REGGAEVILLE
EASTER SPECIAL
18.04.2025 - HOLE⁴⁴ - BERLIN
Auch in diesem Jahr gab's zur Einstimmung auf die Festivalsaison der
Szene das beliebte Reggaeville Easter Special. Inzwischen war das schon
die zehnte Ausgabe dieses Festivals. Herzlichen Glückwunsch
und vielen Dank für viele schöne Konzerte! Wie im
vorigen Jahr tourte das Festival durch 5 deutsche Clubs,
ergänzt mit einer Station in den Niederlanden. Auch die
Reihenfolge war mit Köln,
München, Berlin, Dortmund,
Hamburg und Amsterdam, mit 2024 identisch. Bei der
Künstlerauswahl hat man unserer Meinung nach wieder ein gutes
Händchen gehabt. Besonders mit Ijahman Levi war eine Legende
am Start, die nach unserem Wissen schon über 10 Jahre nicht
mehr in Deutschland zu sehen war. Auch Kenyatta Hill, der das Erbe
seines Vaters Joseph Hill und Culture verblüffend authentisch
weiterträgt, stand 2013 zum letzten Mal in Berlin auf der
Bühne. Leider wurde das nicht überall
ausreichend gewürdigt und bei den von Konzerten verwöhnten
Berlinern musste man leider die Größe der Location
überdenken, weil das Feedback im Vorfeld des Festivals,
einfach nicht groß genug war. So mussten die Poster
und alle Ankündigungen überarbeitet werden, da man
vom ursprünglich geplanten Huxleys zur Hole⁴⁴
umdisponieren musste.
Aber hier nun
unsere Eindrücke des Abends.
Für 19:00 Uhr ist der Einlass und für 20:00 Uhr der
Beginn des Festivals angekündigt. Wir machen uns rechtzeitig
auf den Weg, da die Lage der Hole⁴⁴ in Neukölln ein paar
Parkplatzprobleme befürchten lässt. Als wir endlich
eine einsame Lücke gefunden haben, überlegen wir
schon diese wieder aufzugeben. In Neukölln herrschen eben
teilweise etwas andere Verhaltensregeln als anderswo. Da setzen sich
gleich mal die Kinder im Beisein der Eltern aufs Auto und Erwachse
verkennen unser Auto als Straßenbar. Wir sitzen noch ein
wenig im Auto bei unserem abendlichen Picknick und werden so immer
wieder etwas durchgerüttelt. Jetzt nur nichts dazu sagen, wenn
man nicht riskieren will, dass bei unserer Rückkehr das Auto
nicht mehr so aussieht wie vorher. Am Klinkerbau des
Jugendmigrationsdienstes neben unserer Parklücke ist der
Schriftzug "Fuck Israel" zu lesen, nebenan ist gerade der Bolzplatz in
Betrieb und auf der anderen Straßenseite werden einige
Haustürschwellen genau wie unser Auto benutzt. Dann hoffen wir
einmal, dass unsere Jamaikafahne in unserem alten Japaner keinen
Anstoß erregt.
Wir sind ein paar Minuten vor dem Einlass da und können noch
etwas vom Soundcheck mitbekommen. Aus verkehrstechnischen
Gründen haben sich einige Künstler auf dem Weg von
München nach Berlin ein wenig verspätet, so dass der
Einlass um zirka 30 Minuten verschoben werden muss. In der Berliner
Clubszene fällt das aber eher weniger ins Gewicht, da die
meisten Besucher tendenziell sowieso nicht viel eher kommen.
Jevaughn
Latty
Tori
Lattore, Jared Ansine und Janeel Mills
Hasani
"Snysh" Williams (Sound Engineer)
Der Merchandise und der Stand
von HELP
Jamaica! e.V. sind gerade im Aufbau und Hille checkt ein
letztes Mal sein SoundQuake
Soundsystem.
