Ein Reisebericht - Teil 15
29.09.2015 – Addis Ababa - Africa Hall, Taitu Hotel
und Mercato (18.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)
Nun
sind wir schon am letzten Tag unserer diesjährigen Reise
angelangt
und werden am Ende natürlich immer noch nicht alles gesehen
haben, ... auch nicht von Addis, obwohl wir inzwischen zahlreiche Tage
mit anderen Reisen zusammen, hier verbracht haben. Die Stadt wird uns
also auch noch in den späteren Reisen weiter
beschäftigen. Heute geht es in das Herz von Addis und
gleichzeitig in die wichtigste Zentrale von ganz Afrika.
Gemeint ist die Africa Hall,
die Kaiser Haile Selassie dereinst im Jahr 1961,
hauptsächlich als Konferenzzentrum für die
am 25. Mai 1963 gegründeten OAU (Organisation der
Afrikanischen Einheit) errichten ließ. Die
Gründungsversammlung fand genau in dieser Halle mit 32
Staatsoberhäuptern von Afrika statt. Die OAU war der
Vorgänger der AU (Afrikanische Union), die am 9. Juli 2002 ins
Leben gerufen wurde. Die AU hat inzwischen 55 Mitgliedsstaaten und
umfasst damit fast alle Länder des afrikanischen Kontinents.
Dort kann man natürlich nicht so einfach wie bei unserem
Reichstagsgebäude aufschlagen und sich zu einer Besichtigung
anstellen. Die Africa Hall ist kein Touristenziel. Man kann auch nicht
einfach an der Menelik II Avenue für ein paar Fotos anhalten.
Gleich gegenüber befindet sich der Nationalpalast (Jubilee
Palace) mit Sitz der Regierung und dazwischen der Addis Ababa Park. Wer
dort herumlungert, ist garantiert seine Kamera los und wird unangenehme
Erfahrungen machen. So zumindest noch in 2015.
Bild 1.958:
Auszug Google
Maps - Lage der Africa Hall - Bitte Karte anklicken zur
weiteren Lageerkundung in Addis Ababa
Wir hatten es schon im vorigen
Jahr erfolglos versucht das Objekt zu besichtigen. Dieses Mal
ist alles lange von Henok vorbereitet wurden, und es sollte
nichts mehr dazwischen kommen.
Wir starten gegen 9:00 Uhr mit unserem Tagesprogramm und suchen uns
einen Parkplatz in Nähe der Africa Hall. Das heutige
Gelände umfasst eine Fläche von über 205.000
m², nachdem in den Jahren 1971-75 die ursprüngliche
Africa Hall mit einem von der UN finanzierten Gebäudekomplex
um zirka 130.000 m² erweitert wurde. Hier ist jetzt
auch
noch der Hauptsitz der United Nations Economic Commission for Africa
(UNECA). Alles ist stark abgesichert mit Stahlgitterzäunen und
Videoüberwachung.
Wir werden an einem der Fußgängerdurchgänge
entsprechend unserer Voranmeldung abgeholt und zur "Rezeption"
geführt. Dort müssen wir erst einmal unsere
Pässe abgeben und bekommen dafür einen Hausausweis
der gut sichtbar an der Kleidung zu tragen ist. Jetzt müssen
wir nur noch auf den Houseguide warten, ohne den wir uns
natürlich nicht auf dem Gelände bewegen
dürfen. Für uns ist nur der in 1961 fertig gestellte
erste Teil des riesigen Gebäudekomplexes von Interesse, in dem
die OAU gegründet wurde und Haile Selassie noch aktiv gewirkt
hat. Leider bekommen wir auf dem Weg dorthin kaum
Außenansichten zu Gesicht und bewegen uns zunächst
durch den Parkhausbereich des UNECA-Gebäudes. Zum Schluss
führt uns dann ein überdachter Verbindungsgang in die
alten Gebäudestrukturen in Richtung Menelik II. Avenue. Man
kann sich kaum vorstellen, dass diese modernen Gebäude, wie
auch die schon früher von uns ins Bild gerückte City Hall (Bild
50-52), schon in der Kaiserzeit von Haile Selassie entstanden sind. Sie
verkörpern deutlich die Ziele von Haile Selassie, das Land in
eine moderne Zukunft zu führen.
