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ROT-GELB-GRÜN
trifft auf GRAU-GRÜN
GANJAMAN & THE OCEANS 6
feat. Saralène, Vido Jelashe und Fyah T
02.05.2014 - GrauGrün Festival Ortrand

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Im „Ort am Rand“, eine
kleine Stadt an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen, findet
alljährlich das Stadt- und Musikfest statt. Ganz am Anfang der
langjährigen Tradition stand der Ortrander Unternehmerverein
(jetzt Gewerbeverein), der im Jahr 2002 das
„Marktsäulen- und Musikfest“ ins Leben
rief. Zwei der Hauptinitiatoren, Thomas Klar und Hermann Skoby, spielen
in ihrer Freizeit selbst in einer Band und waren so entsprechend
musikalisch vorbelastet und prädestiniert für diese
Idee. Im Jahr 2004 wurde mit dem Slogan „Ortrand sucht die
Superband“ (OSDSB), dem Musikfest noch ein Bandcontest
hinzugefügt. Damit sollten vor allem junge aufstrebende
Musiker unterstützt werden. |
Der
Zuspruch war groß. In den Folgejahren kämpften
jeweils 6-8 Jugendbands, unterschiedlichster Stilrichtungen, um die
ausgelobten Preise. So konnten unter anderem Aufnahmen in einem
professionellen Tonstudio oder Support-Gigs bei Profibands gewonnen
werden. Im Jahr 2006 übernahm die Stadt Ortrand die
Schirmherrschaft über das „Marktsäulen- und
Musikfest“ und nannte es fortan „Stadt- und
Musikfest“. „OSDSB“ als nur ein
Bestandteil des zweitägigen Musikfestes, wurde 2009 in den
„Ortrander Bandcontest“ und 2013 in
„GrauGrün Festival & Bandcontest“
umbenannt. In diesem Jahr hatte der Bandcontest sein 11.
Jubiläum. Große Teile der Organisationsarbeit wurden
inzwischen an die Ortrander Band „Leo Hört
Rauschen“ (früher Funny Farm) übergeben.
Maßgeblich unterstützend beteiligt, sind aber nach
wie vor die Ortrander Unternehmen, die Stadt Ortrand, der
örtliche Sportverein „Eintracht“ und
andere. Gegenwärtig träumt man davon, das Festival in
Zukunft auf mehrere Tage auszudehnen. Man darf gespannt sein.
Für 2014 sollte nun auch eine andere Farbe in das Programm
gebracht werden und reggaestory.de wurde mit der Planung des
Abschlusskonzerts beauftragt. Auch wenn in der 11jährigen
Geschichte des Events noch nie eine bestimmte Musikrichtung vorgegeben
worden ist, so war die Planung einer Reggae Band, tatsächlich
eine Premiere für Ortrand. Umso größer war
die Spannung aller Beteiligten auf das Abschlusskonzert und das
Publikum.
Für den Headliner hatte man sich im Vorfeld auf Ganjaman
verständigt, dessen Show noch ein paar musikalische
Überraschungen bieten sollte. Außerhalb jeglicher
Tourplanung wurde so, extra für das Ortrander
GrauGrün Festival, ein Sonderprogramm zusammengestellt. Dies
war natürlich mit besonderen Aufwendungen verknüpft,
da die Musiker aus unterschiedlichen Landesteilen extra zusammengeholt
werden mussten. Erst wenige Tage vorher wurde die Katze aus dem Sack
gelassen und mit Saralène, Vido Jelashe und Fyah T, noch
drei Special Guests bekannt gegeben. Der zusätzliche Auftritt
des Südafrikaners Vido Jelashe, wurde dabei als Sponsoring von
reggaestory.de übernommen.
Begeben wir uns nun auf das Gelände der Ortrander
„Karl-Eduard von Lingenthal Oberschule“, in dessen
Innenhof das große Konzertzelt nebst Gastronomie aufgebaut
worden ist. Das Zelt ist um diese Jahreszeit bitter nötig, wie
wir heute wieder einmal feststellen müssen. Auch wenn es schon
bedeutend wärmere Tage in diesem Frühjahr gab,
bläst an diesem Abend ein eisiger Wind und die Temperaturen
sind in den einstelligen Bereich gefallen. Hoffentlich bringt dies
nicht zu viel Einbruch bei den Besucherzahlen. Der Bierwagen ist heute
zumindest schon einmal weniger gefragt. Zum Glück hat man sich
aber auch auf Glühwein eingestellt, der für etwas
innere Wärme sorgt. Für weitere Aufwärmung
sorgt der Bandcontest im Zelt, der heute von Gravity State, Streetfight
East & DJ Deqo, The Gentlads und Traft bestritten wird.
Musikalisch werden dabei die Genres Rock, Pop, Punk, HipHop und Rap
bedient. Das Festzelt ist mit zirka 450 Leuten ganz gut
gefüllt, aber von seiner Kapazitätsgrenze leider noch
weit entfernt. So können die aufziehbaren Seitenwände
verschlossen und das kalte Wetter draußen bleiben.
Gegen 22:00 Uhr steht schließlich der Sieger des Contests
fest. Das Publikum hat mit ihren Stimmzetteln die Band Gravity State
auf Platz 1 gewählt. Alle anderen Bands bekommen aus rein
psychologischen Gründen den zweiten Platz. So muss sich
niemand auf dem letzten Platz herumgrämen.
Inzwischen sind auch schon die ersten Künstler für
das Abschlusskonzert eingetroffen. Während mit Projekt 2+, dem
Sieger des Vorjahres, noch eine Show abgeliefert wird, bereiten sich
Ganjaman & Friends im Russischkabinett der Schule auf ihr
Programm vor. Der für die Künstler mit ungewohnter
Ausstattung versehene Backstage, ist ganz interessant, bietet
ungeahnten Gesprächsstoff und aktiviert so einige Erinnerungen
in den hintersten Gehirnstübchen.