Help Jamaica
e.V. - ..., Janika Takats und Hilmar Keding
SoundQuake
Soundsystem mit Hille
Schließlich startet das Soundsystem und der Einlass kann
beginnen. Nach und nach füllt sich der Club und wir scheinen
nicht die einzigen Besucher zu sein, die hier zum ersten Mal
aufschlagen. Denn viele der eben Eingelassenen diskutieren auf der
Tanzfläche, wie schön es doch wäre
von der Galerie zu schauen, die wir anfangs noch gar nicht entdeckt
hatten. Als sich letztendlich herausstellt, dass dieser Bereich der
Öffentlichkeit zugänglich ist, weil immer mehr Leute
von oben herabschauen, wird auch die Galerie schnell besetzt. Bei
voller Auslastung der Kapazität des Clubs, können bis
zu 650 Leute einem Konzert beiwohnen.
Durchs weitere Programm führt heute Yugo Taguchi
aus dem
Berliner Blessed Love Team und dem zugehörigen Record Shop,
bekannt unter dem Titel buyreggae.com.
Yugo Taguchi
Der
erste Auftritt gehört heute Janeel Mills, die sich seit zirka
5 Jahren als Backgroundsinger bei Julian Marley, Sizzla, Nadine
Sutherland, Chris Martin und natürlich Romain Virgo einen
Namen gemacht hat. Ihre musikalischen Wurzeln liegen in Seaview
Gardens, eine Community im Stadtteil St. Andrew South von Kingston. Das
spiegelt sich auch in ihrer 2021 veröffentlichten Debutsingle
"In The Ghetto" wider. Ihre Leidenschaft für die Musik
entwickelte sie schon während ihrer Zeit an der High School
als Chor- und Bandmitglied.
Danach festigte sie ihre Fähigkeiten mit Auftritten bei
Unternehmensveranstaltungen und hat sich bis heute zu einer begehrten
Backgroundsängerin entwickelt. Ob sie da noch lange, aufgrund
ihrer
wachsenden Anzahl an Soloproduktionen, zur Verfügung stehen
wird, bleibt abzuwarten.
Heute besteht ihre einleitende Show erstmal nur aus zwei
Songs, zu denen auch der brandneue Song "Hope" gehört.
Danach
geht es im fliegenden Wechsel zu Tori Lattore die für ihren
Soloauftritt ein paar Minuten mehr Zeit zur Verfügung hat.
Tori-Ann Ivy, alias Tori Lattore, hat in den letzten Jahren einige
Singles veröffentlicht. So wie bei Janeel Mills, hat auch bei
ihr Irie Yute für Unterstützung gesorgt. Dies auch
bei ihrer 2023er Single "Be Awakened", die sie als
zweiten Song präsentiert. Tori Lattore ist ebenfalls
Backgroundsängerin von Romain Virgo. Auch bei ihr darf man
gespannt sein, wie lange sie für diesen Job
noch zur
Verfügung steht.
Tori-Ann's musikalische Reise begann schon in frühen Jahren,
als sie sich der jamaikanischen ASHE
Company anschloss. Ein Unternehmen, dass sich der
darstellenden Künste widmet. Dort verfeinerte sie ihren Gesang
und ihren Auftrittsstil und legte damit den Grundstein für
ihre Karriere. Darüber hinaus genoss sie eine musikalische
Ausbildung am renommierten Edna Manley College in Kingston. Inzwischen
war sie bereits als Backgroundsängerin bei Artists wie Etana,
Chevaughn, Wayne Marshall, Baby Cham, Notis Heavyweight
Rockaz, Agent Sasco, Jesse Royal und Romain Virgo zu erleben. Mit ihrer
Theatergruppe der ASHE Company tourte sie als Leadsängerin um
die ganze Welt und sorgte für Begeisterung.
Parallel baute sie schon an ihrer Solokarriere und hat schon diverse
Singles veröffentlicht, wie eingangs bereits
angeführt. Ihre neue Single "Take Me Higher" kann aktueller
nicht sein, denn sie
wurde am heutigen Tage veröffentlicht.