Haile
Selassie führte dazu aus: "...
that it is possible to construct grand buildings here too, by erecting
a couple of high-profile structures. It is not their complexity or size
that matter, but the maximum possible use of home-produced materials,
in order to shake our wealthy middle class (which keeps its money under
the mattress) from the inactivity that also binds it in the field of
construction, and stimulate it to invest its assets also in building to
make this ‘great village’ a city and a true great
capital." (Quelle: Wikipedia)
In dem Bauwerk hat sich auch Afewerk
Tekle, berühmtester Künstler
Äthiopiens,
mit mehreren Glaskunstwerken verewigt. Dazu gehört
auch ein dreiteiliges Fenster, bestehend aus vielen bunten Glaspuzzeln
von zirka 150
m² Größe, das zu seinen
berühmtesten Arbeiten gehört.
Bild 1.959 - 1.967: Das Hauptkunstwerk von Afewerk
Tekle im Foyer der Africa Hall und Inschriften an den Trennpfeilern in
Amharisch und Englisch.
Das mittlere Bild wird umrahmt von den Flaggen der afrikanischen
Nationen, die die Gründung der OAU unterzeichnet haben.
Darüber hinaus ist auch die Flagge der UN zu finden. Das
dreiteilige Kunstwerk wird "The Struggle and Aspiration of The African
People" genannt. Neben seinen verschiedenen bekannten Glaskunstwerken
(Holy Trinity Cathedral, Debre Libanos) arbeitete er aber auch an
Gemälden (Demera), Skulpturen (Ras Makonnen Reiterstandbild in
Harar), Designs für Briefmarken, Flaggen und vieles mehr.
Afewerk
Tekle wurde am 22.10.1932 geboren und verstarb am 10.04.2012
in
einem Krankenhaus von Addis Ababa. Sein Grab ist auf dem Friedhof der
Holy Trinity Cathedral von Addis Ababa zu finden. Seine hoch
interessante und sehr auffällige Villa Alpha, die gleichzeitig
bis
zuletzt Wohn-, Arbeitsort und Privatmuseum war und im axumitischen
Stil errichtet wurde, ist leider momentan nicht mehr der
Öffentlichkeit zugänglich. Das Objekt wurde nach
seinem Tode
geschlossen und seitdem Renovierungsarbeiten unterzogen. Hoffen wir auf
eine Wiedereröffnung in der Zukunft.
Bild 1.968: Gedenktafel der
OAU vom 23.07.1972 u Ehren von Haile Selassie und seinem 80.
Geburtstag, in vier Sprachen, links neben dem dreiteiligen
Glaskunstwerk
Schauen wir uns weiter im Foyer um und besuchen weiterhin den
Konferenzsaal der OAU.
Bild 1.969 - 1.975: Foyer und Konferenzsaal in der
Africa Hall Bild 1.969 - 1.971: Wandbilder mit afrikanischen
Pflanzen und deren Namen Bild 1.975: Über der Empore des
zentralen Rednerpults befinden sich weitere Glaskunstwerke von Afewerk
Tekle
In diesen Hallen wurde afrikanische Geschichte geschrieben und wir
dürfen tatsächlich alles in Augenschein nehmen. Unser
Housguide gibt dabei genau und freundlich vor, wo und wie wir uns
bewegen dürfen.
Bild 1.976 - 1.979: Im Konferenzsaal der OAU in
der Africa Hall
Bild 1.977:
32 Felder für die Gründungsväter /
Unterzeichner der OAU-Charta, aber nur 31 Bilder, ein Feld ist leer
geblieben. Wer kennt die Geschichte dazu? Das Bild wurde von Assefa
& Sereke Yemane Berhan zur Gründung der OAU in 1963
gemalt.
