ALBOROSIE
AND SHENGEN CLAN BAND
Spring Tour 2011 - Europa
13.04.2011 - YAAM Berlin
Alborosie
„From Jamaica“ verkündet das Tourposter,
leider mit nur zwei Stationen in Deutschland. Als ich Alborosie und
seinen Sound vor vielen Jahren zum ersten Mal gehört habe,
hätte ich das glatt geglaubt. Nie im Leben wäre ich
auf die Idee gekommen, dass der Macher der Modernisierung des alten
jamaikanischen Roots Sound aus Italien kommt. Old School aus Jamaika in
Kombination mit seinem unverwechselbaren Singjay- Style,
Schlagzeugklänge als würde Sly Dunbar leibhaftig
mitspielen, und dann auch noch Gastauftritte von Koryphäen wie
Michael Rose, zum Beispiel bei „Guess Who Is Coming To
Dinner“, lassen die alten Zeiten im modernen Gewand wieder
auferstehen. Das ist Alborosies Reggae der „New
School“.
„Escape From Babylon To The Kingdom Of
Zion“ heißt das letzte offiziell frei
verfügbare Album von ihm, was bereits seit Februar 2010 auf
dem Markt ist. In diesem Zusammenhang hat es bei den Fans schon etwas
Verwirrung gegeben. Wer nur oberflächlich hingeschaut hat,
dachte er hätte das Album „Escape From
Babylon“ vor sich, welches schon im Juni 2009
veröffentlicht wurde. Immerhin ist das Cover nahezu das
Gleiche. Lediglich der Himmel erscheint nun in Rot, und der Schriftzug
hat sich etwas verändert. Dinge, die nicht unbedingt
auffallen. Der Inhalt des Albums hat sich auch nur ein wenig
verändert. Die letzten drei Stücke der ersten
Ausgabe, wie „Mr. President“, „Operation
Uppsala“ und „Likkle Africa“ wurden
weggelassen. Dafür kamen „Kingston Town“
(von „Soul Pirate“), „Stepping
Out“, „Kingdom Of Zion“, „Rub A
Dub Style“ und “Blue Movie Boo” auf der
neuen Veröffentlichung hinzu. So richtig nachvollziehbar ist
das nicht. Die abweichenden Titel wären auf einer reinen
Neuveröffentlichung besser aufgehoben gewesen. Und wer stellt
sich schon zwei fast identische Alben in den Schrank.
Bild 1: „Escape From
Babylon“, 06/2009 Greensleeves, 16 Tracks Bild 2: „Escape From
Babylon“, Rückseite Booklet Bild 3: „Escape From Babylon
To The Kingdom Of Zion“, 02/2010 Greensleeves, 18 Tracks
Alborosie, der bürgerlich Alberto d´Ascola
heißt, ist auch noch als Puppah Albo bekannt.
1977 war es, als Alberto in Sizilien das Licht der Welt erblickt hat.
Dort ist er aber nicht aufgewachsen und zog mit seinen Eltern schon
bald nach Mailand. Mit 14 Jahren musste er bereits den zweiten Umzug
durchmachen, und die Familie zog 50 Kilometer weiter nach Bergamo.
Durchmachen deshalb, weil Alborosie neben all seinen Freunden auch
seine erste große Liebe zurücklassen musste. Bald
darauf entdeckte er aber eine neue große Liebe, die sich nun
jedoch „Reggae“ nannte. Artists wie Bob Marley,
Burning Speer, Joseph Hill und Andere sind daran
„Schuld“, welch ein Glück für
uns. Alberto lernte bald darauf Gitarre spielen, übte lange
Zeit allein damit, bis er 1994 die Zeit für reif erachtete
eine Band zu gründen. „Reggae National
Tickets“ wird in Bergamo ins Leben gerufen. Alberto nennt
sich nun Alberto „Stena“ D´Ascola.
