Seit ihrer ersten Presse in der 2011er
September/Oktober Ausgabe der RIDDIM, hat die bis damals
hier unbekannte Band begonnen, nahezu alle
europäischen Festivals und Clubs aufzurollen. Ab 2012 gab es
Jahr für Jahr erneut die Gelegenheit Raging Fyah in Europa und
Deutschland zu erleben. So dürfte es inzwischen keinen Reggae
Fan mehr geben, der nicht mindestens für einen Konzertbesuch
die Möglichkeit gehabt hätte. Die
äußerst sympathische Truppe hat zumindest alles
getan was ging, um ihre Musik als unverzichtbaren Bestandteil in
jedermans Plattensammlung zu platzieren. Laut Management wird es aber
nun
dieses Jahr die erste Festivalpause in Deutschland geben.
In den
Clubs hat man allerdings immer noch etwas Potential gesehen, so
dass trotzdem noch drei deutsche Städte mit
Köln,
München und Berlin auf dem Plan standen.
Hier die Stationen der "Destiny Spring Tour 2015", die nach dem
aktuellen 2014er Album benannt worden ist.
Die
Gründung von Raging Fyah erfolgte im Jahr 2006 und setzte sich
ursprünglich aus 6 Mitgliedern zusammen. Das sind: Delroy
"Pele" Hamilton (Bass Guitar/Singer), Courtland "Gizmo" White
(Guitar/Singer), Anthony "Toni" Watson (Drums/Singer), Kumar Bent (Lead
Singer/Guitar), Mahlon Moving (Engineer/Singer) und Demar "Kojo" Gayle
(Keyboarder). Im Jahr 2014 hat Engineer Mahlon Moving die Truppe
verlassen und sich den No Maddz angeschlossen.
Diesbezüglich sollte man endlich einmal sämtliche
kursierenden alten
Pressebilder aus dem Verkehr ziehen oder auf den aktuellen Stand
bringen. Da dies noch nicht passiert ist, sehen wir auch
noch im Jahr 2015 Mahlon Moving von den Postern blicken. Als Freund
der Band (kein offizielles Mitglied),
ist dafür nunmehr als zweiter Keyboarder Andre Dennis, alias
Spyder, hinzugestoßen. Auch diese Um- bzw.
ergänzende Besetzung, konnten wir schon 2014 bei den Festivals
in Aktion sehen.
Nach ihrem 2011er Debutalbum „Judgement Day: Music For The
Rebels“, folgte am 17. Juni 2014 ihr neues Album
„Destiny“. Warum man ein paar Tage
später eine weitere Auflage im Doppelpack mit dem Debutalbum
"Judgement Day" nachschob, obwohl das Debutalbum noch erhältlich war
und ist, erzeugte etwas Verwirrung. Zumal das Doppelalbum
günstiger zu ergattern war, als die Einzelversion von
"Destiny".
Lassen wir nun ein paar Eindrücke aus dem Berliner YAAM Revue
passieren.
Heute landen wir zum ersten Mal seit Jahren auf einem
Bezahlparkplatz am Ostbahnhof. Wenn die O₂ World hell erleuchtet ist,
ist das gleichzeitig das Signal für eine schlechte
Parkplatzsituation. Also ziehen wir eine Karte und fahren durch die
Schranke. Es ist kalt und regnerisch. Vor dem YAAM sieht es
verdächtig aufgeräumt aus. Sollte man das Thema mit
Raging
Fyah etwa tatsächlich überreizt haben? Im
großen Saal
wird heute Theater gespielt. Das Konzert mit Raging Fyah hat man in den
kleinen Saal verlegt, der mit 250-300 Besuchern
Fassungsvermögen,
an seine Grenzen stoßen dürfte. Auch auf der
Bühne muss
man sich heute etwas einschränken. So hat man einen Teil der
Technik auf Transportkisten davor platziert,
um etwas Platz zu gewinnen.
Gegen
21:40 Uhr beginnt mit Chris
Toppa
und seiner Akustikgitarre das Vorprogramm. Christian Hankammer, wie
Chris bürgerlich heißt, wurde 1991 geboren und kommt
aus Wülfrath, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, in der
Nähe von Wuppertal. Als Reggae-Musiker
veröffentlichte er am 11.07.2014 sein Debutalbum "Connected".
Als Schauspieler gastierte er in den deutschen Seifenopern "Unter Uns"
und "Verbotene Liebe". Chris Toppa ist bereits als Support bei Macka B,
Sebastian, Sturm, Jahcoustix, Capleton, Tarrus Riley und anderen
Artists aufgetreten.
Heute nun
wärmt er die Massive für Raging Fyah auf, was ihm
ganz gut gelingt. Immerhin schafft er es, dass bei einigen seiner
Stücke kräftig mitgesungen wird.
Nach ungefähr einem halben Stündchen ist
schließlich Raging Fyah an der Reihe.
Mit inzwischen bei jederman ins Blut übergegangenen Hits, aus
ihrem 2011er Debutalbum "Judgement Day", wird die Show
eröffnet. Eigentlich gibt es ja kaum einen Titel der Band, der
nicht zu einem Ohrwurm geworden ist. So ist natürlich von
Anfang an die beste Stimmung im Saal und Mitsingen angesagt.
Live
Video:
Raging Fyah - 1/7 - Step Outta Babylon + Irie Vibe + Music
Isn´t Biased
Es dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein, das Konzert
in den kleinen Saal zu verlegen. Immerhin ist so der Platz gut
ausgelastet, was natürlich der Atmosphäre bedeutend
dienlicher ist, als eine nur teilweise gefüllte
große Halle.
Live
Video:
Raging Fyah - 2/7 - Mankind
Bestandteil der heutigen Show sind natürlich auch eine Reihe
von Titeln ihres aktuellen Albums "Destiny". Einer davon ist "Jah
Glory", der auch der größte Hitkandidat der
neuen Scheibe sein dürfte. Heute wird das Stück
gleich um ein paar Cover von Morgan Heritage und Bob Marley
ausgeweitet. Allein schon der Anfang jagt mir jedes Mal von neuem einen
Schauer über den Rücken.
Für Videoaufnahmen ist die heutige Bühnenbeleuchtung
nicht gerade günstig. Lediglich Keyboarder Kojo und die
Percussions befinden sich in einem beständigen Lichtschein.
Schade.
Mit "First Love", ebenfalls vom Album "Destiny", geht es gleich im
Anschluss mit etwas ruhigeren Tönen weiter. Leadsinger Kumar
legt dazu seine Gitarre zur Seite, was eher nicht so oft passiert.
Live
Video:
Raging Fyah - 4/7 - First Love
Dann wieder Ohrwürmer des Debutalbums, unter anderem der
Titeltrack "Judgement Day". Heute mit extralangem Vorspiel, das es
selten in diesem Umfang zu hören gibt. Der Sound ist einfach
nur Spitzenklasse. Die nächste "Gänsehaut" ist kaum
zu vermeiden.
Unter den Besuchern ist heute Bernd "Sheriff" Lagemann, der Organisator
des Reggae Jam
von Bersenbrück, der die Show gebannt verfolgt. Sein Reggae
Jam konnte in diesem Jahr zum siebenten Mal in Folge, den ersten Platz
für das beste Festival, im Riddim-Leserpoll verteidigen.
Live
Video:
Raging Fyah - 5/7 - Judgement Day
Nach "Judgement Day" geht es erst einmal in eine kurze Pause und die
Musiker verlassen die Bühne. Eine Zugabe ist
natürlich vorprogrammiert. Jaszol feuert die Massive zu
Sprechchören für Raging Fyah an, und bald darauf
steht die Band wieder auf der Bühne. Pele, Bassist der Band,
kündigt Sheriff als Special Guest an, der ganz spontan zu
"Dance With You", auch auf dem neuen Album "Destiny", die Percussions
bearbeitet. Alles aus dem Gefühl heraus. Wie mir Sheriff
später erzählt, war ihm das Stück noch gar
nicht bekannt. Den Mut muss man erst einmal haben. Respekt!