Bild 1.980: ... so much things to say, ...
und niemand hier. ;-)
Bild 1.981 + 1.982: Bild zum 10. Geburtstag der
OAU von Belay Teklu vom 25.05.1973, mit Würdigung der
führenden Rolle von Haile Selassie I.
Bild 1.983: Das große
Mittelfenster im zweiten Gebäudeteil, von außen und
von Osten gesehen. Vergleiche Bild 1.958. Der gesamte
Gebäudekomplex ähnelt ein wenig einem
äthiopischen Handkreuz und besteht aus vier Gebäuden,
wobei sich der Konferenzsaal der OAU (rund) ganz links
(westlich) im Bild befindet. Das größte und ganz
rechts (östlich) befindliche quadratische Gebäude
ist das Konferenzcenter der UNECA. Bild 1.984: Drittes Teilgebäude
mit langem Verbindungsgang zum noch nicht im Bild sichtbaren UNECA
Konferenzcenter.
Bild 1.985: Blick von Bildposition 1.984
nach Südwesten zu einem Nebengebäude
Bild 1.986: Konferenzcenter der UNECA,
sozusagen mit Blick auf die Spitze des "äthiopischen
Handkreuzes" (vergleiche Bild 1.958)
Nun haben wir auf dem Rückweg doch noch von unserem Houseguide
ein paar wenige Außenaufnahmen genehmigt bekommen, die nicht
für jedermans Orientierung geeignet sein dürften.
Aber besser als gar nichts, und mit den Bildunterschriften und dem
Satellitenbild sollte es ganz gut nachvollziehbar sein.
Unsere persönlichen Tagesausweise dürfen wir leider
nicht als Souvenir behalten. Bevor wir unsere Pässe
zurückbekommen, müssen wir diese wieder abgeben. Auch
eine Kopie bekommen wir nicht. Wir hätten sie fotografieren
sollen. Aber wer denkt schon daran, dass man das "Ticket" vielleicht
wieder abgeben muss. Sicherheit wird in der Africa Hall eben
ganz groß geschrieben.
Unser nächstes Tagesziel führt uns zum Itegue Taitu
Hotel. Taitu Betul (auch Taytu Betul) war die Frau von Kaiser Menelik
II. und von 1889-1913 Kaiserin von Äthiopien. Das Wort Itegue,
Itege oder Ege bedeutet nichts anderes als Kaiserin. Man kommt also
auch mit der Bezeichnung Taitu Hotel gut zum Ziel. Das
Objekt war das erste Hotel in Addis Ababa und von ganz
Äthiopien und ist somit durchaus einen Besuch wert.
Dazu müssen wir von hier ungefähr vier Kilometer
durch die
Stadt in nordwestliche Richtung um den Gibbi herum bzw. daran vorbei
fahren.
Bild 1.987:
Auszug Google
Maps - Lage des Itegue Taitu Hotel - Bitte Karte anklicken
zur
weiteren Lageerkundung in Addis Ababa
Bild 1.988 - 1.992: Das Itegue Taitu Hotel in
Addis Ababa
Das vom äthiopischen Kaiserhaus im September 1898 E.C.
eröffnete Hotel, ist weit über hundert Jahre alt.
Auch wenn "E.C." Äthiopischer Kalender bedeutet, kommt nach
dem
Gregorianischen Kalender immer noch der 9. Mai 1906 heraus, sofern man
sich auf den 1. September bezieht. Die Einrichtung des Hotels soll sich
seit der Kaiserzeit im Wesentlichen nicht verändert haben. Wer
im historischen Ambiente wohnen möchte, ist hier genau
richtig. Neben der traditionellen Küche bemüht man
sich auch internationale Gerichte beizumischen. In der Nähe
des Hotels gibt es zahlreiche Bars und Musikkneipen.
Empress
Taitu und Emperor Menelik II.
