Ein Fotoalbum - Teil 15
07.12.2013 – Addis Ababa (28.03.2006 nach dem äthiopischen Kalender)
Heute
ist der letzte komplette Tag auf äthiopischen Boden. Auch die
schönste Reise findet eben irgendwann sein Ende. Auch wenn die
Fülle der Fakten in dieser Serie gewaltig waren, ist uns
bewusst,
nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Kratzen
wir noch ein
wenig weiter. Heute unter anderem, wieder auf den Spuren des letzten
Kaisers von Afrika.
Unsere letzte Unterkunft auf
der Reise ist wieder das Nexus Hotel. Hier hat unsere Reise
begonnen und wird morgen früh auch wieder enden.
Heute gibt´s einen großen Bus, in dem die gesamte
Gruppe ausreichend Platz hat. Eine "Verbannung" von einzelnen Reisenden
in den Gepäckbus, ist nun nicht mehr nötig. Henok,
die gute einheimische Seele unseres bisherigen Rundreiseverlaufs, ist
uns noch erhalten geblieben.
Für 9:30 Uhr ist der Start des Tagesprogrammes angesetzt.
Fahren wir zuerst durch Addis in Richtung Ethnologisches
Museums, bzw. der Addis Ababa University / Haile Selassie I.
University, oder des ehemaligen Leul Genet Palast (Guenete
Leul Palace) von Haile Selassie. Wir müssen dabei aus
östlicher Richtung kommend, über die Ring Road und
dem Meganagna Busparkplatz, ins Stadtzentrum fahren.
Bild
1.323 - 1.325:
Straßenszenen in der Nähe der Meganagna Bus Station Bild
1.324:
Wochenmarkt, östlich der Bus Station
Bild
1.326:
Keine 2 Minuten später an der Fikremariam Aba Techan Street,
am Aufweg zur Yeka Mikael Church (vgl. Bild 7 / Teil 1)
Bild
1.327:
Markttreiben auf gesperrten Fahrspuren
Bild
1.328:
Kurz vor dem Yekatit 12 Square (oder Sidist Kilo) mit dem
Märtyrer-Denkmal
Vom Yekatit 12 Square bis zum Leul Genet Palast, sind es nur noch
wenige Meter die Algeria Street hinauf.
Das Märtyrer-Denkmal auf dem Yekatit 12 Square, erinnert an
das
Attentat vom 19. Februar 1937 auf den italienischen Vizekönig
und Gouverneur Rodolfo
Graziani. Leider schlug der Anschlag fehl und Graziani blieb
weitestgehend unverletzt. In den darauffolgenden Tagen ließ
Graziani zirka 30.000 Äthiopier ermorden. Das
Denkmal wurde vom ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens, Josip
Broz Tito, gestiftet.
Den Palast umgibt eine
großzügige und gut gepflegte Parkanlage. Dieser ist
wiederum durch zwei Zaunanlagen gesichert, die von großen
neobarocken Toranlagen unterbrochen werden. Die schönste
Toranlage befindet sich gegenüber dem Karl Marx Park und ist
mit
zwei prächtigen Löwen bekrönt.
Bild
1.329 - 1.331:
Haupteingang zum Gelände des Leul Genet Palastes -
Algeria Street Bild
1.332: Karl
Marx in Blickkontakt mit den kaiserlichen Löwen -
Karl Marx Park
Der Karl Marx Park, mit vielen riesigen Bäumen,
Grünanlagen und Formgehölzen, wurde 1984, in
Zusammenarbeit mit der ehemaligen DDR angelegt. Die Skulptur
wurde von Jo
Jastram geschaffen.
Bild
1.333: Der
Leul Genet Palast / Haile Selassie I. University / Addis Ababa
University
Bild
1.334 + 1.335:
Altes und neues Logo der Universität
Der Leul Genet Palast ist Hauptbestandteil der Addis Ababa University,
die noch weitere Standorte in Äthiopien besitzt. Die
Universität wurde auf Veranlassung von Kaiser Haile Selassie
im Jahr 1950, als „University College of Addis Ababa",
gegründet. Im Jahr 1961 übergab er seinen Palast an
die Universität, der fortan dieser als Hauptgebäude
diente. Im Jahr 1962 erhielt die Universität den Namen
„Haile Selassie I. University".
