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Flagge Region Southern Nations, Nationalities and PeoplesDorze Lodge - Arba Minch
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ETHIOPIA - THE SOUTH

Ein Reisebericht - Teil 5

04.06.2019 – Von den Dorze über Arba Minch zu den Konso
(27.09.2011 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia - The South Heute verlassen wir das Gebiet der Dorze und werden über Arba Minch weiter in Richtung Süden bis nach Konso vordringen. Dabei werden wir dem in der Gegend lebenden gleichnamigen Volk, in einem ihres unter dem Schutz der UNESCO stehenden Dorfes, einen Besuch abstatten. Davor werden wir aber noch eine mit "New York" bezeichnete Sandsteinformation besuchen.
Es hat wieder die ganze Nacht geregnet. Was für ein Glück, dass uns das nicht gestern am Tage erwischt hat. Für 8:00 Uhr ist unsere Abfahrt geplant, aber da haben wir die Rechnung ohne unser verschlafenes Lodge-Personal gemacht. Die Jungs brauchen etwas länger um in die Gänge zu kommen und erst recht zur bestellten Zeit ein Frühstück auf die Beine zu stellen. Aber da sind sie schließlich ganz erfinderisch und stellen uns die leeren Marmeladengläser wieder auf's Tablett, die wir gestern extra zum benutzten Geschirr gestellt hatten, in der Hoffnung diese nachgefüllt oder neue zu bekommen. Also werden wir wohl oder übel die vertrockneten Reste abknaupeln müssen, sofern wir uns an Marmeladengeschmack erinnern wollen. Aber Spaß beiseite, wir haben ja vielleicht alle genug Reserven auf den Rippen und etwas Diät schadet also nicht. ;-)
Gegen 8:30 Uhr können wir dann schließlich langsam an unsere Abfahrt denken und unsere Unterkünfte räumen. Jetzt sind wieder Alex' Fahrkünste gefragt. Aber wie sagt man so schön: "Runter kommt man immer." Zum Glück hat sich der Regen wieder verzogen und die letzten verbliebenen Rinnsale der nächtlichen Sturzfluten versickern in Richtung Abajasee. Dennoch ist die Piste recht schlammig und Vorsicht ist geboten.
Unsere heutige Fahrstrecke bis Konso wird nur zirka 150 km betragen und ist im Vergleich zu den Vortagen ein ganzes Stückchen kürzer.

Dorze Land - Arba Minch - Ethiopia

Dorze Land - Arba Minch - Ethiopia

Bild 326 + 327: Von der Dorze Lodge nach Arba Minch - Blick auf Lake Abaya

Bevor wir die asphaltierte A7 erreichen, müssen wir natürlich noch ein paar Mal anhalten und die Aussicht über das Tal mit dem Lake Abaya bis hin nach Arba Minch genießen. Die letzten tief hängenden Wolken lösen sich langsam zwischen den Bergen auf und der weitere Tag verspricht trockenes Wetter, ... zumindest von oben. Was die Füße betrifft, wird sich bei unserem Tagesplan wohl wieder nicht eine Schlammkur vermeiden lassen.

Lake Abaya - Arba Minch - Ethiopia

Lake Abaya - Arba Minch - Ethiopia

Dorze Land - Arba Minch - Ethiopia

Dorze Land - Arba Minch - Ethiopia

Bild 328 - 331: Blick in Richtung Lake Abaya und Arba Minch

Im Tal angekommen habe sich die Bäche und Flüsse noch lange nicht beruhigt und sind noch mächtig damit beschäftigt die rote Erde der Umgebung in den Abajasee zu transportieren.

River near Arba Minch - Ethiopia

River near Arba Minch - Ethiopia

Bild 332 + 333: Einer der Zuläufe des Lake Abaya nördlich von Arba Minch

In Arba Minch angekommen, wollen wir an der Medhane Alem Church eine Pause einlegen. Der offizielle Gottesdienst muss gerade vorüber sein, denn die meisten Gläubigen sind schon gegangen oder verlassen gerade das Gelände. Dennoch herrscht noch reger Betrieb und ein Priester hat noch den einen oder anderen Segen zu vergeben.

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

Bild 334: Auszug Google Map - New Medhane Alem Curch in Arba Minch - Einfach Bild oder Link anklicken und weiter die Lage erkunden.

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

Bild 335 - 340: Medhane Alem Church - Arba Minch

Man ist gerade dabei ein neues Kirchengebäude zu errichten, welches mit vier Ecktürmen und einer großen Kuppel in der Mitte ausgestattet ist und darüber hinaus recht prunkvoll aussieht. Daneben befindet sich eine ältere kleine und recht unscheinbare Kirche, wo sich aktuell die Gläubigen zum Gebet einfinden. Wie in der orthodoxen Tewahedo Kirche Äthiopiens üblich, passiert dies nicht nur in den Innenräumen, sondern auch vor nahezu allen Gebäudeteilen im Außenbereich, aber im besonderen Maße vor Bildern und Türen. Wir haben dies schon an zahlreichen Orten in verschiedenen Reiseberichten dargestellt.

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

New Medhane Alem Church - Arba Minch - Ethiopia

Bild 341 - 344: Medhane Alem Church Arba Minch

Es lohnt sich die Kirche zu umrunden, denn vom rückwärtigen Freigelände hat man eine schöne Aussicht über einen Teil von Arba Minch in Richtung Haile Resort, Paradise Lodge und andere Bereiche. Südlich des alten Kirchengebäudes schließt sich noch ein Friedhof an. Dafür haben wir heute aber keine Zeit. Wir kommen ja auf dem Rückweg unserer Reiseroute noch einmal nach Arba Minch. Da wird sich sicher noch einmal die Gelegenheit ergeben, sich etwas näher umzusehen.



Video: New Medhane Alem - Arba Minch - Teil 1

Nach dem Kirchenbesuch gilt es noch einen Bekannten unseres Teams irgendwo in der Stadt einzuladen und mit nach Konso zu nehmen. Es ist ein Hotelangestellter unserer Lodge in Konso. Natürlich werden wir vorher gefragt und haben nichts dagegen. Es ist ausreichend Platz in unserem Minibus.

Lake Abaya - Arba Minch - Ethiopia

Bild 345: An der "Brücke Gottes" - Links davon das letzte Stück vom Lake Abaya ...

Lake Chamo - Arba Minch - Ethiopia

Bild 346: ... und rechts davon beginnt der Lake Chamo

Lake Chamo - Arba Minch - Ethiopia

Bild 347: Ein Stück weiter nach Süden am Lake Chamo entlang

Der weitere Streckenabschnitt wird zu einem Geduldsspiel, aber zu einem recht interessanten. Wir kommen genau in die Zeit des Viehaustriebs und dieser ist recht gewaltig. So weit das Auge ein paar Kilometer die Straße einsehen kann, kommt uns eine Viehherde nach der anderen entgegen. Die Tiere haben "Vorfahrt" und es gibt selten einen Treiber der versucht die Straße ein Stückchen freizuhalten, was wohl auch sehr schwierig sein dürfte. So heißt es alle paar Meter anhalten und warten bis die Vierbeiner uns umrundet haben. Die Kraftfahrer sind das hier gewöhnt, führen aber dennoch hin und wieder Diskussionen mit den Viehtreibern, wenn es diese gar zu arg treiben und nicht die geringsten Bemühungen zeigen verschiedene Draufgänger von den Fahrzeugen fernzuhalten. So sehen wir Tausende von Kühen, Ziegen und hin und wieder ein paar Schafe aller Altersgruppen, wie wir sie noch sie gesehen haben. Wo sind nur die riesigen Weideflächen für all diese Tiere?

Near Arba Minch - Ethiopia

Near Arba Minch - Ethiopia

Near Arba Minch - Ethiopia

Near Arba Minch - Ethiopia

Near Arba Minch - Ethiopia

Near Arba Minch - Ethiopia

Bild 348 - 353: Viehaustrieb südlich von Arba Minch auf der A7

Und wenn man schon so viel Milchgetier um sich hat, wundert es nicht, dass die Treiber kein Wasser sondern Milch in ihren großen Plastikflaschen mit sich führen. Gut möglich, dass dies vielleicht aber auch eine Notration für die vielen Kälber und anderem Junggetier ist. Jedenfalls dürfte es hier keine Not an Milch- und Fleischprodukten geben. Ein weiteres Produkt der Gegend hängt gleich über unseren Köpfen. Überall in den Bäumen befinden sich große walzenförmige Gebilde, die als Bienenkörbe dienen. Wie wir erfahren, gewinnt man von einem Korb bis zu 12 Kg Honig und das zweimal im Jahr.

Beebasket - Arba Minch - Ethiopia

Beebasket - Arba Minch - Ethiopia

Bild 354 + 355: Zahlreiche Bienenkörbe in den Bäumen

Irgendwann ist der Viehaustrieb vorüber und wir kommen wieder deutlich schneller voran. Dafür wird streckenweise die Straße ein ganzes Stückchen schlechter und es gibt so einige Baustellen und fehlende Brücken. Wir haben Glück, dass sich die Folgen des nächtlichen Regens überwiegend verzogen haben, sonst wären besonders die Stellen ohne Brücken für uns recht gefährlich geworden.

Chicken Car - Ethiopia

Chicken Car - Ethiopia

Bild 356 + 357: Anders als die Vierbeiner müssen die Hühner nicht laufen und werden auf's Dach gebunden. Gefallen wird ihnen das sicher nicht.

Viel schöner sind natürlich die Stellen mit den großen Brücken, die je nach Jahreszeit entweder einen Trockenfluss oder einen reißenden Strom überspannen. Auf der Strecke nach Süden überqueren wir so einige davon, die uns immer wieder verführen eine Pause einzulegen. Diese breiten Flusstäler sind beliebtes Ziel der Holzsammler. Kaum gehen die Fluten zurück, wird jedes tragbare Stück Holz eingesammelt und nach Hause geschafft.

River in Mande - Ethiopia

Bild 358: Auszug Google Map - Flusstal bei Mande - Einfach Bild oder Link anklicken und weiter die Lage erkunden.

River in Mande - Ethiopia

River in Mande - Ethiopia

River in Mande - Ethiopia

River in Mande - Ethiopia

River in Mande - Ethiopia

River in Mande - Ethiopia

Bild 359 - 364: Fluss bei Mande östlich der A 7

River in Mande - Ethiopia

Bild 365: Fluss bei Mande westlich der A 7

Gegen 12:00 Uhr erreichen wir schließlich Konso und unsere Lodge für die Nacht, die am westlichen Stadtrand liegt. Konso, auch als Karati oder Pakawle bekannt, hat zirka 5.000 Einwohner und liegt auf einer Höhe bei 1.650 m über dem Meeresspiegel. Im Jahr 1897 hat Menelik II. den Ort und die Region im Rahmen seiner Eroberungen für das äthiopische Kaiserreich eingenommen. Wir erobern jetzt erst einmal unsere Kanta Lodge, die aus zirka 30 Rundhäusern, einem Restaurant, einem unfertigen Funktionsgebäude mit künftiger Aussichtsplattform, sowie einer eigenen Tierhaltung verfügt. Die Rundhäuser sind in einer geschmackvoll eingerichteten Gartenanlage eingebettet, in der es viele Pflanzen, Insekten, Vögel und anderes Getier zu entdecken gibt. Wie bei den Konso üblich, haben auch die Rundhäuser der Lodge eine Tontopfbekrönung und an den Wegen wurde viel Totholz für Begrenzungen und Durchgänge verbaut.

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 366: Auszug Google Map - Kanta Lodge in Konso - Einfach Bild oder Link anklicken und weiter die Lage erkunden.

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 367 - 371: Die Kanta Lodge in Konso

Wir beziehen zuerst unser Häuschen in dem zunächst alles perfekt erscheint. Doch eine wesentliche Sache fehlt. Es gibt kein Wasser. Nach mehrmaliger Nachfrage beim Management bekommen wir die Auskunft, dass erst irgendeine Zuleitung aufgedreht werden müsse. Aber selbst danach tröpfelt nur ein dünner Wasserfaden aus den Ventilen von Waschbecken und Dusche. Damit kann man kaum etwas anfangen. Hoffen wir, dass es bis abends noch etwas mehr wird.
Bevor wir unseren Nachmittagsausflug in Angriff nehmen, besuchen wir das schöne Restaurant der Lodge, welches in einem großen Rundhaus untergebracht ist. Immerhin haben wir in Sachen Verpflegung etwas nachzuholen.

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 372 - 374: Der Restaurantbereich der Kanta Lodge

Je nach Wetterlage und Wunsch kann man draußen oder drinnen sitzen. Alles ist geschmackvoll und sauber für die Gäste ausgestattet. Man traut sich ja kaum hinein, so glänzt hier alles. Eine wirklich sehr empfehlenswerte Location. Das wäre für die Jungs der Dorze Lodge die richtige Lehreinrichtung. Auch hier sind wir gerade eben die einzigen Gäste.
Nach dem Mittagessen ist noch etwas Zeit für ein Spaziergang in der Lodge, bevor wir für das Nachmittagsprogramm wieder abgeholt werden.

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 375: Tiergehege der Kanta Lodge

Der eigene Tierbestand der Lodge ist recht groß. Neben Schafen und Ziegen, gibt es auch einen Stall voller Milchkühe. Da sollte die Eigenversorgung mit Fleisch und Milchprodukten ganz gut und unabhängig abgesichert sein. Wie wir erfahren ist dies kein Einzelfall. Manche Restaurants sollen sogar am Eingang jenes Tier zur Werbung anbinden, welches als nächstes auf den Teller kommt, wenn wir den Ausführungen Mastus Glauben schenken sollen. In der Kanta Lodge war das aber nicht der Fall.

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 376: Kanta Lodge - Blick nach Norden

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 377: Spathodea campanulata / Afrikanischer Tulpenbaum / African tulip tree

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 378: Zahlreiche Kolibris und Nektarvögel schwirren im Blütenmeer der Lodge herum. Leider sind sie meistens schneller als unsere Kamera. Hier ein Gelbbauch-Nektarvogel / Cinnyris venustus in einer Bougainvillea.
Bild 379: Das Mehrzweckgebäude an der Einfahrt zur Lodge ist noch nicht ganz fertig. Auch hat man leider die letzte Treppenaussparung mit Durchgang zur Aussichtsplattform vergessen. Aber man arbeitet daran. ;-) Alle Bauingenieure und Bauplaner bitte wegsehen!

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Kanta Lodge - Konso - Ethiopia

Bild 380 + 381: Die künftige Aussicht von der Plattform nach Norden. Hier eine Etage tiefer.



Video: Kanta Lodge Arba Minch

Gegen 14:00 Uhr geht es schließlich weiter. Nächster Tagesordnungspunkt ist "New York", eine riesige Lehm-Sandsteinformation, die Wind und Wasser über viele Jahre in eine Schlucht geformt haben. Von unserer Lodge aus müssen wir dazu zirka 17 km in südwestliche Richtung fahren. Ein einheimischer Führer muss uns dorthin begleiten. Wenn es lange geregnet hat, soll die Anfahrt etwas schwierig sein. Wir haben aber Glück und keinerlei Probleme auf der Strecke. Als wir das Naturwunder in der Nähe des Ortes Gesergio oder auch Gesergiyo erreichen, erwarten uns schon einige Kinder und Jugendliche, die uns entweder führen oder etwas verkaufen möchten. Unser ortskundiger Guide hat so erst einmal etwas zu tun, um die Fronten zu klären. Was die Kinder zu verkaufen haben, wollen wir uns dennoch etwas näher anschauen. Sie haben doch tatsächlich die Hände voller Halbedelsteine wie Amazonit, verschiedene Quarze und Achate. Sie haben die Steine in einem naheliegenden Flussbett gefunden, wie sie uns erzählen. Leider ist nichts dabei, was unseren bisherigen Bestand verbessern könnte.