Der
Souvenirshop des Hotels
Bild 1.993 - 2.000: Innenansichten im Erdgeschoss
mit verschiedenen Gastronomiebereichen und dem Hotelshop.
Zum Obergeschoss führt eine altehrwürdige Holztreppe
auf dessen Zwischenpodest ein Gemälde von Menelik II. und
einigen der wichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit steht. Es
ist wie das Gemälde im Erdgeschoss in schwarz-weiß
gehalten. Nur die Trinkgläser mit dem äthiopischen
Honigwein Tej, die an kleine Blumenvasen erinnern, sind in gelb
gehalten. Es lohnt sich mit den auf dem Bild dargestellten Personen
näher zu befassen und einen Ausflug in die
äthiopische Geschichte zu unternehmen, aber leider haben wir
noch nicht alle identifizieren können.
Bild 2.001 - 2.004: Itegue Taitu Hotel - Treppe
vom Erdgeschoss ins
Obergeschoss Bild 2.004: Von links: Ras Alula
Engida Qubi
(Alula Abba Nega), Fitawrari Habte
Ghiorgis Dinagde
(auch Giyorgis oder Giorgis), wahrscheinlich Ras
Makonnen,
Emperor Menelik II., ... (die weiteren werden wir
ergänzen, sobald wir es wissen)
Im Obergeschoss reihen sich die Hotelzimmer um den zentralen
Treppenaufgang und zahlreiche Bilder sind an den Wänden zu
bewundern. Darüber hinaus gelangt man von hier auf die in den
Außenaufnahmen sichtbaren Umgänge.
Bild 2.005 - 2.007: Im Obergeschoss des Itegue
Taitu Hotels
Einige der in der Ausstellung gezeigten Bilder möchten wir
hier näher vorstellen. Besonders die des Künstlers
Tewolde Brhan, so zumindest nach der Signierung zu urteilen, haben es
uns angetan. Leider konnten wir nichts weiter dazu herausfinden.
Bild 2.008 - 2.012: Gemälde in der
Ausstellung des Itegue Taitu Hotel - Außer Bild 2.009 alle
von Tewolde Brhan
Gehen wir wieder nach unten und verlassen das Hotel durch den
Hintereingang, wo man noch weitere interessante Gebäude des
Komplexes finden und auch Zimmer mieten kann.
Bild 2.013 - 2.016: Weitere Bilder im Erdgeschoss
und der Hinterausgang Bild 2.013 + 2015: Emperor Menelik II.
Fast wäre das Hotel im wahrsten Sinne des
Wortes heute nur noch Geschichte gewesen, denn erst im Januar tobte
hier ein verheerender Brand. Das Dach über dem Obergeschoss
stand komplett in Flammen
und die zum Hotel gehörende Jazzambo-Jazzlounge wurde auf ein
Häufchen Asche reduziert. Mysteriös an der ganzen
Sache ist, dass die Feuerwehr wohl über eine Stunde gebraucht
haben soll, bis sie am Hotel erschien, obwohl sie nur in 5 Minuten
Entfernung
stationiert ist. Es gibt Augenzeugen die behaupten, dass die Feuerwehr
dann immer noch untätig vor dem Objekt stand und zusah bis es
zu spät war, obwohl die Regierung später eine
schnelle Kontrolle des
Feuers angab. Nach dem Brand sprach man von 75% Schaden, was die zu
findenden Fotos vom Brand durchaus vermuten lassen.
Bild 2.017: Der Brand im Itegue Taitu
Hotel - Foto: Mereja.com - 15.01.2015
Später stellte man fest, dass der Schaden doch nicht so
groß war wie anfangs vermutet. Im Restaurant des
Erdgeschosses waren kaum Schäden zu verzeichnen.
