THE
SILVERTONES AND MANY MORE @
ORTWIN & SHERIFF BIRTHDAY BASH
14.07.2017 - YAAM BERLIN
Reggae
Jam Bersenbrück + YAAM Berlin =
Reggae YAAM, so einfach ist Mathematik im Reggae Style, zumindest wenn
sich die obersten Promoter des Reggae Jam und des YAAM für
ihre Geburtstagsparty zusammenschmeißen. Bernd "Sheriff"
Lagemann, Gründer des beliebtesten Reggae Festivals
Deutschlands, feierte sein halbes Jahrhundert gemeinsam mit Ortwin Rau,
dem Clubchef eines der besten Reggae Clubs des Landes. Neben ihren
besten Freunden waren natürlich eine ganze Reihe von
Künstlern, Soundsystems und alle Liebhaber von Reggae und
Dancehall geladen. Als Headliner der Party wurden The Silvertones
aus Jamaica verpflichtet, die sich gerade auf großer
Europatour befanden und
so schon einmal für das spätere Reggae Jam
"vorglühen"
konnten.
Hier ein paar Eindrücke
von dem Event
Bevor es in der Dancehall zur Sache geht, gibt es im erweiterten
Backstagebereich mit gesondertem Zugang ein groß angelegtes
Buffet mit allerhand Leckereien. Auch die Bar ist natürlich
voll bestückt, an der man heute nicht einmal Geld
benötigt, sofern man sich auf bestimmte Getränke
beschränkt. An den Durchgängen zur Dancehall ist nun
auch eine Timetable zur Running Order aufgehangen, die man die Tage
zuvor noch nirgends finden konnte. Einige der bisher
angekündigten Künstler sind leider nicht mehr darauf
zu finden. Warum das so ist kann man erahnen, wenn man verfolgt wie
langsam sich der Saal füllt und letztendlich lange nicht
ausgelastet ist. Lange Zeit sind leider im Bereich der Geburtstagsparty
mehr Gäste als im Konzertbereich. Dementsprechend verschiebt
sich auch der Start des Bühnenprogramms ein Stück
nach hinten, was bei voll besetzter Running Order sicher schwierig
geworden wäre, wenn die letzten Gäste nicht gerade
die Morgensonne sehen sollen.
Jahcoustix
bereitet sich auf seinen Auftritt vor.
Als
ersten Künstler auf der Bühne erwischt es allerdings
wieder einmal Ray Darwin. Der nimmt es natürlich mit Humor und
meint zu mir: "Nein nein, ich bin nicht der erste, sondern die
Nachspeise zum Buffet." Beim Reggae Jam hatten wir schon mehrmals Teile
seiner Show verpasst, da er Sonntag als erster Act auf der
Bühne stand und wir leider noch nicht davor. Heute ist das
natürlich kein Problem da jederman ausgeschlafen ist und noch
nicht mehrere Festivaltage hinter sich hat. Schade ist nur, dass Ray
Darwin nicht wie geplant mit der Evolution Band sondern nur mit
Soundsystem auftritt.
Ray Darwins aktuelles Album ist nach wie
vor sein 2011er "Peoples Choice" mit dem unvergesslichen
gleichnamigen Hit aus dem Jahr 2006. Sein neues Album ist leider
immer noch nicht fertig. Seit einigen Jahren ist es
schon im Gespräch, aber wann nun tatsächlich die
Veröffentlichung ansteht, ist immer noch nicht zu erfahren.
Offenbar hält es da Ray genauso wie mit
seinem Geburtsjahr, ... das bleibt auch noch geheim.
Ray Darwin
backed by Jan Haze von Sensi Movement
Links:
Sheriff & Barney Millah
Ray Darwin wurde in Buff Bay, im Portland Parish von Jamaica
geboren. Als Jugendlicher emigrierte er nach New York, wo er 25 Jahre
lang lebte. 2002 zog er schließlich
nach Deutschland, wo er kurzzeitig eine Karriere als
Popsänger versuchte und noch im selben Jahr die Singles "Don't
Let Me Be
Misunderstood" und "You've
Lost That Lovin' Feelin'" auf dem Label
"Edel Records"
veröffentlichte. Bald darauf entdeckte er aber seine Liebe
für den Reggae, was schon seine Version von "Don´t
Let Me Be Misunderstood" erahnen ließ und
veröffentlichte 2006 in Jamaica
seinen Megahit "People´s
Choice". Gegenwärtig lebt
der Sänger in Hamburg und arbeitet an seinem zweiten
Longplayer.
Live
Video: Ray
Darwin - 1/3 - Peoples Choice + Money In My Pocket
Im Nachhinein ist Ray mit seiner Show völlig unzufrieden und
meint: "Die Performance repräsentiert nicht, was ich drauf
habe!" Nunja, uns hat es trotzdem gefallen, aber Ray zu Liebe
veröffentlichen wir wunschgemäß nur ein
Video an dieser Stelle, auch wenn
wir an den anderen nichts Peinliches entdecken können,
außer das vielleicht ein paar Bob Marley Songs
zu viel bei der Show dabei waren.
Nächster
Act ist Jahcoustix, Publikumsliebling und Teil der Speerspitze des
Roots
Reggae in Deutschland. "Seriously Positive" heißt sein
siebenter Longplayer und wurde am 03. Juni 2016
veröffentlicht. Leider muss auch Jahcoustix im Rahmen der
Sparmaßnahmen ohne Band an den Start gehen. Da Jahcoustix
aber auch oft allein mit Gitarre auftritt
und
sein 2013er Erfolgsalbum "Frequency" im Jahr 2014 noch einmal als
Acoustic Version veröffentlicht wurde, liegt es nahe heute
ein Acoustic Programm zu bieten. Und mal ganz ehrlich, Jahcoustix mit
Soundsystem kann ich mir auch nicht so recht vorstellen.
Live
Video:
Jahcoustix - 1/2 - Old Tongue (Acoustic)
Leider gibt es auch Typen die mit Jahcoustix und Acoustic
überhaupt nichts anfangen können. Einer
stört permanent laut die Show mit irgendwelchen
blöden Kommentaren und sagt sogar den bösen Satz mit
der Weide. Er lehnt den überwiegenden Teil des Programms
demonstrativ mit dem Rücken zur Bühne an der
Absperrung. Vielleicht ist das auch gut so, so muss sich Jahcoustix
diesen unsäglichen Blödsinn nicht direkt
anhören.
Live
Video:
Jahcoustix - 2/2 - Caution (Acoustic)
Inzwischen
sind auch schon die Silvertones
eingetroffen und bereiten sich auf
ihren Auftritt vor. Es ist 5 Jahre her als wir die Silvertones
persönlich kennenlernen durften. Damals traten sie mit
Sheriff´s Soundpatrol beim Reggae Jam in Bersenbrück
auf. Heute werden sie mit der Six Nation Band an den Start gehen, die
wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Es ist
tatsächlich schon über 10 Jahre her, dass wir sie
beim Jamaican & Kingsfield Reggae Festival in
Höchstenbach gesehen haben. So sind wir natürlich
außerordentlich gespannt, was uns heute für ein
Konzerterlebnis bevorsteht.
The Silvertones ganz in weiß vor der Show, mit Joel "Kush"
Brown, Keith "Silvertone" Coley und Anthony Feurtado.
Gründungsmitglied Gilmore Grant ist nicht mehr dabei, da er
leider im April 2016 verstarb.
Bevor die Show der Silvertones ihren Lauf nimmt, werden
natürlich zuerst einmal die "Geburtstagskinder" Ortwin und
Sheriff zur Gratulation auf die Bühne gebeten. Inzwischen ist
schon der Sonntag angebrochen und Sheriff schon wieder ein Tag
älter. Ortwin hatte bereits am Freitag sein Jubiläum.
Der
folgende Song "Midnight Hour" passt glatt zur aktuellen Stunde.
Live
Video: The
Silvertones - 1/10 - Happy Birthday Ortwin & Sheriff + Midnight
Hour
Die Six Nation
Band ist heute mit 8
Musikern angetreten, zwei Keyboarder, Drums, Bass, Guitar, zwei
Bläser, Percussion und Backgroundsängerin Suani
Maleah. Der
ansonsten als Leadsinger agierende Pachango ist heute für
Moderation und Percussion zuständig. Von der offiziellen
Bandzusammenstellung von vor 10 Jahren, sind heute nur
noch Pachango, Toby Nambur an den Drums und Moe "Basshead" Shalia am
Bass mit im Boot.
Live
Video: The
Silvertones - 2/10 - Gun Fever
Suani,
Pachango und Moe
Keith
"Silvertone" Coley und Anthony Feurtado
Joel "Kush"
Brown
Live
Video: The
Silvertones - 3/10 - Smile / Dance This Reggae Music
Es war 1964 als Delroy Denton, Keith Coley und Gilmore Grant zusammen
kamen, um die Gruppe "The Silvertones" zu
gründen. Ihre ersten beiden Singles "True Confession"
und "It´s Real" nahmen sie 1965 auf. Sie wurden von Arthur "Duke"
Reid
produziert und 1966 auf dem 1965 gegründeten Dr. Bird Label
und parallel auf Duke Reid´s Treasure Isle Label
veröffentlicht. Dies führte das Vokaltrio in
Jamaica sofort zum
Erfolg.
Unterstützt wurden sie bei "It´s Real" von Lynn Tait
& The Boys und bei "True Confession" von Tommy McCook &
The Supersonics.
Live
Video: The
Silvertones - 4/10 - Baby Love
Es folgten zahlreiche weitere Singles wie "Raindrops", "Whoo Baby",
"Cool Down", "Old Man River" und viele andere. Ihr 1968er Hit und
Coverversion
von Wilson Pickett´s 1966er "Midnight Hour" wurde gleich in
10 verschiedenen Auflagen für Soul Shot und Treasure Isle
gepresst. Sie arbeiteten weiterhin mit Produzenten und Labels wie
Clancy
Eccles (Clan Disc Label), Sonia Pottinger (hat 1974 Treasure Isle
übernommen), Duke Records (Teil von Trojan Records in UK), Lee
Perry (Upsetter Label) und vielen anderen zusammen. 1973
veröffentlichten sie schließlich ihr Debutalbum
"Silver Bullets" bei Trojan Records. Ein weiterer
Meilenstein in ihrer Kariere war der Beginn ihrer Zusammenarbeit mit
Sir Clement "Coxsone" Dodd auf seinen Labels "Forward Records" und
"Studio One", im Jahr 1977.
Live
Video: The
Silvertones - 5/10 - Heaven To Me
The Silvertones sind aber auch noch unter anderen Namen bekannt. Als
"The Valentines" haben sie z.B. Hits wie "Gun Fever", "Old Man Says"
und "Stop The Violence" aufgenommen. In Zusammenarbeit mit Lee
"Scratch" Perry traten sie 1969 als "The Muskyteers" mit ihrem
"Kiddy-O" auf Perry´s Upsetter Label auf. Wer über
"The Selverton" stolpert, hält z.B. die von Winston Riley
für das Techniques Label produzierte Scheibe der 1975er
"Midnight Hour" in den Händen. Auch hinter den Namen
"All-Tones", "The Silver Tones", "The Admirals" oder "The
Personalities" verbergen sich letztendlich "The Silvertones". Die
Musikgeschichte der Silvertones kann schon ganz schön
verwirrend sein, wenn man etwas tiefer gräbt.
Live
Video: The
Silvertones - 6/10 - Sufferers Child
Live
Video: The
Silvertones - 7/10 - Take A Little Love
Delroy Denton, auch bekannt als Delroy Butler oder Brother Roy,
begann schließlich Ende der 60er Jahre eigene Wege
zu gehen und wanderte in die USA aus. Seinen Platz nahm von da an Joel
"Kush" Brown ein. Der Höhepunkt der Erfolgsgeschichte
der Silvertones dauerte noch bis 1979 an, bevor es ruhiger um
die Band wurde.
