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JAMAICA EINMAL ANDERS

Teil 7.1
24.07.2008 – Kingston – Morant Bay – Reach Falls – Long Bay

Hermans House Heute wollen wir auf dem Weg zurück nach Port Antonio und St. Margaret´s Bay die Ostküste der Insel umrunden. Das Frühstück sparen wir uns dieses Mal und greifen auf unsere Obstbestände zurück.

Klimaanlage als Wasserkühler

Unser "Kühlschrank" für eine Flasche

Zur Not können wir unterwegs immer noch etwas essen. Bei der Schlüsselabgabe dann die erste Überraschung des Tages. Das Schlüsselgeld beträgt jetzt auf einmal nur noch 5 USD. Obwohl jeder weiß, dass man uns 10 USD je Schlüssel abgeknöpft hat und Peter das auch noch einmal der Dame hinter der vergitterten Rezeption bestätigt, haben wir keine Chance. Siegessicher kramen wir unsere Tickets hervor. Ein Vermerk auf unserem Ticket identifiziert man schließlich als 5 USD Schlüsselkaution. Na toll, jetzt bescheissen die sogar schon an der Hotelrezeption. Man kann sich auf nichts verlassen und muss jeden Zettel genauestens kontrollieren und nach dem Sinn von jedem Krakel fragen. Unfassbar, verlangen 10 USD und tragen 5 USD auf der Quittung ein. Leicht genervt von diesem Morgenstart packen wir unsere Sachen in das Auto und machen uns auf die Fahrt.
Bevor wir in Richtung Osten aufbrechen, wollen wir noch ein Foto an einer nahe liegenden Tankstelle aufnehmen, wo wir beim gestrigen Vorbeifahren ein großes Bild mit Sly und Robbie gesehen haben.

Sly & Robbie auf einer Werbetafel in Kingston

Sly & Robbie auf einer Werbetafel in Kingston

Tony soll kurz an der Seite warten, hört aber nicht und tankt bei der Gelegenheit noch einmal zu, obwohl unser Benzin noch lange nicht verbraucht ist. Immerhin war ausgemacht, dass wir Benzin nur für die gefahrenen Kilometer bezahlen und nicht noch ´ne Extrafüllung. Als unser Foto erledigt ist, sind 1.500 Jays oder 25 USD fürs Nachtanken fällig. Wir haben nicht gleich so viele Jays bei der Hand und greifen trotz des schlechten Kurses auf den Dollarpreis zurück. Ich gebe den beiden Damen an der Spritpistole einen 50-er Schein. Diese wiederum wollen natürlich gleich ein weiteres Geschäft machen und geben nicht etwa 25 USD zurück, sondern wollen mich mit 1.100 Jays abspeisen. Jetzt reicht´s mir aber, bin schon genug genervt vom Chelsea-Betrug. Ich gebe den Damen das Wechselgeld zurück und verlange meine 50 USD ebenfalls zurück. So einfach geht das aber nicht. Das Wechselgeld stecken die Damen wieder ein und die US-Dollar soll ich im Tankstellengebäude an der Kasse holen. Wir suchen unsere Jays zusammen, um auf dieser Basis nun bezahlen zu können. Ich bezahle drinnen und bekomme meinen 50-er wieder zurück. Nun will die Kasse aber auch noch das Wechselgeld zurück, was ich den Damen draussen schon gegeben hatte. Diese wiederum stellen sich nun plötzlich ganz dumm. Wir sind sprachlos. Großes Gezeter und Gekeife bei den räuberischen Damen. Die Kasse kann natürlich nichts dafür, die wissen ja nicht, dass das Tankpersonal zum Teil in die eigene Tasche wirtschaftet. Peter reicht nun von hinten das geforderte Geld aus dem Fenster. „Was sollen wir machen? Ich weiß wir sind im Recht, aber wie sollen wir das beweisen und Bock auf die Polizei habe ich auch nicht.“, meint er nur dazu. Jetzt wird man schon am helllichten Tage mit solchen Tricks an der Tankstelle ausgeraubt. Die Sache liegt uns schwer im Magen und wir können uns lange nicht beruhigen. Das war ja ein teurer Schnappschuss, aber warum musste der Tony auch tanken.
Peter sieht sich als Retter des Tages. „Du kannst dir nicht vorstellen, was abgegangen wäre, wenn die Polizei gekommen wäre. Den Tag hätten wir vergessen können.“, schiebt der relativ unbeeindruckt hinterher. Wieder eine Erfahrung reicher geworden.
Nun geht die Fahrt an der Südküste entlang, durch Bull Bay und Yallahs in Richtung Morant Bay. Unser nächster Halt ist erst in Morant Bay geplant. Auch der Jamintel Earth Station, die auf einem Hügel zwischen Pomfret und Green Wall thront, schenken wir nur einen Blick durchs Autofenster. Wir haben andere Prioritäten gesetzt.
Morant Bay ist ein geschichtsträchtiger mit Ort mit unrühmlicher Vergangenheit. Mit unglaublicher Härte wurde dort im Jahr 1865 eine Rebellion schwarzer Landarbeiter niedergeschlagen. Die Anführer Paul Bogle und George William Gordon, die nun auf der 2-er und 10-er Banknote geehrt werden, wurden dort zusammen mit 430 Gleichgesinnten hingerichtet.

Paul Bogle auf der 2 Jay Banknote von Jamaica George William Gordon auf der 10 Jay Banknote von Jamaica

Bild 1: Paul Bogle
Bild 2: George William Gordon

1000-e weitere Beteiligte wurden ausgepeitscht und Hunderte Hütten niedergebrannt. Vor dem Gerichtsgebäude erinnert eine von Edna Manley geschaffene Statue an Paul Bogle. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort erreichen wir das Courthouse bzw. das was von ihm übrig geblieben ist.

Morant Bay Morant Bay - Das abgebrannte Courthouse. Morant Bay - Das abgebrannte Courthouse mit Denkmal von Paul Bogle.

Bild 1: Morant Bay
Bild 2 + 3: Morant Bay – das abgebrannte Courthouse mit dem Denkmal von Paul Bogle

Das Courthouse hat eben seine zweite Vernichtung erlebt. Zum ersten Mal wurde das Gebäude beim Aufstand in 1865 zerstört. Paul Bogle steht nun vor einem Haufen Schutt und Asche. Das Gebäude ist völlig ausgebrannt. Das Dach und die meisten Decken sind eingestürzt. Im Gebäudeinnern liegen noch sämtliche Gerichtsakten, aus alten und neuen Zeiten zu riesigen Klumpen verklebt und angekohlt, zwischen Asche und anderem Schutt. Erste Gräser fassen bereits in den Gebäuderesten Fuß und die vermodernden Akten werden bald eine gute Erde abgeben. In einer Ecke döst ein Obdachloser vor sich hin, ohne sich an unserer Entdeckungstour zu stören. Alles ist frei zugänglich. Offenbar hat man kein Interesse daran, von den Akten noch etwas zu sichern. Die Abgeurteilten werden sich sicher nicht darüber ärgern. Für uns ist es hochinteressant in den Resten herum zu lesen. Das wäre eine tolle Fundgrube für Historiker und Ortschronisten. Liebend gerne würde ich hier noch etwas herumkramen. Leider passt das zeitlich nicht in unseren Tagesplan.
Hinter den Ruinen befindet sich noch eine verwilderte Bastion, von der ein paar alte und teilweise zugewachsene Kanonen aufs Meer hinauszeigen. Hinter der Brüstungsmauer, am Rande der Böschung, befindet sich ein Grabstein, der an die Toten der Hinrichtung von 1865 erinnert. Wir sind ein wenig betroffen, warum man einen derart geschichtsträchtigen Ort auf diese Weise verkommen lässt. Unabhängig von der Ehrung der eigenen Nationalhelden, sollte sich doch hier der eine oder andere Touristendollar einspielen lassen, wenn man das Gelände einschließlich Gerichtsgebäude mit den entsprechenden Informationen als Museum betreiben würde.

Auszug aus einem alten Gerichtsurteil

Auszug aus einem alten Gerichtsurteil

Morant Bay - Gerichtsakten im abgebrannten Courthouse. Morant Bay - Kanonen auf der Bastion hinter dem Courthouse. Morant Bay - Kanonen auf der Bastion hinter dem Courthouse. Morant Bay - Gedenkstein für die Toten der Hinrichtung von 1865 hinter dem Courthouse.

Bild 1: Verkohlter Aktenberg im Courthouse
Bild 2 + 3: Auf der Bastion hinter dem Courthouse
Bild 4: Gedenkstein für die Toten der Hinrichtung von 1865

Wir machen uns wieder auf den Weg. Nächstes Ziel soll der östlichste Punkt der Insel mit dem Morant Point Lighthouse sein. Als wir Golden Grove erreichen und nach dem richtigen Weg fragen, der von diesem Ort zum Leuchtturm führen soll, erleben wir die nächste Überraschung. Die Einheimischen schütteln mit dem Kopf. Es besteht keine Chance dieses Ziel zu erreichen. Die letzten Stürme sollen einen Teil der Zufahrt weggerissen haben und das Durchkommen mit einem Auto unmöglich gemacht haben. Da lässt sich nichts machen. Alternativplan wäre der Besuch von Bath mit seinen Botanischen Gärten und den Mineralquellen. Das wäre von hier aus in etwa ähnlich so weit, nur in westlicher Richtung. Peter rät ab. „Da ist nicht so wirklich was anzusehen und noch eine Badzeremonie willst Du doch sicher nicht mitmachen.“, ist seine Meinung dazu. Also verzichten wir auch auf diesen Programmpunkt. Immerhin haben wir noch genügend andere Möglichkeiten den Tag auszufüllen.
Bevor wir zu den Reach Falls fahren, machen wir noch zwei Pausen an der Küste. Eine davon in Hectors River, wo man am relativ neuen „Under The Rock“ Beach eine Gaststätte eingerichtet hat. Jeden Sonntag soll es hier Live-Konzerte geben. Bei einem kühlen Getränk genießen wir den Blick in die kleine felsige Bucht. Tony und Peter holen nun erst einmal das Frühstück nach. Frühere Versuche schlugen leider fehl, da wir unterwegs bisher keine geeignete Location finden konnten. Tony wollte eben unbedingt eine ordentliche Gaststätte haben, wobei uns jeder Obststand und jede Rastakneipe genügt hätte. Da Tony aber jedem noch so kleinem Abenteuer aus dem Wege gehen wollte, war eben hungern angesagt.

Bucht südlich von Hectors River Bucht südlich von Hectors River

Bucht südlich von Hectors River

„Under The Rock” in Hectors River „Under The Rock” in Hectors River

„Under The Rock” in Hectors River

Nicht weit nach Hectors River erreichen wir dann Muirton, von wo uns die Straße ein kleines Stück bergauf ins Inselinnere zu den Reach Falls bringt. Das Gelände ist nur nach Entrichtung eines Eintrittsgeldes zu betreten. Für den erwachsenen Touristen sind das 10 USD und für Kinder die Hälfte. Einheimische bezahlen natürlich weitaus weniger. Mit im Preis ist ein personengebundener Führer, der auf seine kleine Gruppe aufzupassen und nach Wunsch Hilfestellung zu geben hat. Wir brauchen das eigentlich nicht und so kann sich unser Führer überwiegend entspannen. Während der Schließungszeiten soll es auch illegale Touren durch das Flussbett bis hinauf zu den Fällen geben, berichtet Peter. Gegenwärtig ist man dabei dem Urwald und seinem klebrigen Erdreich ein Stück Fläche für einen Parkplatz abzuringen. Die Bauarbeiter sind nicht zu beneiden. Von hier aus geht ein schmaler befestigter Weg in die Schlucht hinunter. Zwischen den Bäumen gurgelt glasklares Wasser und sucht sich seinen Weg zwischen großen bemoosten Felsblöcken hindurch. In der Ferne hören wir die Fälle rauschen. Eine beeindruckende Natur umschließt uns. Der Weg zur Badestelle, unterhalb der Fälle, ist nicht weit. Ein großer Naturpool mit seichten Einstiegsmöglichkeiten begrüßt uns. Das Wasser sieht aus wie reinstes Trinkwasser – glasklar.

Reach Falls

Reach Falls Reach Falls Reach Falls Reach Falls

Bild 1 - 5: Reach Falls

Das Rauschen der Fälle vermischt sich mit Vogelgezwitscher, Gezirpe der Grillen und vielen anderen Naturgeräuschen, die wir nicht zuordnen können. Zwischendurch immer wieder ohrenbetäubender Lärm, der sich anhört als würde ein Zug mit metallisch kreischenden Bremsen in den Bahnhof einfahren und dann wieder in der Ferne verschwinden. Peter meint dazu: „Das ist ein Insekt und sieht aus wie ein Käfer. Wenn einer anfängt, stimmen die alle mit ein. Das geht dann ab wie eine „La Ola“ Welle im Fußballstadion. Wenn davon einer ins Haus gelangt, hältst du das im Kopf nicht aus!“ Es sind nicht viele Besucher hier und das ist gut so. So können wir in Ruhe das schöne Wasser und die Natur genießen. Oberhalb der Fälle kann man auch noch ein gutes Stück den Flusslauf erkunden. Das ist wieder was für mich. Völlig unberührte Natur, interessante Felsformationen, üppige Vegetation und immer wieder schöne Badebecken, mal ruhig und mal aufbrausend wie ein Whirlpool. Dazwischen sind auch Bereiche, wo man nur schwimmend vorwärts kommt. Hinter jeder Biegung immer wieder neue beeindruckende Einblicke in die Natur. Irgendwann wird es mir aber doch zu viel, da mich ständig Myriaden von Mücken überfallen, und ich trete den Rückweg an. Kurz danach denken wir auch schon an die Weiterfahrt und packen unsere Sachen zusammen. In Long Bay wollen wir ja sowieso noch einen weiteren Badeaufenthalt und danach einen Besuch bei Peter-Paul Zahl machen. Long Bay ist nicht mehr weit und schnell erreicht, nachdem wir noch einen kurzen Stopp an einem schönen Küstenabschnitt eingelegt haben.

Küstenabschnitt südlich von Long Bay Küstenabschnitt südlich von Long Bay mit abgestürzten Straßenabschnitt Küstenabschnitt südlich von Long Bay

Küstenabschnitt südlich von Long Bay mit abgestürzten Straßenabschnitt

Als wir in den Ort einfahren kommt uns auf der Straße ein Mann entgegen, den ich als Peter-Paul Zahl erkenne. Peter will mir das nicht glauben. Nun wir werden das später noch sehen. Wir suchen uns erst einmal eine schöne Strandstelle für unseren weiteren Aufenthalt. Dann erfahren wir im Gespräch mit Peter, dass Tony schon wieder Probleme bereitet. Es ist einfach nicht zum Aushalten, hat der immer noch nicht begriffen wozu er engagiert und was seine Aufgabe ist!? Die nahe Heimat witternd, ist der jetzt völlig unruhig und will unbedingt nach Hause fahren. Laut Peter will der jetzt Feierabend machen und beruft sich auf einmal auf einen 8-Stunden-Tag. Ob der wohl auch mal im Geringsten daran denkt, dass er die meiste Zeit nicht zu fahren sondern Freizeit hat? Er hat gewusst worauf er sich einlässt, es war nie die Rede von einem bestimmten Zeitlimit. Peter ist auch völlig angenervt. Nie wieder Tony, stellen wir übereinstimmend fest. Das Baden ist uns jedenfalls erst einmal vergangen.

Long Bay Long Bay Long Bay Long Bay

Bild 1 - 4: Long Bay

Also machen wir uns wenigstens noch auf die Suche nach Peter-Paul Zahl, der den meisten als deutscher Krimiautor bekannt sein dürfte, der nach Jamaica ausgewandert ist. Auch hier versucht Tony sofort zu bremsen und will wissen was wir dort wollen und wie lange wir gedenken zu bleiben. Was bildet sich der eigentlich ein!? Sichtlich widerwillig kommt er unserem Wunsch nach. Eine Frau an der Straße zeigt uns den Weg. Jetzt müssen wir auch noch „furchtbar weit“ zurückfahren. Tony hält erst einmal inne und denkt wohl, wir lassen ab von unserem Vorhaben. Da täuscht er sich aber. Es ist maximal ein Kilometer, den wir letztendlich zurückfahren müssen. Ein steiler Sandweg führt zu Peter-Paul Zahls Anwesen hinauf. Tony soll unten warten.
Wir sind froh, dass wir Tonys Gemaule für eine Weile hinter uns lassen. Wir gehen gemeinsam mit Peter den kurzen Weg hinauf und stehen bald darauf vor einer kleinen Holztür, die den weiteren Aufweg verschließt. Peter ruft ganz laut nach Peter, der auch sofort lautstark von weiter oben antwortet. Peter-Paul Zahl kommt zu uns hinunter und Peter muss zugeben, dass es tatsächlich der Mann ist, den wir zuvor an der Straße gesehen haben. Jetzt sind wir drei Peters auf einem Haufen.
Peter-Paul Zahl ist sichtlich erfreut über einen Besuch aus Deutschland und bittet uns herein. Unser Begleitpeter geht inzwischen zurück zum Auto, um dort zu warten. Madlen ist auch dort geblieben. Ob das eine gute Idee von den beiden ist? Peter-Paul Zahl (ppz) führt uns die Stufen hinauf zu seinem Haus, vorbei an einem kleinen Guesthouse, welches auch jederzeit anzumieten geht (http://ppz.irieweb.net/). Wir machen es uns auf seiner Terrasse gemütlich, von der man einen herrlichen Blick aufs Meer hat, und ppz erzählt uns in einer knappen halben Stunde nahezu sein ganzes Leben.

Zu Gast bei Peter-Paul Zahl in Long Bay Zu Gast bei Peter-Paul Zahl in Long Bay

Zu Gast bei Peter-Paul Zahl in Long Bay

Unter Anderem arbeitet er momentan an einer 14-bändigen Krimiserie, der „Ruffneck Reggae Romane“, wo jede Handlung in einer anderen Ecke von Jamaica spielt. Band 1-6 ist bereits erschienen. Band 7, mit dem Titel „Hallo, Mama Afrika“, wird als nächstes herauskommen. Die Hintergründe sind absolut authentisch. Damit das gelingt, reist ppz ständig in die betroffenen Regionen und recherchiert gewissenhaft. Ursprünglich konnte ppz kein einziges Wort Patois, berichtet er uns. Gelernt hat er es gemeinsam mit seiner Tochter Djameela, die 1986 geboren wurde, nachdem er Herlett Kennedy in Long Bay geheiratet und sich dort niedergelassen hat. Das Leben als Schriftsteller ist nicht einfach. Der Vertrieb der Bücher gestaltet sich oft schwierig und die Einnahmen sind gering. Verleger tun oft zu wenig, wollen nicht oder halten sich auch ganz einfach nicht an getroffene Absprachen. Sein Guesthouse das „Rose Hill Cottage“, ist leider auch nicht nur eine Einnahmequelle. Hurrikane und Einbrüche verlangten immer wieder Reparaturen und Sicherheitsmaßnahmen. Die nahe Meereslage und die oft sehr salzhaltige Luft machen zusätzliche Wartungsarbeiten nötig. Wir könnten ihm stundenlang zuhören. Eines seiner Bücher, welches wir zum signieren dabei haben, legt er immer wieder aus der Hand und weitere Anekdoten folgen. Es sieht für uns fast so aus, als wolle er damit unseren Besuch ein wenig verlängern. Gerne würden wir auch länger bleiben und ppz will einen Tee ansetzen. Wir lehnen dankend ab, da wir fast wie auf brennenden Kohlen sitzen. Wenn uns nicht alles täuscht spielt Tony bereits verrückt. Wer sollte sonst ständig dort unten hupen. Dann dauert es auch nicht mehr lange und Madlen kommt zu uns hinauf und erzählt von Tony, der dort unten im Auto völlig austickt. „Wieviel Gepäck habt ihr denn?“, wirft ppz ein. „Ihr könnt auch gerne hier bleiben. Lasst doch den Fahrer fahren!“, fügt er hinzu. Wenn wir nicht schon das Spring-Garden in St. Margaret´s Bay gebucht und bezahlt hätten, würden wir das auch gerne tun. Wenn wir ein anderes Mal hier vorbeikommen sollten, werden wir das auch ganz sicher so einplanen. Wir ergeben uns also in unser Schicksal und verabschieden uns von unserem Gastgeber.