Ganjaman
& Saralène

Ganjaman
& Fyah T

Vido Jelashe
& Marco Baresi

Ganz demokratisch wird die Setlist des Abends mit allen
Sängern und Musikern noch einmal durchdiskutiert und von
Ganjaman neu aufgesetzt. Danach beginnt das große
Abschreiben,
wie es in Klassenzimmern nun einmal üblich ist. ;-)



Vido
Jelashe, Sumalee, Boti, Marco und Saralène beim "Kopieren"
der Setlist.
Inzwischen ist die Bühne wieder frei geworden, und der Umbau
für Ganjaman & The Oceans 6 kann beginnen.
Bevor wir uns ausführlich mit den Eindrücken der
anschließenden Show befassen, lassen wir erst einmal Ganjaman
in einem Interview zu Wort kommen und alle Leser recht herzlich
begrüßen.
Live
Video:
Ganjaman – Interview
Inzwischen gibt es auf der Bühne ein paar technische Probleme.
Der Gitarrenverstärker der zur Verfügung gestellten
Backline, überlebt leider nicht die ersten
Saitenanschläge des Gitarristen Boti. Drummer Marco hat das
nächste Problem. Seine Snare gibt beim ersten Trommelwirbel
nach und reißt auf. Die kalten Temperaturen sind offenbar zu
viel für sie gewesen und haben zu unerwünschten
Spannungen geführt. Glücklicherweise hat ein weiterer
mitgereister Musiker des Teams, noch eine andere Snare im Auto. Als
dann später die erste kurze Reggae Passage durch den
Soundcheck läuft, gibt´s bereits den ersten Jubel im
Festzelt und laute Rufe nach Zugabe. Die Artists neben dem Zelt
müssen lachen. „Was werden sie nur sagen, wenn wir
erst richtig angefangen haben oder fertig sind!?“Dann ist
aber schließlich so weit und das Konzert kann beginnen. Hier
der erste und erlösende Dreierblock der Show.
Live
Video:
Ganjaman – In den Untergang + Wir gehen diesen Weg + Die Welt
schreit auf




Ein paar Tunes später, sorgt Fyah T als erster Special Guest
für Begeisterungsstürme und Mitgegröle im
Zelt. Die Massive ist kaum zu bremsen und will natürlich noch
mehr von ihm hören.


