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ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 2
16.09.2015 – Addis Ababa - Addis Alem - Ambo - Guder Falls
(05.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Bevor wir uns in den Süden begeben, geht es heute erst einmal zirka 160 km westwärts. Auf der Strecke liegt Addis Alem, ein kleiner Ort den Kaiser Menelik II. als nächsten Herrschaftssitz ausgewählt hatte. Letztendlich ist es aber nie dazu gekommen. Einige kaiserliche Bauten wurden aber schon in Vorbereitung des vom Kaiser angedachten Umzugs errichtet.
Doch zuerst geht es in die Hotelgastronomie, die wir gestern Abend wegen Übersättigung gar nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Nach dem Besuch bei Henoks Familie war einfach kein Platz mehr für eine Abendmahlzeit.

Addis Ababa - Caravan Hotel Addis Ababa - Caravan Hotel

Bild 086 + 087: Caravan Hotel

Das Restaurant befindet sich im Obergeschoss und man hat sogar die Möglichkeit auf einer Loggia das Essen einzunehmen. Die Aussicht ist zwar nicht der Renner, aber das Straßenleben kann hin und wieder auch ganz interessant sein. Der Morgen in Addis ist aber recht frisch, also ziehen wir uns die gepolsterten Sitze im Innenraum für das Frühstück vor. Der gute Eindruck vom Hotel setzt sich fort. Auch hier gibt es nichts auszusetzen.
Bis 8:00 Uhr müssen wir fertig sein. Henok ist natürlich wieder überpünktlich zur Stelle und reißt sich um den Gepäcktransport zum Auto.

Wir umfahren das historische Stadtzentrum in südwestlicher Richtung. Kurz vor dem alten Flughafen befindet sich das Yod Abyssinia Cultural Restaurant (wir hatten schon früher darüber berichtet in "Return To Addis") und der "Karl Square". Es war schon im Jahr 2011 als man für den ehemaligen deutschen Schauspieler Karlheinz Böhm in Addis Ababa ein Denkmal gesetzt hat. Mit seiner Stiftung "Menschen für Menschen", die er nach seinem Auftritt bei "Wetten, dass ...?" im Jahr 1981 gegründet hatte, konnte er damals 1,2 Millionen Mark für die Menschen in Äthiopien sammeln. Seitdem hat er über 270 Schulen gebaut, unzählige Kleinkredite vergeben und die verschiedensten Projekte unterstützt. Im Jahr 2003 wurde Karlheinz Böhm Ehrenbürger von Äthiopien.

Bild 088: Karlheinz Böhm
Karl Square - Addis Ababa

Das Denkmal wurde von Bauern, Handwerkern und Kleinunternehmern mitfinanziert, die der Stiftung Zugang zu sauberem Wasser, eine Ausbildung oder eine bessere Ernährung verdanken. Leider ist Karlheinz Böhm im Alter von 86 Jahren am 29. Mai 2014 verstorben. Die Arbeit der Stiftung wird jedoch von seiner äthiopischen Ehefrau Almaz fortgesetzt.

Ethiopia - Strohtransport

Bild 089: Stroh- und Holzmarkt

Etwas außerhalb der Stadt begegnen wir viele Eseltransportkarawanen, die mit Stroh beladen sind. Im Raum Addis ist das immer Mittwoch und Samstag der Fall. Das Stroh wird für Bauarbeiten an den Häusern benötigt. Der Bauherr geht also zum "Baumarkt", wo Stroh und Esel geparkt sind, schließt sein Geschäft ab und lässt sich das Stroh zu seiner Baustelle bringen.

Ethiopia - Strohtransport

Ethiopia - Strohmarkt

Ethiopia - Stroh- und Holzmarkt

Bild 090 - 092: "Baumarkt"

Weiter geht es gen Westen nach Addis Alem. Heute haben wir übrigens ein anderes Auto und neben Henok auch noch einen Fahrer mit dem Namen Tagan. Er ist ein gute Mann und hat seine Augen überall. Man braucht nur die Kamera anzuheben, dann wird er gleich ganz unruhig, fährt langsamer und wartet auf eventuelle Stoppsignale unsererseits. Den Fahrer hätten wir gerne für alle Reisen, ... weltweit. ;-)

Ethiopia - Car Number

Bild 093: Das ist natürlich nicht unser neues Auto! ;-)

Auf den KFZ-Kennzeichen in Äthiopien findet man an erster Stelle stets eine Zahl im Kreis und die Beschriftung in verschiedenen Farben. Obiges Fahrzeug, dass uns eigentlich wegen Bob Marley´s "One Love" ins Auge sticht, hat eine grüne Beschriftung und eine "3" im Kreis auf dem Nummernschild. Das bedeutet, es ist ein Firmenfahrzeug mit Privatstatus. Die weiteren Kennzeichen erläutern wir später, sofern wir ein interessantes erwischen.
Doch kommen wir nun zu dem 2.363 Meter hoch gelegenem Addis Alem (bedeutet "Neue Welt"), dass wir nach einer reichlichen Stunde erreichen. Unmittelbar am linken Straßenrand der Hauptstraße steht ein großer Torbogen auf dem eine kaiserliche Krone zu erkennen ist. Dieser Bogen kennzeichnet den Beginn des Weges zur berühmten Kirche Debre Zion Maryam. Hierzu muss man bemerken, dass fast alle Kirchen in Äthiopien mit den verschiedensten Torbögen über den Wegen markiert sind, und die Kirche aber oft noch ein Stück entfernt und nicht sichtbar sein kann. Das hilft gut, den rechten Weg zu finden und kann eine gute Anregung für unverhoffte Entdeckungen sein.

Ethiopia - Addis Alem

Bild 094: Addis Alem - Torbogen über die Straße zur Kirche Debre Zion Maryam

Wir müssen der Straße noch einen knappen Kilometer folgen, bevor sich ein bewaldeter Hügel vor uns erhebt, auf dessen Kuppe sich die Kirche noch hinter den Bäumen versteckt. Debre Zion Maryam wurde in den 1890er Jahren gemeinsam mit einem neuen Palastgebäude, einer Audienz- und Festhalle und anderen Gebäuden, von Kaiser Menelik II. errichtet.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 095 + 096: Addis Alem - Die kaiserliche Kirche Debre Zion Maryam

Ein Grund für die beabsichtigte Verlegung der Hauptstadt durch den Kaiser, war die katastrophale Abholzung der Wälder rings um Addis Ababa. Die Pläne wurden aber schließlich wieder verworfen, da inzwischen die Wiederaufforstung mit dem allerdings eingeführten Eukalyptus am Mount Entoto begonnen wurde. Das Thema Brennholz würde sich also künftig lösen. Darüber hinaus redeten die in Addis Ababa ansässigen Europäer dem Kaiser ins Gewissen, da sie nicht davon begeistert waren ihre Vertretungen an anderer Stelle neu errichten zu müssen. So wurde die kaiserliche Kirche später von der allgemeinen Bevölkerung für den Gottesdienst genutzt, und ein Teil des Palastes ist heute ein Museum.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 097 - 100: Addis Alem - Debre Zion Maryam

Der quadratische Bau ist an allen Seiten mit unzähligen kunstvollen Malereien verziert, die sich kaum wiederholen. Selbst die Umrahmungen an Türen und Fenstern sind an allen Seiten mit anderen Motiven versehen.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 101 - 107: Addis Alem - Debre Zion Maryam

Malerei in dieser Fülle an einer Kirchenaußenwand, findet man wohl sonst kaum in Äthiopien. In der Regel beschränkt sich dies auf den Innenraum.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 108 - 111: Addis Alem - Debre Zion Maryam

Während der Kirchenumrundung sollte man auch nicht verpassen den etwas abseits der Rückseite liegenden und leider etwas vernachlässigten Aussichtspunkt zu besuchen. Von hier hat man einen schönen Blick über das Gebiet um Addis Alem. Menelik II. hatte schon einen schönen Fleck ausgesucht. Aber vielleicht hat Addis Alem auch Glück gehabt, dass die Hauptstadt nicht verlegt worden ist und konnte so der Großstadtwüste noch einmal entgehen. Dereinst vom Gibbi war sicher ein eben so schöner Blick, bevor alles zugebaut und sämtliche Natur vernichtet worden ist.