Ergänzend und kommentarlos gibt es am Ende die von Peter-Paul Zahl selbst verfassten Schriftstücke „Bio-Bibliografie“ und „Peter-Paul Zahl in Not!“.

Hier einige Bücher die noch lieferbar sind. Zu bestellen unter Anderem bei: www.beck-shop.de

Der schöne Mann - Band 1 der RURERO (Ruffneck-Reggae-Romane) Der schöne Mann - Band 1 der RURERO (Ruffneck-Reggae-Romane) „Nichts wie weg“ – Band 2 der RURERO

„Miss Mary Huana“ (Teufelsdroge Cannabis) - Band 3 der RURERO „Lauf um dein Leben“ – Band 4 der RURERO „Im Todestrakt“ - Band 5 der RURERO

„Kampfhähne“ - Band 6 der RURERO Jamaica – Beckreihe Länder „Die Glücklichen“ – Einen Schelmenroman

Bild 1 + 2: „Der schöne Mann“ - Band 1 der RURERO (Ruffneck-Reggae-Romane)
Bild 3: „Nichts wie weg“ – Band 2 der RURERO
Bild 4: „Miss Mary Huana“ (Teufelsdroge Cannabis) - Band 3 der RURERO
Bild 5: „Lauf um dein Leben“ – Band 4 der RURERO
Bild 6: „Im Todestrakt“ - Band 5 der RURERO
Bild 7: „Kampfhähne“ - Band 6 der RURERO
Bild 8: Jamaica – Beckreihe Länder
Bild 9: „Die Glücklichen“ – Einen Schelmenroman

Unsere Weiterfahrt ist geprägt von Diskussionen über Tony. Unseren Ärger über diesen Mann, können wir nicht verbergen. Ohne ihn wäre uns einige Aufregung erspart geblieben, aber wer kann das schon vorher ahnen. Weitere Stopps, die wir durchaus noch hätten einlegen können, verkneifen wir uns. Auch Peter sagt nichts mehr. Tony rast wortlos ohne Unterbrechung in Richtung Heimat, durch Boston Bay, Fairy Hill, Port Antonio und sage und schreibe um 17:00 Uhr sind wir bereits wieder in Bevenas Reich, im Spring Garden von St. Margeret´s Bay.
Trotz allem Ärger mit Tony, können wir aber auf eine erlebnisreiche 3-Tages-Tour zurückblicken. Er ist inzwischen schon wieder gut gelaunt und verabschiedet sich fröhlich.
Im Spring Garden hat sich leider auch noch nichts zum Positiven verändert. Alles sieht noch so aus wie bei der Abreise. Ein paar kühle Red Stripe und abends Bevenas vorzügliche Spaghettis lassen uns den Ärger erst einmal vergessen. Mal sehen was uns die nächsten Tage so bringen. Den Baumfröschen ist es egal, die singen uns so schön wie immer in den hier gewohnt verschwitzten Schlaf.

Es geht sofort weiter in Teil 7.2 mit der "Bio-Bibliografie" von Peter-Paul Zahl und dem Beitrag von NAWAO „Peter-Paul Zahl in Not!“

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory


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