Bild
1.336:
Monument und Brunnenanlage vor dem Palast
Bild
1.337 - 1.339:
Parkanlage um den Palast
Im Eingangsbereich des Palastes befindet sich heute eine
Ausstellung mit Informationstafeln zur Geschichte der Kaiserzeit um
Haile Selassie I., einschließlich der Geschichte des Palastes
und der Universitätsgründung. Weiterhin befinden sich
im Erdgeschoss einige prunkvolle neobarocke Säle, die aber
nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Nur mit
einer Portion Glück und etwas Geduld kann man einen Blick in
diese Räume erhaschen.
Bild
1.340 - 1.342:
Eingangstür und Infotafeln, die sich beidseitig der
Tür befinden
Bild
1.343 + 1.344:
Schautafeln zur Palast- und Kaisergeschichte
Bild
1.345 + 1.346:
Zwei Auszüge der Infotafeln im Erdgeschoss
Bild
1.347:
Nicht zugänglicher Saal im Erdgeschoss, gegenüber vom
Haupteingang
Bild
1.348:
Flurbereich im Erdgeschoss
Bild
1.349 + 1.350:
Gemälde und Foto im Flur- und Treppenhausbereich
Auf dem Weg ins Obergeschoss, steht vor
dem Eingang ins Ethnologische Museum, einer der kaiserlichen
Löwen namens „Gillo". Er wurde nach seinem Tod
präpariert.
Bild
1.351 - 1.354:
Der kaiserliche Löwe "Gillo"
Bild
1.355: Saal
im 1. Obergeschoss mit Eingang zum Ethnologischen Museum
Bild
1.356 - 1.361:
Im Ethnologischen Museum des 1. Obergeschosses
Der an sämtlichen Deckenbalken und an der
Außenfassade des Palastes ersichtliche dreistrahlige
„Mercedes-Stern", ist das Symbol der Dreifaltigkeit und das
Emblem von Kaiser Haile Selassie (Macht der Dreifaltigkeit).
Bild
1.362:
Deckendetails mit dem dreistrahligen Stern - Macht der Dreifaltigkeit
Am Ende des Ethnologischen Museums des Obergeschosses, sind heute
einige
ehemalige Privaträume der Kaiserfamilie zu besichtigen, die
unter anderem das Ankleidezimmer von Empress Menen und das kaiserliche
Schlafzimmer nebst Badezimmer beinhalten. Weiterhin sind internationale
Geschenke, Gewänder, Orden, Geschirr, Banknoten und
Münzen aus der Kaiserzeit von Haile
Selassie I. anzusehen.
Bild
1.363 + 1.364:
Hinweistafel und Gemälde von Haile Selassie I.
Begeben wir uns nun in ein paar kaiserliche Privatgemächer,
die sich noch weitestgehend im Originalzustand befinden. Die
nachfolgenden Bilder unterliegen keiner Systematik / Raumfolge.
Bild
1.382:
Schlafzimmer - Lion of Judah und Schreibtisch - Wer hat denn nur dem
Löwen die Standarte gemopst?
Bild
1.383 + 1.384:
Orden / Ehrenzeichen Haile Selassie I.
Bild
1.385 - 1.387:
Etwas Geschirr gehört natürlich auch zum kaiserlichen
Haushalt - alles schön gekennzeichnet mit dem Lion of Judah
In einem Raum sind diverse Souvenirs und Gastgeschenke verschiedener
Nationen
ausgestellt. Leider sind die Bilder nicht ganz scharf, aber
für einen Eindruck reicht es aus.
Bild
1.388 - 1.390:
Souvenirs und Gastgeschenke mit Erläuterungen
Ja und wohin geht auch der Kaiser zu Fuß? Das
können wir auch noch zeigen. Wir schrecken vor nichts
zurück. ;-)
Bild
1.391 - 1.393:
Badezimmer der kaiserlichen Familie
Und wie kann man sich das alles leisten? Mit Geld natürlich!
Bild
1.394 - 1.398:
Proben und echte äthiopische Dollar
Verlassen
wir die ehemaligen kaiserlichen Räume und besuchen die
Ausstellung im 2. Obergeschoss. Dort befinden sich unter
anderem interessante Objekte zur christlichen Kunst, wie
Prozessionskreuze und
Ikonen, sowie eine Sammlung traditioneller Musikinstrumente. Sehr
finster ist es dort und äußerst schwierig ein paar
brauchbare Bilder hinzubekommen.