Selbst die repräsentative Holztreppe in das Obergeschoss war
erstaunlicher Weise noch unversehrt. Von den Zimmern im Obergeschoss
blieben wohl auch die meisten Zimmer vom Brand verschont, und die
Gemälde
hingen noch unbeschädigt an der Wand. Man kann es
kaum
glauben. So wurde zum Glück eine kurzfristige Sanierung
möglich, die heute überwiegend abgeschlossen ist. Das
Feuer soll wegen eines Fehlers in der elektrischen Anlage
der Jazzlounge ausgebrochen sein.
Bild 2.018 + 2.019: Anschließende
Gebäude südlich des Itegue Taitu Hotels mit
Reisebüros und Autovermietung
Hier noch ein Rundgang per Video.
Video: Itegue Taitu Hotel
Schließlich rückt die Mittagszeit heran und wir
müssen erst einmal zurück, in unserer Unterkunft
auschecken und das Gepäck in einem Kofferraum zur
Aufbewahrung deponieren. Alles kein Problem und sicher.
Schließlich haben wir noch ein paar Stunden Zeit bis zum
Abflug und können bis dahin nicht unsere Koffer bewachen oder
herumfahren.
Nächster Tagesordnungspunkt ist der Mercato, auf dessen
Gelände sich auch die große Anwar Moschee und die
St. Raguel Kirche befindet.
Bild 2.020: Fahrt zum Mercato im Stadtteil
Addis Ketema. Auf dem Bild ist von rechts die Anwar Mosque und
ein Stück weiter links die St. Raguel Church zu
erkennen.
Bild 2.021:
Auszug Google
Maps - Lage der Anwar Mosque und der St. Raguel Church am
Mercato - Bitte Karte anklicken
zur
weiteren Lageerkundung in Addis Ababa
Es ist schwierig, die Moschee ins rechte Bild zu rücken und
auf das Gelände dürfen wir als Ungläubige
hier sowieso nicht. Das wird eben überall anders gehandhabt.
Also verzichten wir darauf und besuchen die gleich daneben errichtete
St. Raguel Church.
Bild 2.022: Minarett der Anwar Moschee Bild 2.023: Schlafende Hunde und
Elektroschrottschrauber auf dem Fußweg
Bild 2.024 - 2.027: Die St. Raguel Church im
Statdteil Addis Ketema von Addis Ababa
Viel wissen wir noch nicht von dieser Kirche, nur dass sie dem heiligen
Raguel geweiht ist und in den Zeiten von Haile Selassie I, im Jahr 1955
G. C., fertig gestellt worden ist. Dafür haben wir aber noch
eine schöne Gedenktafel in amharischer Schrift über
dem Haupteingang der Kirche fotografiert, die noch ihrer
Übersetzung harrt. ;-)
Bild 2.028 + 2.029: Der heilige Raguel
Über den Nebeneingängen links und rechts des
Haupteinganges befindet sich ein Gemälde des heiligen Raguel
(links) und der Maria mit dem Jesuskind (rechts). Die drei
Eingänge sind nach Osten ausgerichtet, einer für die
Frauen, einer für die Männer und einer für
die Priester und Diakone. Der Erzengel Raguel kommt aus dem
hebräischen Bereich und soll für Gerechtigkeit,
Fairness,
Harmonie, Rache und Erlösung zuständig sein. In
Äthiopien wird er mit drei Vögeln bzw. einem Vogel
mit drei
Köpfen zu Fuße dargestellt.
Bild 2.030: Prunkvolles Eingangstor zum
Grundstück der St. Raguel Kirche, bekrönt mit dem
bekannten Lalibela-Kreuz
Und hier noch der Rundgang in bewegten Bildern.
Video: Kiddus Raguel Church im
Stadtteil Addis
Ketema von Addis Ababa
Bild 2.031: Shop neben dem Eingangstor mit
allem was zur Kirche gehört
Wir versuchen nun einen etwas anderen Weg durch Teile des Mercato zu
nehmen, den wir im vorigen
Jahr schon einmal besucht hatten. Um Zeit zu sparen hat Henok
einen zweiten Fahrer mitgebracht, der irgendwo am Ende unserer Strecke
warten soll, damit wir nicht wieder den ganzen Weg
zurücklaufen müssen.