Fyah T kommt aus München und sorgt
mit seiner Band „Next Generation Family“ seit 2007
für Aufsehen in der Reggae Szene. Im September 2011 brachte er
sein Debutalbum „family
wise“ auf den Markt. Eines der besten
Roots Reggae Alben der jüngeren deutschen Reggae Geschichte.
Weitere Informationen zu Fyah T gibt es im späteren Interview.
Hier aber erst einmal sein Auftritt.
Live
Video:
Fyah T + Ganjaman – Clean & Pure + Decent Draw
Ganjaman übernimmt wieder, um bald darauf an den
nächsten Special Guest, Vido Jelashe abzugeben.
„Seid
ihr bereit für mehr Musik!? Jaaaaa …!!“
Live
Video:
Vido Jelashe – It´s Never Too Late + Just A Little
Bit Longer + Reggae Posse
Vido
Jelashe wurde 1967 als Vuyani Mbutuma in den Ghettos
von Guguletu, Cape Town, in Südafrika, geboren. Seine
musikalische Laufbahn begann während seiner Hochschuljahre,
als er mit den Reggae Regulars spielte. Danach folgten die Black
Sufferers, und später sang er für die Heavy
Fantastics. Er studierte an der Musikschule M.A.P.P. in Kapstadt und
erlangte das Diplom für Jazz. In der Zeit von 1993 bis 1996
arbeitete er mit Livin' Spirits zusammen, die ihn nach Deutschland
brachten. Ende 1996 startete Vido seine Solokarriere und tourte mit der
Band The Growing Tree durch ganz Europa. Besonders bekannt und
erfolgreich wurde Vido mit „Babylon A Take Control“
auf dem „Superior Riddim“, produziert von Pow Pow
Productions. Ja und alles Weitere ist Geschichte. Mehr Infos zu Vido
Jelashe gibt es im Interview am Ende des Konzertreviews. Fotos und
Links zu Berichten anderer Events findet ihr hier.




Live
Video:
Video Jelashe – Babylon A Take Control / Nah Mix Inna Dem
Babylon Ting
Mehr Tunes auf dem „Superior Riddim“ gibt es hier
zu hören oder zu erwerben.
Die Massive im Zelt ist in bester Stimmung, voll bei der Sache und
singt immer wieder lautstark mit. Die Kälte des Abends ist
längst vergessen. Während Vidos Einsatz bekommt auch
Keyboarder Ajani die Gelegenheit seine Sangeskünste zu
präsentieren. Kirk Ajani McDowell, alias Ajani, kommt aus
Jamaika und arbeitet seit längerer Zeit an seinem Soloalbum.
Nach heutiger Auskunft befindet er sich jetzt in der Endphase.
„Ich bin gerade beim Abmischen des Albums und an der Stelle,
wo ich es nicht mehr besser machen könnte.“, gibt er
mir vor der Show zufrieden zu verstehen. Der Termin der
Veröffentlichung ist aber noch nicht entschieden.




Ajani und
Vido Jelashe
Mit „Sikelela“ (Segne) und richtig fettem Sound von
The Oceans 6, gibt es jetzt mit Vido Jelashe das nächste
Highlight des Abends auf die Ohren.
Live
Video:
Vido Jelashe - Sikelela




Mit dem Tune „I Thank You So“, auf dem
„Youth Riddim“, beschließt Vido sein
zirka halbstündiges Programm. Auf demselben Riddim geht es
nahtlos mit Saralène und
ihrem Tune „Be Strong“ weiter. Sarah Huber, alias
Saralène wurde 1983 geboren und kommt aus Deutschland. Sie
ist im letzten Jahr besonders als Backgroundsängerin bei
Ganjaman & The Oceans 6 auf den großen Reggae
Festivals in Deutschland zu sehen gewesen, hat aber auch eigenes
Material am Start. Weitere Infos zu ihr gibt es im Interview am Ende
des
Berichts.