Ethiopia - Addis Alem

Bild 112: Blick über Addis Alem vom Hügel der Debre Zion Maryam

Etwas abseits von der Kirche steht ein später hinzugefügter Glockenturm. Die meisten alten äthiopischen Kirchen besitzen keinen im Hauptbau integrierten Glockenturm.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 113 + 114: Der Glockenturm von Debre Zion Maryam

Wenn wir jetzt auch noch einen Blick in die Kirche werfen könnten, wäre das natürlich perfekt. Leider ist der Träger des Kirchenschlüssels gerade nicht verfügbar, aber man ist schon auf der Suche nach ihm. Wir besuchen inzwischen das unmittelbar in der Nähe befindliche Museum, das in einem Teil des Palastgebäudes untergebracht ist. Hier haben wir Glück, denn es ist gerade noch geöffnet. Leider darf man im Museum wieder einmal nicht fotografieren und können deshalb an dieser Stelle keine der kaiserlichen Kronen zeigen, die zwischen vielen anderen interessanten Dingen aus der Kaiserzeit und Kirchengeschichte dort ausgestellt sind. Es gibt auch keine Postkarten oder sonstige gut bebilderte und für uns lesbare Broschüren, was das Fotografierverbot irgendwie sinnlos macht.

Ethiopia - Addis Alem - Palace Menelik II.

Bild 115: Das Museum im ehemaligen Palast von Menelik II.

Als wir unsere Runde im Museum abgeschlossen haben, wird auch hier die Tür verschlossen und der Museumswächter geht in die Pause. Er hatte nur noch wegen uns geöffnet. Offenbar gibt´s hier selten Besuch und Öffnungszeiten zu erwischen ist Glückssache.
Noch ein paar weitere Meter bergab steht die Festhalle von Menelik II. In den 1980er Jahren sollen ein paar Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt worden sein, um diverse Brandschäden zu beseitigen. Der Innenraum sieht aber trotzdem recht trostlos aus. Man scheint die Halle aber auch noch heute für Veranstaltungen zu nutzen.

Ethiopia - Addis Alem - Menelik II. Festhalle

Ethiopia - Addis Alem - Menelik II. Festhalle

Ethiopia - Addis Alem - Menelik II. Festhalle

Ethiopia - Addis Alem - Menelik II. Festhalle

Bild 116 - 119: Die Festhalle von Menelik II.

Den Blick zur Decke sollte man keineswegs versäumen. Immer wieder beeindruckend ist die alte Kunst der Dachherstellung, die heutzutage mehr und mehr verloren geht. An Stelle der heute aus Sicherheitsgründen übergestülpten Bleche befand sich früher über dem Flechtwerk eine abschließende Strohlage.
Dann gibt´s noch eine gute Nachricht. Der Schlüsselträger der Kirche wurde gefunden und ist tatsächlich auch bereit für uns eine der sieben Türen zu öffnen. Also geht´s schnell wieder zurück zur Kirche, um auch das innere Kunstwerk zu betrachten.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 120 - 122: Addis Alem - Debre Zion Maryam
Bild 122: Die Standuhr ist ein Geschenk von Haile Selassie an die Kirche

Wie bei den traditionellen äthiopischen Rundkirchen, gibt es auch hier einen inneren, wenn auch quadratischen Rundgang, der einen inneren Kubus umgibt. Darin befinden sich einige Türen die das Allerheiligste der Kirche verbergen. Dieser Bereich darf nur von den Priestern betreten werden. Der Kubus ist hinter Vorhängen versteckt, die nach und nach für uns an jeder Seite geöffnet werden. Wie von anderen Kirchen in Äthiopien schon gewohnt, kommt eine Flut von biblischen Bildergeschichten zum Vorschein. Bei uns in Deutschland ist das fast kaum der Fall. Da scheint es weitestgehend nur eine einzige Geschichte, nämlich den "Leidensweg Christi" zu geben, es sei denn man findet noch sehr alte mittelalterliche Malereien.

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 123 - 125: Malereien in der Kirche Debre Zion Maryam
Bild 125: Menelik II. und Empress Taitu sind ebenfalls in der Malerei zu entdecken

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Ethiopia - Addis Alem - Debre Zion Maryam

Bild 126 - 134: Addis Alem - Debre Zion Maryam

Soweit ein paar Ausschnitte der Malereien in der Kirche. Wer noch einmal den Zusammenhang der Malereien erleben möchte, schaut sich einfach das nachfolgende Video an. Ein paar Erläuterungen zu den Bildern gibt es darin auch noch.



Live Video: Addis Alem - Debre Zion Maryam Church

Zufrieden dies auch noch gesehen zu haben, geht es wieder den Hügel hinab und den Weg zurück zur Hauptstraße.

Ethiopia - Addis Alem

Ethiopia - Addis Alem

Bild 135 + 136: Addis Alem - An der Hauptstraße in Richtung Ambo

Für den Besuch von Kirche und Museum in Addis Alem, wie gerade dargestellt, sind mindestens 90 Minuten einzuplanen. Wer sich intensiver mit en Malereien befassen möchte, muss natürlich noch einiges an Zeit drauf schlagen. Das hängt allerdings auch davon ab, wie die verantwortlichen Schlüsselträger gerade zur Verfügung stehen.
Fahren wir weiter in Richtung Ambo, wo wir auch die kommende Nacht verbringen werden. Bis dorthin ist es fast noch einmal so weit, wie wir von Addis Ababa nach Addis Alem gefahren sind. Wir erreichen unser Hotel, das direkt an der Hauptstraße liegt, gegen 12:30 Uhr, beziehen unser Zimmer und legen unsere Mittagspause ein.

Ambo liegt auf einer Höhe von 2.101 Meter und ist bekannt für sein sehr beliebtes Mineralwasser, welches unter demselben Namen auch landesweit in Flaschen verkauft und etwas außerhalb der Stadt abgefüllt wird. Darüber hinaus ist Ambo Universitätsstadt. Seit 1933 erlangte der Ort auch Bedeutung als Bade- und Erholungsort, als Kaiser Haile Selassie entsprechende Badehäuser und Badebecken an einigen Thermalquellen errichten ließ. Wir werden später versuchen zu schauen, was es davon noch zu sehen gibt.
Weiterhin wird in Ambo seit 1977 eine Forschungsstation betrieben (Ethiopian Institute of Agricultural Research), die sich mit dem Schutz der wichtigsten äthiopischen Nutzpflanzen befasst.
Aber wir werden uns jetzt erst einmal mit der Speisekarte des Hotels befassen und uns ein klein wenig für das Nachmittagsprogramm stärken.

Bild 137: Ambo Abebech Metaferia Hotel
Ambo Abebech Metaferia Hotel

Es wird gerade eine große afrikanische Reisegruppe versorgt, die nur aus Frauen und einem männlichen Fotografen besteht. Das ist ein mächtiges Spektakel und nachdem die feinen Damen ihre Tische verlassen, sieht es darunter wie auf einem Schlachtfeld aus. Das Personal hat allerhand aufzuräumen, um den Urzustand wieder herzustellen. Die Sitte, alle möglichen Abfälle einschließlich benutzter Servietten unter den Tisch zu werfen, ist uns bisher eigentlich noch nicht in Äthiopien aufgefallen.

Ethiopia - Ambo Abebech Metaferia Hotel

Bild 138: Restaurant im Ambo Abebech Metaferia Hotel

Gegen 14:00 Uhr brechen wir schließlich zu den zirka 11 Kilometer entfernt liegenden Guder Falls auf. Als wir am Ziel eintreffen, sind wir doch ein wenig überrascht, auf ein abgeriegeltes und mit einem Ticket-Office versehenes Gelände zu treffen.

Ethiopia - Guder Falls

Bild 139: Rezeption vor den Guder Falls.
Rezeption deshalb, weil auf dem Gelände auch noch eine Ferienanlage mit dem Namen "Guder Falls Resort" betrieben wird, die hauptsächlich aus 6 Rundhütten besteht.

Dies allein ist ja noch nicht so außergewöhnlich, aber das neben dem offiziellen Einlass auch noch zweimal Foto- und eine Videogebühr erhoben werden, ist doch schon etwas außergewöhnlich. Immerhin handelt es sich nur um ein Stück Natur. Damit das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es hingehört, sollte man sich immer eine Quittung ausstellen lassen. Gerne tun sie das zwar nicht, ... und es kann oft entsprechend dauern. Das nützt alles nichts, denn wenn es tatsächlich so ist, muss man ja auch mit unverhofften Kontrollen rechnen, wie wir das von früheren Reisen schon kennen. Wer dann keine Quittung hat zahlt noch einmal.

Bild 140: Guder Falls - Video- und Fotogenehmigung
Guder Falls - Video + Foto Pass

In der Regel gilt das meistens nur für ausländische Besucher, die auch schon einen höheren Eintrittspreis zu entrichten haben. Das ist aber nicht nur in Äthiopien der Fall. Bei uns in Deutschland ist das zwar nicht so, aber wir haben das schon in einigen anderen Ländern gesehen.
Vom Tor bis zu den Fällen sind es nur ein paar Hundert Meter bergab mit interessanter Vegetation am Weg entlang. Ortskundige nutzen natürlich die Schleichwege am Fluss entlang. ;-)

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Bild 141 + 142: Guder Falls in der Nähe von Ambo

Auf unserer Seite des Flusses sind nur wenige einheimische Bescher zu entdecken, während am gegenüberliegendem Ufer Bade- und Waschtag bei den Einheimischen angesagt ist. Richtig ins Wasser gehen kann man hier allerdings nicht, da ist die Gefahr viel zu groß hinweggespült und irgendwo Futter für die Tiere zu werden.

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Bild 143 + 144: Guder Falls - Bitte nicht baden - Lebensgefahr!

Direkt am Wasserfall ist eine schöne Wiese auf der man gut entspannen und einfach die Natur genießen kann. Es gibt auch noch einen Weg in beide Richtungen am Fluss entlang, der aber keine wesentlich neuen Eindrücke zu bieten hat. Für Naturliebhaber gibt es aber auch dort immer etwas zu entdecken.

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Bild 145 - 147: Flussaufwärts bei den Guder Falls

Die Guder Fälle markieren einen Punkt, wo sich zwei verschiedene Flussläufe miteinander vereinen. Geht man flussaufwärts gelangt man also keineswegs irgendwo an die Absturzkante des Wasserfalles. Hierzu müsste man schon vor erreichen der Rezeption, auf der anderen Flussseite von Ambo kommend, in die Guder Road einbiegen.

Ethiopia - Guder Falls - Meskel-Flower

Ethiopia - Guder Falls - Meskel Flower Ethiopia - Guder Falls

Bild 148 - 150: Flussabwärts bei den Guder Falls - Meskel Flower (Yadey Ababa)

Im Monat September sieht man vielerorts ein gelbes Blütenmeer der bis zu mannshoch werden Meskel Blumen. Die Blüten haben stets acht Blütenblätter. Zu dem am Ende des Monats stattfindenden Meskel Fest werden diese Blumen in Massen geschnitten und als Schmuckelement verwendet. Wir werden darüber noch ausgiebig am Ende der Reise berichten. Wer hat nun eigentlich seinen Namen von wem bekommen, die Blume vom Meskel Fest oder das Fest von der Blume?

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Ethiopia - Guder Falls

Bild 151 - 156: Guder Falls

Nach reichlich Entspannung an den Fällen treten wir den mit unzähligen roten Blüten geschmückten Rückweg an. Überall stehen die bei uns als Flaschen- oder Zylinderputzer bekannten Bäume in voller Blüte. In Deutschland kommt die aus Australien stammende Pflanze leider nicht aus ihrem Pflanzkübel hinaus, da sie nicht winterhart ist. Da kann man echt neidisch werden. :-(

Zylinderputzer - Callistemon

Zylinderputzer - Callistemon

Bild 157 + 158: Flaschenputzer- oder Zylinderputzerbaum (Callistemon)

Zurück in Ambo entlassen wir Tagan etwas eher und laufen lieber ein Stück durch den Ort, bis wir das ehemalige Haile Selassie Bad erreichen. Mal sehen wie es um die Besichtigung des Geländes steht.

Ethiopia - Ambo

Ethiopia - Ambo

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie I Bath

Bild 159 - 161: An der Hauptstraße von Ambo
Bild 162: Am Eingang zum Ambo Paradise Park / Hot Springs Resort - Ehemaliges Bad von Haile Selassie I.

Am Einlass ist man gnädig mit uns. Wir dürfen passieren, auch ohne baden und Eintritt zahlen zu müssen. Schauen wir uns ein wenig auf dem Gelände um, das in einer großen parkähnlichen Anlage gelegen ist.

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bad

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bad

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bad

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bad

Bild 163 - 167: Ambo Paradise Park - Das große Schwimmbecken

Das große Schwimmbecken wird mit Wasser aus den Thermalquellen gespeist und diente früher den Gästen des Kaisers, seinen Angestellten, dem Hofstaat und verschiedenen kaiserlichen Würdenträgern. Geht man um das Becken herum und ein Stück in westlicher Richtung, kommt man an einen leeren Swimmingpool, der mit den Flaggen der afrikanischen Länder der Afrikanischen Union (Nachfolger der OAU) verziert ist. Das war dereinst das private Schwimmbecken von Haile Selassie und seiner Familie.

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Bild 168 + 169: Ehemaliger Privatpool der kaiserlichen Familie

Schlägt man von hier aus, einen Weg nach links in südlicher Richtung ein, kommt man zu verschiedenen Badehäusern. Am Anfang des Komplexes steht gleich linker Hand ein kleineres unscheinbares Gebäude. Im Inneren befinden sich mehrere kreisrunde kleine Badebecken, die jeweils voneinander abgeschottet sind und einen eigenen Zugang besitzen. Die Becken werden mit Wasser aus den Thermalquellen gefüllt, das eine Temperatur zwischen 36,5-39,5° Celsius besitzt. Dem Wasser werden 36 verschiedene Qualitäten nachgesagt, je nach dem welche chemischen Zusätze es besitzt und aus welcher Quelle es stammt. Dies hat zumindest dereinst im Jahr 1957 ein japanischer Geologe namens Chuzo Kondo ermittelt, was bis heute jedoch nicht wieder überprüft worden ist. Nach jedem Badevorgang wird das Wasser aus dem Becken entlassen, das Becken gereinigt und mit frischen bzw. neuen und warmen Quellwasser gefüllt. Es muss also niemand im Wasser des Vorgängers baden. Das Wasser fließt dann über ein Leitungs- und Kanalsystem in ein großes Auffangbecken außerhalb des Parkgeländes (kein Zutritt). Irgendwo unweit dahinter befindet sich dann ein Fluss, der wohl Endstation der Badewässer ist.
Auch Haile Selassie hatte hier sein eigenes Badehausabteil. Wie man uns sagt, gelangt man über die ganz links angeordnete Tür dahin.