Bild 2.034 - 2.038: Im gepflegteren Teil des
Mercato
Der große Markt von Addis, Mercato genannt, dereinst als
größter Freiluftmarkt von ganz Afrika gehandelt,
verliert immer mehr seinen Charme. Es werden immer mehr Markthallen,
teilweise mit mehreren Etagen errichtet, um dort die Händler
unterzubringen. Das wird sich die große Masse aber nicht
leisten können. Der Handel unter freiem Himmel und in den
kleinen Bretterbuden wird also immer weiter zurückgehen. Es
bleibt zu hoffen, dass nicht alle kleinen und armen Händler
irgendwann komplett weichen müssen.
Das gegenwärtige Gelände
erstreckt sich über mehrere Quadratmeilen und
beschäftigt schätzungsweise über 13.000
Menschen in rund 7.100 Geschäften. Was die Dunkelziffer sagt,
ist nicht bekannt.
Abgedeckte
Waren
Bild 2.039 - 2.045: Impressionen vom
Freiluftbereich des Mercato
Montags ist nicht so viel auf dem Mercato los und dies besonders nach
dem Meskel-Fest. Einige Händler sind recht mürrisch
und unfreundlich, besonders die älteren Damen. Aber mit denen
muss man sich ja nicht befassen, denn es gibt auch genügend
freundliche Menschen. Aber kein Vergleich
zu den Märkten außerhalb der Hauptstadt und abseits
der üblichen Touristenstopps, wo sich die meisten Leute noch
freuen wenn sie ins Bild kommen oder einen gar nicht beachten. Hier
heißt es leider vielfach nur Money, Money, Money, ....
Bild 2.046 - 2.051: Impressionen vom Mercato in
Addis Ababa
Dennoch gibt es natürlich wie auf jedem anderen
äthiopischen Markt, immer wieder interessante
Eindrücke und Erlebnisse. Wer sich in Addis Ababa
aufhält, sollte sich schon einmal die Zeit nehmen, auch diese
Seite der Hauptstadt anzusehen. Aber bitte kontaktiert vorher einen
geeigneten Guide und lasst euch nicht erst vor Ort "abschleppen".
Bild 2.052 - 2.054: Diese Säcke
trägt so schnell niemand weg.
Bild 2.055 - 2.059: Viele Dinge bedürfen
einer Erklärung und sind nicht immer gleich dem Nutzungszweck
zuzuordnen.
Es gibt wohl kaum etwas, was man nicht auf dem Mercato finden kann. Man
muss nur wissen in welcher der unzähligen Gassen, welches
Gewerbe praktiziert oder welches Produkt angeboten wird.
Bild 2.060 - 2.068: Mercato in Addis Ababa
An dieser Stelle brechen wir erst einmal unseren diesjährigen
Marktbesuch ab und Henok ordert seinen Zweitfahrer zum Abholpunkt. Aber
wir sind schon ziemlich dicht beieinander und das Auto steht in
Minutensache vor unseren Füßen. Fahrer 2 kann nun
entlassen werden und Henok übernimmt wieder das Steuer.
Und zum Schluss natürlich auch noch einige ergänzende
Szenen des Marktes im Video.
Video: Mercato - Addis Ababa
Wir fahren nun ein paar Kilometer nach Osten zum alten Stadtteil Piazza
oder Piassa. Ein Name den die Italiener für das Viertel
hinterlassen haben, wo auch viele alte Bauten aus der italienischen
Besatzungszeit, aber auch noch aus den Zeiten davor, zu finden sind.
Einen großartigen Besichtigungsmarsch wollen wir heute nicht
mehr absolvieren. Wir sind noch an ein paar Einkäufen
interessiert und besuchen dazu die Haile
Selassie Street, die man auch ganz gut als "Schmuck- oder
Juwelierstraße" bezeichnen könnte. Wer in dieser
Richtung etwas sucht, hat dort die größte Auswahl.