Weiterhin dabei sind
Gitarrist Fabio "Sir" Merigo, Bassist Sandro Nozza, Alessandro Soresini
an den Drums, Keyboarder Matteo Arancio, Ricky Gibertini an der
Trompete und Saxophonist Marco Zaghi. Noch im selben Jahr produzierten
sie mit „Metropoli Selvaggio“ ihre erste
Demoaufnahme. 1996 folgte mit „Squali“ ihr erstes
Studioalbum. Die Band wurde mit der Zeit immer erfolgreicher und in
Italien eine bekannte Größe. Die Nachfrage nach
ihnen wurde immer stärker, was zu einem fast ausgebuchten
Terminkalender führte. Jedes Jahr kam ein weiteres Studioalbum
hinzu. Im Jahr 2000 war die Band auf ihrem Höhepunkt, tourte
sogar mit Morgan Heritage, trat mit Ziggy Marley auf und nahm am
Reggae Sumfest in Jamaika teil. Nach ihrer Rückkehr nach
Italien veröffentlichten sie ihr letztes Studioalbum
„Roof Club“, bevor sich die Band auflöste.
Alberto kehrte darauf 2001 Italien den Rücken und ging nach
Jamaika. Er hatte die Insel schon jahrelang, manchmal zweimal pro Jahr,
besucht und dort seine Inspirationen getankt. Eigentlich wollte er nur
für ein paar Wochen aussteigen und wieder zu sich selbst
finden. Letztendlich wurde aber Jamaika seine neue Heimat und
Alborosie, wie er sich von da an nannte, ließ zum zweiten Mal
all seine Freunde zurück. Dieses Mal sogar seine Familie.
Lediglich Drummer Alessandro Soresini begleitete ihn am Anfang dieses
neuen Lebensabschnittes. Schwere Zeiten folgten. Nur mit ein paar
US-Dollar in der Tasche und ohne richtige Englischkenntnisse musste
Alborosie sein Leben von einem Tag auf den anderen völlig
umstellen. Er schlug sich später bei Jon Baker als
Songschreiber durch. Jon Baker, der 1986 in London das Musik-Label
„Gee Street Records“ gründete, verkaufte
kurz zuvor seine Firma, um sich im Dschungel von Port Antonio seinen
Traum zu erfüllen. Er baute sich ein Aufnahmestudio, ein
Bungalow und ein paar Öko-Hütten auf. Die Anlage
vermietete er an Musiker und stellt sie inzwischen auch ganz normalen
Reisenden zur Verfügung. Für Alborosie
eröffneten sich im Gee Jam Sudio,
wie sich die Anlage von Jon Baker nennt, völlig neue Wege.
Dort eignete er sich das Engineering an und lernte nach und nach fast
alle Musikinstrumente zu spielen. Mehrere Jahre hatte Alborosie das
Studio fast für sich, da Jon Baker wieder für ein
paar Jahre nach England ging. Als er nach drei Jahren zurück
nach Jamaika kam, war der neue Alborosie fertig und konnte nun sogar
internationale Artists produzieren. Inzwischen sind die Beiden Partner
geworden und haben das Label „Forward Records“
gegründet.
Ermutigt von Clifton „Spezialist“ Dillon, bringt er
2006 seine erste Single „Herbalist“ heraus, die
schon lange fertig war und auf diesen Moment nur gewartet hat. Danach
war Alborosie nicht mehr aufzuhalten. Nahezu alles was er anfasste
wurde zum Hit. 2007 folgten „Can´t Stand
It“ mit Dennis Brown, „Guess Who Is Coming To
Dinner“ mit Michael Rose, „Kingston
Town“, „Rastafari Anthem“ und viele
Andere. Ein neuer Reggae Superstar war geboren. In Europa wurde er
inzwischen als die neue Reggae Sensation gefeiert, und seine Musik
fehlte auf keinem Dance. Im selben Jahr trat Alborosie auch zum ersten
Mal mit großem Erfolg beim Summerjam in Köln auf.
Als Alborosie im Jahr 2008 sein erstes Studio Album „Soul
Pirate“ veröffentlichte, konnte er aus dem Vollen
schöpfen.
Es hatten sich inzwischen so viele Hit-Singles angesammelt, die gar
nicht alle auf das Album kamen.
Der Clou an dem Ganzen war, dass Alborosie nahezu alle Instrumente
selber eingespielt hat. Fast bei jedem Titel kann man „All
Instruments by Alborosie“ lesen. Es gibt nur
Unterstützung bei einigen Bläsersequenzen von Dean
Fraser, Everton Gayle und Vivian Scott. Sein alter Weggefährte
Alessandro Soresini und Squidly Cole leisten ab und zu einen Beitrag an
den Drums. Weiterhin gibt es nur noch bei einer Handvoll Titel etwas
Unterstützung von Conroy Walker am Keyboard. Alborosie braucht
keine Band für Studioaufnahmen und kann so lange er
möchte an seinen Ideen basteln und diese bis zum
Perfektionismus ausleben.