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Bild 170 - 172: Badehaus von Haile Selassie - Tür links mit der Mauerabgrenzung

Irgendeine Gedenkplakette oder Inschrift findet man aber leider nicht. Momentan ist das Haus besetzt. Wir wollen uns ansehen, wie es heute dort drinnen aussieht und warten. Weiter südlich liegen noch weitere Badehäuser, die aber erheblich größer sind.

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Bild 173 + 174: Weitere Badehausbebauung direkt gegenüber des kleinen Badehauses

Neben den dereinst für die kaiserliche Familie und dessen Hofstaat betriebenen Einrichtungen, gab es aber auch öffentliche Bereiche und Duschanlagen für die Bevölkerung. Selbst Pferde und Kühe wurden in dem Thermalwasser gebadet und fraßen den Schlamm. Man geht wohl davon aus, dass die Tiere den medizinischen Wert des Schlammes instinktiv erkannt haben. Vielleicht haben ihnen auch nur die Mineralien geschmeckt, was in der Tierwelt nichts Neues wäre. ;-)
Werfen wir nun kurz einen Blick in Haile Selassie´s Badehaus, dass inzwischen von einer großen Familie verlassen worden ist.

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Ethiopia - Ambo - Haile Selassie Bath

Bild 175 + 176: Im Inneren von Haile Selassie´s Badehaus

Die Badehauszelle besteht aus einem Vorraum, der als Umkleide dient und einem relativ tiefen Badebecken. Das Wasser ist jetzt abgelassen und am Grunde wird Kies und ein großer Stein sichtbar. Am Boden sprudelt eine natürliche Quelle. Die Fliesen sind im Laufe der Jahre durch die Mineralien rostbraun verfärbt. Vermutlich hat es seit Errichtung des Badehauses noch keine einzige Sanierung gegeben.
Hier noch einmal unser Rundgang in bewegten Bildern.



Live Video: Ambo - Haile Selassie I. Bad

Als wir die Badeanstalt wieder verlassen wollen, müssen wir bemerken, dass wir wieder einmal irgend jemandem´s Verantwortungsbereich überschritten haben. Im Gelände existiert offenbar eine unsichtbare Linie, die das Freibad von den Badehäusern trennt. Dafür hätten wir keine Genehmigung gehabt meint der Wächter. Na so etwas, ... nun ist es sowieso zu spät. ;-) Als wir den Mann dann auch noch fotografieren wollen, fühlt er sich geschmeichelt, wird wieder freundlich und vergisst alle seine Belehrungen.

Ambo - Haile Selassie Bath Ambo - Haile Selassie Bath

Bild 177: Ambo - Wächter in der Badeanstalt
Bild 178: 3 Bier bitte! Kleine Bar am Eingang der Badeanstalt. So ein Aufwand für 3 Bier.

Der Weg für den Rückweg ist nun frei, den er uns erst nicht gewähren wollte. Zum Ausklang des Nachmittags genehmigen wir uns noch ein Bierchen in der Bar am Eingang des Freibades, sprechen über den vergangenen und den Folgetag. Von hier bis zum Hotel sind es nur noch ungefähr noch 500 m.

Soweit ein paar Eindrücke vom Programm unseres zweiten Tages. Bleibt nur noch unser Abendessen übrig, zu dem wir das Restaurant unseres Hotels nutzen. Das Essen schmeckt gut, aber dafür ist leider unser Zimmer recht vernachlässigt. Neben herausgezogenen Steckdosen und blanken verknoteten Drähten, da wohl die neueren technischen Geräte nicht mit den alten Steckdosen zusammenpassen, gibt´s kein Glas, nur 1 Handtuch, natürlich keinen Safe, und die Putzfrau hat wohl schon sehr lange Urlaub. Aber wir wollen ja zum Glück nur übernachten und keinen Urlaub hier machen, ... und das Bett sieht zumindest gut aus. Also Licht aus und Nachtruhe.
Morgen haben wir Natur pur im Programm und werden in Wenchi oder Wonchi eine lange Wanderung durch einen ehemaligen Vulkankrater unternehmen.

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

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Äthiopische Flagge 2013