Bild 2.069:
Im historischen Viertel Piazza mit Blick zur City Hall
Bild 2.070 - 2.072: Das als Teil des Royal
University College und Bank
of Abyssinia Arada Branch ausgewiesene Gebäude an
der Mahatma Gandhi Street, soll dereinst Wohnhaus des
Bürgermeisters gewesen sein. Wir wissen nur nicht welcher und
wann. Wir blicken von der Nordseite der Cunningham Street auf das Haus.
Bild 2.073: Die City
Hall
("Rathaus") von Addis Ababa aus südlicher Richtung gesehen
Von hier sind es nur ein paar Meter bis in die Haile Selassie Street,
wo wir einen abschließenden Geschäftebummel
unternehmen. Hier kann man auch auf CD-Händler treffen, die
voll bepackt mit den Scheiben aller Genres was Äthiopien zu
bieten hat, die Straße auf und abwandernd nach Kundschaft
Ausschau halten. Die Auswahl beim Kauf ist allerdings schwierig, da es
keine Möglichkeit gibt eine Probe zu hören.
Leider
haben wir nirgends sonst einen CD-Laden gesehen, mal abgesehen von den
vielen Shops in Nähe der Kirchen, die ausschließlich
christliche Musik anbieten.
Wir
werden deshalb vor Tagesende noch
einmal hierher zurückkehren, nachdem wir am Meskel Square das Tourism
Information Centre und später ein Lokal für
einen Nachmittagsimbiss nördlich des Gibbi besucht haben.
Das Tourism Information Centre ist eine gute Adresse, wenn man
bestimmte Bücher, Karten, Veranstaltungs- und Tourhinweise und
andere touristische Informationen sucht. Genau wie die
Büros der Tourist- oder Stadtinformationen in Deutschland. Und
völlig unerwartet finden wir hier ein Poster jenes Fotos mit
einem äthiopischen Priester, welches wir schon seit unserer
ersten Äthiopienreise jagen.
Bild 2.074: Posterausschnitt der
Ethiopian Tourism and Hotel Commission - "Ethiopia - 13 Months
of Sunshine"
Copyright: 1965 National Geographic Society
Photo: James P. Blair
Bleibt nur noch die Gepäckabholung im Hotel übrig.
Für die letzte Großreinigung und den letzten
Kleiderwechsel gibt es sogar noch kostenlos für ein
Stündchen ein benutztes und noch nicht gereinigtes Zimmer. Zum
ersten Mal sehen wir, wie andere Leute ihr Zimmer verlassen und sind
mächtig schockiert. Das müssen wir natürlich
noch an der Rezeption angeben, ... nicht das es uns für diese
kurze Zeit stören würde, denn "einem geschenkten Gaul
schaut man nicht ins Maul", aber wir wollen ja nicht
für
andere Gäste ein negatives Urteil einstecken.
19:30 Uhr Fahrt zum Flughafen und alles geht seinen gewohnten Gang.
Dieses Mal ist nicht einmal die bisher übliche Ausreisesteuer
fällig. Die Wechselschalter im Ausreisebereich sind wie
üblich geschlossen, was uns dieses Mal wenig stört.
Wir haben schon alles verteilt was wir hatten. ;-)
Wir fliegen um 23:40 Uhr in Addis ab, und um 5:10 Uhr des 30.09.2015
hat uns Deutschland unversehrt und ohne
Komplikationen wieder, aber die Heimreise bis zu unserem
Lebensmittelpunkt am Rande der Republik, dauert noch
länger als die Flugreise.
Wir werden uns in den nächsten Jahren garantiert in
Äthiopien wiedersehen. Schaut einfach immer wieder einmal
herein. Wer sich auf dem Youtube Channel von reggaestory.de
bezüglich Äthiopien umsieht,
wird schon eher wissen, was demnächst kommt. Videos sind eben
schneller bearbeitet als Reiseberichte geschrieben. ;-)
Bis bald!
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim