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 Alfred´s
JAMAICA EINMAL ANDERS

Teil 16
02.08.2008 – Negril - Jah Pure & Queen Ayoki


Hermans House Nach der äußerst kurzen Nacht, die nur noch für ein kurzes Morgennickerchen gereicht hat, tut der heutige Erholungstag doppelt gut. Einfach planlos und in aller Ruhe den Strand und das Meer genießen, steht heute auf dem Programm. Nach dem wiederum reichhaltigen Frühstücksbuffet, geht es also erst einmal auf die Strandliegen. 
Wer ein schattiges Plätzchen hierfür benötigt, muss sich im Merril´s ein wenig beeilen. Nicht wegen der Liegen aber wegen dem Schatten. Ich werde sicher wegdösen, nach der langen Nacht, und in der Sonne sollte das nicht passieren. Allerbeste Konditionsprüfung ist hierfür die mitgebrachte Reiseliteratur. Nachdem ich eine Seite zum dritten Mal beginnen muss, ist klar, dass ich vorerst durchgefallen bin.

Bei einem der späteren Strandspaziergänge des Tages schaue ich mir das Alfred´s an. Jeden Freitag, Sonntag und Dienstag gibt es hier Reggae live auf der Bühne. Das hat sich zum Glück noch nicht geändert. Leider kann ich auch heute keinerlei besondere Vorankündigungen entdecken. Da wird wohl auch hier demnächst kein bekannter Künstler auftreten.

Alfred´s Alfred´s

Negril

Bild 1 + 2: Negril - Alfred´s
Bild 3: Souvenirs am Strand

Ich suche ein paar Rastatypen, die ich vor 9 Jahren hier getroffen hatte. Keiner davon ist zu finden. Jeder kennt sie zwar, aber niemand weiß wo die im Laufe der Jahre abgeblieben sind. Long Locks, einer von ihnen mit Dreads bis fast zum Boden, soll wohl inzwischen eine deutsche Frau geangelt und sogar geheiratet haben. Die Fotos die wir damals geschossen und mich jeweils 5 USD gekostet hatten, finden leider nicht ihren Bestimmungsort. Schade, das wäre bestimmt eine schöne Überraschung geworden.

Rasta in Negril

Long Locks - Negril Long Locks - Negril

Bild 1 – 3: Lang ist es her – Long Locks und andere im Jahr 1999

Immer wieder halte ich nach interessanten und artistverdächtigen Typen Ausschau, die ich gerne fotografiere. Kaum liege ich wieder einmal auf der Liege, läuft am Strand eine junge Rasta-Familie entlang. Vater und Sohn haben einen Turban auf. Das gibt bestimmt ein schönes Bild. Der Typ will sich aber nicht fotografieren lassen. „Ich bin Artist und lasse mich nur für 10 USD fotografieren!“, meint der doch tatsächlich. Das ist es mir natürlich überhaupt nicht wert, und Artists lassen sich eigentlich nicht für Geld fotografieren. Die freuen sich eher noch über jedes Bild und hoffen auf etwas Werbung. Ich zähle ihm deshalb ein paar Artists auf, die ich alle schon vor der Kamera hatte, und von denen selbstverständlich keiner etwas dafür haben wollte.
In meiner Badehose gebe ich natürlich keinen besonders guten Anblick gegenüber der Rasta Familie ab und finde keinen Glauben. „Wait a moment, please!“, ich gehe zur Liege zurück und hole wieder einmal mein extra zusammengestelltes Reisefotoalbum. Jetzt ist der Typ echt sprachlos, als er all die namhaften Artists in meiner Sammlung sieht. „Wer bist du denn eigentlich?“, will ich nun schließlich wissen. „Ich bin Jah Pure, nicht Jah Cure, sondern Jah Pure. Und das ist meine Frau, Queen Ayoki.“, sagt er darauf mit gehobenem Interesse. Nun ich weiß schon wer Jah Cure ist, dass muss er mir natürlich nicht erklären. „Wir machen beide Reggaemusik und haben schon einige Singles produziert.“, ergänzt er. „Hast du davon etwas dabei?“ „Nein, aber ich kann dir etwas bringen.“ Jah Pure möchte meine Kontakte haben und sichert zu, am Abend noch einmal herzukommen. Auf einmal ist das mit dem Fotografieren kein Problem mehr und die Drei posieren am Strand für ein paar Aufnahmen.

Jah Pure Jah Pure and son

Jah Pure & Ayoki Jah Pure & Ayoki

Jah Pure and son Jah Pure

Bild 1 - 6: Jah Pure (Greg Bennett), Queen Ayoki und Sohn

Und tatsächlich. Noch vor dem Abendbrot, ich habe mich noch nicht einmal umgezogen und liege noch immer am Strand, trifft von der Rezeption des Hotels eine Nachricht für mich ein. Jah Pure ist da. Er ist jetzt mit einem Auto vorgefahren und bittet mich einzusteigen. Was er mir zeigt, sind leider keine richtigen Singles. Es sind nur selbst gebrannte CD-Rohlinge mit der handschriftlichen Aufschrift „Jah Pure & Ayoki“. Nun egal, immerhin hatte nicht einmal Junior Murvin richtige Albumkopien im Hause (siehe Teil 8). Was er mir im Player vorspielt, klingt teilweise recht interessant. 10 USD das Stück bietet er mir an. Zwei verschiedene Single-Sammlungen sollen das sein. Ich gebe ihm das Geld und hoffe darauf, dass nicht alles geflunkert ist. Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm. Dann verbuche ich das unter Talentförderung oder Hilfe für Jamaica.
Später stellt sich auch tatsächlich heraus, dass ich zwei identische Kopien bekommen habe. Ob das nun ein Versehen oder Absicht war, ist nicht mehr nachvollziehbar. Nun hat er also doch noch seine 10 USD für die Fotos bekommen.

Jah Pure & Ayoki Ayoki - Hungry and Thirsty

Bild 2: Queen Ayoki – Single: Dear Jah + Hungry and Thirsty (spätere Aufnahme)

Neun Stücke sind auf dem Silberling, drei davon hat Ayoki eingesungen. Ihr „Dear Jah“, eine eingängige Reggae-Nummer, ist von der Single-Zusammenstellung am besten gelungen. Jah Pure singt eine andere Version auf demselben Riddim. Auch „Hungry and Thirsty“, eine Binghi-Nummer, teilen sich beide mit unterschiedlichen Texten.

Hier die Hörproben:



Queen Ayoki – Dear Jah (7) - Producer & Executive Producer: Junior Negus



Version Jah Pure (2)



Queen Ayoki - Hungry and Thirsty (8) - Producer & Executive Producer: Junior Negus



Version Jah Pure (3)

Zum Ausklang des Tages gibt es dann noch den wunderschönen Sonnenuntergang der Karibik, den man nicht unbedingt in Rick´s Café genießen muss.

Negril - Sonnenuntergang

Negril - Sonnenuntergang Negril - Sonnenuntergang

Bild 1 - 3: Sonnenuntergang in Negril

Für die musikalische Untermalung sorgt heute Abend eine Mento-Band. Was will man denn mehr. Ist doch viel gemütlicher als das Gedränge und Gejohle in Rick´s Café.

Mento-Band

Bild 1: Mento-Band im Merril´s

Mehr zu Mento gibt es hier und hier.

Copyright:
Text und Fotos by Reggaestory

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