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ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 11
25.09.2015 – Harar
(14.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Heute werden wir den ganzen Tag lang Harar zu Fuß erkunden. Die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Altstadt von Harar, Harar Jugol genannt, erstreckt sich auf einem Gebiet von zirka 48 Hektar und wird von einer 3.342 m langen Mauer umfasst, die fast noch vollständig erhalten ist. Es gibt aber auch ein paar sehr wichtige Dinge, die außerhalb der alten Mauern liegen. Da werden bis zum Abend so einige Kilometer zusammenkommen.
Für 7:30 Uhr ist Frühstück auf dem Diwan in unserem traditionellen Haus bestellt und eine Stunde später ist unsere Abholung nebst Abmarsch geplant. Unser schönes und interessantes Umfeld lockt uns natürlich viel früher aus den Federn. Schließlich möchten wir auch in aller Ruhe und bei Tageslicht unser Museum erkunden. Nach der gestrigen Einführung unseres lokalen Guides Hailu, war dafür keine Zeit mehr.

Ethiopia - Harar- Traditional House

Ethiopia - Harar - Traditional House

Ethiopia - Harar - Traditional House

Ethiopia - Harar - Traditional House

Ethiopia - Harar - Traditional House Ethiopia - Harar - Traditional House

Ethiopia - Harar - Traditional House

Bild 1.231 - 1.237: Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Die Anzahl der Objekte, die es hier zu bestaunen gibt, ist nahezu unglaublich. Wer sich in der Tradition der historischen Häuser von Harar nicht auskennt, könnte auf dem ersten Blick vermuten, wir präsentieren hier einen Souvenir- oder Haushaltswarenladen. Das ist natürlich nicht der Fall, sondern tatsächlich der übliche Stil in Harar Jugol. Da sind Schränke wie wir sie kennen eher selten der Fall. Dei meisten Haushaltsgegenstände, Hochzeitsausstattungen und andere Dinge aus den zurückliegenden Generationen, werden hier fein säuberlich an den Wänden präsentiert. Dazwischen überall kleine Nischen für besonderes Geschirr und Gegenstände, die sich schlecht an der Wand aufhängen lassen. Mehrere Diwane sorgen für Gemütlichkeit und versprechen ausreichend Platz für zahlreiche Gäste oder Familienmitglieder. Dennoch dürfen ein Fernseher im Raum und die Schüssel der anderen Art auf dem Dach nicht fehlen. Bei aller Traditionspflege kann natürlich die moderne Zeit nicht ganz negiert werden.

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Bild 1.238 - 1.242: Rawda Waber Harari Cultural Guest House
Bild 1.240 - 1.242: Die Speerhalterung

Der Position des Speeres ist besonderes Augenmerk zu schenken. Steht er mit der Spitze nach oben in seiner Halterung ist Friedenszeit. In Kriegszeiten steht er andersherum. Das liegt zum Glück schon sehr lange zurück.

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Bild 1.243: Alte Speichergefäße für Geld, Medizin, Schmuck und Kaffeebohnen

Mit etwas Glück kann der Interessierte solche Gefäße in bestimmten Geschäften noch erwerben. Am Flughafen ist dann aber sicher Endstation damit. ;-)

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Bild 1.244: Rawda Waber Harari Cultural Guest House - Teppiche über der Tür

Über dem Hauseingang werden in Stoffen eingehüllte Teppiche gelagert, dies zumindest so lange, wie die Familie noch Töchter zu verheiraten hat. Die Anzahl der Teppiche gibt die Anzahl der Töchter an. Liegt kein Teppich mehr über der Tür, gibt´s für die Männerwelt nix mehr zu holen. ;-)
Wir könnten an dieser Stelle noch zahllose interessante Details des Hauses näher beleuchten und kämen vermutlich erst viel zu spät zu unserem Tagesplan. Also wenn ihr einmal nach Harar kommen solltet, mietet euch unbedingt in einem traditionellen Guest House ein und macht um die modernen Hotels einen Bogen. Wenn nicht, schaut euch auch noch einmal das Video von gestern an.

