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ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 4
18.09.2015 – Wolisso - Melka Kunture - Adadi Mariam - Tiya - Hossaina
(07.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Heute werden wir uns ein ganzes Stück in östlicher Richtung bewegen bis wir auf die Straße mit der Nummer 51 treffen, die von Addis Ababa in südliche Richtung verläuft. Wenn diese Straße den Fluss Awash kreuzt sind wir im Gebiet der Ausgrabungsstätten von Melka Kunture. Von dort geht es dann weiter in südliche Richtung über Tiya bis nach Hossaina.
Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit am gestrigen Abend, konnten wir den schönen Hotelpark der Negash Lodge noch gar nicht unter die Lupe nehmen. Das wollten wir eigentlich am frühen Morgen nachholen. Leider fällt dieser Programmpunkt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Das nützt nun alles nichts. Wenigstens ein paar Eindrücke müssen noch eingefangen werden.

Negash Lodge - Satellit

Bild 344: Übersicht der Negash Lodge in Wolisso. Für Details des Geländes bitte die Karte oder den Link der Google-Map anklicken, nach Wunsch vergrößern.

Das von uns bezogene Haus "Afar" ist das quadratische Objekt mit den vier hellen Kuppeln. Das Maru Restaurant liegt mitten im Park und befindet sich unmittelbar vor dem Gebäude mit dem roten Dach.

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Haus Afar

Bild 345: Negash Lodge - Das Haus Afar besitzt 4 Wohneinheiten

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Bild 346: Der etwas verwitterte Übersichtsplan am Car Park vor dem Maru Restaurant

Auch Kaiser Haile Selassie hat sich sehr gern in dieser Anlage aufgehalten, wenn er in Wolisso oder auf der Durchreise war. Sein Zimmer befindet sich im sogenannte "Robe" Haus und trägt die Nummer 1. Diesen Gebäudeteil ließ Haile Selassie in den 1940er Jahren errichten. Der Name kommt von der Stadt Robe in der Oromia Region. Man findet das Zimmer im Gebäudekomplex links vor dem Maru Restaurant.

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Bild 347: Der Car Park vor dem Maru Restaurant. Links das Robe Haus und rechts die Orientierungstafel gemäß Bild 346.

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Maru Restaurant

Bild 348: Eingang zum Maru Restaurant mit Bar und Fernsehraum (siehe Bild 333-343)

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Tree Bar

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Tree Bar

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Tree Bar

Bild 349 - 351: Negash Lodge - Tree Bar

Die Tree Bar ist wegen der Nebensaison noch geschlossen und diverse Instandhaltungsarbeiten sind im Gange. Von der vielfältigen Tierwelt des Parks ist heute leider fast nichts zu sehen. Selbst die Vögel sind wegen des Regens verstummt. Nur ein paar Affen und verschiedene Großvögel sitzen reglos in den Bäumen und warten auf besseres Wetter.

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge - Außenpool

Bild 352: Der vom Thermalwasser gespeiste Außenpool dampft in der Morgenfrische

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Bild 353 - 355: Bereich am Kundurus Restaurant und Conference Hall

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Bild 356: Das Bungalow "Dorze" - Jedes Bungalow hat ein anderes Aussehen und verschiedene Ausstattungen

Soweit noch ein paar feuchte Eindrücke von der Hotelanlage am Morgen. Gegen 8:30 Uhr verlassen wir schließlich die Negash Lodge und das verregnete Wolisso.

Ethiopia - Wolisso - Negash Lodge

Bild 357: Einfahrt zur Negash Lodge im Süden der Anlage.

Bald lassen wir das regnerische Wetter hinter uns und die Sonne kommt heraus. Das ist die Gelegenheit für unser Auto sich nun mit einer Reparatur zu anzumelden. Danke dafür, dass du erst aus dem Regen herausgefahren bist. ;-)
Wir haben doch tatsächlich einen Platten. Unsere gestrige Holperpiste ist daran sicher nicht ganz unschuldig. Während sich Henok und Tagan um das Rad kümmern, gibt´s gleich nebenan eine Impfaktion zu besichtigen.

