Obwohl wir schon gestern das Gefühl hatten, dass
Richie mit der Vorgabe "13:00 Uhr geht's auf der
Bühne weiter", etwas flunkert, sind wir dennoch
rechtzeitig zur ersten Band vor Ort. Vermutlich war das der Sinn der
Sache, ... also natürlich nicht wegen uns, sondern damit sich
das Festivalgelände eher füllt.
Das
Los des ersten Auftritts haben heute die Easy Notes aus Leipzig. Die
junge Band
kam im Herbst 2018 zusammen, um einige Melodien jener Legenden zu
spielen, die sie gerne hören. Schnell fanden sie
ihren eigenen Sound und begannen auch eigene Songs zu schreiben.
Seitdem haben sie
bereits mehrere Live-Shows gespielt.
Aufgrund der
Corona-Pandemie wurden leider vorerst alle in der Folge anstehenden
Gigs
abgesagt, was die Band hart getroffen hat. Aber kein Schaden ist ohne
Nutzen, wie man immer so schön sagt.
So konnten The Easy Notes neues Material aufnehmen und im Juni letzten
Jahres ihre erste Platte "The
Easy EP" veröffentlichen, wozu es ohne Pandemie
vermutlich noch nicht gekommen wäre.
Schön laaangsam, ... genau die richtige Musik zum Aufwachen,
für all jene die die Nacht durchgefeiert haben. Fast zu
langsam, selbst für unsere Roots verwöhnten Ohren.
Läuft da etwa eine 45er Scheibe auf 33? Ganz so schlimm ist
es natürlich nicht, aber etwas Spaß muss sein. Einen
halben Takt schneller wäre aber vielleicht nicht schlecht.
Aber sammeln wir während der Musik der Easy Notes ein paar
Impressionen auf dem Festivalgelände und des angrenzenden
Zeltplatzes ein. Gestern war es dafür schon zu spät.
Wir haben
für jeden das passende Täschchen gestrickt und viele
andere Dinge im Angebot.
Auf dem
Zeltplatz sieht es ganz entspannt aus.
Auch ein
Festivalfotograf braucht mal eine Pause. Amory Salzmann bei Freunden.
Mit dem
Fahrrad möchte ich auch einmal zum Festival fahren
können. ;-)
Wir kommen
dann etwas später. Es ist gerade so schön
gemütlich hier.
Zu lange in
der Sonne gewesen. ;-) (links) + Wir suchen noch ein paar
schöne Kilts. (rechts)
Keine
Ska-Modenschau, aber noch
schön Platz vor der Bühne. ;-)
Wir haben
unbeschreibliches Glück mit dem Wetter.
Ein
Glück, dass es meinen Trojan-Flitzer gibt. So komme ich
wenigstens auch noch zu meinem geliebten Festival.
Inzwischen haben sich die Easy Notes verabschiedet und die Umbaupause
für den nächsten Act ist im Gange.
Dieser
kommt aus Münster und heißt MACSAT. Die offizielle
Bandgründung geht auf das Jahr 2015 zurück, obwohl es
schon aus dem Jahr 2003 ein Album unter dem Namen MACSAT mit dem Titel
"4-Track-Pioneers" gibt. Sänger und Gitarrist Claas
König, der
dieses Album mit dem Gründungs-Gitarristen Olli
Bügener aufgenommen hat, bezeichnet dieses Release aber noch
als Spaßprojekt. Erst im Jahr 2015 habe man ernst gemacht und
MACSAT wiederbelebt. Den Vorlieben der einzelnen Bandmitglieder
entsprechend, ist die musikalische Spannbreite sehr
groß und reicht von Reggae über Ska bis hin zu Rock
und Punk.
Schon kurz nach der offiziellen Bandgründung und nach nur
fünf Proben, spielte die Truppe
bereits ihre erste Show auf einem kleinen Festival in Norddeutschland.
Seitdem wurden etliche Clubshows und Festivalauftritte
absolviert und MACSAT konnten sich mit vielen namhaften Bands die
Bühne teilen. Alle fünf Musiker konnten allerdings
schon reichlich Bühnenerfahrung in früheren Bands
sammeln,
was man ihren stets energiegeladenen Liveshows auch von der ersten bis
zur letzten Sekunde
anmerkt. Als Quellen ihrer musikalischen Inspiration kann man zum
Beispiel Sublime, Rancid,
Jaya The Cat, The Clash oder The Mighty Mighty Bosstones
anführen.
Mit "Schnaps & Liebe" erschien 2017 auf dem
Label Ring Of Fire
Records ihr erstes offizielles Album als Schallplatte, CD und sogar
als
Musikkassette. Besonders stolz ist die Band hierbei auf die
Gastsänger
Dirk Jora (Slime), Torben Meissner (Rantanplan), El Bosso oder Klinck
& Natchet (Nowherebound), die sie als noch recht unbekannte
Band
dennoch schnell für eine Mitarbeit gewinnen konnten.
Im Dezember 2018
erschien eine gemeinsame Split 10“ mit Jaya The Cat, sowie
das zweite
Album "Badaboom". Als Gäste sind diesmal
Chad Price (ALL / Drag The
River / A Vulture Wake), Gunnar Schröder (Dritte Wahl), Dr.
Ring Ding,
Argyle Goolsby (ex-Blitzkid), Siggi Katlewski (Eisenpimmel), Lukas
Sherfey
(The Movement), Mark Linskey (Hudson Falcons), Krispin Kirchhoff
(Übergas) und Toeppel Butera mit dabei. Die Band freut sich
sehr über die
Zusammenarbeit mit diesen tollen Menschen und Musikern, wie sie sagt,
und sie verleiht
dem ohnehin schon abwechslungsreichen Sound der Band noch das
gewisse Etwas.
Zur Band gehören heute:
Claas König - Gesang/Gitarre (früher bei der
Psychopunk Band Rampires und als Saxophonist bei El Bosso meets the
Sakdiolas, außerdem Betrieber des Labels Ring Of Fire Records)
Marcel Knape - Drums (früher bei der Psychopunk Band Rampires)
Jens Dicks - Leadgitarre (früher bei der
Punk´n´Roll Band The Radioactives)
Benjamin Borges - Keyboard (früher bei der Crossover Band Da
Impact)
Wolle Saure-Fangemann - Bass
Live Video:
MACSAT - Freundin + Für Dich feat Dr. Ring Ding
Auch MACSAT erinnern während ihrer Show an den schmerzlichen
Verlust von Lee Perry und
Claas erzählt, dass Lee kürzlich
für
die Band im Studio war, um einen Song aufzunehmen, der allerdings erst
auf ihrem
dritten Album zu hören sein wird. Darüber
wollen wir natürlich mehr erfahren und reden später
mit Claas darüber. Reggaestory:
Wie war denn das Treffen mit Lee Perry und habt ihr ein paar
Bilder davon? Claas:
Wir haben Lee leider nicht persönlich getroffen,
aber ich hatte ihm per Mail eine Demoaufnahme eines neuen
Stücks für unser nächstes Album geschickt
und gefragt, ob er dafür Gesang aufnehmen würde. Er
hat dann vor wenigen Wochen noch auf Jamaika etwas für uns
aufgenommen. Es ist ein Reggae Stück und somit eine der
letzten Aufnahmen von ihm. Neben Lee Scratch Perry werden noch jede
Menge andere tolle Gastmusiker mitwirken, aber das ist erst einmal noch
geheim, solange nicht alles im Kasten ist. Es wird wie gewohnt eine
wilde Mischung von Reggae über Ska bis hin zu Rock und Punk
werden. Ich
denke unser nächstes Album wird erst im Herbst 2022 rauskommen.
Lee Perry
für Macsat im
Studio am 25. Juni 2021, wenige Wochen vor seinem Tod am 29. August.
Aufgenommen von
seiner Frau Mireille Perry.
Reggaestory:
Wie ist es eigentlich zu der Idee der gemeinsamen
Aufnahme mit Dr. Ring Ding gekommen? Claas:
Da ich ja schon seit Ewigkeiten in Münster wohne und auch
nicht weit von Münster entfernt groß geworden bin,
habe ich Richie natürlich schon lange auf dem Schirm. Die
erste große Phase von El Bosso & Die Ping Pongs war
zwar vor meiner aktiven Zeit, aber ich war Fan von seinen Sachen mit
den Senior Allstars und habe sie auch oft live gesehen. Das erste Mal
einen richtigen persönlichen Kontakt hatten wir 2009. Wir
haben damals das erste Album für El Bosso meets the Skadiolas
aufgenommen, bei denen ich als Saxophonist dabei war. Richie war zwar
nicht offiziell bei der Band dabei, aber er hat für das Album
die Posaune eingespielt und somit den Grundstein für uns
andere Bläser gelegt. Ich habe dann auf meinem Label Ring Of
Fire Records auch später noch eine 7", eine 10" und zwei LPs
von Richie auf Vinyl veröffentlicht, sowie das letzte El Bosso
& Die Ping Pongs Album. Ich habe auch schon des
Öfteren Promofotos für ihn gemacht. Wir kennen uns
also schon lange und haben immer mal wieder zusammen zu tun. Deswegen
war es natürlich klar, dass er auch mal bei uns mitmachen
sollte, was er auch sofort und sehr gut gemacht hat. Aktuell haben wir
nichts weiter Gemeinsames anstehen, aber irgendwann kommt das
bestimmt noch mal. Reggaestory:
Da du gerade von deinem Label sprichst ... Claas:
Mein Label Ring Of Fire Records
ist musikalisch sehr breit aufgestellt, aber auch im
Offbeat habe ich jede Menge cooler Sachen rausgebracht, z.B. von Jaya
The Cat, Dr. Ring Ding, El Bosso, MACSAT, Bitter Grounds, Escandalos,
Mona Reloaded, Nerd Academy, Mr. Wallace, Starfish, der erste Teil der
"From Reggae to Punk" Samplerreihe, ... Reggaestory:
Das ist ja schon allerhand. Und was kannst du noch
speziell zum Festival sagen? Claas:
Ein Problem war, dass unser Drummer Marci leider nicht zum Festival
mitkommen konnte. Wir sind aber in der glücklichen Lage, dass
unser neuer Keyboarder Benni auch Drums spielen kann und somit war dies
die erste Show bei der Benni die Drums und unser alter Keyboarder Maus
die Keys gespielt hat. Das ist auch die Besetzung auf dem Foto vom
Festival.
Wir allen waren vorher noch nicht auf dem This Is Ska gewesen, weder
als Band noch privat, aber es hat uns außerordentlich gut
gefallen. Und da der Veranstalter Jörg uns sehr gerne wieder
mit dabei haben möchte, kommen wir bestimmt bald noch mal
wieder. Was ich persönlich sehr toll an dem Wochenende fand,
ist dass ich endlich mal mehrere Personen persönlich
kennengelernt habe, mit denen ich digital schon seit langer Zeit in
Kontakt bin, also z.B. Jörg (This Is Ska), Matze (Pork Pie)
und
Alex (Copasetic). Münsteraner wie Ossi
(Moskito etc) kannte ich natürlich eh schon. Das Festival ist
aber halt wie 'ne große Familienfeier.
Soweit zu MACSAT und wir sind schon außerordentlich gespannt,
wie
sich besonders die Aufnahme mit Lee Perry anhören
wird. Mehr
wissen wir ja auch noch nicht. ;-)
Bevor wir zum nächsten Auftritt kommen, ist noch etwas Zeit
ein
paar Impressionen auf dem Gelände einzusammeln. Hier sind sie.
Der Freiraum
wird natürlich jedes Mal vom Rudeboy Soundsystem
ausgefüllt.
Kann mich
wieder nicht entscheiden, welches Bild das bessere ist.
Die Schatten
werden schon länger und in diesem auch merklich
kühler.
Danke an die
Jungs von der Technik, die den ganzen Tag und die Nacht im Einsatz sind.
Schließlich
sind die Umbauarbeiten auf der Bühne abgeschlossen und The
Magic Touch
können mit ihrem Programm beginnen. Wir hatten sie ja schon
gestern Abend mit Roy Ellis als Backing Band gesehen. Aber ich denke
mal, dass inzwischen jeder weiß, dass The Magic Touch neben
den zahlreichen Unterstützungen für internationale
Ska-, Rocksteady- und Reggae-Koryphäen auch an eigenem
Material arbeiten und dementsprechend ein eigenes
Bühnenprogramm abliefern können. Da sind wir doch mal
gespannt, ob es heute auch ein paar neue Töne gibt. Immerhin
liegt ihr letztes Album schon drei Jahre zurück.
Live Video:
The Magic Touch - 1/3 - Teardrops / Extended Dub Version
Das war doch schon einmal eine ganz andere Version, als wir sie
bisher gehört haben.
Wie wir
sehen, geht es auch ganz ohne eigene Beine zur Musik von The Magic
Touch zu tanzen. ;-) Das ist schon bewundernswert.
Wärmen wir an dieser Stelle kurz ein paar Daten
von The Magic Touch wieder etwas auf. Die Band spielt
klassischen Reggae, Rocksteady, Ska und Soul im
Style der 60er und 70er Jahre. Wie wir schon mehrfach hörten,
sind
sie inzwischen auf dem Gebiet des Dub auch nicht gerade
untätig. Im Jahr 2006 legte die Band in Leipzig und Berlin als
Nebenprojekt der Dresdner Band Yellow Umbrella und der Berliner Band
Solitos ihren Grundstein. Über die Jahre kam es immer wieder
einmal zu Umbesetzungen. Von den ursprünglichen
Gründungsmitgliedern ist nur noch Drummer Sven Koop am Start.
Neben Sven Koop ist Bassist Jonas Hesse das zweitdienstälteste
Bandmitglied. Zur heutigen Besetzung hatten wir schon gestern bei Roy
Ellis ausgeführt.
Live Video:
The Magic Touch - 2/3 - Jungle Lion
Am 17.09.2010 veröffentlichten sie ihr Debutalbum "Love
& Hate & Politricks" bei Grover Records. 2012 schoben
sie ihr zweites Album "Shocks Of Lightning", wiederum bei Grover
Records, hinterher. 2018 folgte mit "Fights The Evil Of The
World - Vol. 1"
ihr drittes
Werk, nunmehr beim Berliner Label "Get On! Records",
welches unter Führung von Fritz Bayer, als Gitarrist mit auf
der Bühne steht.
Live Video:
The Magic Touch - 3/3 - Rome Wasn't Built In A Day
Die Setlist enthielt folgende Songs: 1. Tripolis, 2. Got To Make A
Way, 3.
Hard Workin Man, 4.
Save European Home, 5.
Teardrops, 6.
Khyber Pass, 7.
Free Market, 8.
Jungle Lion, 9.
To You My Love, 10.
Rome Wasn't Built In A Day 11.
Pandschir Dub, 12.
Give It Up und 13.
Snatch It Back.
Während der Umbaupause treffen wir doch tatsächlich
auf Alexander Diescher und seine Frau Stella. Alexander haben
wir zuletzt vor reichlich 10 Jahren bei einem Konzert von Christafari
gesehen. Und der Name der Band deutet auch seine Mission
an. Alexander widmet sich besonders dem Christian Reggae und hat
natürlich alle Neuigkeiten auf diesem Gebiet immer dabei, die
wir gleich im Rahmen seiner nahezu unbegrenzten Predigt verordnet
bekommen. ;-) Da haben
wir demnächst wieder viel zu tun, um alles anzuhören
und anzusehen.
Nicht fehlen darf sein kleines Metallköfferchen, das ihn
schon fast 20 Jahre lang begleitet und inzwischen als sein
Markenzeichen mit den entsprechenden Aufklebern anzusehen ist. Darin
verpackt war bisher ein Mikrofon für seine
Interviews. Leider ist auf seiner Website
nicht so viel Bewegung, um sich zu dem Genre ständig und
systematisch oder übersichtlich informieren zu können.
Links:
Alexander & Stella - Beim This Is Ska wird es wohl etwas
schwierig sein, in seinem Sinne fündig zu werden. ;-)
Die
Uhr schlägt laut Running Order inzwischen 17:40 Uhr und
kündigt mit No Sports den nächsten Act des Festivals
an. Mit Baujahr 1985 hat die Band aus der Stuttgarter Gegend schon 36
Jahre Bühnenerfahrung auf dem Buckel. Neben Skaos, The
Busters, Blechreiz, The Braces und El Bosso & Die Ping Pongs,
gehört die Band zu den ersten Wegbereitern der deutschen
Ska-Szene. Diese Aussage konnten wir schon gestern bei Blechreiz
treffen. Und da alle guten Dinge drei sind, kommen wir heute zum
Abschluss des Festivals auch noch zu El Bosso & Die Ping Pongs.
Live Video:
No Sports - 1/2
Die Gründungsväter der Band waren im September: 1985
D.M.
Dollar, Gerald, Wenne und Flupp, und damit vier Mitglieder der
Punk-Band "Abenteuer unter Wasser". Aber schon ein paar Monate
später verließ Wenne die Band und
T´Schelle als Schlagzeuger und Ev und Klaus an Trompete und
Saxophon, kamen neu hinzu. Leider ging das immer so weiter und bis zur
ersten Auflösung im Jahr 2002 standen bei No Sports insgesamt
27 Musiker auf der Bühne.
Anfang 2005 fand sich die Band als "Nu Sports" wieder zusammen und
hielt es dieses Mal bis zum 5. Juli 2012 aus, um dann kurz danach am 3.
August 2012 und in neuer Besetzung, mit dem alten Namen "No Sports"
wieder zu starten.
Ihr erstes Album "King Ska" legte die Band 1989 vor. Über die
Zeit folgten 6 weitere Alben, und das aktuellste davon ist "Twang!"
aus diesem Jahr. Mit dem Veröffentlichungsdatum des 20.07. ist
es fast noch warm.
Live Video:
No Sports - 2/2
Gäbe es auf dem Festival einen Preis für die
actionreichste Show, wäre sicher No Sports der
aussichtsreichste Kandidat. Big Respect! Am besten klingt die Band,
zumindest meiner Meinung nach, wenn die E-Geige und das Schifferklavier
zur Höchstform auflaufen. Dummer Weise habe ich verpasst den
besten und somit stimmungsvollsten Song aufzuzeichnen. :-(
Trösten
wir uns mit dem nächsten Act nach der Umbaupause, der aus dem
baden-württembergischen
Schwieberdingen kommt und Spicy Roots
heißt. Wer Schwieberdingen nicht kennt, muss die Gemeinde
westlich von Ludwigsburg und nördlich von Stuttgart suchen.
Die Geschichte der sympathischen Sieben, wie sie sich nennen, geht bis
in
das Jahr 1994 zurück. Seitdem haben sie sich der
jamaikanischen Tanzmusik, dem Ska verschrieben. In den 90er Jahren
teilte die Band mit sämtlich international bekannten Ska-Acts
die Bühnen Deutschlands und begeisterten mit ihrem ganz
eigenen Sound.
Live Video:
Spicy Roots - 1/5 - No Changing End
Live Video:
Spicy Roots - 2/5 - Rock Steady
Ihr Debutalbum "One More" ist bei Elmo Records erschienen und geht auf
das Jahr 2001 zurück. Fünf Jahre später
folgte "Get Ready", dieses Mal auf ihrem eigenen Spicy Roots
Label. Insgesamt sind fünf Alben erschienen. Die bisher
aktuellste Scheibe stammt aus 2019 und heißt "Penny Black".
Live Video:
Spicy Roots - 3/5 - Ska My Number One
Live Video:
Spicy Roots - 4/5 - Freddy Rocksteady + Seven Day Weekend
Die sympathischen Sieben, die heute allerdings nur zu sechst sind,
liegen wirklich nicht falsch mit dieser Bezeichnung. Der
energiegeladene und partytaugliche Sound der Spicy
Roots besticht zudem durch melodischen Third Wave Ska. Die
treibenden Rhythmen und die eingängige Bläser- und
Gesangsmelodien, machen ihre Songs zu echten Ohrwürmern.
Sänger und Gitarrist Manuel Mack bedankt sich während
der Show im Namen der
Band bei den Veranstaltern des Festivals, dass sie heute zum ersten Mal
hier spielen
dürfen und erkennt besonders an, was dazu gehört ein
Festival dieses Umfangs 25 Jahre lang am Leben zu erhalten.
Live Video:
Spicy Roots - 5/5 - Run Away Run + New Year's Eve
Mit den Worten "Die geilsten Dinger sind die Schwieberdinger!",
verabschiedet schließlich Dr. Ring Ding die Band in die
nächste Umbaupause.
Nach der
Show sagt Manuel Mack, gefragt nach einem Statement zum Festival, noch
einmal dazu: "Wenn man seit 25 Jahren ein Festival auf die Beine
stellt, gibt es glaube ich nicht viel hinzuzufügen. Alle, die
schon länger mit Ska Musik unterwegs sind, egal ob als
Veranstalter oder als Band, haben schon unzählige kommen und
gehen gesehen. Diese Treue verdient allergrößten
Respekt und zeigt darüber hinaus den Suchtfaktor dieser
fantastischen Musikrichtung."
Nach
der eingängigen und melodischen Darbietung der Spicy Roots
wird es mit den nachfolgenden "The Offenders" allerdings wieder ein
ganzes
Stück härter, denn die Band hat sich 2tone-PunkRock
auf die Fahne geschrieben, wie sie ihren Stil selbst auf ihrer Website
beschreibt.
Die 2005 im italienischen Cosenza gegründete Band, besteht
aktuell aus vier Musikern. Seit 2009 halten sich die Offenders
auch in
Berlin auf, was den Auftritt beim This Is Ska während der
andauernden Corona-Pandemie sicher ein Stück einfacher gemacht
hat.
2007 stellte die Band ihr Debutalbum "Hooligan Reggae" vor, dessen
Titelsong zu einem Klassiker in der Underground-Ska-Punk-Szene wurde.
Inzwischen hat die lautstarke und von Punk dominierte Truppe 8 Alben am
Start. "Class Of
Nations" ist der bisher aktuellste Longplayer und wurde im November
2019 bei Long Beach Records Europe veröffentlicht. Es
heißt, die Platte würde eine Veränderung im
Sound der Offenders darstellen, der sich in einem direkteren
Streetpunk-Sound, kombiniert mit Folk-Elementen, zeigt. Zum ersten Mal
in
ihrer Karriere kommt auf der Platte auch eine Mandoline als weiteres
Lead-Instrument zum Einsatz. Das mag zumindest für unsere
Ohren ein Stück Verbesserung bringen, aber der musikalische
Kern der Band ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, leider immer noch
ein Stück zu weit weg von
unserem
Zielgebiet, um diesen korrekt beurteilen zu können. Das
überlassen wir lieber den Punk-Fans.
Die Musiker der Offenders sind im Einzelenen: Valerio (Gesang und
Gitarre), Checco
(Drums und Backgroundgesang),
Daniele (Gitarre und Backgroundgesang) und Janusz (Bass und
Backgroundgesang).
Live Video:
The Offenders - Rudeboys On The Dancefloor + Hooligan Reggae + ...
Soweit ein paar Eindrücke zu den Offenders, die mit einem
fulminanten Abschied und ein paar ihrer besten Songs noch einmal
richtig punkten können. Die Band lässt noch
schnell ein
Abschlussfoto vor den nach einer Zugabe rufenden Fans von sich
schießen, und
dann ist auch diese Show vorüber. Jetzt geht es leider schon
in die vorletzte Umbaupause des Festivals.
Wie
schon gestern Abend Roy Ellis persönlich angekündigt
hat, werden wir ihn nun gleich mit einem zweiten Set erleben. Ursache
des Ganzen ist die aus gesundheitlichen Gründen erfolgte
kurzfristige Absage von Vin Gordon. Als Backing Band wird
natürlich wieder The Magic Touch zum Einsatz kommen, die
sowieso an dieser Stelle auch für Vin Gordon gespielt
hätte. Bei allem Stress für die Umstellung
der Sets, haben aber alle Beteiligten noch großes
Glück, dass Roy Ellis und The Magic Touch schon eine
jahrzehntelange gemeinsame Bühnenerfahrung verbindet.