Bild
1.399 + 1.400:
Musikinstrumente im 2. Obergeschoss
Bild
1.401:
Ausstellungsstücke im Flur zum 2. Obergeschoss
Bild
1.402 + 1.403:
Foto mit Erläuterung im Flurbereich des Palastes, vom
Krönungstag Haile Selassie´s. Die
Krönungskirche von Haile Selassie werden wir am Nachmittag
besuchen.
Bild
1.404: Tür im Erdgeschoss
(vergleiche Bild 1.340)
Hier noch ein paar Details der Außenfassade, bevor wir das
Palastgelände wieder verlassen.
Bild
1.405 - 1.409:
Fassadendetails - siehe Bild 1.333 Bild 1.405:Symbol
der Dreifaltigkeit und Emblem von Kaiser Haile Selassie (Macht
der Dreifaltigkeit) Bild 1.406:Lion
of Judah mit Krone und Standarte, ist das Wappentier der
äthiopisch-kaiserlichen Dynastie Bild 1.407:
Kaiserkrone mit dem heiligen
Georg als wichtigster Schutzheiliger der
äthiopischen Herrscher Bild 1.409:
Wappen der salomonischen
Dynastie von Äthiopien
Und
wer sich das Ganze noch einmal in bewegten Bildern ansehen
möchte, kann sich mit dem nachfolgenden Video in den Palast
begeben. Auf diese Weise werden noch ein paar Zusammenhänge
klar, die mit Fotos allein nicht vermittelbar sind.
Video: Leul Genet Palast
Wir verlassen das Palastgelände und fahren zur Abwechslung
etwas aus der Stadt hinaus und den Mount Entoto
hinauf.
Bild
1.410:
Nebentor in der äußeren Einfriedung vom
Gelände des Leul Genet Palastes
Kaum sind wir ein paar Meter von der Stadt entfernt, nimmt uns das
traditionelle Landleben schon wieder gefangen. Unablässig
kommen uns
Frauen entgegen, die sich mit gewaltigen Lasten abschleppen.
Erstaunlich, dass sie dabei noch nicht ihr Lachen verloren haben.
Bild
1.411 - 1.413:
Frauen transportieren Feuerungsmaterial am Mount Entoto und Aussicht
über Addis Ababa
Bild
1.414 - 1.420:
Bei allem Fotografiereifer aber bitte nicht das Trinkgeld für
die Frauen vergessen, die sich gerne den Fotos stellen. Auch ohne Worte
ist dies im letzten Bild schon erkennbar.
Bild
1.421 + 1.422:
Die Herren der Schöpfung wählen natürlich
wieder den bequemen und "verantwortungsvollen" Weg der Eselsteuerung,
für ihre Holztransporte. Die Esel wissen allerdings schon ganz
allein wo es lang geht.
Weiter fahren wir leider nicht den Mount Entoto hinauf, der als
heiliger Berg gilt. Er ist 3.200 m hoch und damit noch zirka 1.000 m
höher als die durchschnittliche Höhenlage von Addis
Ababa. Den Mount Entoto wählte Ras Menelik im Jahr
1878 zu seiner neuen Residenz. Auf "Bitten" seiner Gemahlin Taitu,
wurde schließlich die Residenz 1886 ins Tal verlegt
und so Ursprung von Addis Ababa. 1889 wurde Ras
Menelik zum Kaiser Menelik II.
gekrönt.
Heute befinden sich auf dem Berg noch einige Klöster, die 1885
erbaute Marienkirche und das Entoto Museum.
Für uns heißt es jedoch wieder
abwärts und diese Ausflugsmöglichkeit für
ein späteres Mal im Kopf zu behalten. Es ist Zeit für
die planmäßige Mittagspause, die wir heute im Lucy
Restaurant abhalten werden. Das Restaurant liegt unmittelbar neben dem
Nationalmuseum, an der King George VI. Street. Das Nationalmuseum mit
den Gebeinen von Lucy, haben wir schon im Teil 1 dieser Reise
beschrieben. Aber auch die Gaststätte ist ein kleines
Highlight in der Gastronomie von Addis. Hier bekommen wir auch zum
ersten Mal die passenden Gläser zu dem am meisten getrunkenen
St. George Beer. Das weckt Begehrlichkeiten. Leider ist das Personal
der Gaststätte zu keinem Preis der Welt bereit, ein
paar Gläser herauszurücken.