Live Video:
Janeel Mills & Tori Lattore
Nach zirka 10-15 Minuten ist dann auch ihre kurze Show zu Ende gegangen
und Yugo Taguchi leitet zum nächsten Artist über.
Mortimer
ist heute zum dritten Mal in Berlin. Seit 2023 jedes Jahr. Der
interessierte Berliner sollte also mindestens schon eine Show gesehen
haben. Mortimers erstes musikalisches Projekt "Message Music" mit 4
Songs, wurde zwar schon im Jahr 2014 bei VP veröffentlicht,
aber sein Durchbruch gelang ihm erst mit seiner 2019er EP "Fight The
Fight". Die EP mit 6 Songs hat mit "Lightning" und "Fight The Fight"
zwei großartige Hits am Start. Inzwischen hat es Mortimer
zweimal auf das Cover des Riddim-Mag geschafft und am 20. September
vergangenen Jahres sein lang erwartetes Debutalbum "From Within"
veröffentlicht.
Darauf auch wieder einige beeindruckende Hits wie "Not A Day Goes By",
"Where Would I Be" und andere.
Live Video:
Mortimer - 1/3 - Not A Day Goes By
Janeel Mills und Tori Lattore bleiben uns auch bei Mortimer als
Bestandteil der Bühnenshow erhalten. Ich sage bewusst das Wort
"Show", da Tori und Janeel nicht nur ihren Backgroundgesang beisteuern,
sondern auch ein echter Hingucker in Mimik, Gestik und Bewegung sind.
Da weiß man manchmal echt nicht, worauf man sich
konzentrieren soll.
Mortimer überzeugt in altbewährter Weise mit seiner
"golden voice" und überwiegend sanften und ruhigen Songs. Mit
"Not A Day Goes By", "My Child", "Lightning" oder "Fight The Fight",
wird er sicher auch diejenigen in seinen Fanclub akquiriert haben, die
ihn heute vielleicht zum ersten Mal gesehen bzw. gehört
haben.
Live Video:
Mortimer - 3/3 - Fight The Fight + ...
Mehr von Mortimer gibt's in früheren Konzert- oder
Festivalberichten auf dieser Seite.
Nach zirka 45 Minuten ist dann leider die Setlist von Mortimer
abgearbeitet und Yugo Taguchi übernimmt wieder die Moderation.
Weiter
geht's mit Romain
Virgo und natürlich mit Tori Lattore, Janeel Mills
und derselben Band. Genau mit dieser Besetzung haben wir Romain Virgo
auf dem vorjährigen Reggae Jam erleben dürfen. Auch
beim Reggaeville Easter Special ist Romain Virgo kein Neuling. Zuletzt
war er 2018 bei dem Festival zu Gast. Wir sind ihm schon seit 2011 "auf
den Fersen" und sind immer wieder beeindruckt von seiner unglaublichen
Energie und beeindruckenden Bühnenpräsenz, sowie
seinen inzwischen zahlreichen Hits, die er über die Jahre
veröffentlicht hat.
Deren Anzahl ist inzwischen so groß, dass man sie gar nicht mehr
in einer Show unterbringen könnte, schon gar nicht in zirka 50
Minuten. Da muss man irgendwo Abstriche hinnehmen. Heute mit dabei
Songs wie "Can't Sleep", "Who Feels It Knows It", "Rich In Love" und
viele andere. Diese natürlich alle in gewohnt feuriger und
nahezu atemloser Performance.
Sein aktuelles Album ist das im März 2024
veröffentlichte "The Gentle Man". Seit seinem 2010er Debut,
schlicht "Romain Virgo" genannt, ist das nun sein vierter Longplayer.
dazu kommen noch zwei EPs und zahlreiche Singles.
Nach 50 Minuten ist dann leider auch diese ausgezeichnete Show
vorüber. Vielen Dank auch an die Band, die Mortimer und Romain
Virgo begleitet hat. Die Musiker waren im Einzelnen: Makiri Whyte
(Drums), Jevaughn Latty (Bass), Jared Ansine (Gitarre), Nicholas und
Ottmar (Keys) und um den Sound kümmerte sich am Mischpult
Hasani "Snysh" Williams.
Nun geht es erst einmal in die Pause und ein paar Umbauarbeiten werden
für die folgende Band vorgenommen, die für die
nächsten beiden Acts als Backing Band spielen wird.
Wir nutzen die Zeit, um einen Versuch zu starten, die einzelnen
Künstler des Abends besuchen zu können. Aber zuerst
müssen wir Pauline Hill, der Frau der leider schon
verstorbenen Legende Joseph "Culture" Hill, einen Besuch abstatten, die
wir am Merchandise gesichtet haben. Da unser Treffen schon 12 Jahre
zurückliegt, kann sie mich natürlich nicht gleich
einordnen und ich kann in aller Ruhe das Foto von ihr auspacken und
wortlos vorhalten. Das ist ein Spaß, als sich Pauline laut
aufschreiend auf dem Foto erkennt und dieses danach gemeinsam mit
Ijahman Levi's Frau auswertet.
Annette
"Ann" Marie Sutherland und Pauline Hill
Aber nun zu unserem Backstagebesuch.
Eigentlich war ja angedacht zunächst nur die gerade
aufgetretenen Künstler zu sprechen und die anderen erst zum
Schluss des Festivals, aber da gerade noch etwas Zeit ist und Ijahman,
Telford und Kenyatta auch gut gelaunt zur Verfügung stehen,
nutzen wir natürlich gerne diese Chance.
Hier ein paar
ausgewählte Impressionen davon.
Mortimer mit
dem Foto von unserem letzten
Treffen im März 2024 und Romain Virgo mit dem Riddim
Mag Nummer 118 (Oktober 2024)
Janeel Mills
& Tori Lattore mit ihren "Words of wisdom"
Kenyatta
"Culture" Hill bei der Auswahl der für ihn zutreffenden Fotos
Telford
Nelson (Culture)
Ijahman Levi
Ijahman Levi
- Albumcover - "Hail I Hymn" (1978) und "Versatile Life" (2006)
Ganz nebenbei hat Reggaeville ein Shorty von der Situation gedreht,
welches ihr hier
ansehen könnt.
Unsere im Kopf zurechtgelegte "To Do List" konnten wir bei der
Fülle an Artists und der zur Verfügung
stehenden Zeit natürlich nicht in jedem Punkt im Auge
behalten. Ijahman muss nun auf die Bühne und wir
natürlich davor. Wir werden am Ende des Festivals noch einen
Nachschlag versuchen.
Die
zweite Band, spielt sich schon mit einem Intro ein und dies
natürlich so, dass man auch bei verpasster Moderation
von Yugo Taguchi gleich hört, wer nun als nächster
Artist die Bühne
betreten wird. Ursprünglich war ja Ijahman Levi für
den letzten Auftritt geplant, aber nun hat man noch einmal mit Culture
getauscht.
Es spielen Sam Koné (Drums), Dominique Marie Joseph
(Bass), Xavier Bègue alias Kubix (Guitar), Muctaru Wurie
& Johnson Kingue (Keys) und am
Mischpult
ist Timour Cardenas alias
Timray Brown für den richtigen Sound verantwortlich.
Live Video:
Ijahman Levi - 1/3 - Africa + Ring The Alarm + Witness
Wir hatten erst zweimal das Glück, zuletzt in
2012, Ijahman Levi live zu erleben und freuen uns ganz
besonders, diesen
außergewöhnlichen Künstler endlich wieder
einmal auf der Bühne zu sehen. Alle Songs die man so kennt und
sich wünschen würde, wie z.B. "Ring The Alarm", "Jah
Heavy Load", "Witness", "Are We A Warrior" und viele andere, treiben
einem nahezu die Tränen in die Augen. Wie gewohnt
präsentiert Ijahman seine Songs ohne Eile und in angenehmer
Länge. Das schafft auch viel Raum für schöne
Solis der einzelnen Musiker.
