikael Bete Kristiyan)
anzusehen. Hier sind wir auch mit 947 m über dem Meeresspiegel
am tiefsten Punkt des Tages angelangt.
Bild
993 - 997:
Auf dem Gelände der Metehara Mikael Bete Kristiyan (St.
Michael Church) >>>
Lage siehe Google
Map
Bis nach Awash haben wir jetzt nur noch zirka 30 km vor uns. Auf halber
Strecke verlassen wir den Verwaltungsbereich Oromia und kommen nach
Afar. In der Ferne zucken immer wieder Blitze am Himmel auf und ein
paar einsame Regentropfen fallen auf unsere eingestaubte Frontscheibe.
Eine halbe Stunde später ist es so gut wie finster, als wir
auf dem Hof des Genet Hotels in Awash eintreffen. Unsere
Tageseinteilung ist somit perfekt aufgegangen.
Hier werden wir nun zwei Nächte bleiben und einen kleinen Teil
des Awash Nationalparks erkunden. Am Vormittag besuchen wir zuerst eine
heiße Quelle, die weit im Busch des Nationalparks
nördlich der Hauptstraße zu finden ist. Die
Fälle des Awash und ein weiter Blick in die Schluchten des
Flusses erwarten uns am Nachmittag. Ja und dazwischen werden wir
hoffentlich die eine oder andere Begegnung mit den tierischen Bewohnern
des Nationalparks haben.
Wir sehen uns morgen früh, ... und bitte die Badesachen nicht
vergessen!
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Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim