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ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 12
26.09.2015 – Von Harar über den Kathmarkt von Awaday zurück nach Addis Ababa
(15.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Heute werden wir uns wieder zurück nach Addis Ababa begeben und überwiegend bekannte Orte passieren. Dabei werden wir in Awaday dem weltgrößten Kathmarkt einen Besuch abstatten. Auch wenn wir den Rest der Strecke schon kennen, die uns den ganzen Tag in Anspruch nehmen wird, werden uns die Eindrücke der Gegenrichtung ganz sicher nicht langweilen.
Für 7:30 Uhr ist die Abfahrt angesagt, bzw. erst einmal der Gepäcktransport durch die Gassen von Harar bis zu unserem Auto. Unser schönes Frühstück von gestern wiederholen wir natürlich auch noch, bevor wir unser Domizil verlassen. Ein Nachfolgegast ist auch schon eingetroffen, dem wir gleich unseren Führer Hailu vermitteln. Da kann man ganz sicher nichts falsch machen.

Ethiopia - Harar- Waber Cultural Guesthouse Harar - Katze

Bild 1.540 + 1.541: Warten auf den Abmarsch und Abschied von der misstrauischen Katze des Hauses im Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Dafür ist unser Auto immer noch nicht genesen. Der "KFZ-Arzt" den Tagan gestern aufsuchen wollte, hat entweder sein Handwerk nicht gelernt oder Tagan hat ihn nicht gefunden. ;-) Zumindest muss das Auto wieder ohne Pause laufen und die Fensterheber gehen auch nicht mehr. Die Batterie ist völlig hinüber.
Wir verlassen Harar in Richtung Westen über die A10.

Aw Ture Mosque - Harar - Ethiopia

Aw Ture Mosque - Harar - Ethiopia

Aw Ture Mosque Harar

Bild 1.542 - 1.544: Die Aw Ture Moschee am letzten Kreisel stadtauswärts
Bild 1.542: Auszug Google Map >> Bei Bedarf zur Lageerkundung anklicken

Auf halber Strecke zwischen Harar und Alem Maya am Lake Haramaya, liegt Aweday, Awaday, Awoday oder Auoday. Das sind nur zirka 10 Minuten Fahrt vom letzten Standpunkt in nordwestlicher Richtung. Dort befindet sich der weltgrößte Kathmarkt, der sich dem Handel dieser in Äthiopien legalen Droge des gleichen Namens widmet. Kath hat viele Schreibweisen wie Kat, Qad, Qat, Chat, Gat oder Khat. Da kann man sich manchmal nur schwer entscheiden, wie man es nun schreibt. Bekannt ist die Pflanze auch als Miraa oder Abessinischer Tee. Die frischen Blätter des Kathstrauches werden als Alltagsdroge verwendet und dabei im Mund zerkaut. Die zerkauten Blätter werden dabei oft als riesige Kugel in den Backentaschen gebunkert. Leute mit derartigen einseitigen Hamsterbacken haben also keine Zahnschmerzen, sondern geben sich dem Kath-Genuss hin. Besonders ist dieser Brauch aus dem Raum des Jemen bekannt, aber auch in Saudi-Arabien, Somalia, Dschibuti, Oman, dem Norden Kenias und nicht zuletzt auch in Äthiopien anzutreffen. Wir haben dazu auch schon anderer Stelle über den Anbau mit Bildern berichtet. Nun gehen wir ein Stück weiter und sehen uns den Handel an.

Ethiopia - Awaday - Chat market

Bild 1.545: Auszug Google Map >> Bei Bedarf zur Lageerkundung anklicken
Awaday mit dem Kathmarkt in der Bildmitte

Auch wenn auf diesem Markt von allen Kathmärkten Äthiopiens noch die freundlichsten Menschen oder Händler anzutreffen sein sollen, rät uns Henok nichts mitzunehmen, was wir nicht ständig festhalten können. Denn dort seien auch Taschendiebe unterwegs, sowie Schiebereien und Schubsereien die gängige Umgangsordnung. Also muss ich mich zwischen Video oder Foto entscheiden. 