Ethiopia 2015 - Reifenpanne

Bild 358: Reifenpanne

Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Ethiopia 2015 -Tierimpfung Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Ethiopia 2015 -Tierimpfung

Bild 359 - 365: Tierimpfung

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Alles was man so an vierbeinigen Nutztieren in Äthiopien herumlaufen sieht, wird aus der Umgebung von den Bauern hierher gebracht. Bei Ziegen und Schafen verläuft die Impfung schnell und einfach, nahezu im Vorbeigehen. Wer nicht will, wird entsprechend fest- und der Impfpistole entgegengehalten. Für die größeren Tiere hat man ein entsprechendes Gatter errichtet. Hin und wieder gibt es auch etwas Aufregung unter den Tieren und die Holzkonstruktion kommt bedenklich ins Wanken. Es fällt auf, dass sich niemand an- und abmeldet oder irgendwelche Papiere ausgefüllt werden. Dafür gibt es nur eine Erklärung. Wie wir erfahren soll die Tierimpfung völlig kostenfrei sein und wird vom Staat finanziert.

So war auch diese unfreiwillige Pause nicht ganz uninteressant. Unser Auto hat sich den richtigen Fleck für die Panne ausgesucht. ;-) Kein Schaden ohne Nutzen.
Unsere Fahrstrecke von Wolisso bis zu unserem nächsten Ziel ist zirka drei Stunden lang. Darin eingerechnet ist eine kleine Knabberpause, die wir zirka 30 Minuten vor Melka Kunture in einem Ort namens Alem Genna (oder Alem Gena) einlegen. Tagan kümmert sich derweil um sein "Ersatzrad" und wir suchen uns ein Kaffee mit Blick ins Straßenleben.
Für´s Mittagessen ist es noch zu früh, aber ehe wir dazu kommen werden, wird noch einige Zeit vergehen. Also gibt´s jetzt wenigstens erst einmal einen Kaffee zwischendurch.

Bild 366: Mobiler Händler in Alem Genna
Ethiopia 2015

Ethiopia 2015

Bild 367: Im Kaffee von Alem Genna

Zirka eine halbe Stunde später erreichen wir die recht einsam gelegenen Ausgrabungsstätten von Melka Kunture. Hier liegen die Dörfer Kella und Melka Awash, die durch zahlreiche steinzeitliche Knochenfunde und Werkzeuge auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Fundstelle wurde von dem holländischen Hydrologisten Gerard Dekker "entdeckt". Dem vorausgegangen waren natürlich Funde und Hinweise aus der Bevölkerung. Aber bis dahin wurden eben noch keine näheren Untersuchungen vorgenommen bzw. die Wichtigkeit der Funde erkannt. Gerard Dekker informierte daraufhin die Behörden in Addis Ababa. Haile Selassie besuchte die Fundstätte im Jahr 1970 und sagte: "The findings of artefacts at Melka Kunture by professional reserarchers gave us a great pleasure." Von 1965-1982 sowie in den Jahren von 1993-1995 wurde der Ort systematisch von einer französischen Forschungsteam unter der Leitung von Jean Chavaillon untersucht. Seit 1999 werden die weiteren Forschungen, im Einvernehmen mit den äthiopischen Behörden, unter Leitung von Marcello Piperno für das italienische Außenministerium und die Universität von Rom "La Sapienza" fortgesetzt.

Melka Kunture

Bild 368: Übersicht von Melka Kunture am Awash - Für Details des Geländes bitte die Karte oder den Link der Google-Map anklicken, nach Wunsch vergrößern.

Von dem aus mehren miteinander verbundenen Tukuls, in denen im Jahr 2007 ein Museum eröffnet worden ist, führt ein langer Weg durch das Buschwerk zu verschiedenen überdachten Bodenaufschlüssen, die einen beispielhaften Einblick in die Ausgrabungen geben.

Ethiopia - Melka Kulture

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Bild 369 - 372: Im Museum von Melka Kunture

In den vier Tukuls findet man eine Ausstellung zu den wichtigsten ostafrikanischen prähistorischen Stätten und den Protagonisten der afrikanischen Vorgeschichte. Weiterhin die geologischen Aspekte von Melka Kunture und die damit verbundenen Grundsätze der Geologie und Vulkanologie, die Geschichte der Menschlichen Evolution und archäologische, paläontologische und paläoanthropologische Aufzeichnungen von Melka Kunture. Die meisten der Exponate sind natürlich Nachbildungen. Eine sehr informative Ausstellung aber für den Laien auch eine etwas schwer verdauliche Kost.
Gehen wir wieder in die Sonne und schauen uns noch ein Teil des Freilichtmuseums an.

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Bild 373 - 376: Melka Kunture - Auf dem Weg vom Museum zu den Bodenaufschlüssen

Die Landschaft ist gegenwärtig geprägt von gelben Blütenteppichen der Meskelblumen, so auch hier in Melka Kunture. Dazwischen gibt es auch immer wieder ein paar andere interessante Pflanzen zu entdecken.

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Bild 377 - 381: Melka Kunture - Beispielhafter Bodenaufschluss mit Knochenresten

Im Freilichtmuseum mit den Bodenaufschlüssen sieht man die mit zahllosen versteinerten Knochenfragmenten durchsetzte und freigelegte Geröllschicht. Ein unendliches Betätigungsfeld für die Forscher wenn man bedenkt, dass es sich hier nur um ein winziges Fenster in dem riesigen Areal handelt. Wir entdecken natürlich fast nix oder nur mit Mühe. Da sehen doch die Bodenschichtungen viel interessanter aus. Aber gut, man hat mal einen Eindruck von der Arbeit der "Knochenputzer" bekommen. ;-)

Ethiopia - Melka Kunture Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture Ethiopia - Melka Kunture

Ethiopia - Melka Kunture

Bild 382 - 387: Pflanzen am Wegesrand von Melka Kunture

Nach unserem Ausflug Millionen von Jahren zurück in die Steinzeit, fahren wir weiter zur nächsten steinernen Angelegenheit. Ein Stück weiter südlich der Straße mit der Nummer 51 entlang, biegt man nach Westen zum Dorf Adadi ab, wo sich die Felsenkirche Adadi Mariam (auch Maryam oder Mariyam) befindet. Bis zu dieser Felsenkirche ist man von Melka Kunture maximal 30 Minuten unterwegs.

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Bild 388 - 392: Auf dem Weg zur Felsenkirche Adadi Mariam

Vor den Toren zum Gelände der Felsenkirche werden wir von einer riesigen Menschenmenge empfangen. Das gilt natürlich nicht uns, sondern einer bevorstehenden Bestattungszeremonie. Schön getrennt nach Frauen und Männern bleiben die Wartenden weitestgehend unter sich. Ein Mann zwischen den Frauen oder umgekehrt zu entdecken, ist nahezu unmöglich. Den letzten Weg des teuren Toten oder der teuren Toten, werden vermutlich über 1000 Trauergäste säumen. In Äthiopien ist das nichts Ungewöhnliches. Aber wer soll das bezahlen? In Teil 6 zu "Ethiopia By Bus" hatten wir schon einmal zu diesem Thema berichtet.

Bevor man die Felsenkirche besichtigt, ist zu entscheiden, ob man Videoaufnahmen machen möchte oder nicht. Neben der zu vernachlässigenden Eintrittsgebühr kostet die Videogenehmigung stolze 200 Birr.

Bild 393: Adadi Mariam Rock Hewn Church - Videogenehmigung
Adadi Mariam - Videogenehmigung

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Bild 394: Die Felsenkirche Adadi Mariam

Aus der Ferne wirkt die Felsenkirche nur wie ein Grashügel auf dem ein metallenes Kreuz steht. Davor befindet sich ein verschlossener Schrein in dem sich, wie für eine Marienkirche üblich, ein Bildnis von Maria mit dem Jesuskind befindet. Von hier führen zwei verschiedene Treppen in die Felsenkirche hinunter. Eine ist für Männer und die andere für die Frauen.

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Bild 395 + 396: Die Treppen zur Felsenkirche Adadi Mariam

Die Adadi Mariam, auch bekannt als Anfar Debre Maryam Kirche, ist eine der historisch bedeutendsten Kirchen Äthiopiens.
Sie ist als südlichste in Fels gehauene Kirche des Landes bekannt und soll während der Herrschaft von Kaiser Lalibela (1180 - 1220) erbaut worden sein. Der Legende nach soll Kaiser Lalibela den heiligen Memphis Kiddus besucht haben, der auf dem naheliegenden Vulkan Mount Zuqualla ein Kloster gegründet hatte. Während dieses Besuchs soll Kaiser Lalibela den Auftrag für die Errichtung der Felsenkirche gegeben haben. Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert während der muslimischen Eroberungsfeldzüge des Mohammed Gran aus Harar gebrandschatzt und danach aufgegeben. Erst über 350 Jahre später, während der Herrschaft von Kaiser Menelik II., wurde die Felsenkirche zufällig wiederentdeckt.

Bild 397: Der Heilige Memphis Kiddus in der Felsenkirche Adadi Mariam
Memphis Kiddus

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Bild 398 - 401: In den Fels gehauener Rundgang der Kirche Adadi Mariam mit Lichtbögen zum äußeren Kirchenumgang (vergleiche Bild 394)

Steigt man die Stufen hinunter, gelangt man zuerst in den äußeren Kirchenumgang, der an der Seite der Zugangstreppen die größte Breite besitzt. Die vier Ecken der Kirche sind noch mit dem umgebenden Felsen verbunden und gewährleisten durch Anordnung eines Durchganges den kompletten Umgang. Von diesem noch etwas tiefer liegendem Umgang aus, sind Kanäle in den Felsen geschlagen, die nach Niederschlägen für die Entwässerung des tief im Felsen liegenden Kirchenbereichs sorgen. Dieser beginnt mit einem mit roten Teppichen belegten Rundgang. Davor sind die Schuhe auszuziehen. Im Rundgang sind verschiedene Bilder angebracht. Die meisten sind durch Vorhänge abgedeckt.

Bild 402: Adadi Mariam - Äußerer Umgang mit Entwässerungskanal
Adadi Mariam

Vom Rundgang aus gelangt man schließlich in einen kleinen Kirchenraum von dem zwei weitere nebeneinander liegende Türen in das Allerheiligste führen. Dieser Bereich kann nicht betreten werden. Im Vorraum befinden sich noch einige mit Vorhängen abgedeckte Bilder. Darunter ein großes Marienbild mit dem Jesuskind.

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Ethiopia - Adadi Mariam Rock Hewn Church

Bild 403 + 404: Kirchenraum der Adadi Mariam

Im Kirchenraum kann man das Ergebnis der Sanierungsarbeiten der Jahre 1997-98 deutlich erkennen, die mit Hilfe der Schweiz durchgeführt worden sind.
Es wurde unter anderem eine Stahlkonstruktion eingebaut die den drohenden Einsturz des Felsdaches verhindern soll.
Seit Abschluss der Sanierungsarbeiten kann die Kirche wieder bedenkenlos für den Gottesdienst genutzt werden. Besonders zum Todestag der heiligen Maria, am 21. Januar nach äthiopischem Kalender (bei uns 16.01.), ist die Kirche ein beliebter Pilgerort für die orthodoxen Christen. Die Äthiopisch Orthodoxe Tewahedo Kirche feiert übrigens 33 verschiedene Marienfeste.

Bild 405: Adadi Mariam - Tür zum Allerheiligsten mit Bildnis der Dreifaltigkeit
Adadi Mariam

Verlassen wir nun die Felsenkirche und gehen wieder in Richtung Torbogen des Kirchengeländes. Ein Stück rechts des Weges liegt ein großer runder und blank polierter Stein. Er soll 70 Kilogramm wiegen. Wer gesündigt hat soll Buße tun, in dem er den Stein anhebt und so weit wie möglich trägt. Sehr viele Sünder müssen diesen Stein schon in den Händen gehabt haben, so blank poliert wie der aussieht. Das muss man erst einmal hinbekommen. Ich möchte mal wissen wie alt der Stein ist. Die Einheimischen sehen interessiert zu, wie sich unsere Buße entwickelt. ;-)

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Bild 406 - 409: Adadi Mariam - Der "Büßerstein"

Oh je, Henok und Tagan haben schwer gesündigt, können sich aber dank des schweren Steines wieder reinwaschen. Wir versuchen es lieber nicht, bevor wir uns noch für den Rest der Reise das Kreuz verrenken. ;-)

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Ethiopia - Adadi Mariam

Bild 410 - 416: Adadi Mariam - Die Trauergäste warten auf die Berdigung

Die Zahl der Trauergäste ist weiter angewachsen aber die Beerdigung ist noch nicht vollzogen. Das Grab ist noch offen und leer. Für Fotos und Filmaufnahmen sollte man sich immer abseits der Grabstelle und der eigentlichen Zeremonie bewegen bzw. nur vor und nach der eigentlichen Bestattung Aufnahmen machen. Die Teilnahme an der Zeremonie ist aber kein Problem.
Bevor wir uns zum nächsten Tagesziel begeben, hier noch ein paar bewegte Bilder.



Live Video: Adadi Mariam Rock Hewn Church

Fahren wir wieder nach Osten zurück zur Hauptstraße mit der Nummer 51 und dann weiter nach Süden. Unser nächstes Ziel ist Tiya. Dort befinden sich zahlreiche Stelen, die seit 1980 zum Weltkulturerbe gehören. Bis dorthin werden wir eine knappe Fahrstunde benötigen.

Ethiopia - Tiya

Bild 417: Übersicht des Stelenfeldes von Tiya - Für Details des Geländes bitte die Karte oder den Link der Google-Map anklicken, nach Wunsch vergrößern.

Als wir das eingezäunte Stelenfeld erreichen, meldet sich der Himmel zu Wort. Dunkle Wolken ziehen heran und erstes Grollen ist in der Ferne zu vernehmen. Hoffentlich dauert es noch eine Weile, bis uns das Gewitter erreicht.

Ethiopia - Tiya

Bild 418: Vor dem Stelenfeld in Tiya

Neben dem Ticket-Office vor dem Zaun, gibt es auch noch einen traditionellen Souvenirshop direkt am Parkplatz. Momentan ist beides verschlossen. Wir müssen noch ein paar Minuten warten bis der Eintritt geregelt ist. Es gibt auch einen Führer der in Englisch alle nötigen Informationen zum Gelände vermitteln kann.

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Bild 419 - 423: Die Stelen von Tiya

Tiya ist eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Afrikas. Längst noch nicht und nicht nur an dieser Stelle, sind alle Stelen freigelegt. Der größte bisher gefundene Monolith soll ursprünglich eine Höhe von 5 m erreicht haben. Heute ist er allerdings zerbrochen. Hier zu sehen ist nur noch der unter Teil (Bild 429). Der obere Teil befindet sich im Außenbereich des Ethnologischen Museums der Addis Ababa University. Erstmalig wurde von den Stelen im April 1935 berichtet, als eine deutsche ethnographische Expedition den Ort besuchte.

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Bild 424 - 428: Die Stelen von Tiya

Gefunden wurden hier bisher über 40 Stelen, von denen viele mit Symbolen bedeckt sind. Dabei handelt es sich vorwiegend um Schwerter oder Lanzenspitzen, aber auch Kreise, pflanzenartige Symbole oder Körperteile. Man vermutet hinter den unterschiedlich angeordneten und sich wiederholenden Symbolen eine Art Bilderschrift.
Die Stelen markieren zudem einen riesigen prähistorischen Begräbniskomplex, auf dem Überreste von Männer und Frauen im Alter von zirka 18 - 30 Jahren gefunden worden sind. Leider weiß man bisher noch nichts Genaues über diese untergegangene Zivilisation. Auch über das Alter der bisherigen Funde ist sich die Fachwelt noch nicht sicher, obwohl schon verschiedene Zeiträume im Gespräch sind. Ein sicherer Nachweis ist bisher nicht gelungen.

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Bild 429 - 431: Die Stelen von Tiya

Wir haben Glück und kommen ohne Regen und Gewitter um die Runde. Unser Besichtigungsprogramm für heute ist abgearbeitet. Aber werfen wir noch einen Blick in den extra für uns geöffneten Souvenirshop und kaufen ein paar Perlhühner ein. ;-)

Ethiopia - Tiya

Ethiopia - Tiya

Bild 432 + 433: Verschiedene handgemachte Keramiken in Tiya

Dann geht es zirka 30 km weiter nach Süden bis wir den Ort Butajera oder Butajira erreichen. Jener Ort wo Haile Selassie´s Schwiegersohn Ras Desta Damtew von den Italienern am 24. April 1937 hingerichtet worden ist. Er war der Mann von Princess Tenagnework, dem ersten Kind von Haile Selassie und Empress Menen Asfaw.
Jetzt haben wir die Gelegenheit unser etwas verspätetes "Mittagessen" einzunehmen. Wir kehren dazu in das "Rediet Assefa International Hotel" ein. Eine sehr zu empfehlende Location. So schnell wie hier wurden wir bisher noch nie bedient, und im Gartenbereich des Hinterhofes gibt es sehr ansprechende Toilettenanlagen, wie man sie selten auf dem Lande finden kann. Aber Vorsicht bei der Bierbestellung, wenn man die amharischen Zahlen noch nicht richtig beherrscht. Das war nun leider viel zu viel und eine Rücknahme ist nicht möglich, obwohl die Flaschen ungeöffnet sind. Also heißt es mitnehmen, ... aber der hiesige Flaschenpfand hat es in sich, da kann jeder deutscher Nachtclub ganz gut mithalten. Nur sieht es hier mit dem Zurückbringen etwas schlecht aus. ;-)
Danach haben wir noch schätzungsweise 80 Kilometer bis Hossaina vor uns. Unterwegs wird es dunkel, was auf den äthiopischen Landstraßen nicht ganz ungefährlich ist. Nicht wegen dem Verkehr und den Straßenverhältnissen, sondern wegen den unzähligen Haustieren die mit ihren Hütern am Abend auf dem Nachhauseweg sind. Schließlich kracht es auch tatsächlich. Tagan hatte keine Chance. Eine Schafherde dreht regelrecht durch und die verrücktesten Exemplare stürzen sich auf unser Auto. Zum Glück stehen alle wieder auf und trotten ohne sichtbare Verletzungen weiter ihres Weges. Der Hüter winkt uns durch. Tagan kann aufatmen, denn in Äthiopien hat immer das Auto die Schuld wenn ein Haustier überfahren wird, und der Kraftfahrer muss zahlen.

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir schließlich das Lemma International Hotel in Hossaina. Es gibt wieder einmal keinen fahrtüchtigen Aufzug für uns und wir müssen unsere Koffer bis in die vierte Etage schleppen. Obwohl das Hotel einen recht ansprechenden Eindruck macht, gibt es auch im Zimmer einige Mängel. Ein Handtuch für alle Personen, der Kühlschrank ohne Stecker, sowie im engen Bad eine fußbodengleiche Dusche ohne Vorhang und fest montiertem Duschkopf. Da kann man sich vorsehen wie man will, da schwimmt natürlich alles, inklusive Toilettenanlage. Mit etwas Glück kann man aber verhindern, dass das Wasser nicht bis in den Schlafraum vordringt. Leider können wir nicht einmal ein Badetuch als Wischlappen missbrauchen. Wir haben ja nur ein Handtuch für zwei Personen. ;-)
Aber wegen einer Nacht machen wir uns nicht weiter verrückt.

Morgen werden wir nach Shashemene aufbrechen und uns mit den dort lebenden Rastafaris beschäftigen. Davor werden wir aber noch im Senkele Wildlife Sanctuary auf die Pirsch nach der "Swaynes Heartbeast" (oder auch Hartebeest) gehen, einer Antilopenart die weitestgehend nur noch in Äthiopien leben soll.
Bis bald!

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

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Äthiopische Flagge 2013