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Bild 1.245 - 1.249: Rawda Waber Harari Cultural Guest House - Hof

Mangels Boden und Platz greift man in den Innenhöfen oft auf Topfgärten zurück. In den Nebengebäuden befinden sich verschiedene Lagerräume und die Küche des Hauses. Und nicht zu vergessen ist, dass wir uns in einem muslimischen Haushalt befinden, wie vielerorts an den Wänden, an Darstellungen mit der Kaaba und der großen Moschee von Mekka, nicht zu übersehen ist.
Aber nun wird es Zeit für unser Frühstück, was für fast in der bunten Fülle der Inneneinrichtung übersehen hätten.

Ethiopia - Harar - Rawda Waber Harari Cultural Guest House

Bild 1.250: Frühstück - Es gibt Kaffee, Tee und Eierplinse mit Honig und Zucker.

Dann ist es schließlich 8:30 Uhr und wir werden von Hailu und Henok zu unserer Tageswanderung abgeholt. Zunächst wollen wir zu dem Reiterstandbild von Ras Makonnen und gehen anfangs denselben Weg wie gestern Abend durch das Shoa Tor (Asmae Diin Bari). Außerhalb der Stadtmauern fangen wir ein paar Impressionen auf dem christlichen und dem muslimischen Markt ein, bevor wir uns nach Westen wenden, die Kurabe Limay Street überqueren und uns in Richtung Recycling- und Schmugglermarkt begeben. Die beiden Märkte befinden sich in der Nähe der Aw Qurabie Limay Moschee.

Ethiopia - Harar - Shoa Tor

Bild 1.251: Shoa Tor (Asmae Diin Bari)

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Bild 1.252 - 1.258: Marktbereich am Shoa Tor und an der Kurabe Limay Street
Bild 1.253: Überall ist Weihrauch in den unterschiedlichsten Qualitäten zu finden

Anders als gestern Abend sind jetzt die meisten Stände geöffnet und geben interessante Einblicke und Düfte der verschiedensten Art frei. Immer wieder schön anzusehen sind die verschiedenen Gewürze, Getreide, Mehl, Nüsse, Weihrauch und anderes in unzähligen großen Säcken. Alle immer schön bis oben hin gefüllt oder die Säcke bis zum Füllstand entsprechend aufgerollt.

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Ethiopia - Harar - Market

Bild 1.259 - 1.267: Warten auf Kundschaft

Besonders angenehm ist, dass wir tatsächlich weit und breit die einzigen Bleichgesichter sind und keine anderen Touris entdecken können. So könnte es bleiben. ;-) Das ist der Vorteil oder Nachteil von Harar, je nach dem, von welcher Seite man die Sache sieht.

Ethiopia - Harar - Recycling Market
 
Bild 1.268: Der Recycling Markt kommt in Sicht - Hinter der Häuserzeile befindet sich die Sheikh Abubeker Street (nach Sultan Abu Bakr oder auch Emir Abu Bakar)

Wir überqueren nun die Kurabe Limay Street und streifen bald darauf einen kleinen Teil des Recycling Marktes. Wie es der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier alles um die Wiederverwendung von alten Bauteilen und schon einmal verwendeten Rohstoffen. Das ist natürlich auch hoch interessant und wird bei dem einen oder anderen europäischen Besucher ein schlechtes Gewissen aufkommen lassen. Da wird bei uns immer viel über Umweltschutz geplappert und dem "kleinen Mann" deswegen das Geld aus der Tasche gezogen, aber unsere Wegwerfgesellschaft umzubauen, z.B. auch durch Entwicklung von besonders nachhaltigen und reparaturfreundlichen Produkten, da trauen sich die Politiker nicht heran.

Ethiopia - Harar - Recycling Market Ethiopia - Harar - Recycling Market

Ethiopia - Harar - Recycling Market

Ethiopia - Harar - Recycling Market Ethiopia - Harar - Recycling Market

Ethiopia - Harar - Recycling Market

Ethiopia - Harar - Recycling Market

Ethiopia - Harar - Recycling Market

Bild 1.269 - 1.276: Auf dem Recycling Markt von Harar
Bild 1.269: Herstellung von Meißeln aus Baustahlresten
Bild 1.276: Verwertung von Alttextilien

Irgendwo im Anschluss geht es in den Schmugglermarkt. Dieser Bereich ist überdacht und von dunklen Gängen durchzogen. Dort gibt es vor allen Dingen verschiedene Sachen aus dem Ausland, die man wohl auf inoffiziellen Wegen über die Grenze gebracht hat. Mit dabei Textilien, Schuhe, Uhren usw.. Heute sind aber viele Shops verschlossen, was uns nicht zu weiteren Erkundungen einlädt. Was wir sehen, ist auch nicht besonders für uns von Interesse.

Ethiopia - Harar - Schmugglermarkt Ethiopia - Harar - Smuggler´s Market

Bild 1.277 + 1.278: Im Schmugglermarkt - Die meisten Schmuggler schlafen noch. ;-)

Von hier sind es dann nur noch wenige Meter bis zur Charleville Avenue, deren Fahrspuren durch einige Grünanlagen voneinander getrennt sind. Diese Straße ist die direkte Verbindung zwischen Duke Gate und dem Reiterstandbild von Ras Makonnen. Dann müssen wir noch zirka 200 Meter nach Westen und es eröffnet sich ein größerer Platz mit dem unübersehbaren Denkmal. Die Statue wurde von dem bekannten und leider schon in 2012 verstorbenen amharischen Künstler Afewerk Tekle entworfen und in Bronze gegossen.


Bild 1.279: Was für Früchte mögen das sein?

Ethiopia - Harar

Ethiopia - Harar Ethiopia - Harar

Bild 1.280 + 1.281: Dieser Mann mit seiner roten Bougainvillea auf dem Kopf, wird noch öfter unsere Wege kreuzen.

Aber schauen wir uns jetzt das Kunstwerk von Afewerk Tekle näher an. Das Denkmal ist mit zahlreichen und sehr deutlich herausgearbeiteten Details versehen, die man erst bei näherer Betrachtung erkenn kann. Dazu gehört natürlich auch der Lion of Judah mit Standarte in vierfacher Ausfertigung am Sattel des Pferdes. Umrundet man das Denkmal, hat man das Gefühl, der Reiter würde seine Position verändern. Man wägt die Lanze in immer anderer Richtung. Leider hat die Schrift am Sockel des Standbildes, die aus einzeln angebrachten Buchstaben aus Bronze besteht, schon ein wenig gelitten. Irgendwelche Souvenirjäger oder Denkmalschänder konnten sich wohl nicht zurückhalten, zahlreiche Buchstaben mitgehen zu lassen. Anhand der Befestigungslöcher ist erkennbar, dass die Schrift dereinst bis in die vorletzte Sockelreihe nach unten reichte.

Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Monument

Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Monument Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Monument

Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Monument Ethiopia - Harar - Child @ Ras Makonnen Monument

Ethiopia - Harar - Children @ Ras Makonnen Monument

Bild 1.282 - 1.287: Am Reiterstandbild von Ras Makonnen
Bild 1.286 + 1.287: Die Rotfärbung an den Händen wird absichtlich und mit Henna verursacht

Gehen wir auf der zur Allee ausgebauten Charleville Avenue wieder zurück in Richtung Duke Gate (auch Harar Gate) und die Altstadt Jugol. Bevor wir dort ankommen, gibt es aber auch noch außerhalb des historischen Stadtkerns einige bedeutende Gebäude.

Ethiopia - Harar - Courthouse

Bild 1.288: Harari People Regional State Supreme Court
Oberstes Gericht des Regionalstaates Harar


Unmittelbar an dem Platz ist linker Hand das oberste Gericht der Lokalregierung von Harar positioniert. Gleich dahinter befindet sich die Haile Selassie Trinity Church, die wir als nächstes in Augenschein nehmen werden.

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trnity Church

Bild 1.289: Auszug Google-Map mit Ras Makonnen Standbild, Gericht und Haile Selassie Church. Bild oder Link für weitere Erkundungen anklicken.

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church

Ethiopia - Harar - Haile Selassie Trinity Church Ethiopia - Harar

Bild 1.290 - 1.297: Haile Selassie Trinity Church in Harar
Bild 1.294 + 1.295: Wie bei vielen bedeutenden Kirchen aus der Kaiserzeit, kann man Gedenktafeln an der Fassade finden, die ein paar Eckdaten zur Geschichte des Bauwerks verkünden.
Bild 1.296: Torbogen zum Eingang an der Jeberti Street
Bild 1.297: Torbogen an der Charleville Avenue
Bild 1.298: Und immer wieder die gleichen Früchte überall in der Stadt

Der erste Grundstein für diese Kirche, die dereinst Mekane Selassie hieß, wurde 1911 gelegt. 1912 wurde sie bereits fertiggestellt und der erste Gottesdienst gehalten. Als die italienischen Faschisten 1936 Harar besetzten, wurde die Kirche zerstört. 1948 wurde schließlich der zweite Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Die Fertigstellung war im Jahr 1950.



Video: Haile Selassie Trinity Church in Harar

Manche Objekte wollen allerdings nicht fotografiert werden. Als sich die zweispurige Allee wieder zu einer Straße vereint, stehen auf beiden Seiten der Avenue zwei weitere nahezu baugleiche historische Gebäude. Lautstarker Protest ertönt aus einem Fenster von der linken Straßenseite, als ich die Kamera ansetze. Man kann es auch übertreiben.

Ethiopia - Harar

Ethiopia - Harar Ethiopia - Harar

Ethiopia - Harar

Bild 1.299 - 1.302: Ein "protestierendes Bauwerk". ;-) Leider findet man keine Informationen, um was es sich bei dem Gebäude handelt, ... zumindest nichts was wir lesen können. In der Kaiserzeit soll es eine Palastanlage von Haile Selassie gewesen sein. Gegenüber befindet sich ein nahezu baugleiches Gebäude, welches von der Regionalregierung genutzt wird. Fotografieren ebenfalls verboten. Weitere Hinweise sind jederzeit willkommen! Wir freuen uns über jede Ergänzung.

Kurz vor dem Duke oder Harar Gate, gleich im Anschluss der zuvor angeführten Objekte, steht rechter Hand ein weiteres auffälliges mit Zinnen bekröntes Gebäude. Wenn unsere Recherche stimmt, könnte es zur Stadtverwaltung von Harar gehören. Nach der Nutzung im Außengelände sieht es eher wie ein Verkehrsbetrieb aus, was aber gar nicht zum Aussehen des Objektes passt.

Ethiopia - Harar

Ethiopia - Harar

Bild 1.303 + 1.304: Gebäude in der Nähe des Duke Gates. Die besondere Form der Zinnen bei vielen historischen Bauwerken in Harar, soll von der Form eines östlich von Harar liegenden Bergzuges mit dem Namen Kundudo inspiriert worden sein. Man kann die maßgebliche Stelle gut erkennen. Heute ist das Wetter leider nicht gut genug, um ein geeignetes Foto von dem Berg schießen zu können.

Danach geht es weiter durch das Duke Gate, das wir gestern Abend schon gesehen und erläutert haben, und dann die 1st Street entlang in Richtung Feres Megala. Nun sind wir im historischen Stadtkern, in dem es nur so von interessanten Häusern und Plätzen wimmelt. Ein Besichtigungstag ist dafür völlig unausreichend. Von daher können wir uns nur auf einige wenige Örtlichkeiten beschränken.

Ethiopia - Harar - Duke Gate

Bild 1.305: Duke Gate oder Harar Gate. Weitere Erläuterungen und Detailaufnahmen im Bericht zum Vortag.

Man kann sich gar nicht alles merken und müsste eigentlich ständig jede Information mitschreiben, aber da würden wir ja gar nicht vorankommen. Von daher bitten wir um Nachsicht, wenn nicht alle hier ins Bild gerückten Örtlichkeiten ausführlich beschrieben werden.