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

Bild 382 - 391: Die sogenannte New York Formation bei Gesergiyo

Mehrere Schluchten eröffnen sich vor unseren Augen, die sich mit unzähligen rotbraunen Lehm- und Sandsteintürmchen und mit tiefen Furchen kunstvoll profilierten Wänden zeigt. Es ist eine Märchenwelt, die sich aus jeder Sicht anders darstellt. Burgen gleich ragen aus dem mit Buschwerk bestandenen Tal diese Gebilde mehrere Dutzende Meter in die Höhe. Hin und wieder werden sie von Steinen, Bäumen, verschiedenen Pflanzen oder Vogelnestern bekrönt. Häuser der Einheimischen stehen besorgniserregend an den Kanten der verschiedenen Schluchten. Da sollte man immer alle Sinne beisammen und 0 Promille haben, wenn man dort lebt. Darüber und dazwischen gibt es sogar noch einige Pfade, die recht verlockend aussehen. Aber das ist  nicht so sehr empfehlenswert, zumindest was die oberen Wege betrifft.

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia Lily - New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

New York Formation near Gesergiyo - Konso - Ethiopia

Bild 392 - 396: Die sogenannte New York Formation bei Gesergiyo 
Bild 395: Vermutlich eine Gloriosa lily

Man kann sich kaum lösen von diesem wundersamen Ort und möchte am liebsten einen der Wanderwege durch das Tal nehmen und auch noch das Dorf auf den Klippen besuchen. Aber dafür reicht unsere Zeit nicht, denn wir haben noch einen anderen Punkt im Plan.



Video: New York Formation bei Gesergiyo

Fahren wir wieder zurück in Richtung Konso und besuchen das ein Stück westlich von unserer Lodge gelegene Gamole. Unser ortskundiger Guide muss uns wieder begleiten. Das Konsodorf soll über 400 Jahre alt sein und ist von drei Steinmauern umgeben. Es gibt Dörfer mit mehr oder weniger Ringmauern. Die äußere Mauer von Gamole ist zirka 1.300 Meter lang. Diese Mauern sind zirka 1 m dick und können bis zu 3 m hoch sein. Die mit Steinmauern umgebenen Dörfer der Konso werden auch als Paletas bezeichnet. In das Innere führen mehrere Tore, die aus altem knorrigem Holz erbaut sind und den Dörfern einen prähistorischen Charakter verleihen. Die älteste der Mauer ist innen und umschließt den ursprünglichen Siedlungsbereich. Heute steht der Ort unter dem Schutz der UNESCO. Gamole ist aber nicht das einzige interessante Dorf der Gegend. Es gibt noch zahlreiche andere wie Mechelo, Lower Dokatu, Dara, Olantu, Gocha, nur um einige zu nennen. Unter Schutz stehen wohl zirka 55 Quadratkilometer des Gebietes der Konso, eine Kulturlandschaft mit Dörfern, Terrassenfeldern, Bewässerungssystemen, Trockenmauern und vieles mehr.

Gamole - Konso - Ethiopia

Bild 397: Auszug Google Map - Gamole Walled Village - Einfach Bild oder Link anklicken und weiter die Lage erkunden.

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 398 - 403: Gamole

Leider bekommen wir auf unseren schlammigen Wegen entlang der endlosen Steinmauern recht wenig Einblicke in die dicht gedrängten Gehöfte der Konso und dessen Alltag. Unser einheimischer Guide hat offenbar keinen Plan, wie wir tiefer in das Leben der Konso eintauchen könnten. Er hat da wohl eher größere Sorgen um seine schicken Turnschuhe mit denen er nahezu zum "Mauerläufer" wird, um jeglichen Schlammkontakt zu vermeiden. Einen Vorteil hat der Schlamm aber auch, denn darauf gleiten die Zugschlitten der Konso besser dahin, mit denen sie den Mist ihrer Tiere nach draußen transportieren. Diese Schlitten bestehen aus einer einfachen Holzkonstruktion mit Zugseilen und einem großen "Teller" aus irgendwelchen Naturmaterialien auf dem der Mist gestapelt liegt.

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 404 - 407: Gamole Walled Village - Konso

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Wagas - Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Wagas - Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 408 - 411: Wagas

Bekannt sind die Konso auch für ihre Gedenkstatuen für einen Toten, die sogenannten Wagas. Das sind stilisierte Holzfiguren die in Gruppen angeordnet sind. Der Verstorbene steht dabei in der Regel symbolisch in der Mitte und ist von seinen Frauen umgeben. Dazu sind heldenhafte Ereignisse aus dem Leben des Mannes, wie das Töten eines Feindes oder eines Tieres wie ein Löwe, ein Leopard oder ein Krokodil dargestellt. Traditionell wurde ein Waga nur über dem Grab wichtiger Konso-Männer wie Helden oder Clan-Häuptlingen errichtet.