Neben der schon eingangs erwähnten zwei „Escape
…“ Alben, ist im Februar 2010 auch noch ein
Doppel-Album „Alborosie, Specialist &
Friends“ auf den Markt gekommen, welches weitere Singles der
letzten Jahre zusammenfasste, worauf viele schon gewartet haben. Auch
die Freunde des Dub wurden im Oktober 2010 noch zusätzlich mit
dem Album „Dub Clash“ versorgt. Ja und mit
großer Spannung warten wir nun auf die für Juni 2011
angekündigte Neuveröffentlichung, die sich
„2 Times Revolution“ nennt.
Gegenwärtig ist nun Alborosie mit seiner
„Frühlings-Tour 2011“ in Europa unterwegs.
Und zu
meiner großen Freude erreichte mich 2 Wochen vor seinem
Deutschlandbesuch eine Tourplanänderung.
Neu hinzugekommen war das Berliner YAAM. Genau 20 Tage vor dem Gig
begannen die Verhandlungen zwischen Alborosies Management und dem
Berliner Veranstalter Topline
Events.
Alborosie hatte noch einen freien Tag zwischen Hamburg und Paris, den
es auszufüllen galt. Als die Anmietung des YAAM dann perfekt
war,
blieben aber nur noch zwei Wochen um den Gig zu bewerben.
Hier die Tourdaten der diesjährigen „Spring Tour
2011“ ab Deutschland:
10.04.2011 Wuppertal, U-Club
12.04.2011 Hamburg, Fabrik
13.04.2011 Berlin, YAAM
14.04.2011 Paris, Zénith (mit Gentleman und Alpha Blondy)
15.04.2011 Amsterdam, Paradiso
16.04.2011 Nantes, Nantes Erdre
17.04.2011 Anvers, Petrol
19.04.2011 Wien, WUK
20.04.2011 Lindau, Club Vaudeville
21.04.2011 Zürich, Rote Fabrik
22.04.2011 Annecy, Annecy Reggae Fest (mit Ziggi Recado)
23.04.2011 Lorient, Festival Yakayalé (mit Gentleman)
24.04.2011 Milano, Live Club (mit Gentleman)
30.04.2011 Rom, Teatro Tendastrisce
Nun ein paar
Eindrücke aus dem Berliner YAAM:
Für 20:30 Uhr ist der Einlass angesetzt. Das Warm Up soll
heute Berlins "One Army Sound" Cocotone besorgen.
Als wir gegen 21:00 Uhr eintreffen, ist das YAAM schon ungewohnt voll,
wenn man die letzten Veranstaltungen dieser Art Revue passieren
lässt. Sehr gut – hatte also der kurzfristige
Werbefeldzug noch sein Ziel erreicht. Eine halbe Stunde später
sind die Lücken auf der Tanzfläche des YAAM bereits
äußerst rar geworden. Für das weitere Warm
Up kommt nun Ephraim
Juda auf
die Bühne. Ephraim hat im Juni letzten Jahres sein Debutalbum
„Coming Home“ herausgebracht.
Mit die Finger im Spiel hatte auch hier wieder
einmal der Berliner Artist und Produzent Ganjaman. Weiterhin Musiker
der Far East und Feueralarm Band wie Big Finga und andere. Ein paar
Gastauftritte von Jahcoustix, Sara Lugo und weiteren Künstlern
sind ebenfalls auf dem Album zu hören.
Ephraim
Juda ist Berliner und heißt
bürgerlich David Buchholz. Musikalisch aufgewachsen ist er in
der Schülerband „Roots Rebellions“ und
sang später bei der „40 Fiyah Band“. Mit
der Letzteren sammelte er bereits durch ein ausgiebiges Tourprogramm in
den Jahren 2007 und 2008 die nötige Bühnenerfahrung.
Dann legte er für sein Debütalbum eine
zweijährige kreative Pause ein. Nun steht er wieder auf der
Bühne, ist gut gebucht und hat dieses Jahr schon zirka 30 Gigs
im Kalender stehen. Die Vorjahresbilanz ist damit jetzt schon so gut
wie erreicht. Es geht also aufwärts.