Live Video:
Ijahman Levi - 2/3 - War + Are We A Warrior + Jah Is No Secret
Ich versuche mal einen Positionswechsel, da es im allgemeinen
Begeisterungstaumel der Fans vor der
Bühne zunehmend schwieriger wird, ordentliche Aufnahmen
hinzubekommen. Leider habe ich einen denkbar schlechten Zeitpunkt
für den Wechsel ausgesucht und erwische ausgerechnet "War".
Zum Glück ist auch dieser Song recht lang, um noch eine
angenehme Länge zu erwischen.
Ein unglaublicher Sound. Die Band läuft zur
Höchstform auf und das Soli von Kubix muss man ganz einfach
erlebt haben.
Live Video:
Ijahman Levi - 3/3 - In Memory Of Bob Marley + Jah Heavy Load + ...
Ijahman Levi kam am 21. Juni 1946 als Trevor Sutherland in
Christiana, im mittleren Süden von Jamaika zur Welt. Damit
steht in Kürze sein 79ster Geburtstag ins Haus. Seine
ersten musikalischen Schritte machte er als er mit 17
Jahren nach London ging, und dort mit verschiedenen Bands
auftrat. 1966 veröffentlichte er seine erste Single "As Long
As There Is Love". Sein Debutalbum "Hail I Hymn"
veröffentlichte er 1978 bei Island Records in Jamaika.
Inzwischen stehen in seiner Discography über 25 Alben und ein
neuer Longplayer mit dem Titel "The Seer" ist in Arbeit.
Soweit
nur ganz kurz ein paar biografische Daten. Wer sich näher mit
der Biografie von Jjahman Levi befassen möchte, der sei auf
das aktuelle Riddim Mag mit der Nummer 120
verwiesen. Dort gibt es in einem ausführlichen Artikel von
David Katz alle nötigen Informationen.
Nach zirka einer Stunde ist dann leider dieses
außerordentliche Konzert vorüber. Wenn es nach dem
Publikum gehen würde, welches Ijahman Levi natürlich
gebührend feiert, würde er wohl noch lange
weitermachen müssen. Wer noch nicht genug hat, kann aber immer
noch einen der weiteren Termine auf seiner mit 41 Stationen
bestückten Europatour ins Auge fassen, die er zusammen mit
Culture
bestreitet.
In
diesem Sinne sind wir nun auch Bei Culture feat. Kenyatta Hill
angelangt, zu dem wiederum Yugo Taguchi für die passende
Überleitung sorgt.
Auch bei Culture bzw. Kenyatta Hill ist es für uns eine Ewigkeit
her, als wir die letzte Möglichkeit hatten sie zu sehen. Wenn
Corona nicht dazwischengekommen wäre, hätten wir sie
zwar schon ein paar Jahre früher sehen können, da es
schon Planungen für Termine in Deutschland gab, aber es sollte
eben nicht sein. So sind für uns sage und schreibe 12 Jahre
ohne Culture dahingegangen.
Live Video:
Culture ft. Kenyatta Hill - 1/8
Nach einem Intro der Band, ist Telford Nelson, das einzige noch
verbleibende Mitglied des zuletzt gewohnten ehemaligen Trios Culture,
welches die Bühne betritt. Sein Gesangspartner Albert Walker,
werden wir nach gegenwärtigem Stand der Dinge wohl nicht mehr live auf
der
Bühne sehen. Telford sagte nur so viel zu uns, dass Albert
müde geworden sei und nicht bei der Tour dabei ist. Ja und
Joseph
Hill hatten wir leider schon am 19.08.2006 an Jah verloren.