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Bild 1.546 - 1.549: Awaday Kathmarkt

Awaday ist das "Mekka" der Kath-Welt. Dort wird 24 Stunden am Tag damit gehandelt. Allerdings herrscht die größte Betriebsamkeit in den Stunden vor dem Morgengrauen bis zirka 9 Uhr am Morgen. Danach wird es wieder ruhiger. Je nach Größe eines mit Kath gefüllten Sackes, sollen schon einmal bis zu 2.000 USD Erlös zusammenkommen, was wir uns eigentlich gar nicht so recht vorstellen können. Überprüft haben wir das nicht. Jeden Tag verlassen vollgepackte Lastwagen den Markt in Richtung der "bedürftigen" Länder wie Dschibuti, Somalia und andere. Man schätzt, dass es sich dabei täglich um eine Größenordnung von zirka 25.000 Kilo handeln soll. Da braucht man schon gewaltige Anbauflächen. Letztendlich geht das auch alles zu Lasten des Kaffeeanbaus und anderer Nutzpflanzen, da man mit Kath leider viel besser und schneller Geld verdienen kann. Das ist ein großes Problem im Land, da sich immer mehr Bauern aus der Not heraus für Kath entscheiden.

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Chat Market - Awaday - Ethiopia

Bild 1.550 - 1.555: Awaday Kathmarkt

Auffallend ist, dass die Mehrheit der Händler aus Frauen besteht. Aber verlassen wir nun das berauschende Grünzeug und den im Herzen der Stadt zwischen den Häusern eingebetteten Markt, um unsere Fahrt fortzusetzen.

Awaday - Ethiopia

Bild 1.556: Handel mit Seilen an der A10 von Awaday

Damit ist nun eigentlich unserer Besichtigungspunkt des Tages abgearbeitet. Jetzt heißt es bei der Weiterfahrt nur noch aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen.

Ethiopia - Oromia

Bild 1.557: Landschaft zirka 45 Minuten nach Awaday

Ethioppa - Oromia

Bild 1.558: Landschaft kurz vor Kulubi (siehe Ethiopia Again - Teil 10)

Ein paar Minuten nach Kulubi sehen wir wieder das Chelenqo Monument in der Ferne auftauchen. Auch darüber hatten wir in Teil 10 ausführlich berichtet. Wir vermeiden es im Sinne des Autofriedens, dieses Objekt irgendwie zu erwähnen und fahren schweigend daran vorüber. ;-)

Ethiopia - Oromia - Chelenqo Monument

Ethiopia - Oromia - Chelenqo Monument

Bild 1.559 + 1.560: Chelenqo Monument

Ethiopia - Oromia - Chelenqo - Haboshe

Bild 1.561: Zirka 5 Minuten später bei Haboshe / Chelenqo

Paper-Police - Oromia - Ethiopia

Bild 1.562: Pappkamerad der Polizei

Im ganzen Lande kann man diese Hilfspolizisten aus Pappe oder Holz an den Straßenrändern sehen. Das sollte man vielleicht auch einmal mit erwähnen. Ob die tatsächlich das Fahrverhalten beeinflussen, wissen wir nicht. Aus der Ferne ist man sich zumindest nicht immer sicher, wenn man diese Farben sieht, ob da was "im Busche" ist. Vielleicht nimmt ja doch der eine oder andere Fahrer etwas den Fuß vom Gas.

Near Chelenqo - Oromia - Ethiopia

Near Chelenqo - Oromia - Ethiopia

Bild 1.563 + 1.564: Dorfmarkt in der Nähe von Chelenqo

Near Chelenqo - Oromia - Ethiopia

Bild 1.565: Dorf mit kleiner Moschee zirka 25 Minuten später

Und weiter geht die Fahrt in Richtung Asebe Teferi mit wunderschönen grünen Landschaften und zahlreichen Terrassenfeldern.

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Bild 1.566 - 1.569: Abwechslungsreiche und grüne Landschaften auf der Strecke vor Asebe Teferi mit umfangreicher Feldwirtschaft

Zirka 40 Minuten später ist Asebe Teferi noch nicht erreicht, und die Landschaften bieten ununterbrochen immer wieder neue und schöne Eindrücke.

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Near Asebe Teferi - Oromia - Ethiopia

Bild 1.570 - 1.575: Landschaften auf dem Weg nach Asebe Teferi

Bei diesen Landschaften und Ausblicken verspürt man direkt Lust, auf die Mittagspause in der Kebsh International Lodge von Asebe Teferi (siehe Bild 1.136 - 1.138 in Teil 10) zu verzichten und lieber ein Picknick im Grünen zu unternehmen. Wenn man darauf vorbereitet wäre, wäre dies zumindest eine sehr gute Option. Henok und Tagan ist es aber immer lieber, wenn wir in einem geordneten Umfeld die Pause abhalten können. Darüber hinaus machen sich die beiden in der Pause auf, um eine Werkstatt für unser Transportmittel zu finden, welche sich endlich einmal um unsere Batterie kümmern kann.

An dieser Stelle präsentieren wir ein paar äthiopische Biersorten, die wir in den letzten Tagen ausprobiert haben und wegen der Fülle anderer Informationen einfach keinen Platz dafür hatten. Dies auch für Leute, die immer noch glauben, in Äthiopien gäbe es kein Bier oder nur importierte Sorten. Wir haben schon zahlreiche landeseigene Biere verkostet und waren stets zufrieden damit.

Amber Beer - Ethiopia Habesha Gold Beer - Ethiopia

Hakim Stout Dark Beer - Ethiopia Harar Beer - Ethiopia

Walia Lager Beer - Ethiopia Walia Beer - New Year Edition - Ethiopia

Bild 1.576 - 1.581: Nur ein paar Biersorten des Landes für jeden Geschmack
Weitere Sorten haben wir schon hier vorgestellt.

Nach der Pause geht die Fahrt weiter in Richtung Awash und es wird zunehmend trockener in der Landschaft. Was Awash selbst betrifft, haben wir ausführlich in Teil 9 darüber berichtet.

Oromia - Ethiopia

Oromia - Ethiopia

Oromia - Ethiopia

Afar - Oromia - Ethiopia Afar - Oromia - Ethiopia

Bild 1.582 - 1.586: An der Strecke zwischen Asebe Teferi und Awash

Auch wenn die Landschaft immer trockener erscheint, gibt es auch hier von Zeit zu Zeit gewaltige Wassermassen, wie man an den ausgespülten Trockentälern sehr gut erkennen kann. Dabei werden interessante Sand- und Steinformationen freigelegt. Die Beispiele in den Bildern sind allerdings noch die kleinste Ausführung. Es gibt noch deutlich stärker ausgewaschene Schluchten.

Near Awash - Oromia - Afar - Ethiopia

Near Awash - Oromia - Afar - Ethiopia

Near Awash - Oromia - Afar - Ethiopia

Bild 1.587 - 1.589: Zirka 20 Minuten vor Awash und immer noch auf der A10

Nicht mehre weit, und wir werden den Fluss Awash überqueren und kurz davor von der A10 auf die A1 wechseln. Dabei kann man eine imposante alte Eisenbahnbrücke und davor auch noch die neue Version dazu betrachten. Leider darf man da nicht anhalten und schon gar nicht beim fotografieren erwischt werden. Also gibt es an dieser Stelle nur zwei Wackelbilder während der Fahrt aus dem Auto heraus, damit wir uns daran erinnern können.

Awash - New Train Bridge - Ethiopia

Awash - Old Train Bridge - Ethiopia

Bild 1.590 + 1.591: Die Brücken der neuen und der alten Einsenbahnlinie bei Awash

In diesem und dem unmittelbar folgenden Gebiet überqueren wir viermal eine Regionalgrenze. Kurz vor Awash verlassen wir Oromia und kommen nach Afar, um kurz danach wiederum in Oromia zu landen. Nach Matahara verlassen wir Oromia erneut und bewegen uns ein paar Kilometer in Amhara, und kehren danach schon wieder nach Oromia zurück.

Near Awash - Afar - Oromia - Ethiopia

Near Awash - Afar - Oromia - Ethiopia

Near Awash - Afar - Oromia - Ethiopia

Near Awash - Afar - Oromia - Ethiopia

Near Awash - Afar - Oromia - Ethiopia

Bild 1.592 - 1.596: Siedlung der Afar kurz vor Matahara

St. Michael Church - Matahara - Oromia - Ethiopia

Bild 1.597: Die Metehara Mikael Bete Kristiyan (St. Michael Church) von Matahara (vergleiche Teil 8, Bild 993 - 997)

Wir fahren ungebremst weiter, da wir noch ein ganzes Stück von zirka 200 km vor uns haben und aktuell zahlreiche Lastkraftwagen im Schneckentempo auf unserer Strecke unterwegs sind, die uns erheblich in der Bewegungsfreiheit einschränken. Jetzt ist es vorbei mit der idyllischen Strecke. Bevor wir in Addis ankommen, wird es wohl dunkel werden.

Ethiopia

Bild 1.598: Starker Lastwagenverkehr und Unfälle auf der Strecke

Wir sind recht froh als wir schließlich irgendwann das leider ebenfalls fast verstopfte Adama erreichen. Tagan ist sichtlich genervt und will keinesfalls noch irgendwo ein Stopp einlegen. Es gibt nur noch ein Ziel, und das heißt die Autobahn nach Addis Ababa zu erreichen, und diese beginnt in Adama. Nun können wir wieder etwas aufholen und Tagan atmet tief durch. Zu sehen gibt es jetzt leider nix mehr. Aber das macht nichts. Inzwischen ist es sowieso schon duster geworden und die Landstraße hätte uns keineswegs noch zu angenehmer Zeit nach Addis Ababa gebracht.

Gegen 18:45 Uhr erreichen wir unser Caravan Hotel in Addis Ababa und müssen uns nun leider von unserem Fahrer Tagan verabschieden. Dazu gibt es natürlich noch eine schöne Zielprämie als Anerkennung für seine außerordentlich guten Fahrkünste. Tagan ist sichtlich ergriffen. Die restlichen Tage werden wir nun ohne ihn auskommen müssen.
Im Caravan waren wir schon am ersten Tag der Reise eingekehrt. Heute kommt uns das Hotel aber noch deutlich luxuriöser als zu Beginn der Reise vor.

Caravan Hotel - Addis Ababa - Ethiopia

Caravan Hotel - Addis Ababa - Ethiopia

Bild 1.599 + 1.600: Im Caravan Hotel von Addis Ababa

Bei allen Annehmlichkeiten dieses Zimmers, sehnen wir uns aber schon jetzt nach dem ursprünglichen Äthiopien, den beeindruckenden Landschaften, der Tier- und Pflanzenwelt und der vielschichtigen Landbevölkerung zurück. Das Bild über dem Bett passt da recht gut.
Und damit wir nicht zu sehr verwöhnt werden, schreckt uns gleich noch ein plötzlicher Knall aus unseren Gedanken. Die Lampe stürzt von der Zimmerdecke zu Boden und verteilt die feinsten Glassplitter im ganzen Raum, die sogar bis im Bett landen. Also doch noch nichts mit Entspannung. ;-) Zum Abschluss des Tages müssen wir also jetzt auch noch dem Hotelelektriker und der Putzkolonne hinterher forschen, ... und warten bis alles erledigt ist. Das kann dauern.  :-(

Bild 1.601: Wir sind nicht schuld!
Ethiopia - Harar

Aber wir haben ja noch das Abendessen im Hotel zur Überbrückung in Reserve. Da lassen wir uns einfach etwas mehr Zeit und hoffen auf ein Wunder. Die Hoffnung trügt zum Glück nicht. Danach ist alles erledigt. Lob an das Hotelpersonal!

Wir sehen uns morgen wieder, wenn wir das farbenfrohe Meskel-Fest besuchen werden und trotz verschärfter Sicherheitskontrollen ganz "versehentlich" vor der Tribüne der höchsten staatlichen und kirchlichen Würdenträger des In- und Auslandes landen, die das Festival zu bieten hat. 

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

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Äthiopische Flagge 2013