Ephraim präsentiert in einer knappen halben Stunde einen
Auszug aus seinem bisherigen Schaffen. In blauen Jeans und hellem Hemd,
sowie den linken Fuß auf den Boxen am Bühnenrand,
was offenbar seine Lieblingsposition ist, gibt er seine Version von
Modern Roots der Massive zum Besten.
Leider gibt es am Ende seines Auftritts nur eine einzige Promo-CD
für das gesamte YAAM. Ein paar mehr hätten ihm sicher
gut gestanden. Mehr möchte ich nicht dazu sagen. Klickt euch
einfach rein auf seiner Website, bei Amazon.de,
oder wo auch immer. Das nachfolgende Video vermittelt auch einen sehr
guten Eindruck von ihm.
Offizielles
Video: „Coming
Home“ Snippet
Dann ist es endlich soweit. Albos Shengen Clan Band aus Jamaika bezieht
Position auf der Bühne.
Sie sind mit 5 Musikern und 6 Instrumenten angetreten. Zwei Keyboarder,
einer davon in Doppelfunktion mit der Trompete, zwei Gitarristen und
ein Drummer. Sie ziehen ihre Setlist aus der Hosentasche,
glätten sie und beginnen sich einzuspielen. Weiterhin kommen
noch zwei Backgroundsängerinnen auf die Bühne und
nehmen am rechten Bühnenrand Aufstellung. Ein dritter
Mikroständer neben den Mädels ist noch unbesetzt.
Gibt´s vielleicht noch einen Special Guest? Alborosie
lässt nicht lange auf sich warten und legt mit
„Kingdom Of Zion“ (von „Escape From
Babylon To The Kingdom Of Zion“) sofort mit einem Hit los.
Die Begrüßung ist dementsprechend. Das YAAM ist
inzwischen brechend voll geworden. Wie ich später erfahre,
sind 450 Leute angereist um Alborosie zu erleben. So müsste es
immer sein.
Alborosie tritt heute mit Basecap auf. Den Schirm hat er nach hinten
gedreht und darunter quellen seine gewaltigen Dreads hervor, die ihm
bereits bis über die Kniekehlen fallen. Seine Jeans ist unten
vielleicht knapp 20 Zentimeter umgeschlagen, schlägt aber
immer noch Falten. Eine Hose mit ein paar Nummern kleiner wäre
sicher bequemer. Ein Gürtel einziehen ist sicher auch noch
eine gute Empfehlung, denn er muss ständig die Hose am
Ausreißen hindern und sie wieder nach oben ziehen.
Über der Hose trägt er noch ein weißes
Shirt mit einem auf dem Rücken liegenden Mädel,
welches ihre Beine in Richtung Albos Hals reckt. Darüber sind
die Initialen „A E F“ zu lesen. Was es wohl
heißen mag?
Weiter geht es mit „No Cocaine“ (von
„Escape From Babylon“) und seiner ersten Hit Single
„Herbalist“ (von „Soul
Pirate“), sowie einigen anderen Sachen zum Thema. Alborosie
hat die Massive von Anfang an voll in Griff. „Babylon dem
thief my herb“, hält das Mikro in den
Saal, „lauter lauter …“. Das Echo ist
ihm immer noch zu leise.
Live
Video:
Concert Snippets
- YAAM Berlin
Weitere Hits folgen, wie „Still Blazing“ und
„Police“ (von „Soul Pirate“),
„Irusalem“ (von „Escape
…“), „Waan The Herb“ (von
„Soul Pirate“), „Money“ (von
„Escape …“), „Rastafari
Anthem“ und „Dutty Road“ (von
„Soul Pirate“), „Stepping Out“
(von „… Specialist & Friends“),
„Humbleness“ und „Real Story“
(von „Escape From Babylon“) und viele Andere. Die
genaue Reihenfolge kann ich nicht mehr wiedergeben. Es ist auch
schwierig eine Stimmungskurve in der Show zu erkennen. Albos Hitkatalog
ist einfach schon zu lang. Es gibt kaum Höhen und Tiefen oder
den absoluten Höhepunkt. Es ist einfach alles hervorragend.
Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, ob es überhaupt den
ultimativen Alborosie Knaller gibt.