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 412 + 413: Gamole Walled Village - Konso

Die Rundhäuser und Vorratsspeicher der Konso haben vielfach ein zweigeteiltes Dach, welches mit einem Tongefäß bekrönt ist. Hin und wieder wird darüber auch noch ein Straußenei befestigt.

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 414: Ausblick von Gamole

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 415 - 418: Gamole - Ein Pafta - Dorfgemeinschaftshaus

Generation Tree - Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia Generation Tree - Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 419 - 421: Gamole - Ein Generationsbaum auf einem Mora (Zeremonieplatz)

In Gamole gibt es sechs Zeremonieplätze (Moras), die zu den unterschiedlichsten Anlässen genutzt werden. Dort befinden sich auch die mit einem überdimensionalen runden Strohdach abgedeckten offenen Gemeinschaftsräume (Paftas), die wohl nur von Männern genutzt werden. Darin werden Versammlungen, Verhandlungen aber auch Spiele, Junggesellenabschiede und vieles mehr abgehalten. Auf den Plätzen stehen sogenannte Generationsbäume, die aus trockenem Wacholderholz errichtet werden. An diesen Bäumen und deren Anzahl soll man das Alter der Dörfer bestimmen können, wobei für eine Generation 18 Jahre stehen sollen. Wie genau das funktioniert oder zu ermitteln ist, wissen wir aber nicht.

Ehestein - Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 422 + 423: Der Ehestein und über die Jahrhunderte glatt polierte Trittsteine

Ebenfalls auf dem Gelände der Mora befindet sich der sogenannte Ehestein. Will ein junger Konso heiraten, muss er zuvor seine Männlichkeit und Kraft beweisen. Er muss diesen Stein anheben und über den Kopf nach hinten werfen. Der Stein hat über die Jahrhunderte schon eine perfekte Form und eine spiegelglatte Oberfläche bekommen. Nur von dem Ritual kann das sicher nicht gekommen sein.

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Gamole Walled Village - Konso - Ethiopia

Bild 424 - 426: Gamole Walled Village



Video: Gamole Walled Village

Nach zirka einer Stunde verlassen wir Gamole wieder, nachdem unsere Schuhe durchgeweicht und deutlich schwerer geworden sind. Da haben wir nachher in unserer Lodge wieder etwas zu putzen. Wenigstens scheint heute schön die Sonne, die die nachfolgende Trocknung etwas beschleunigen dürfte.

Konso - Ethiopia

Konso - Ethiopia

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Bild 427 - 429: Dorfplatz in einem Vorort von Konso zwischen Gamole und Kanta Lodge und eine Reifenverwertung ein paar Meter weiter

Gegen 17:00 Uhr sind wir schließlich wieder in unserer schönen Lodge und haben aber leider wieder kein Wasser. Es kommt nach wie vor nur ein dünner Bindfaden aus der Leitung, mit dem man kaum etwas anfangen kann. Das sind natürlich erschwerte Umstände für die Wäsche unserer Schuhe und Hosenbeine.
Also heißt es noch einmal das Management der Lodge aufsuchen und um Wasser bitten. Und siehe da, nach geraumer Wartezeit reicht es sogar kurz für eine warme Dusche. Jetzt heißt es noch schnell den im Bad befindlichen Eimer zu füllen. Man weiß ja nie, ob das Wasser in der Nacht auch noch zu uns findet.

Wir sehen uns morgen an dieser Stelle wieder, wenn wir uns nach Jinka begeben und dort in der ECO Omo Lodge zwei Nächte verbringen werden. Jinka liegt nordwestlich von Konso. Das ist mit zirka 300 km eine der längsten Etappen unserer Reise. Lassen wir uns überraschen, was es auf der Strecke so alles zu sehen gibt. 

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text und Videos: Peter Joachim

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