Saralène übergibt nach ihrem Einsatz wieder an
Ganjaman, der ebenfalls auf dem „Youth Riddim“ mit
„Wir halten an der Liebe fest“ auch noch eine
Version zu bieten hat. Wer von dem Riddim noch mehr hören
möchte, sollte sich gleich das ganze Album
zulegen.
Live
Video:
Vido Jelashe + Saralène + Ganjaman – Youth Riddim
Weiter geht es im Programm mit Ganjaman & The Oceans 6.



Live
Video:
Ganjaman – Das gleiche alte Lied
Nach dem Song „Nur Einmal“ ist Ganjaman
schließlich am Ende seiner Show und verlässt kurz
die Bühne. Die Massive im Zelt fordert laut und anhaltend nach
einer Zugabe. Ohne diese geht das Konzert natürlich nicht zu
Ende, und schon gar nicht bei diesem stimmungsvollen Publikum.
„Wollt ihr wirklich noch einen hören? Jaaaa
…!!“ Und es folgt die Auseinandersetzung mit
„Kolumbus“ und seinem mörderischen Klan.


Live
Video:
Ganjaman – Nur einmal + Kolumbus
Gegen 1:30 Uhr geht es dann schließlich mit Ganjamans
Wünschen „Ich wünsche mir so
sehr“, in den unwiderruflichen und ruhigen Abschluss der
Show. Das ultimative Schlusslied, das eigentlich keine weitere Zugabe
mehr zulässt, auch wenn es der Stimmung nach durchaus noch
gerecht wäre.


Live
Video:
Ganjaman – Ich wünsche mir so sehr
Reggae in Ortrand, eine wundervolle Premiere ist zu Ende gegangen. Und
um mit Ganjamans Worten zu sprechen, der
„Befruchtungseffekt“ war mehr als erfolgreich. Das
war nicht zu überhören. Wir werden uns
bemühen, beim nächsten Stadt- und Musikfest oder im
Rahmen des GrauGrün Festivals, eine Fortsetzung zu erreichen.
Den Künstlern hat es gefallen und sie hoffen sehr, dass dies
nicht das letzte Reggae Konzert in Ortrand war.
Für die heutige Nacht ist aber noch nicht Schluss mit der
Arbeit der Künstler. Nachdem alles abgebaut, die Instrumente
verstaut und alle anderen organisatorischen Dinge erledigt sind, geht
es in die kleine „Walhalla“ von www.reggaestory.de,
um noch ein paar Interviews zu produzieren. Ganjamans Part konntet ihr
schon vor der Show als Einleitung und zur Einstimmung sehen. Es folgen
nun
die Interviews mit Vido Jelashe und Saralène.
Live
Video: Vido
Jelashe -
Interview
Live
Video:
Saralène -
Interview

Ganjaman,
Saralène und Video Jelashe nach der Show
Das letzte Interview mit Fyah T heben wir uns für den
nächsten Tag auf. Die Zeit kann man eben leider nicht
anhalten, und die Zeiger der Uhr rücken unaufhaltsam dem
Morgen entgegen. Es wird langsam Zeit für den Aufbruch und die
wohlverdiente Ruhe der Künstler.
Am Morgen ist das Wetter zum
Glück etwas freundlicher, so können wir uns mit Fyah
T ein schönes Plätzchen im Grünen aussuchen.
Der Sänger ist ausgeschlafen und gut gelaunt. Das Interview
ist ihm glatt zu kurz geraten. Wäre es nach ihm gegangen,
hätte er sich gut und gerne noch etwas mehr unterhalten. Aber
lassen wir noch etwas übrig für ein nächstes
Mal. Ein Wiedersehen wird ganz sicher nicht so lange auf sich warten
lassen.



Fyah T und
Bassistin Sumalee
Live
Video: Fyah
T - Interview
Ihr habt´s gehört. Auf zum Summerjam nach
Köln und zum Reggae
Jam nach Bersenbrück! Dort gibt es dann
mehr von Fyah T zu sehen. Oder schaut euch nach dem Ende der
diesjährigen Festivalsaison auf dieser Seite um. Aber das kann
dauern! ;-)
Copyright: www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim
Mein Dank geht an das Team des GrauGrün Festivals, dessen
Unterstützer und natürlich ganz besonders an die
Artists des Abends. |
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