Nach
Jahren der Pause gibt es erst 1986 mit "The Strong
Will Survive" bei Black Scorpio wieder eine
Neuveröffentlichung. Weitere Songs folgten jetzt nur noch in
größeren Abständen. Im Jahr 1999 wurde ihr
zweites Album "Young At Heart" bei Studio One veröffentlicht.
2012 traten die Silvertones auf dem Reggae Jam in Bersenbrück
auf. Mit "Keep On Rolling" folgte 2013 ein weiterer Longplayer. Im
Februar 2016 veröffentlichten sie schließlich ihr
bisher aktuelles Album
"Things Gonna Change" bei Secret Rival Music.
Live
Video: The
Silvertones - 8/10 - Dem A Grumble
Im April 2016 verstarb leider ihr langjähriges Mitglied
Gilmore
Grant. Dritter Sänger der Band wurde nunmehr Anthony Feurtado.
Gegenwärtig sind mit "Push The Fire" und "Wonderland Of Green"
zwei weitere Alben in Arbeit. Für letzteres werden sie von der
legendären Lloyd Parks Band unterstützt. Es sieht so
aus, als wären die Silvertones nunmehr zur alten Hochform
vergangener Zeiten aufgelaufen.
Live
Video: The
Silvertones - 9/10 - Love Without Devotion
Die Silvertones sind auch Mitglied des 2014
gegründeten deutschen Vereins "Action
Speaks Louder
Than Words" (ASLTW e.V. - Verein zur
Unterstützung
notleidender jamaikanischer Musiker). Auch Mutabaruka, ein weltweit
bekannter Dub-Poet, Musiker und Gründer des IRIE-FM Radios
in Jamaica, konnte als Schirmherr gewonnen werden. Mutabaruka ist auf
Jamaica aufgrund seines sozialen Engagements sehr hoch angesehen. Er
kennt die Umstände und Schicksale der betroffenen Künstler aus erster Hand.
Daher wird er dafür Sorge tragen, dass die Erlöse aus
den Veranstaltungen des Vereins die notleidenden Musiker vor Ort
erreichen.
Inzwischen sind wir mit unseren Ausschnitten am Ende der Show
angelangt. Dafür haben sich die Silvertones noch etwas ganz
besonderes ausgedacht. Der Sheriff wird wieder auf die Bühne
gebeten und die Silvertones "überreichen" ihm mit dem Song
"Reggae Jam" noch ein musikalisches Geschenk.
Live
Video: The
Silvertones - 10/10 - Reggae Jam (für Sheriff)
Jetzt befinden sich die Silvertones auf großer Europatour und
werden demnächst wieder das Reggae Jam in
Bersenbrück, das Reggae Geel in Belgien, das Rototom in
Spanien und einige andere Events besuchen. Als Besonderheit
hat man dafür
die "Vintage Allstars" gebildet, wo sie gemeinsam mit KushArt und The
Heptones die jamaikanische Musikgeschichte in Sachen Ska über
Rocksteady bis zum modernen Reggae präsentieren werden.
Doch
hier geht es erst einmal mit Multitalent Ganjaman weiter, der
für sich
gleich selber den Sound an den Reglern spielt. Ganjaman ist in
den Konzertberichten auf dieser Seite schon zahlreich und
regelmäßig in Erscheinung getreten, was es
natürlich schwierig macht Neuigkeiten zu verkünden.
Sein aktuelles Album "Sinnphonie" von 2016 und seine
öffentliche Vaterschaftsverkündung auf dem
vorjährigen Reggae Jam dürfte sich inzwischen auch
schon allerorts herumgesprochen haben. Jetzt wird der umtriebige
Ganjaman sein schon früher angespanntes Zeitmanagement
bestimmt stark
überarbeiten und etwas kürzer treten müssen.