Ethiopia - Harar - 1St Street

Ethiopia - Harar - 1St Street Ethiopia - Harar - 1St Street

Ethiopia - Harar - 1St Street

Ethiopia - Harar - 1St Street

Bild 1.306 - 1.310: Gebäude an der 1st Street zwischen Duke Gate und Feres Megala

Am Feres Megala, dem ehemaligen Pferdemarkt auf dem allerdings früher nicht nur Pferde verkauft worden sind, befindet sich neben der christlichen Kirche Medhane Alem, auch der ehemalige Palast von Menelik II. In der bisherigen Reiseliteratur ist dazu allerdings nichts zu finden oder der Palast wird an anderer Stelle vermerkt. Auch vor Ort sehen wir nichts, was daran erinnert. Hoffen wir einmal, dass wir das richtige Objekt gefunden haben. Wie wir erfahren, war das Eingangstor dereinst mit zwei Löwen bekrönt, die über die Zeit verloren gegangen sind. Während dem Krieg mit den Italienern soll es zu starken Beschädigungen gekommen sein. Ob die Löwen schon zu dieser Zeit oder später entfernt worden sind, können wir nicht in Erfahrung bringen. Heute ist das Objekt als Amir Abdullahi City Hall zu finden.

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Medhane Alem

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Medhane Alem

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Medhane Alem

Bild 1.311 - 1.313: Die Medhane Alem Kirche am Feres Megala und das Monument auf dem zentralen Platz der Altstadt. Was das Monument darstellt, ist uns leider nicht bekannt, aber über jedem der vier Bögen ist ein Schild mit amharischer Schrift erkennbar.

Das Stadtbild von Harar ist neben den schon allerorts bekannten Bajaj von alten französischen Peugeots geprägt, die überwiegend als Taxis im Einsatz sind, was an der blauen Farbe erkennbar ist.

Ethiopia - Harar - Feres Megala

Bild 1.314: Den kennen wir doch schon. :-)

Ethiopia - Harar - Feres Megala

Ethiopia - Harar - Feres Megala

Bild 1.315 + 1.316: Feres Megala - Werbung für die Hyänen-Show. Wer die eigentlich frei lebenden Hyänen von Harar einmal kennengelernt hat, bekommt eine völlig neue Einstellung zu diesen Tieren.

Ethiopia - Harar - Feres Megala

Bild 1.317: Unser Restaurant von gestern Abend am Feres Megala mit entspannter Sicht auf das Treiben des Platzes. Ein guter Platz für einen Pause, wer sie nötig und genügend Zeit hat. Links daneben das Nagayo Caffe wo wir gestern Abend bei der Herstellung von Fetira zugesehen haben.

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Palace Menelik II

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Palace Menelik II

Ethiopia - Harar - Feres Megala - Palace Menelik II

Bild 1.318 - 1.320: Der ehemalige Palast von Menelik II, heute Amir Abdullahi City Hall, an der Westseite des Platzes. Leider ist die Zeit für unser Tagesprogramm etwas knapp, so dass wir nur ein paar Eindrücke von außen festhalten können.

Ziel unseres weiteren Stadtrundganges soll das Sherif Harar City Museum und das Arthur Rimbaud Museum sein. Beide Museen befinden sich in historisch wertvollen und geschichtsträchtigen Gebäuden von Harar Jugol und sind nur ein paar Meter südlich der Medhane Alem zu finden. Man kann das gut miteinander verbinden, da sie maximal 80 m Luftlinie auseinander liegen. Der Weg durch die Gassen ist natürlich ein ganzes Stückchen länger, aber jeder Weg in Harar hat interessante Einblicke zu bieten.

Ethiopia - Harar Jugol Ethiopia - Harar Jugol

Ethiopia - Harar Jugol Ethiopia - Harar Jugol

Ethiopia - Harar Jugol Ethiopia - Harar Jugol

Ethiopia - Harar Jugol

Ethiopia - Harar Jugol

Ethiopia - Harar Jugol

Bild 1.321 - 1.329: Eindrücke auf dem Weg vom Feres Megala zum Sherif Harar City Museum

Kurz danach haben wir auch schon das Sherif Harar City Museum erreicht. Es war dereinst ein indisches Handelshaus und ehemaliges Wohnhaus der Familie von Ras Makonnen. Tafari Makonnen und späterer Kaiser Haile Selassie I., hat hier einen großen Teil seiner Kindheit verbracht. Von daher ist es eigentlich Pflicht, diesem heute als Museum eingerichteten Objekt einen Besuch abzustatten. Das Haus wird auch Honeymoon Palace genannt.

