Schon wieder sind über zwei Jahre
vergangen, dass uns Michael Rose in Berlin beehrt hat. Zu danken haben
wir dieses Mal der Kölner Klub Kartell Band, deren Musiker
allesamt große Black Uhuru Fans sind und unbedingt einmal mit
Michael Rose auf der Bühne stehen wollten. Also haben sie ihn
einfach nach Deutschland eingeladen. Michael hat sich die Band
angehört und gerne zugesagt. Leider sind aus dieser
Zusammenarbeit nur zwei Shows in Deutschland entstanden, eine im
Berliner YAAM und die andere im U-Club von Wuppertal. Wer keine der
beiden Shows besuchen konnte, hat aber zum diesjährigen Reggae
Jam schon die nächste Chance. Wir sind gespannt mit wem
Michael Rose dort zusammen anreisen wird.
Das
Zusammenspiel von Michael
Rose und der Klub Kartell Band wurde von weiteren Shows in der
Schweiz und Italien eingerahmt. Diese wurden jedoch von der
italienischen Band Eazy
Skankers und deren Landsmann Andy
Mittoo umgesetzt.
Hier
ein paar
Tourdaten von Michael Rose:
08.04.2017 – I – Laboratorio – Alessandria 12.04.2017
– D – YAAM – Berlin
13.04.2017 – D – U-Club – Wuppertal
14.04.2017 – I – CSA Paci Paciana –
Bergamo
15.04.2017 – CH – Grabenhalle - St Gallen
16.04.2017 – CH – Grabenhalle
– Basel
Nachfolgend werden wir aus dem Berliner YAAM ein paar
Eindrücke vermitteln.
Der letzte Auftritt von Michael Rose in Berlin war am 19. Februar 2015
im Rahmen der "Jamaican Style" Show, zusammen mit Romain Virgo und
Etana. Heute steht kein weiterer Künstler auf dem Programm und
dementsprechend geringer ist leider dieses Mal der Andrang. Uns ist es
natürlich egal, ob Michael Rose der einzige Programmpunkt ist
oder nicht. Sofern es uns irgendwie möglich ist,
müssen wir einfach dabei sein.
Gegen 21:15 Uhr ist heute Showtime angesagt, nach dem kurz zuvor
Michael selbst sein Mikro gecheckt hat. Ja, besser ist es vielleicht,
denn die Lautstärke seiner Stimme kann nicht jederman
erreichen. Schon bei seinem letzten Auftritt im YAAM, als er nach Etana
auf die Bühne kam, wurde das mehr als deutlich.
Live
Video:
Michael Rose & The Klub Kartell Band - 1/6 - What Is Life +
Party In Session
Alles was Michael Rose heute trägt ist auf weiß,
grau und schwarz ausgelegt. Sein T-Shirt ziert der gekrönte
Haile Selassie und an der rechten Hand befindet sich ein dicker
Silberring mit einem Löwenkopf. Seine Dreadlocks werden nur
durch sie selbst und einem Tuch zusammengehalten. Recht zufrieden
scheint er nicht damit zu sein und versucht immer wieder ein
paar widerspenstige Locks zu verstecken. Uns gefällt das
natürlich und wir hoffen, dass die Wickelkonstruktion
vielleicht
einmal komplett nachgibt.
Biografische Daten von Michael Rose noch einmal aufzuwärmen,
der mit seiner unverwechselbaren Stimme
Black Uhuru zu Weltruhm geführt hat, soll an dieser Stelle
nicht erfolgen. Wir haben schon mehrfach und
ausführlich zu Michael Rose auf
dieser Website berichtet. Die Links zu den Berichten mit umfangreichen
Informationen findet ihr am Ende dieser Seite.
Auch heute sollen wohl überwiegend die Erfolge von Black Uhuru
gefeiert werden, denn nach den ersten beiden Black Uhuru Songs geht es
weiter mit "Solidarity" und "Sponji Reggae". Dann spielt die Kartell
Band den Riddim von "Shine Eye Gal" an, aber Michael vermischt das
Meisterwerk heute mit "Plastic Smile" und liefert so ein
völlig neues Stück ab. Auch wenn man auf "Shine Eye
Gal" eingestimmt war und nur ungern darauf verzichten möchte,
sind neue Versionen natürlich immer etwas Besonderes. Ein
"Pull Up" gibt es jedenfalls nicht, also hat sich Michael bestimmt
etwas dabei
gedacht.
Live
Video:
Michael Rose - 2/6 - Plastic Smile (Version auf Shine Eye Gal Riddim)
Wem die erst im Dezember 2016 gegründete Klub
Kartell Band irgendwie bekannt vorkommt, täuscht
sich nicht. Hier gibt es personelle Überschneidungen mit
Sebastian Sturms Exile
Airline und Marley´s
Ghost, sowie der Soul Fire Band
(Backingband
bei Cali P, Cecile, Christopher Martin, ...). Die Band veranstaltet
auch in Zusammenarbeit mit Kölner Sounds und dem Club Bahnhof
Ehrenfeld in Köln, die Tropical
Fire Party an jedem 2. Samstag im
Monat im YUCA.