Bild
1.423 - 1.429:
Lucy Restaurant
Fahren wir weiter zum nächsten Tagesordnungspunkt. Die St.
Georgs-Kathedrale, Kathedrale des heiligen Georg, oder St.
George´s
Cathedral, befindet sich nur wenige Fahrminuten westlich von hier.
Markanter Punkt vor der Kirche ist der Menelik II. Square mit einem
Reiterstandbild von ihm.
Bild
1.430 - 1.432:
Auf dem Gelände der St. Georgs-Kathedrale
Die St. Georgs-Kathedrale ließ Kaiser Menelik II. aus
Dankbarkeit errichten, nachdem er im Jahr 1896 in der Schlacht bei
Adua,
die italienischen Invasoren besiegt hatte. Der heilige Georg ist
Behüter der Reiter und Soldaten und der wichtigste Heilige der
äthiopischen Herrscher. Die Form der Kathedrale ist an die
Bauweise der typischen äthiopischen Rundkirchen angelehnt.
Auch wenn sie eine achteckige und keine runde Form besitzt, hat sie den
typischen Wandelgang, der den zentralen Kubus mit dem Allerheiligsten
umschließt. Verdientermaßen mussten beim Bau der
Kathedrale hauptsächlich italienische Kriegsgefangene
arbeiten. Besonders bekannt ist das Bauwerk als Krönungskirche
von Kaiserin Zewditu und Kaiser Haile Selassie I.. Der zentrale Kubus
ist mit vielfältigen Malereien geschmückt, die
besonders Szenen aus der biblischen Geschichte beinhalten. Weiterhin
gibt es einige Darstellungen von Haile Selassie I. während
seiner Krönung, seiner Rede vor dem Völkerbund, sowie
bei der Fahnenhissung nach der Vertreibung der Italiener im Jahr 1941.
Bild
1.433 - 1.437:
St. Georgs-Kathedrale Bild 1.433:
Der heilige Georg Bild 1.434 +
1.535: Kathedralen-Fenster Bild 1.436 +
1.437:
Durchgänge vom äußeren in den inneren
Wandelgang
Bild
1.438 - 1.440:
Im äußeren Wandelgang
Bild
1.441 - 1.443:
Rundgang um das Allerheiligste der Kathedrale
Bild
1.444 - 1.446:
Die Malereien stammen aus den 1950er Jahren und wurden von den
bekanntesten äthiopischen Künstlern Afewerk
Tekle und Emaelaf Hiruy geschaffen.
Die Kirche wurde im Jahr 1941 durch einen Brandanschlag der
italienischen Invasoren stark beschädigt und einige Jahre
später wieder saniert. Aus diesem Grunde
sind die Bilder relativ moderner Natur.
Bild
1.447:
Links: Haile Selassie I. hisst 1941 die Fahne nach dem Sieg
über die
Italiener
rechts: Der
heilige Merkurios, meistens auf dunklem Pferd dargestellt
Bild
1.448:
Weitere Darstellungen mit Haile Selassie I.
Bild
1.449:Haile Selassie I. spricht am
30.06.1939 vor der Versammlung des
Völkerbundes in Genf
Bild
1.450:Krönung von Haile
Selassie I. am 02.11.1930
Bild
1.451 + 1.452:
St. Georgs-Kathedrale Bild
1.453: Holzgebäude auf dem
Gelände der St. Georgs-Kathedrale
Und zum Schluss des Besuchs der St. Georgs-Kathedrale, noch einmal ein
Rundgang in bewegten Bildern.
Video: St. George-Cathedral
Da wir uns heute viel mit Haile Selassie I.
beschäftigt
haben, sollen an dieser Stelle noch zwei Buchempfehlungen
angeführt werden.
Bild
1.454 + 1.455:
König der Könige - Eine Parabel
der Macht von 1994 und 2009 Bild
1.456:Der
letzte Kaiser von Afrika
vom 10.03.2104
Das offizielle Besichtigungsprogramm des Tages ist damit beendet.