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Bild 1.330 - 1.334: Das Sherif Harar City Museum
Bild 1.330 + 1.331: Der Eigentümer sitzt links auf der Veranda, ganz in weißen Sachen

Das Objekt war über viele Jahre dem Verfall preisgegeben, bis es von Abdullahi Ali Sherif gekauft und nach und nach saniert worden ist. Über viele Jahre hat er zahlreiche Exponate aus der Geschichte Äthiopiens zusammengetragen und präsentiert sie hier für ein kleines Eintrittsgeld von 30 Birr der Öffentlichkeit. Zum Tageskurs 2015 waren das 1,28 EUR.

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Abdullahi Ali Sherif Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Honeymoon Palace

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - View

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - View

Bild 1.335 - 1.340: Sherif Harar City Museum
Bild 1.335: Retter und Eigentümer des wertvollen Hauses - Abdullahi Ali Sherif
Bild 1.339: Am oberen linken Bildrand sieht man bereits das Arthur Rimbaud Museum

Neben dem Studium der vielen Ausstellungsstücke sollte man natürlich auch einen Ausblick von der Außengalerie des Hauses in der zweiten Etage wagen. Teilweise ist es zwar recht eng und Kinder sollten nicht allein nach draußen gelassen werden, aber ein Blick über die Dächer von Harar Jugol ist sehr interessant.

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum - Cups of Menelik II

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Bild 1.341 + 1.342: Gebrauchsgegenstände wie Kaffeebecher, Honigweingläser, Vasen und anderes, mit Abbildungen von Menelik II. und dem Lion of Judah, in Metall, Glas und Keramik

Inzwischen reicht das Hauptgebäude für die Sammlungen von Abdullahi Ali Sherif nicht mehr aus, und er hat den Hof und ein Nebengebäude für die Ausstellung mit einbezogen. Im Hof liegen ein paar verrostete Kriegsgeräte aus dem Krieg mit den Italienern und im Nebengebäude kann man unter anderem eine Bilderausstellung finden, zu der auch zahlreiche historische Fotos und gemalte Bilder von Persönlichkeiten der äthiopischen Geschichte gehören.

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Bild 1.343 - 1.347: Bilderausstellung im Nebengebäude des Honeymoon Palastes

Mehr Bilder und Informationen gibt´s in einem geführten Rundgang per Video, den der Eigentümer extra für reggaestory.de arrangiert hat.



Video: Rundgang durch das Sherif Harar City Museum von Harar

Eigentlich wollten wir nach dem Rundgang ein schönes Foto von dem Eigentümer machen, aber da hatte er sich schon zur Mittagsruhe begeben.

Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum Ethiopia - Harar - Sherif Harar City Museum

Bild 1.348 + 1.349: Visitenkarte und Eintrittskarte

Gehen wir nun ein paar Schritte weiter durch die Gassen von Harar Jugol und besuchen das Arthur Rimbaud Museum. Auch dieses Haus war früher ein indisches Handelshaus. Es wurde zu Ehren des französischen Dichters Arthur Rimbaud eingerichtet und in den 1990er Jahren umfassend saniert.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.350 -1.353: Arthur Rimbaud Museum
Bild 1350: Torhaus mit Überweg an der davor liegenden Gasse

Arthur Rimbaud war der erste Westeuropäer, der mit Unterbrechungen viele Jahre lang in Harar, auch noch vor der Eroberung der Stadt durch Menelik II., gelebt hatte. Allerdings beschränkten sich seine Tätigkeiten nicht nur auf die Dichtkunst, sondern auch auf gewinnbringenden Handel mit Kaffee, Leder, Elfenbein, Gummi und illegalen Waffen, nur um einiges zu nennen. Er pflegte auch enge Kontakte zum Kaiserhaus und Ras Makonnen. Während seiner Zeit in Harar hat er sämtliche Sprachen der Region erlernt, was als außergewöhnliche Leistung anzusehen ist. Im April 1891 muss er wegen einer Erkrankung nach Marseille zurückkehren, wo ihm das Bein amputiert werden muss. Er erholt sich nicht mehr davon und verstirbt am 10.11.1891.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.354 - 1.356: Arthur Rimbaud Museum