Für
Albert steht heute Jimhigh neben Telford.
Live Video:
Culture ft. Kenyatta Hill - 3/8 - Addis Ababa
Ja und nicht zu vergessen natürlich Kenyatta Hill, ohne den es
Culture vermutlich nicht mehr geben würde. Als Sohn von Joseph
Hill hat er zum Glück die Stimme seines Vaters geerbt und
trägt nun die Hits von Culture weiter in die Zukunft. Seine
eigenen Songs, unter denen es inzwischen auch einige Hits gibt, sind
manchmal kaum vom Klangbild zu den Songs seines Vaters zu
unterscheiden. Was für ein Glück, dass sich Kenyatta
bei
seiner beabsichtigten musikalischen Laufbahn umentschieden hat, denn
ursprünglich wollte er eine völlig andere Richtung
einschlagen.
Live Video:
Culture ft. Kenyatta Hill - 4/8 - Zion Gate
Es ist eine schöne Erinnerung die alten Hits von Culture zu
hören, die Kenyatta mit seinen eigenen Songs mixt.
Während zahlreiche Fans voller Begeisterung mitsingen, lichten
sich völlig unverständlicher Weise die Reihen vor der
Bühne. Vermutlich ist es die jüngere Generation, die
Joseph Hill noch nie gesehen haben und sich deshalb in die
Interpretation von Kenyatta nicht richtig hineinversetzen
können. Ich kann es mir nicht erklären, denn die Hits
von Culture müssten auch den jüngeren Fans bekannt
sein, wenn man sich für Reggae interessiert. Aber uns soll das
natürlich nicht weiter stören. Hauptsache Kenyatta
denkt nicht, er macht seine Sache nicht gut genug. Das ganze Gegenteil
ist natürlich der Fall.
Live Video:
Culture ft. Kenytta Hill - 6/8 - Two Sevens Clash
Live Video:
Culture ft. Kenytta Hill - 7/8 - International Herb
Unser Ausflug in die besten Zeiten von Culture und Kenyatta Hill's
eigenen Songs, sowie ein Abstecher zu Bob Marley's "Redemption Song"
dauert über eine Stunde. Vielen Dank an Kanyatta, Telford,
Jimhigh, Kubix und all die anderen Künstler dieser
beeindruckenden Show. Zur vollen Glückseligkeit der Fans von
Culture fehlt nur noch die Platte mit unveröffentlichten Songs
von Joseph Hill am Merchandise. Immerhin hat uns Kenyatta schon vor 12
Jahren offenbart, dass ihm noch umfangreiches Material seines Vaters
zur
Verfügung steht. Hoffen wir, dass er uns noch irgendwann damit
überrascht.
Mit "Behold" und "I'm Not Ashamed" setzen Culture feat. Kenyatta Hill
dann schließlich den grandiosen Schlusspunkt unter das
Festival.
Live Video:
Culture ft. Kenyatta Hill - 8/8 - Behold + I'm Not Ashamed
Das
war es nun leider schon wieder mit dem Reggaeville Easter Special in
Berlin.
Die Band beräumt nach und nach die Bühne und Ann und
Pauline den Merchandise. Während der Sicherheitsdienst so
langsam versucht die Hole⁴⁴ vom verbliebenen noch
fachsimpelnden Publikum zu befreien, bemühen wir uns noch
einmal um einen kurzen Backstagebesuch, um die letzten noch offenen
Punkte unserer
Wünsche umzusetzen, für die in der Pause keine Zeit
mehr war.
Kenyatta Hill
Ijahman Levi
mit dem Riddim Mag 120
(Ausgabe 02/2025)
Soweit ein letzter Gruß aus dem Backstage
der Hole⁴⁴ in Berlin.
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!
Copyright:
www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim
Frühere
Festivalberichte:
Reggaeville Easter Special 2018
Reggaeville Easter Special 2019
Reggaeville Easter Special 2023
Reggaeville Easter Special 2024