Live
Video:
Raging Fyah & Sheriff - 6/7 - Dance With You
"Dance With You" klingt live bedeutend besser, als es die Aufnahme des
Albums hergibt. Der Klangkörper der Band scheint sich in
vielen Dingen weiterentwickelt zu haben. Als ich ihre Show zuletzt im
vorigen Jahr erleben konnte, habe ich sie nicht so in
Erinnerung wie sie sich heute präsentiert. Schon vor der Show
hatte mir das Tourmanagement prophezeit: "Die Band ist besser
geworden. Das wirst du gleich sehen!". Zu dieser Ansicht bin ich jetzt
auch unweigerlich gekommen.
Inzwischen haben wir Mitternacht ein ganzes Stück
überschritten und steuern dem unvermeidlichen Ende der Show
entgegen. Es gibt auch noch Stücke, die auf keinem der beiden
Alben vertreten sind, wie "Sunshine In My Life" oder "My Conversation",
eine alte Rocksteady-Nummer von den Uniques
& Slim
Smith auf dem "My Conversation Riddim". Wer die alte Version
noch einmal hören möchte einfach hier
klicken.
Hier noch die letzten Videoaufnahmen des Abends, die aber noch nicht
den Abschluss der Show darstellen.
Live
Video:
Raging Fyah - 7/7 - Sunshine In My Life + My Conversation
Obwohl ich Raging Fyah in den wenigen Jahren ihrer
europäischen Bühnenpräsenz, nun schon zum
fünften Mal besuche, ist meinerseits noch keine
Übersättigung eingetreten. Ist man erst einmal vor
der Bühne angekommen, wird man immer wieder erneut
mitgerissen, zumal sich die Band stets positiv weiter entwickelt, wie
wir heute deutlich feststellen konnten.
Soweit die Band auf der Bühne, von allen Seiten und in allen
Posen. ;-)
Aber hier trotzdem noch als persönliches
Sahnehäubchen des Abends, ein paar Backstage-Impressionen, von
einer bestens gelaunten Band, wie wir sie kennen.
Courtland
"Gizmo" White und Delroy "Pele" Hamilton
Bernd
"Sheriff" Lagemann und Delroy "Pele" Hamilton
G-Mac
kommt wie Raging Fyah aus Jamaica, ist überwiegend ein
Vertreter des
Dancehall, hat aber auch Reggae und Lovers Rock im Gepäck.
Geboren und aufgewachsen ist er in Kingston. Seine musikalische
Laufbahn begann mit 13 Jahren in der Gospelgruppe Shade. Sein
großes Vorbild ist Sizzla Kalonji, und so ist es auch kein
Wunder, dass er für seinen Aufenthaltsort den Judgement Yard
angibt. Erstmalig nach Europa kam er 2011. Im Zeitraum 2012 bis 2013
war er mit dem Soundsystem City
Lock
erneut in Europa auf Tour. Weitere Buchungen folgten. Diese Nacht wird
er im
Rahmen seiner 2015er Europa-Tour und der Supersonic
Night, irgendwann im
Nachbarsaal auftreten. Für seinen Berliner Auftritt
natürlich wiederum mit City Lock.
Von links:
Gizmo, Kojo, Spyder, ..., Chris Toppa, Kumar, ..., Toni Vorn: ...
Beenden wir an dieser Stelle unser Date mit Raging Fyah. Wir
wünschen der Band noch eine schöne Tour und begeben
uns auf den Heimweg. Dies natürlich nicht, ohne einen
kurzen Abstecher in den Nachbarsaal zur Supersonic Night zu machen. Wer
jetzt noch nicht genug hat, kann hier noch feiern bis in den Morgen
hinein.
Copyright:
www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim
Mein Dank geht an Christoph von Revelation
Concerts, Jaszol, das YAAM
Team und
natürlich ganz besonders an die Künstler des Abends.