Die Band entstand aus der Idee heraus, die unterschiedlichen Leute, die
sich in Köln dem Reggae verschrieben haben, zusammenzubringen.
Live
Video:
Michael Rose & The Klub Kartell Band - 3/6 - General
Penitentiary
Weiter geht es mit "Easy Take It Easy" zur Erinnerung an Dennis Brown.
Der Song ist auf dem 2016 veröffentlichten
Doppelalbum "We
Remember Dennis Brown" zu finden. Darauf enthalten sind 30
Songs der
viel zu früh verstorbenen Reggae Legende, die von
Künstlern wie Dennis Brown´s Tochter Marla Brown,
Raging Fyah, Bushman, Jah9, Richie Spice, Romain Virgo, Etana, Jah
Cure, Gyptian und vielen anderen, neu in Szene gesetzt worden sind.
Live
Video:
Michael Rose & The Klub Kartell Band - 4/6 - Easy Take It Easy
Nach diesem kurzen Ausflug in die Solokarriere von Michael Rose geht es
wieder zurück zu Black Uhuru und "Guess
Who´s Coming To Dinner". Auch wenn die
Black Uhuru Hits sicher niemand missen möchte, sollte sich
Michael nicht nur darauf reduzieren. Er hat ebenso viele Roots
Klassiker in seiner Solokarriere auf Alben wie
"Bonanza", "Selassie Showcase", "Warrior", "African Roots", "Babylon A
Fight" und anderen veröffentlicht. Wenigstens einige davon
hätten es mehr als verdient in seine Live Shows aufgenommen zu
werden.
Die neuesten Album-Veröffentlichungen von Michael Rose, sind
die 2016er Scheiben "Sidewalk
Steppa" und "Rasta
State".
Auch wenn er damit noch nicht ganz das Level der zuvor genannten Alben
erreichen kann, ist erfreulich, dass er darauf weitestgehend wieder zum
Roots Reggae zurückgekehrt ist. Seit den 2007er
Veröffentlichungen "Passion Of Live" und
"The Saga", gab es leider kein Album mehr von ihm in dieser Richtung.
Mit dem 2014er "Crucial World" und dem
2013er "Show Down Inna Bloody Town",
präsentiert er leider nahezu komplett nur den
Stil von "Shoot Out".
Live
Video:
Michael Rose & The Klub Kartell Band - 5/6 - Guess
Who´s Coming To Dinner
Die Klub Kartell Band ist mit folgenden Musikern am Start: Shadi
Heinrich an der Gitarre, an den Tasten Rui Lobo
und Joonas Lorenz,
an
der Bassgitarre Christian
Golz und Samuel
Reissen an den
Drums.
Nachdem die Gäste vom Dinner wieder gegangen sind,
fühlt sich Michael "... So Lonely". Es folgen "Real Jamaican"
und natürlich "Shoot Out". Nach der überstandenen
Schießerei muss natürlich wieder etwas zur
"Beruhigung" her, wofür Michael "Sinsemilla"
ausgewählt hat. Überraschender Weise geht
damit die Show auch schon zu Ende, was zuerst niemand so
richtig wahrhaben
möchte. Immerhin ist gerade erst einmal eine Stunde
vorüber.
Live
Video:
Michael Rose & The Klub Kartell Band - 6/6 - Sinsemilla
Die Massive glaubt immer noch an eine kurze Pause und einen
Zugabenblock. Die Unterbrechung zieht sich jedoch mächtig in
die Länge und die Beifallphasen werden immer kürzer
und leiser. Noch gibt aber niemand auf und verlässt seinen
Platz nicht. Dann wird aber kurzerhand der Bühnenvorhang
zugezogen,
den wir heute zum ersten Mal kennenlernen dürfen. Nun gibt
auch das Soundsystem das Warten auf und startet die Musik aus der
Konserve.
Das ist natürlich weniger schön. Keine Verabschiedung
und keinerlei Statement, weder von Michael noch von der Band, warum man
die Show vorfristig beendet hat. So kann man eigentlich nicht mit
seinen Fans umgehen. Also bleiben die letzten Titel der offiziellen
Setlist ungehört, zu denen unter anderem auch zwei
Songs seiner letzten beiden Alben gehört hätten.
Auch im Nachhinein, bis zur Veröffentlichung dieses Berichts,
konnte sich leider keiner der beteiligten Künstler
durchringen, eine nachvollziehbare Erklärung abzugeben. Sehr
schade.
Unmittelbar nach der Show betonte aber die Band gegenüber
reggaestory.de, dass sie gerne noch länger gespielt
hätte. Aber was will man machen, wenn die Hauptperson
völlig überraschend einen Schlussstrich zieht.
Backstage ist Michael Rose aber völlig entspannt und
zeigt nicht die geringste Unzufriedenheit. Hier zum Abschluss noch ein
paar Impressionen davon.
Das Bild im
Bild, im Bild, im Bild, im Bild, im Bild