Eigentlich wollten wir uns jetzt den individuellen Wünschen
der Gruppe widmen. Unter anderem sollte der große
Markt von Addis besucht werden, der als größter
Markt von ganz Afrika gilt. An den vorangegangenen Tagen einen Markt zu
besuchen, war leider aus Zeitgründen nicht drin. Aber auch
hier
sind wir vom Pech verfolgt. Sämtliche Straßen im
äußersten Randbereich des Marktes sind hoffnungslos
verstopft. Liebend gerne würden wir auch ein paar hundert
Meter zu Fuß gehen, aber wir dürfen nicht der
sorgfältigen "Reiseüberwachung" entkommen. Der Markt
erstreckt sich über mehrere Quadratmeilen und
beschäftigt schätzungsweise über 13.000
Menschen in rund 7.100 Geschäften. Alleinige Besucher werden
vor Schleppern gewarnt. Also müssen wir wohl oder
übel den Marktbesuch auf ein anderes Mal vertagen.
Bild
1.457 - 1.462:
Straßenszenen in Addis Ababa
Was tun mit mit der unverhofften Freizeit? Besuchen wir einmal einen
landestypischen Coffee-Shop.
Für einen relativ geringen Preis kann man sich durch das
vielfältige Kaffee-Angebot hindurch propieren. Riecht lecker!
Die Uhr im Shop geht keineswegs falsch! Wie wir bereits in
Teil 2 gelernt haben, lautet die Übersetzung zirka
15:30 Uhr.
Danach haben wir immer noch ein wenig Zeit und besuchen eine Luxus
Boutique. Unser Einkaufswillen wurde da etwas falsch verstanden
bzw. wurden wir in unseren Ansprüchen
mächtig
überschätzt. Naja, so ist das eben. Alle Touristen
sind "Millionäre". Der Laden war zwar schön
anzusehen, ging aber eher als Museumsgalerie mit
Kaufmöglichkeit der Exponate durch.
Bild
1.470 + 1.471:
In der St.
George Gallery in der Nähe der Tofic Moschee Bild 1.470:
Websitebild der St. George Gallery Bild 1.471:
Wir möchten hier nix kaufen! - Peter, unser Guide
Henok und ein Mitreisender Bild 1.472:
Die Tofic
Moschee am Kreisverkehr der Taitu und Wendmanah Street
Nach
dieser "Einkaufstour", die nur wenige Erfolgserlebnisse verbuchen
konnte, geht es wieder zurück in Richtung Hotel. Wir passieren
dabei die Straße am "Gibbi", einen
innerstädtischen Hügel. Diesen hatte Ras
Menelik als neue Residenz ausgewählt, nachdem ihm
seine Frau im Jahr 1886 zum Umzug bewegt hatte (vom Mount
Entoto).
Heute befinden sich hier mehrere kaiserliche
Paläste, das Menelik-Mausoleum und eine Kirche. Der gesamte
Palastbezirk des Gibbi darf leider nicht besichtigt oder fotografiert
werden. Der Grund: Der Premierminister der gegenwärtigen
Regierung wohnt in einem der Paläste! Eine Ausnahme von diesem
Verbot bildet das Menelik-Mausoleum, steht aber leider trotzdem nicht
auf unserem Programm. Wieder ein Punkt für später. Am
13.12.2013 stehen die Feierlichkeiten
zum 100. Todestag von
Menelik II. an.
Bild
1.473:
Torgebäude in der Befestigungsanlage des Gibbi
So endet schließlich gegen 17:00 Uhr unser Tagesprogramm im
Nexus Hotel. Da ist doch aber noch etwas drin! Eín paar
Minuten bis zum Sonnenuntergang haben wir noch. Nicht weit entfernt,
vielleicht 15 Minuten Fußweg in Richtung Flugplatz, sind uns
an einem Monument ein paar Bob Marley-Texte ins Auge gestochen.
Dafür reicht die Zeit noch. Also begleiten wir den Busfahrer
ein Stück auf seinem Heimweg und lassen uns am genannten Platz
aus den Bus werfen.