Kehren wir nun zum Zentrum unseres Geschmacks zurück und
genießen den Headliner des Tages. Versuchen wir, so viele
Eindrücke wie möglich einzufangen, ... von Anfang an.
Live Video:
Roy Ellis - 1/4 - Eastern Star + Ska Almighty + One Way Ticket To The
Moon + The Boss Is Back
Live Video:
Roy Ellis - 2/4 - Better Must Come + Skinhead Dem A Come
Wie schon gestern Abend, gibt es von Roy Ellis zwischen seinen Songs
auch viele Informationen über Inhalte und
Hintergründe seiner Titel auf Englisch und teilweise auch auf
Deutsch. Da haben wir die Videoaufnahmen natürlich
weitestgehend durchlaufen lassen. Da macht es wenig Sinn noch
einmal alles in Textform zu wiederholen. Einfach die Videos anschauen.
Mein Plan, die größten Teile der Show aus
nächster Nähe aufzunehmen, schlägt bald
fehl.
Wie bei Roy Ellis gewohnt, wird irgendwann die Bühne von den
Fans
geentert, dass kein Raum mehr für ordentliche
Aufnahmen bleibt. Zu Beginn des Ansturms kann ich ja noch meine Arme
"verlängern", aber irgendwann schubsen mich einfach ein paar
berauschte Mädels energisch von meiner Position, obwohl ich
nur am Rande
mit einer Bühnenkonstruktion im Rücken stehe.
Eigentlich ist genug Platz, ... aber ich störe sie wohl. Die
Aufnahme ist leider verdorben und wandert in den Papierkorb. :-(
Mein Rückzug und die Suche nach einer neuen Position nimmt
etwas Zeit in Anspruch, aber schließlich kann es weiter
gehen. Auf Grund der Entfernung ist es jetzt zwar deutlich
anstrengender
aber die neue Perspektive ist auch nicht ganz schlecht.
Ein Glück, dass wir "Sugar Dumpline" nicht verpasst haben,
denn da zeigt Roy Ellis wieder seinen Humor in Höchstform. Er
"reitet" doch tatsächlich auf einer aufgeblasenen riesigen Banane, die ein paar
polnische Mädels
mitgebracht haben. Bei "Skinhead Girl" und "Skinhead Moonstomp" sucht
er schließlich auch noch den direkten Kontakt zum Publikum
und steigt von der Bühne. Jetzt sehen wir von meiner Position
natürlich nichts mehr von ihm.
Live Video:
Roy Ellis - 3/4 - Pack Up Your Troubles + Sugar Dumpline + I
Was Busted + Skinhead Girl + Skinhead Moonstomp
Nach Skinhead Moonstomp verabschiedet sich Roy Ellis von der Massive,
nachdem er
natürlich erst wieder auf die Bühne geklettert ist.
Dabei bleibt es zum Glück nicht
und Roy Ellis kehrt noch einmal zurück, da die
Wünsche nach einer Zugabe nicht verstummen wollen. Ganz
ungeplant war das natürlich nicht.
Live Video:
Roy Ellis - 4/4 - These Boots Were Made For Stomping
Wie schon gestern Abend, lässt sich auch heute Dr. Ring Ding
nicht nehmen, mit Roy Ellis gemeinsam den Abschied vom
diesjährigen This Is Ska mit "These Boots Were Made For
Stomping" zu feiern.
Die Setlist enthielt folgende Songs: 1. Eastern Star, 2. Ska Almighty, 3.
You Can´t Leave Now, 4.
One Way Ticket To The Moon, 5.
The Boss Is Back, 6.
Grooving Out Of Life, 7.
Better Must Come One Day, 8.
The Skinheads Dem A Come, 9. Come
On & Dance With Me, 10. I
don`t Want You, I don`t Need You, 11. Pack
Up Your Troubles, 12. Sugar
Dumpline, 13. I
Was Busted, 14.