Die unsäglichen Ereignisse und Anschuldigungen im Zusammenhang
mit der Absage seines Auftritts in der "Alten Pauline" in Detmold vom
18.03.2017, gehören zum Glück auch schon zum Schrott
der Geschichte in Sachen "Sagen und Märchen". Steve war arg
betroffen und völlig überrascht, dass ausgerechnet
ihn Vorwürfe wie Rassismus, Antisemitismus und anderes,
bezogen auf seine Liedtexte, treffen. Besonders auch deshalb weil er
das ganze Gegenteil verkörpert, wie allgemein bekannt ist.
Einige Mitglieder der "Alten
Pauline" waren da sehr kreativ, Passagen aus Ganjamans Lyrics zu
haarsträubenden Gespinsten zu verweben. In der Folge ging es
heiß her im Web. Ganjaman dürfte es sicher weniger
geschadet haben, eher dem Club in der "Alten Pauline". Wer das Thema
noch nicht kennt, kann bei Ganjamans Statement
auf seinem Facebook anfangen. Wir werden das hier nicht weiter
ausweiten. Seine Fans, Musikerkollegen und Freunde stehen nach wie vor
hinter ihm und lassen sich von derartigen Kampagnen jedenfalls nicht
beeinflussen.
Ganjaman und
Rouz vom Blessed Love Soundsystem
Live
Video:
Ganjaman - Alphabet (Soundsystemshow)
Letzter offizieller Live-Act der überarbeiteten Running Order
ist
für heute D-Flame
Der
Mann mit der unverkennbaren und alles übertönenden
Kontrabassstimme, lässt sich schwer einem Genre zuordnen. Ob
nun HipHop, Rap, Reggae oder Dancehall, "Die
Flamme" hat für alle etwas dabei.
Daniel Kretschmer, alias D-Flame, wurde am 19.09.1971 geboren und kommt
aus Frankfurt a. M.. Seine musikalische Laufbahn begann Ende der 80er
Jahre in der Frankfurter HipHop-Szene. Sein Debutalbum "Basstard" wurde
im Jahr 2000
veröffentlicht. Inzwischen ist er mit "Stress" bei seinem 5.
Album angelangt, welches am
14.11.2008 erschien.
Eigentlich sollte ein neues Album längst
überfällig sein.
D-Flame hat
sich die "Perle der Karibik" auf seinem Arm verewigt.
Wer als letzter Künstler in der dritten Morgenstunde auftreten
muss, zumal er Geburtstagsgast ist und etwas gefeiert hat, sollte es
natürlich deutlich schwerer als Ray Darwin am Anfang haben.
Aber keine Spur. ;-) Für das inzwischen stark geschrumpfte
Publikum ist D-Flame die richtige Unterhaltung und
Muntermacher für den Schluss. Ich habe ihn noch nie so witzig
gesehen. D-Flame tritt außerdem mit einem T-Shirt von Teacha Dee
auf. Das ist doch ein guter Zug, wenn sich Künstler
gegenseitig unterstützen und nicht ihr eigenes Shirt tragen.
So schafft es Teacha Dee ganz nebenbei auch auf die Geburtstagsparty
und in diesen Bericht.
Keine
Zahnlücke sondern Gold! ;-)
Live
Video:
D-Flame backed by Rouz from Blessed Love Soundsystem - Perle der Karibik
Dann
gibt es aber mit Black Kappa auch noch einen
Überraschungsgast.
Warum hat man von dieser interessanten Stimme seit gefühlten
Ewigkeiten nichts Offizielles mehr gehört!? Aufgefallen war
Black
Kappa erstmalig durch seine Zusammenarbeit mit der Berliner Band Seeed
bei ihrem 2001er Hit "Dickes B", der auf ihrem Debutalbum "New Dubby
Conqueros" zu finden ist. In dieser Liebeshymne an die Stadt Berlin
kann man sogar Barney Millah und Panza von Supersonic entdecken.
Wer´s noch nicht weiß, sollte sich wieder einmal
das Video
ansehen.