Irgendwo dazwischen gibt es einen Solopart einer seiner
Backgroundsängerinnen, währenddessen sich Albo ein
wenig erholen kann. Als er wieder erscheint, ist seine erste
Maßnahme, ihr das Mikro abzunehmen, obwohl sein Einsatz noch
eine Weile auf sich warten lässt. Man kann nur spekulieren, ob
sie noch weiter gemacht hätte, oder ob das so geplant war.
Alborosie geht in die nächste gefeierte Runde. Auch die
Shengen Clan Band klingt sehr gut, obwohl sie natürlich nicht
an Albos ausgetüftelte Studioaufnahmen herankommt. Den
größten Einsatz liefert optisch wie auch akustisch
der Drummer ab. Der Bläsereinsatz vom Keyboarder bohrt leider
manchmal etwas störend in die Ohren und fügt sich
nicht so ganz harmonisch ein. Aber es sei ihm verziehen. Wer kann schon
gleichzeitig mit einer Hand Keyboard und mit der anderen Trompete
spielen bzw. dazu auch noch die richtige Atemtechnik zum Blasen finden.
Nach alter Sly und Robbie Manier versucht der Drummer dann auch noch
mit seinen Sticks auf dem Bass zu spielen. So richtig funktioniert es
zwar nicht, aber rein optisch denkt man da schon an die Einlage von Sly
Dunbar bei Black Uhuru Konzerten zurück.
Auch Alborosies
Tanzeinlage mit einer seiner Backgroundsängerinnen darf nicht
fehlen. Die Höhe passt zwar nicht so ganz, aber egal, der
Einsatz zählt und das Mädel liefert eine
schöne Einlage ab.
Zum Ende dann reicht schon der Refrain „Sibilidowndown
sibilidowndown it's a rudeboy town it's Kingston town
…”, um der Massive noch eine Jubelspitze zu
entlocken, die sich dann doch von der übrigen Stimmung
deutlich abhebt.
Leider ist das nahezu alles, was noch an die Reggae Version von
„Kingston Town“ (von „Soul
Pirate“) erinnert. Mit dem Rest des Stückes gleitet
Alborosie in den Raggamuffin Style ab. Große Teile der Show
wurden so bereits ein wenig abgewandelt.
Nach knapp 90 Minuten ist dann leider wieder einmal Schluss. Da hilft
die beste Stimmung im Saal nicht. Schade. Albo hätte noch
genügend Material gehabt, um die Massive weiter zu
beglücken.
„Kingston Town“ war das letzte Stück in
Berlin Town.
Fazit:
Eine super Show, die aber durchaus ein klein wenig länger
hätte dauern können. Dies zumindest gemessen am
Eintrittspreis und dem vollen Haus. Die stimmungsgeladene Massive
hätte es jedenfalls verdient. Am bevorstehenden langen Weg
nach Paris kann es nicht gelegen haben, da wohl die Gigs in den anderen
beiden deutschen Locations auch nicht länger gedauert haben.
Alborosie selber aber absolut authentisch und in bester Verfassung. Den
Sound der Band habe ich schon besser gehört, ohne die Leistung
der Musiker abwerten zu wollen. Ansonsten war das Programm eine gute
Mischung für Alle, wenn ich mir auch persönlich einen
Tick weniger Raggamuffin und dafür noch ein paar Reggae Hits
gewünscht hätte. Aber das ist relativ,
schließlich hat jeder einen anderen Geschmack.
Während sich Musiker und Technik um die Demontage des
Bühnenaufbaus kümmern, hat sich Alborosie bereits in
seinen großen Tourbus zurückgezogen. Viel Zeit will
man sich heute Nacht nicht mehr nehmen und so schnell wie
möglich in Richtung Paris abfahren. Deshalb gibt es bei
Alborosie auch nur drei geordnete Termine nach Voranmeldung. Neben
einem Landsmann von Albo, werden nur noch
„ReggaeInBerlin.de“ und
„Reggaestory.de“ zu einem kurzen Besuch empfangen.
Schön, dass dies auch noch klappt. Der perfekte Abschluss des
Abends.
Bild 1 - 4: „Backstage" im Tourbus
Copyright: Text und Fotos
by Reggaestory
Mein besonderer Dank geht an Frank von Topline Events, Errol Smith von
Shang Records, das YAAM Team und natürlich ganz besonders an
Alborosie.