Bild
1.474 - 1.476:
Das unfertige Bob Marley Denkmal auf dem Bob Marley Square
Bisher ist das anlässlich von Bob
Marley´s 60. Geburtstag im Jahr 2005 errichtete Denkmal,
ziemlich trostlos
und eher keine Touristenattraktion. Noch fehlt die Krönung des
Denkmals. Momentan ragen dort nur flehentlich und leider bisher
ungehört, ein paar Bewehrungsstähle gen Himmel. Ob
hier einmal eine Statue oder eine Büste von Bob Marley
aufgestellt werden soll, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Am
Monument sind 8 Schrifttafeln in Amharisch und Englisch angebracht, die
unter anderem Textzeilen aus Welthits von Bob Marley zeigen. Eine Tafel
ist noch nicht beschriftet.
Bild
1.477 - 1.483:
Gedenktafeln am Bob Marley Monument
Zu Ehren von Bob Marleys 60. Geburtstag fand am 6. Februar 2005 auf dem
Masquel Square von Addis Ababa ein riesiges Konzert statt. Sein Name "Africa
Unite", analog der Feierlichkeiten, die sich über
den ganzen Monat Februar erstreckten. In der City Hall wurde bereits am
1. Februar, die um
das Konzert herum stattfindende Veranstaltungsreihe, feierlich
eröffnet.
Dazu gehörten unter anderem eine Fotoausstellung im Addis
Ababa Exhibition Center zu Bob
Marleys Leben, ein Filmfestival,
Buchlesungen, ein internationales Fußballturnier, eine Africa
Unite Kunstausstellung in der Alem Gallery und vieles
mehr. Über 300.000 Menschen besuchten das Event.
Dahinter
stand die Bob und "Rita
Marley Foundation".
Bild
1.484 + 1.485:
Poster vom "Africa Unite Concert" am 6. Februar 2005
Bild
1.486 + 1.487:
Veranstaltungsplan zum Africa Unite im Februar 2005
Hier ein Rückblick, der an dieser Stelle gut dem besseren
Verständnis dient. Weitere Erklärungen
erübrigen sich damit.
Video:
Ausschnitte vom Africa Unite Konzert auf dem Masquel Square am
06.02.2005
Wer sich Bob Marley näher erschließen
möchte, dem sei der "Marley" Film empfohlen, der am
17.05.2012 in die deutschen Kinos kam. Er ist inzwischen auch auf DVD
erhältlich. Hier ein Bericht
dazu. Allen Reggae Fans ist dieser Hinweis natürlich wie "Holz
in den Wald getragen"! ;-)
Doch nun zurück zu Fuß in das Hotel zur Vorbereitung
des Abendprogramms. Einen allerletzten Punkt haben wir
nämlich noch, der schon ab 19:00 Uhr beginnt. Wir
besuchen für
unser Abendessen das "2000
Habesha Cultural
Restaurant". Dort gibt es zu hochgradig scharfem Essen ein
Kulturprogramm mit Folklore aus Äthiopien.
Bild
1.488 - 1.591:
Im 2000 Habesha Cultural Restaurant
Hier zwei musikalische Ausschnitte vom Bühnenprogramm des
Abends.
Live
Video: 2000
Habesha Cultural Resaturant - 1
Live
Video: 2000
Habesha Cultural Restaurant - 2
Eigentlich viel zu früh, denn das Abendprogramm läuft
ja
noch, müssen wir gegen 21.30 Uhr die "Segel streichen".
Einigen
Reiseteilnehmern, die nicht Konzert erprobt sind, wird es leider zu
laut auf die Löffel. Schade, denn immerhin ist das der letzte
Abend. Im Flugzeug ist doch noch genügend Zeit zum schlafen.
Umso
unausgeschlafener in dieser Nacht, je besser wäre das
für den morgigen
langen Flug. Sonst kann
man ja
in der Regel sowieso nicht richtig im Flugzeug schlafen.
08.12.2013
-
Addis Ababa - Frankfurt
(29.03.2006 nach dem äthiopischen Kalender)
Für die letzten äthiopischen Minuten und ein paar
Schlussbemerkungen ist natürlich kein weiterer Teil dieses
Berichts erfoderlich. Also wird es hier gleich angefügt.
Unsere geplante Abflugzeit mit 10:40 Uhr, ist recht angenehm. So kann
man in Ruhe frühstücken und muss erst gegen 7:30 Uhr
mit dem Bus zum Flughafen fahren.