Black Kappa, bürgerlich Tevon Gutzmore, wurde am 14.06.1977 im
Saint Mary Parish von Jamaica geboren. Aufgewachsen ist er jedoch in
Montego Bay, am anderen Ende der Insel. Schon in früher
Kindheit begann er an seiner Karriere als Reggae Sänger zu
basteln und nahm an den verschiedensten Shows und Karnevals teil. Mit
18 meldete er sich bei verschiedenen Contests an und gewann diese. So
holte er auch den Titel z.B. beim "After Examen Jam" für die
beste Performance als Sänger und Texter.
1997 kam er auf Einladung seines Cousins, der bereits in Deutschland
lebte, nach Berlin. Durch seine Erfahrung in Sachen Dancehall und
Reggae war er schnell in der Berliner Szene integriert und
stieß bald darauf auf die junge Berliner Band Seeed. Dort
landete er mit seiner Mitwirkung an deren dritter 2001er Single "Dickes
B" seinen ersten Hit. Zuvor hatte er schon sein Debut mit "Party On",
das aber erst 2002 als Maxi Single bei BMG Records erschien oder wirkte
bei Dejavue im Song "Made 2 Chill" (1999) mit. Den Riddim von "Dickes
B" (Frog Ass Riddim) verarbeitete Black Kappa auch noch einmal
für seine 2001er Single "Uman".
Mit Seeed tourte er durch
Europa und war auf verschiedenen Festivals wie dem Summerjam
2000 und
2001 oder auf dem Chiemsee Reggae und dem Splash in Chemnitz im Jahr
2002 und anderen. In diese Zeit fällt auch seine weitere
Single "Praise Jah Jah" (produziert von Joseph Cotton für
"Reggaematic Music Production"). Es folgten weitere Aufnahmen mit
Taffari ("Drop Top") und Jamican Crystal ("It Song"). Danach standen
einige Jahre der kreativen Pause an. Im Jahr 2008 nahm er seine Single
"Rastafari Preaching" beim Berliner Label H.P.I. Records auf, der
später eine gleichnamige EP folgte. In der Folge tourte er
einige Zeit mit seinem bisherigen Material durchs Land, bevor es
wiederum ruhig um ihn wurde.
Nun startet er einen erneuten Anlauf. In Zusammenarbeit mit Marcus
N.R.G. Vibes, hat er im Atahsound
Musicstudio in Berlin Kreuzberg, seine aktuelle EP "Honey Honey" mit 7
Tunes aufgenommen. Seit 07.07.2017 ist sie auf verschiedenen
Downloadplattformen wie itunes,
spotify
und anderen erhältlich.
Live
Video:
Black Kappa & D-Flame
Black Kappa hätte schon noch eine Weile auf der Bühne
bleiben wollen, aber heute ist es nun mal D-Flame´s Bühne.
Und dieser muss Black Kappa bei dessen zweiten Auftritt regelrecht das
Mikro abringen um wieder zum Zuge zu kommen und es bald darauf dem
nächsten Special Guest überreichen zu
können. Dieser nennt sich Singy Sing, kommt aus Westmoreland
in Jamaica und hatte dereinst beim Blessed Love Soundsystem als MC
angefangen. Inzwischen arbeitet er aber auch mit anderen Sounds
zusammen.
Singy Sing,
D-Flame und Black Kappa
Bernd
"Sheriff" Lagemann
Inzwischen ist die vierte Morgenstunde schon zur Hälfte
vorüber, als auch diese Show zu Ende geht. Live-Acts sollten
jetzt keine mehr kommen. Für uns ist deshalb jetzt die Zeit
der Abschiedsrunde und des Aufbruchs herangerückt. Nur noch
schnell ein paar Fotos in die Runde und dann geht´s auf die
Piste, ... bevor uns doch noch die Morgensonne in Berlin erwischt.
Suani Maleah (Backgroundsinger) und Anthony Feurtado von den Silvertones
Gabriele Clarke (Managemant Silvertones), Anthony Feurtado und Joel "Kush" Brown
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Bericht, dann vom Reggae Jam in
Bersenbrück!
Copyright:
www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim
Mein Dank geht an Ortwin & Sheriff, Gabriele Clarke, das YAAM
Team und
natürlich ganz besonders an die Künstler des Abends.