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JAMAICA EINMAL ANDERS

Teil 7.2
24.07.2008 – Kingston – Morant Bay – Reach Falls – Long Bay

Hermans House

Hier nun die Ergänzungen von Peter-Paul Zahl, die er mir freundlicher Weise für meine Story zur Verfügung gestellt hat.


BIO-BIBLIOGRAFIE - Peter-Paul (ppz) Zahl

Geboren am 14. März 1944 in Freiburg/Breisgau; nach der Flucht der Eltern

1953 aus der DDR Schule bis zur Mittleren Reife und Lehre  als Kleinoffsetdrucker in Wülfrath, Velbert und Ratingen im Rheinland;

1964 um Bundeswehr oder Zivildienst zu entgehen, Übersiedlung nach Westberlin; Arbeit als Drucker, Vertreter, Brauereibeifahrer u. a.; seither aktiv in der Neuen, antiautoritären Linken;

1965 Heirat mit Urte Wienen aus Ratingen, Hochzeitsreise per Anhalter durch Deutschland, Frankreich, Spanien und Marokko;

1966 Reise im 300 DM- DKW nach Griechenland; Pläne, ein Jahr später Pläne, dorthin auszuwandern, was

1967 durch den CIA-gesteuerten Putsch dort unmöglich gemacht wird; Zusammenarbeit mit exilgriechischen Oppositionellen; Beginn, für sie und etwas später auch etwa 100 schwarze GI’s aus US-Kasernen in Berlin und Soul-Brothers, die eingezogen und nach Vietnam verschifft werden sollten, Pässe und andere Papiere zu fälschen, um sie damit nach Schweden zu schleusen, nicht Killer oder gekillt zu werden; Mitglied der Dortmunder Gruppe 61; Gründung einer Druckerei und des pp-Verlages;

1968 Osterunruhen, 2.Preis beim Internationalen Kreuzberger Kurzgeschichtenfestivals; Elf Schritte zu einer Tat, Erzählung, Polyphem Verlag;

1969 Geburt des Sohnes Raoul;

1970 mit Angehörigen der Gruppe 61 Schwedenaufenthalt; Von einem, der auszog, Geld zu verdienen, Roman, Karl Rauch Verlag, Düsseldorf;

1971 Geburt der Tochter Nadeschda;

1972 nach fünf Jahren ständiger Razzien („Pressedelikte“) des Staatsschutzes Beschaffung von Papieren und einer Pistole (zwei Bekannte von mir waren plötzlich auf einem Fahndungsplakat, am nächsten Tag wurden sie von der Polizei erschossen); im Dezember, einer Verhaftung zu entgehen, schoss ich nicht AUF Polizisten, sondern versuchte, es zu vermeiden, sie zu treffen; ein Polizist und ich wurden schwer, der andere wurde leicht verletzt;

Verhaftung, in der Hauptwoche gefoltert; strenge Einzelhaft im Gefängniskrankenhaus beginnt;

ab 1973 Maßnahmen des Staatsschutzes gegen Familie, Freunde und Bekannte wegen Kontaktschuld nach Be(obachtender) Fahndung 7;

1974 im LG Düsseldorf  wegen fortgesetzten schweren Widerstands und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt; Staatsanwaltschaft geht in die Revision; Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler, Reden vor Gericht, Ed. Queimada, Haarlem;

1975 Schutzimpfung, Gedichte, Rotbuch, Berlin (Gesamtauflage 21.000 Expl.); Eingreifende oder ergriffene Literatur, Zur Rezeption Moderner Klassik, Typoskript, Politladen Gaiganz;

1976 Zur Rezeption..., Verlag Neue Kritik, Frankfurt, 3 Auflagen; in gleicher Sache im abhörsicheren Guillaume-Saal des OG Düsseldorf, als Terroristenprozess inszeniert, zu 15 Jahren verurteilt:“ Das Strafmaß von 3 bis 15 Jahren musste voll ausgeschöpft werden, weil Zahl ein Gegner des Staates ist und zur speziellen Abschreckung.“  Übersetzung von Victor Serges Roman Geburt unserer Macht, Trikont Verlag, München; Wie im Frieden, Erzählungen, Lit. Verlag H. Braun, Leverkusen; Die Barbaren kommen, Gedichte und Kurzprosa, Edition Nautilus, Hamburg; Waffe der Kritik, Aufsätze, Verlag Freie Gesellschaft, Frankfurt a. M., Von einem, der auszog, Geld zu verdienen, Reprint, ebenda;

1977 „Alle Türen offen, Gedichte, Rotbuch Verlag, Berlin (Gesamtauflage 24 000 Expl.) kurzfristige Aufhebung der Totalisolation im Deutschen Herbst durch den Bundesgerichtshof:“...Indes ist weder erwiesen noch auch substantiiert behauptet, dass Zahl einer terroristischen Vereinigung, sei es auch nur als Unterstützer, zuzuordnen ist.“ Das kam exakt anderthalb Jahre zu spät.

1978 Wieder Totalisolation; Diffamierung durch Justizminister Posser, NRW, der einen geplanten Hungerstreik von über 70 Gefangenen gegen die Behandlung der Gemütskranken im Knast Werl in „ Aufstand und Geiselnahme“ umlügt, was von allen Medien übernommen wird, später im 3. Programm des WDR, ( also unter Ausschluss der Öffentlichkeit sozusagen) im Beisein von Erich Fried zurücknimmt; durch Gerichtsbeschluss erzwungene Genehmigung der Selbstbeschäftigung als Schriftsteller; Alle Türen offen, LP der Bands Oktober und Schmetterlinge, Antagon, Hamburg;

1979 Freiheitstriebtäter, Lyrik u. a., Edition Nautilus, Hamburg; Schreiben ist ein monologisches Medium, hrsg. Prof. Ralf Schnell, Ästhetik und Kommunikation, Berlin; Piimata (Gedichte), Kedros Verlag, Athen; Brokdorfer Kantate, Vertonung durch Kernbeißer, Stuttgart, LP, Eigelstein, Köln; Himmel auf Erden, 1 Seite Teile der Brokdorfer Kantate, vertont von Oktober, Hbg., Eigelstein, Köln; Die Glücklichen, Schelmenroman, Rotbuch Verlag, Berlin (Gesamtauflage nun: etwa 82.000 Expl.); Verlegung in die Berliner Justizvollzugsanstalt mit „Normalvollzug“; zum Gefangenensprecher gewählt;

1980 Het lijkt wel vrede, Gedichte und Prosa, Van Gennep, Amsterdam; Kontrabande, Gedichte, Informations Forlag, Kopenhagen; L’ avocat de la Terreur, Gedichte, Hg. Jean Pierre Faye, Seghers/Laffont, Paris; Materialien zum Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens, Initiativgruppe PPZ, Frankfurt; Schelmenlesung ( im GRIPS-Theater) Kassette, Stechapfel, Berlin;

1981 Beginn des Regie-Volontariats an der Schaubühne unter Peter Stein, Berlin; Die Stille und das Grelle, Hetze und Aufsätze, Verlag Freie Gesellschaft, Frankfurt; Lyrik und Jazz, mit der Band Tridem während der Kulturolympiade in der UFA-Fabrik, Berlin, Kassette, Stechapfel, Berlin, Konterbande, Gedichtauswahl, Verlag 2001, Frankfurt;

1982 Johann Georg Elser, Ein deutsches Drama, Rotbuch, Berlin, UA: Schauspielhaus Bochum; Entlassung auf 2/3 nach 10 Jahren; selbst der Knast in Tegel hatte die Halbstrafe befürwortet, Gnadengesuche wurden u. a. von der griechischen Kultusministerin Melina Mercouri und dem Kultusminister von Nicaragua, Ernesto Cardenal an Ministerpräsident Johannes Rau, NRW gestellt; er lehnte ab; Cardenal:“ Lieber Bruder Johannes, du bist ein großer Mann geworden, aber deine Schuhe sind nicht mitgewachsen!“;

1983 Aufenthalt in Grenada, wo die Kultusministerin ppz mit der Gründung eines Nationaltheaters beauftragt, unmöglich gemacht durch die Invasion der Insel durch Reagans Truppen; Lesereise mit der Rockband seines Bruders Thomas, Together free“; Der Rote Rollberg, Hörspiel, SFB; Sumpf (mit Franz de Byl, git), Kassette, Stechapfel, Berlin; Inszenierung der Heidenheimer Fassung von Johann Georg Elser mit fantastischen Amateuren in seiner Heimatstadt, Regie: ppz;

1984 Wiederaufnahme und Tournee des Elser-Stücks wegen seines großen Erfolgs; Liebesstreik (nach Aristophanes’ Lysistrata) UA: Heidenheimer Volksschauspiele auf der Großen Naturbühne, Regie: ppz; Arbeit an der Fernuniversität Toscana, Italien; Aufenthalt auf den Seychellen; sieben Monate bis

1985 In Nicaragua, Ausbildung von Schauspielern und Regisseuren im Volkskulturhaus in Bluefields, Karibikküste, im Auftrag des Kultusministers Ernesto Cardenal; Unser Faust , Farce, Vlg. Autorenagentur, UA: Südtirol; Abschiedslesetournee mit 29 Lesungen in 25 Städten in 35 Tagen, 7 x mit der Reggaeband Imara, 7 x mit dem Jazzbassisten Peter Kowald;

Erpressbar, Farce über den Deutschen Herbst; ab 5. November  Jamaika;

1986 Heirat mit Herlett Kennedy in Long Bay, Portland, Geburt der Tochter Djameela am 3.Dezember; Erwerb zweier Grundstücke, eines mit heruntergekommenen Häuschen an der Flanke eines Hügels, ca. 70 m vom Meer entfernt und 50 m über diesem;

1987 Gründung des Amateurtheaters  PORTLAND COMEDIANS;

1988 Inszenierung durch den stärksten aller bisher gemessenen Hurrikane, GILBERT, unmöglich gemacht; Fritz, a German Hero, Schauspiel für Menschen ab 14, UA: Schnawwl, Mannheim, wurde zum Internationalen Treffen für Kinder und Jugendtheater in München eingeladen; nachgespielt vom Landestheater Linz, 1989, diese Inszenierung wurde zu den Österreichischen Theatertagen eingeladen; schließlich führte das „Keller“-Theater Fritz in Köln 1991 auf;

1989 Der Staat ist eine mündelsichere Kapitalanlage, Hetze und Aufsätze 1967 bis 1989,  Karin Kramer Verlag, Berlin;

1990 Die Erpresser, eine böse Komödie, Karin Kramer Verlag, Berlin: UA: grausig am Wallgraben Theater in Freiburg/ Breisgau

1991 Übersetzung des Romans Sieben Rote Sonntage von Ramón José Sender, Rotpunkt Verlag, Zürich

1992 Der Meisterdieb, Kinderstück nach dem Märchen der Gebrüder Grimm, Verlag Autorenagentur, Berlin, als Ms.; Geburt des Sohnes Juan Ramón; Fernsehessay von J. Seidler, Freiheit und Glück, Peter-Paul Zahls politischer Begriff von Faulheit, a r t e TV;

1993 Bankrott des Galgenberg Verlags in Hamburg macht das Erscheinen des ersten Bandes einer 14-teiligen Serie über Jamaika, der Ruffneck Reggae Romane unmöglich;

1994 Der schöne Mann, Roman, (Band 1 der Serie), HC, Das Neue Berlin; Nichts wie weg (Bd. 2) HC, Das  Neue Berlin; Fritz, a German HERO; Schauspiel über den  jungen Schiller, s.1988, Trotzdem Verlag, Grafenau;

1995 GLAUSER Preis FÜR DEN BESTEN DEUTSCHSPRACHIGEN KRIMINALROMAN im JAHRE 1994; Teufelsdroge Cannabis (Bd.3), Roman, HC, Das Neue Berlin;

1996 Lauf um dein LEBEN; Roman, HC (Bd.4), Das Neue Berlin; Johann Georg Elser, Ein deutsches Drama, Kammerspielfassung, Trotzdem Verlag, Grafenau;

1997 Das Ende Deutschlands, der endgültige Roman zum Thema, Karin Kramer Verlag, Berlin; Die Glücklichen, Hardcover, Das Neue Berlin;

1998 Don Juan oder Der Retter der Frauen, Komödie, Trotzdem Verlag, Grafenau, UA: Heidenheimer Volksschauspiele, Regie: ppz; Tod der Mutter; Geheimnisse der karibischen Küche, Rotbuch Verlag, Hamburg;

1999 Ananzi ist schuld, Gutenachtgeschichten aus Jamaika für Kinder, ElefantenPress, Berlin;

2000 Übersetzung von Band 1 und 3 der Ruffneck Reggae Romane in’s Englische mit den Dialogen in lesefreundlichem Patois; neue Gedichte, deutsch, englisch, patois;

2001 Die Glücklichen, Schelmenroman als Taschenbuch bei dtv, München

2002 Der Domraub, Schelmenroman bei dtv-Premium, München; Jamaica, Sachbuch, Reihe Länder, Beck Verlag, München; Cannabis, la droga diabolica, Roman (Bd.3.der Serie), Edizioni Socrates, Rom; AUSBÜRGERUNG DURCH EINE BEAMTIN AN DER BOTSCHAFT IN KINGSTON, DIE DEN SCHÖNEN SPITZNAMEN GESTAPOFRESSE  HATTE.  J. FISCHER SETZT DIE BESTEN JURISTEN DES AA AN DEN FALL, “ ES DEM ZAHL ZU ZEIGEN“. ppz stellt Antrag ans Bundesverwaltungsamt, ihn wieder einzubürgern; gleichzeitig klagt er beim Verwaltungsgericht Berlin gegen diese Sauerei (s. Artikel 16, Abs. 1 des GG!);

2003 Anancy mek it, jamaikanische Gutenachtgeschichten für kleinere Kinder als das deutsche Buch, Erzählung englisch, Dialoge im Patois, LMH Publishers, Kingston; Der Staat, Prosa aus Travens Totenschiff, als Dublyrik mit Trommler im Kumina-Stil; Dub Trafikkers, Kingston, und als Beitrag für eine Traven CD für NAWAO, Berlin, und den Karin Kramer Verlag; Weiterarbeit am nächsten, auf 600 Seiten geplanten Schelmenroman DER GÖTTLICHE AUFSTAND;

2004 How THE GERMANS LIBERATED NAMIBIA; CD; Dublyrik mit 4 verschiedenen, chronologischen Texten und 4 verschiedenen Musiken; Dub Trafikkers, Kingston, und NAWAO, Berlin; Aufenthalt im Künstlerhaus Lukas durch Ausbürgerung verunmöglicht; WIEDEREINBÜRGERUNG DURCH DAS BUNDESVERWALTUNGSAMT; die Übergabe des Passes zögert die deutsche Botschaft bis zum Mai nächsten Jahres hinaus...;

2005 Im Todestrakt, (5.Bd.der RURERO) im Fischer TB Verlag, Frankfurt am Main; Kampfhähne, (der 6. Bd.) kommt ein halbes Jahr später raus im Fischer TB-Verlag;

2006 19. April, das Verwaltungsgericht Berlin befindet:“ Der Passentzug war rechtswidrig!“ Auf der Suche nach einem anderen literarischen Agenten für das besagte riesige Projekt DER GÖTTLICHE AUFSTAND, planen ppz und Freunde in Berlin, Kiel und Wiesbaden eine erfolgreiche „Große Wiedereinbürgerungslesetournee“ von Mitte August bis zum 22. Oktober;

2007 der 3. Band der Ruffneck Reggae Romane, Teufelsdroge Cannabis, erscheint in der Edition Köln, leicht bearbeitet, nun mit dem Titel Miss Mary Huana heraus; Weiterarbeit an deutschen, englischen und patois- Gedichten, darunter das sehr lange Gedicht zum 11. September: 9/11...what goes around... das große “launching” ist für den 11. September 2008 geplant im Red Bones Café, Kingston; die Universität der Appalachen in Boone, North Carolina, bot ppz an, zum Thema WE WANT THE WORLD, AND WE WANT IT NOW! ( The worldwide social- and culturerevolutionary movement of the 60es and the early 70es) vier Monate lang, zusammen mit einem dortigen Professor zu lehren, aber Bush’s GeStaPo, die Home Security, verweigerte das von der Uni beantragte A 1 Visum!  Man wollte „ all court-files“ sehen. Dabei wussten diese Gangster, dass ppz diese gar nicht in die Hände kriegt nach Auskunft des Bundesjustizministeriums. Er kann sie nur in der deutschen Botschaft „einsehen“, darf keine Kopien machen, dann werden besagte Akten zerstört....

2008 Die CD „9/11...what goes around..." ist fertig und hat am 11. September ihr „launching“ im Red Bones Café in Kingston;

Darüber hinaus stellt ppz dann auch Plakate und vergrößerte Leserbriefe an jamaikanische Medien aus.

AUSZEICHNUNGEN/ PREISE/ STIPENDIEN

1968 - 2.Preis im Internationalen Kreuzberger Kurzgeschichtenfestival;
1976 - 12 Jahre Gesinnungshaft auf 3 Jahre Strafhaft durch das Landgericht Düsseldorf;
1980 - Förderpreis der Freien und Hansestadt Bremen für Die Glücklichen;
1987 - Stipendium des Kultusministeriums Baden-Württemberg für Fritz, a German Hero
1989 - Stipendium des Kultusministeriums BW für Die Erpresser;
1992 - Angebot, als Kandidat für den Posten des Bürgermeisters in Feldberg/ Mecklenburg anzutreten;
1993 - Angebot, Friedensrichter in Long Bay/Portland, Jamaica, zu werden;
1995 - GLAUSER-PREIS für den besten deutschsprachigen Kriminalromans im Jahre 1994;
2001 - Stipendium des Kultusministeriums NRW für Der Domraub;
2007 -
Bushs GeStaPo, Home Security genannt, verweigert ein Arbeitsvisum, für mich beantragt von der Universität der Appalachen; im Jahre des Herrn 2008 hat diese schwachsinnige Behörde schon eine Liste von sage und schreibe einer Million (1 Mio) „Terrorverdächtiger“...Ich antwortete diesem Bush-Pack mit einem um 1830 herum von Heinrich Heine geschriebenen Gedicht, dass sich an Studenten wendet:

YOU’LL GET FOOD AND EVEN BOOOZE
YOU ARE SMART AND ON THE LEVEL
BUT DON’T LET SOME FOREIGN DEVIL
TEMPT YOU TO EXTREMIST VIEWS!

2007/ 2008   macht mich eine verheiratete, intelligente, hübsche Frau zu ihrem Liebhaber ...

Stand: August 2008
Verfasser: Peter-Paul Zahl

BETTELBRIEF                                                                                                 

Betr.: PETER-PAUL ZAHL (ppz) IN NOT!

Sehr geehrte/r...................

NAWAO ist ein gemeinnütziger Verein mit Filialen in Zürich, Berlin, Paris, Bamako (Mali) und war bisher erfolgreich in Sachen Kulturaustausch Westafrika. Wir in Berlin haben zudem das Programm des Berliner IRIE e.V. (Jamaica Respect In Europe) übernommen, das Aufbringen für Stipendien in Jamaika. Aber wir haben mit dem Kassettenvertrieb STECHAPFEL schon ab 1982 drei Kassetten mit Zahls Lesungen während der Knastzeit in den Verkehr gebracht, kennen ihn also über 25 Jahre.
Bis zu seiner Ausbürgerung durch eine neofaschistische Beamtin an der Botschaft in Kingston konnte ppz einigermaßen von seinen Einkünften durch Vorschüsse, Lesereisen und Vermietung seines Cottages in Jamaika leben. Die Ausbürgerung brachte mit sich:

-     die Abmeldung seiner Adresse in Ratingen durch die AUSLÄNDER-BEHÖRDE.(Nachdem J. Fischer den Prozess 0:2  verlor, das Bundesverwaltungsamt bürgerte ppz wieder ein, der Entzug des Passes durch das AA war „rechtswidrig“ so das VG Berlin), wurde dies zurückgenommen;

-    den Rausschmiss aus der Künstlersozialkasse,

-    niedrige Einkünfte unter dem Minimum, das ein Autor verdienen muss, der KSK, also der Renten- und Krankenversicherung angehören zu dürfen.

Mithin ist er im zarten Alter von 64 Jahren mitsamt seinem Sohn NICHT KRANKENVERSICHERT.
Ab 2005 war er NICHT FÄHIG, seine RENTENVERSICHERUNGSBEI-TRÄGE (mtl. 146,25 EUR) ZAHLEN ZU KÖNNEN, würde er diese bis zum 65. Lebensjahr aufbringen können, erhielte er lt. „Rentenauskunft“ der BfA vom 17.01.2005 die STOLZE RENTE VON  497,65 Euro, wenn nicht, nur 387,85 Euro ab März 2009.
Der Sozialfonds der VG Wort überwies dankenswerterweise  den Minimal-Arbeitgeberanteil“ von 1.096,87 EUR) etwa ¼ für 2005, der Rest für 2006.

Dieselbe Summe musste ppz auftreiben, sie an die BfA für 2006 überweisen zu können.
Unterhalt für seine 20-jährige Tochter Djameela, die an der Universität der West Indies in Kingston ihren Bachelor of Sciences gemacht hat, brauchte er ab Ende Mai 07 nicht mehr zu zahlen; sein 15-jähriger Sohn Juan Ramón, der aufs Gymnasium geht, lebt seit seinem 3. Lebensjahr bei ihm.

PECH MIT VERLAGEN

Dem Verlag DAS NEUE BERLIN ging nach dem 4.Band der Ruffneck Reggae Romane „der Atem aus“, weil das größtenteils „ostalgische“ Programm dazu führte, dass die Bücher kaum in westdeutsche Buchläden kamen. Der Verlag hat ppz’s Büchern eine (bis auf Bd.4, da mit dem Grafiker verkracht) schöne Ausstattung gegeben, mit dem Autor gute und große Lesetourneen ermöglicht, zahlte zunächst 10.000 DM, dann 5.000 DM Vorschuss und verkaufte im Grunde nur den preisgekrönten 1. Bd., DER SCHÖNE MANN sehr gut, den 3., TEUFELSDROGE CANNABIS gut.
Nach vielen Jahren gelang es ppz, nicht seinem lit. Agenten, für die nächsten zwei Bände einen Verlag zu finden: Fischer Taschenbuch zahlte je 5.000 Euro Vorschuss, tat aber nichts für die Bücher: Keine Werbung, ppzs Rezensentenliste wurde nicht, wie versprochen, in „den Verteiler eingestrickt“, die GROSSE WIEDEREINBÜRGERUNGSLESETOURNEE 2006 wurde vom Autor und Freunden in Berlin, Kiel und Wiesbaden organisiert.

Seit einiger Zeit arbeitet ppz an seinem nächsten GROSSEN Projekt, dem Schelmenroman DER GÖTTLICHE AUFSTAND. Sein lit. Agent, zutiefst in seinen religiösen Gefühlen getroffen (das Buch wendet sich nur gegen Fundamentalisten):“ Ein Machwerk!“ ppz holte eine zweite Beurteilung ein: Der Lektor bei Mohrbooks, Berlin:“ Herr Zahl, schreiben Sie lieber mal etwas wie Montesquieus PERSERBRIEFE“...( Also ein klarer Fall, wo ein Lehrer, Lektor oder Verleger den Autoren dazu bringen will, etwas zu verfassen, was er selbst nicht auf die Reihe bringt.).

Begeistert war Gerd Haffmans:“ Ihr Angebot ehrt und beglückt mich. Aber ich fürchte, Sie liegen in meinem winzigen Partisanenprogramm bei 2001 einfach nicht richtig. Bedenken Sie: Sie sind mit Ihrem Werk dann aus dem Sortimentsbuchhandel gekippt, der Verlag macht keinerlei Veranstaltungen, organisiert keine Lesungen, ist nicht einmal auf der Buchmesse. Und Ihr Buch könnte allerfrühestens 2008 erscheinen. (...) Sie aber brauchen einen furiosen Impresario wie Michael Krüger, Joachim Unseld, Alexander Fest, Nikolas Hansen oder Egon Amman.
Birgit Schmitz, Lektorat Kiepenheuer & Witsch, 29.11.’07: „ Ein wahres Feuerwerk, und den Gott Ananzi werde ich wohl nicht mehr vergessen (ich mag Trickster-Figuren). Es ist nicht so, dass mir das Lesen keinen Spaß gemacht hat. Dafür geht es zu wild zu, und dafür ist das Ausmaß der Geschichte auch zu gewaltig.
Aber es ist eindeutig kein Buch für uns. Ein solcher Roman passt nicht zu Kiepenheuer & Witsch. Unser literarisches Programm ist in gewisser Weise zu ernst (vielleicht täte ihm ein solcher Ausbruch auch mal gut? Aber das ist eine andere Frage).“ Dies schrieb sie, nachdem das Manuskript des I. Buches etwa 7 Monate dort herumlag! Was ein Erscheinen 2008 unmöglich machte.