Wer da denkt, auf dem Flughafen noch ein paar Einkäufe zu
tätigen und das restliche äthiopische Geld
zurück zu tauschen, sei vorgewarnt. Es gibt zwar eine
ganze Reihe von Geschäften, aber die Waren darin sind bei
weitem nicht so qualitativ gut ausgewählt, wie es sonst auf
Flughäfen üblich ist. Die Auswahl ist sehr gering,
und die
Preise sind, selbst für deutsche Verhältnisse,
mächtig überteuert. Wenn z. B. ein Massenprodukt wie
ein kleiner Kühlschrankmagnet umgerechnet 7,50 EUR oder ein
kleiner Anstecker mit der äthiopischen Flagge in
ähnlicher Preislage vertrieben werden, erübrigen sich
weitere Preisvergleiche. Besonders "witzig" unter diesem Aspekt, ist
das
Ausfuhrverbot der äthiopischen Währung bei
gleichzeitiger Annahmeverweigerung derselben, am Wechselschalter
des
Flughafens. Sämtliche Währungen dieser Welt sind
leider "ausgenullt". Dafür steht eine Sammelbox
für
Restgeld bereit. Für kleinere Beträge ist das ja
recht gut, aber nicht für größere. Zumal
man überhaupt nicht weiß, ob die Gelder für
vertretbare Zwecke verwendet werden. Also dann doch besser unbedingt
vorher alles ausgeben oder das Ausfuhrverbot ignorieren. Es findet sich
ganz sicher ein späterer Verwendungszweck für andere
Reisende oder eigene Reisen. Nach unserer Erkenntnis werden auch
keinerlei Geldbörsen vor dem Abflug kontrolliert.
Bild
1.592:
Unser neuer "Bus" der Ethiopian Airlines
Auffällig auf dem Flughafen von Addis ist, dass man fast nur
Flugzeuge der Ethiopian Airlines sieht. Äthiopien wickelt
offenbar alle Flüge selbst ab. Eigentlich fallen uns
überhaupt keine Maschinen anderer Nationen auf.
Unser Rückflug verzögert sich. Auf der Anzeigetafel
erscheinen für unseren Flug immer wieder neue Abflugszeiten.
Erst
nach dem unsere Abflugszeit schon über eine Stunde Geschichte
ist, werden wir aufgeklärt. Es gibt ein technisches Problem.
Gegen
12:40 Uhr ist die Maschine repariert und das Boarding kann
beginnen. 13:00 Uhr heben wir schließlich ab und
verabschieden uns vom
äthiopischen Boden. Ein letztes Mal schauen wir auf die
atemberaubende Landschaft Äthiopiens. Der Tana See
gleitet
bald unter uns hinweg, und die Maschine folgt weiter dem
Nilverlauf bis zum Nassersee, bevor es später über
das
Mittelmeer
zurück nach Europa und Deutschland geht.
Hören wir dabei noch
ein wenig Musik, während
wir die Landschaften unter uns genießen.
Nachdem wir bereits viel äthiopisch christliche Musik und
Folklore
gehört haben, haben wir hier noch einen Ausblick auf ein
Stück moderne Musik Äthiopiens ausgewählt.
Leider ist
Amharisch nicht unsere Stärke, und so sind weitere Infos zu
dem
Künstler und dem Titel noch nicht in Deutsch
verfügbar.
Für
reggaestory.de geht aber diese Musik schon ein wenig in die passende
Richtung. Schickt weitere Infos bitte an reggaestory.de, dann erfolgt
umgehend eine Ergänzung an dieser Stelle.
Wir bleiben jedenfalls dran und halten Ausschau nach Ähnlichem.
Bild
1.593 + 1.594:
Äthiopischer Sänger mit Titelinformationen auf
Amharisch - Entnommen von einer Mix-CD.
Ich hoffe, dass ihr mit diesem öffentlichem Fotoalbum ein paar
Einblicke in das wunderschöne und hochinteressante
Äthiopien und Lust auf eine eigene Reise bekommen habt.
Vielleicht sehen wir uns irgendwann bei einer Fortsetzung wieder, wenn
nicht vor Ort, dann aber mindestens auf dieser Seite.
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Bild 1.418, 1.419, 1.592: Uschi Pöllath
Bild 1.458: Barbara Neuhoff
Bild 1.571: Rainer Vogt Text:
Peter Joachim