Skinhead Girl, 15.
Skinhead Moonstomp und 16.
These Boots Were Made For Stomping feat. Dr. Ring Ding.
Nach
der letzten Umbaupause kommen wir zu einer Band aus Münster,
die nach Richies Worten zu urteilen, nun die "Burg abreißen"
soll. Das wird sicher nicht passieren, aber wie schon zweimal im
Bericht angeführt gehören El Bosso & Die Ping
Pongs neben Skaos, The
Busters, Blechreiz und The Braces zu den Wegbereitern der
deutschen Ska-Szene in den letzten 1980er und den
frühen
1990er Jahren. Die Gründung der Band geht auf das Jahr 1985
zurück und da sie wie eingangs erwähnt aus
Münster kommt, war es wohl nicht zu vermeiden, dass
auch Richie aka Dr. Ring Ding dieser Formation mit
angehört.
;-)
Ihre erste Veröffentlichung, damals noch als
60-minütige Musikkassette, erfolgte im Jahr 1987 in Eigenregie
mit dem Titel "Bosso Live!". Das Debutalbum "El Bosso
& Die Ping Pongs"
folgte schließlich 1990 bei Pork Pie. Ein Jahr darauf
veröffentlichten sie
ihr Album "Ich bin
Touri", ebenfalls beim Label Pork Pie. Leider löste sich die
Band schon 1992, hauptsächlich aufgrund musikalischer
Differenzen, auf. Zum Abschluss gab es ein vierstündiges
Abschiedskonzert in der restlos ausverkauften Jovel Music Hall in
Münster. Dr. Ring Ding, damals noch als "Prof. Richie sen."
bei
El Bosso, gründete im selben Jahr die Band Dr. Ring Ding
& The Senior Allstars, und viele andere Projekte folgten bis
heute, wie wir wissen.
Live Video:
El Bosso & Die Ping Pongs - Mein Freund der Psychopath +
Katharin
Seit 2003 spielen El Bosso & Die Ping Pongs, die inzwischen
Kultstatus erreicht haben, wieder Livekonzerte und haben bereits zwei
weitere Alben mit "Tag vor dem Abend" (2012) und "Hier und jetzt oder
nie" (2014), beide bei Pork Pie veröffentlicht.
Darüber hinaus gibt es eine DVD, die 2007 mit dem Titel "Live
im Skater's Palace" bei Grover Records errschienen ist.
Mit durchgängig deutschen Texten und mitreißenden
Rhythmen, geht es immer weiter dem unvermeidlichen Ende des 24. This Is
Ska entgegen. Das als Pandemie-Edition erklärte Festival, aus
dem die Veranstalter noch mehr machen wollten, muss sich unserer
Meinung nach keineswegs "unter den Scheffel" stellen. Trotz der
gegenwärtigen widrigen Randbedingungen wurde ein
tolles Festival auf die Beine gestellt, welches sicher alle Besucher
zufrieden gestellt hat. Hoffen wir für die gesamte Branche,
dass es mit der Pandemie bald zu Ende geht, damit alle wieder ohne
Einschränkungen auf der Bühne ihre Kunst zeigen
können und davor wie früher gefeiert werden kann. Ihr
könnt alle dazu ein wenig beitragen. Also holt euch endlich
euren Piks, wer es noch nicht getan haben sollte. Sonst kommt die
Sch... vermutlich jedes Jahr immer wieder mit voller Wucht
zurück und die G-Regeln werden zum unvermeidbaren Standard in
unserem Alltag.
Soweit von der Rosslauer Wasserburg mit unseren Eindrücken von
dem
etwas verspäteten This Is Ska 2021. Mal sehen von wir uns als
nächstes melden können oder dürfen. Bleibt
negativ!
Copyright: www.reggaestory.de
Text: Peter Joachim
Fotos: Marion & Peter Joachim
Videos: Peter Joachim
Mein besonderer Dank geht an Jörg Folta und Franze Vogel als
Veranstalter, an alle Mitwirkenden hinter den Kulissen und
natürlich an alle Künstler
des This Is Ska 2021.