Nachdem seine Kinder aus erster Ehe ihrerOma ihr klein’ Häuschen
Ende März verkauften, hat ppz auch keine Adresse in Deutschland mehr.

Vom Kramer Verlag erhielt er 5,45 Euro für 2007; die Vorschüsse von Fischer und der Edition Köln sind noch nicht durch Verkäufe abgegolten. Von Miss Mary Huana, im August 2007 erschienen, wurden nur 145 Exemplare verkauft. Also hat PPZ keine Tantiemen im Jahre 2008 zu erwarten. Daher ist er völlig pleite!
Sein Rose Hill Cottage hat vom Jahre 2000 an nur in einem Jahr guten Gewinn gemacht. Sehr nah am Meer muss es „wie ein Boot“ gewartet werden; Hurrikane und Einbrüche verlangten Reparaturen und Befestigungen des Ferienhäuschens. Er zahlte nur 2 ½ % Erziehungssteuer und 11 Euro Landsteuer pro Jahr. Die Lebenshaltungskosten sind ebenso hoch wie in Deutschland. Also braucht er etwa 1.300 Euro pro Monat.

Und hier kommen wir von NAWAO e.V. ins Spiel. Wir bitten Sie um monatliche Spenden, die steuerabzugsfähig sind. Dafür, dass alles seine Richtigkeit hat, verbürgt der Autor, Anwalt und Notar (im Ruhestand in Worpswede) Heinrich Hannover.
Konto von NAWAO Kulturaustauschprojekte und Beratung e.V. Deutsche Bank, BLZ 100 700 24, Ktonr.:7663073.
Jedes Jahr werden wir  darlegen, dass die Spenden für ihren Zweck verwendet worden sind. Kommt PPZ wieder auf die Beine, werden wir Sie benachrichtigen, ob wir eventuelle Überschüsse für den Kulturaustausch (Autoren, Dichter, Theaterstücke Jamaika / Deutschland) verwenden sollen oder können.

Nun setzt PPZ große Hoffnungen in seinen neuen, auf ca. 600 Seiten angelegten Schelmenroman. Das I. Buch (300 S.) das IM HIMMEL spielt, ist seit einiger Zeit fertig; hat er einen Verlagsvertrag und einen guten Vorschuss erhalten, macht er sich an das II. (IM TOTENREICH) und das III. (AUF ERDEN), so dass dieser sehr freche Roman 2009 erscheinen könnte.

Aber in den 2002 erschienenen Roman DER DOMRAUB hatte er auch große Hoffnungen gesetzt. Schon nach der Buchmesse in Leipzig war die erste Auflage verkauft, die Kritiken waren zumeist sehr gut, die Pressefrau bei dtv tat einen fantastischen Job; eine Taschenbuchausgabe mit einem von ppz gestalteten Titelbild wurde vom Verleger Balk versprochen, ein Hörbuch sollte gemacht werden; ein Vertrag mit einer guten österreichischen Filmfirma war unterschrieben (Regie: Pepe Dankwarth) und platzte dann an der Finanzierung...Schließlich distanzierte sich der Cheflektor von dtv von dem Buch (er hatte seine Doktorarbeit über Doderer gemacht und nicht die geringste Ahnung von Schelmenromanen).
Ein Manuskript des 2. Bandes seiner Ananzi-Geschichten ging an eine Literaturagentur, dazu ein Roman für Jugendliche zwischen 14 und 114, ENTFÜHRT! der 7. Band der Ruffneck Reggae Romane, HALLO, MAMA AFRIKA, scheitert z. Zt. an einem Schreibblock. Geplant sind für die Zukunft ein Theaterstück cum Roman über eine 3-tägige Räterepublik im Jahre 1920, DER KIRSCHENKRIEG (von drei junge Frauen angeleiert) im Brenztal in der Schwäbischen Alb, und eine Komödie über den berühmtesten / berüchtigsten Dichter der Renaissance, Pietro Aretino .......

Zur Verfügung gestellt von: Peter-Paul Zahl
Fassung: August 2008

Nachsatz: Peter-Paul Zahl ist am 24.01.2011 im Krankenhaus von Port Antonio an einem Krebsleiden verstorben.

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