Über zwei Etagen kann man die einstige Innendekoration dieser alten indischen Handelshäuser mit vielen Schnitzereinen und Malereien nachvollziehen. In der oberen Etage sind auf der Sonnenseite die Fenster mit vielen unterschiedlichen und bunten kleinteiligen Gläsern ausgestattet. Von der Galerie des Obergeschosses kann man wiederum schöne Ausblicke über Harar´s Süden genießen.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Ras Makonnen Palast

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Ras Makonnen Palast

Bild 1.357 + 1.358: Der Ras Makonnen Palast vom Rimbaud Museum aus gesehen

Man sollte aber auch einen Blick aus einem Fenster der Gebäuderückseite werfen, denn von dort ist über einen Sportplatz hinweg, der einstige Palast von Ras Makonnen sichtbar, den wir später auch noch besuchen werden.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Fleischmarkt

Bild 1.359: Blick zum Fleischmarkt oder Gidir Megala (auch Magala) vom Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.360 + 1.361: Interessante Dachlandschaften wohin man schaut

Besonders interessant sind die vielen historischen Aufnahmen, die überall im Museum zu betrachten sind. Wir haben in ganz Äthiopien versucht einen Bildband aufzutreiben, in dem derartige Fotos als Sammlung zu finden sind. Leider ist uns das nicht gelungen.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Tafari Makonnen

Bild 1.362 - 1.365: Fotoausstellung im Rimbaud Museum
Bild 1.365: Ein beeindruckendes Foto von Tafari Makonnen, dem späteren Haile Selassie I., im Alter von 18 Jahren - Fotograf unbekannt

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Ras Makonnen Palace

Bild 1.366: Palast von Ras Makonnen um 1898 - Foto: Dodon de Keroman

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.367: Altes Eingangstor in der Außenmauer zum Palastbereich von Ras Makonnen um 1898 - Foto: Dodon de Keroman

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Ras Makonnen Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Ras Makonnen

Bild 1.368 + 1.369: Ras Makonnen (Vater von Tafari Makonnen >> Haile Selassie)

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Medhane Alem

Bild 1.370: Bau der Medhane Alem Church am Feres Megala um 1888
Foto: Bidault de Glatigné


Im Erdgeschoss befindet sich auch noch eine Büchersammlung über Harar, Arthur Rimbaud und andere Themen, die frei zugänglich ist. Darunter auch eine Reihe von Wörterbüchern, die schon Tafari Makonnen zur Erlernung von Fremdsprachen genutzt haben soll.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.371 + 1.372: Bibliothek im Erdgeschoss des Rimbaud Museums
Bild 1.372: Französische Wörterbuchreihe, die schon Tafari Makonnen benutzt haben soll

Aber nun genug aus dem Arthur Rimbaud Museum, denn wir haben noch ein paar Meter und zahlreiche andere Objekte auf unserem Tagesplan.

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum

Bild 1.373: Detail vom Erdgeschoss

Ethiopia - Harar - Arthur Rimbaud Museum - Torhaus

Bild 1.374: Das Torhaus vom Rimbaud Museum vom Innenhof aus gesehen (vergleiche Bild 1.350)



Video: Arthur Rimbaud Museum

Also verlassen wir den Hof des Rimbaud Museums wieder durch das markante Torhaus und bewegen uns durch die Gassen weiter nach Süden zum Fleischmarkt oder Gidir Megala.

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Rastafari Ethiopia - Harar - Jugol - Rastafari

Ethiopia - Harar - Jugol Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol - Fleischmarkt - Gidir Megala

Ethiopia - Harar - Jugol - Am Fleischmarkt Ethiopia - Harar - Jugol - Am Fleischmarkt

Ethiopia - Harar - Jugol - Am Fleischmarkt - Gidir Megala

Bild 1.375 - 1.385: Vom Rimbaud Museum zum Fleischmarkt oder Gidir Megala

Leider ist heute wegen dem vorgestern stattfindenden Eid al-Adha Holiday (auch Arefa Holiday >> Erläuterung siehe im Reisebericht von gestern) der Bedarf an Fleisch für einige Zeit gedeckt. Es sind nicht einmal eine Handvoll Fleischverkäufer auf dem Gelände tätig. So gibt es heute auch keine Schwarzen Milane zu sehen, die ansonsten auf den Dächern der beiden u-förmigen Gebäudekomplexe sitzen und auf Fleischreste lauern. Nicht ein einziger Vogel lässt sich heute blicken.

Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala

Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala

Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala

Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala

Bild 1.386 - 1.390: Auf dem heute nahezu "ausgestorbenen" Gidir Megala / Fleischmarkt

Setzen wir unsere Erkundungstour durch Harar Jugol fort und wenden uns wieder nach Norden in Richtung der großen Jami Moschee. Gleich daneben befindet sich das Misrak Arbegnoch Hospital, heute Jugol Hospital oder Jugal Hospital.

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol - Moschee nahe Gidir Megala

Bild 1.391 - 1.393: Nebenweg und kleine Moschee oberhalb der Sayakach Street.
Von der Sayakach Street führen ein paar Stufen hinauf (siehe Bild 1.391).

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol - Jugol Hospital + Jami Mosque

Bild 1.391 - 1.399: Vom Gidir Megala zur Jami Moschee
Bild 1.399: Jugol Hospital und Jami Moschee an der Amir Uga Street

Schauen wir uns zunächst einmal kurz das alte Misrak Arbegnoch Hospital an. Heute heißt es Jugol oder Jugal Hospital. Zur Geschichte des historischen Objektes gibt es leider in der Literatur kaum Informationen. In seinem Innenhof ist aber eine Statue von Ras Makonnen aufgestellt, was vermutlich ein "Wink mit dem Zaunpfahl" sein könnte. Wie wir dann hören, soll er auch der Gründer des Hospitals sein, die schon im Jahr 1902 erfolgte. Eine kleine Erinnerungstafel an der Wand des Labors erinnert daran. Leider nur auf Amharisch. Es ist vermutlich das letzte Mal, dass wir dieses Standbild sehen werden.

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital - Ras Makonnen Statue Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital - Ras Makonnen Statue

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital

Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital Ethiopia - Harar - Jugol - Misrak Arbegnoch Hospital - Ras Makonnen Statue

Bild 1.400 - 1.407: Das Misrak Arbegnoch Hospital von Harar Jugol mit einer Büste zur Erinnerung an seinen Gründer Ras Makonnen. (Auf das Denkmal wurde am 12. Februar 2019 ein Anschlag verübt. Es heißt, dass es von einem Fahrzeug absichtlich umgefahren und zerstört wurde. In Äthiopien vermutet man allgemein radikale ethnisch-nationalistische Gruppen hinter diesem Akt. >> Hier ein Artikel dazu.)

Gleich nebenan in der Jami Moschee wird gerade vom Muezzin zum Gebet gerufen. Für Nichtmuslime ist es in Äthiopien leider verboten eine Moschee zu betreten. Wir hätten ja gerne einen Blick ins Innere riskiert, müssen uns aber mit der Außenansicht und dem Gesang des Muezzins begnügen.

Ethiopia - Harar - Jugol - Grand Jami Mosque

Bild 1.408: Auszug Google Map - In der Bildmitte befindet sich rechts die Jami Moschee und links daneben mit den roten Dächern das Misrak Arbegnoch Hospital. Luftbild oder Link für weitere Erkundungen anklicken.

Ethiopia - Harar - Jugol - Grand Jami Mosque

Ethiopia - Harar - Jugol - Grand Jami Mosque

Ethiopia - Harar - Jugol - Grand Jami Mosque Ethiopia - Harar - Jugol - Grand Jami Mosque

Bild 1.409 - 1.412: Jami Moschee
Bild 1.410: Blick von der Terrasse des Empress Taitu Palace >> jetzt Enay Abida Center, gegenüber des Hospitals (graues Walmdach in Bild 1.408)
Bild 1.411 + 1.412: Ein kleiner Junge gibt uns ein Alibi für ein Foto in den Hof der Moschee ;-)

Die Moschee stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 1762 kam noch ein höheres Minarett hinzu. Die aktuelle Gebäudesubstanz ist aber heute weitestgehend modernisiert. Neben dieser Grand Jami Mosque besitzt die Altstadt von Harar über 80 weitere Moscheen und Gebetsräume. Drei Moscheen sind sogar noch aus dem 10. Jahrhundert erhalten. Darüber hinaus gibt es noch zahllose Schreine und Gräber muslimischer Heiliger, die der Stadt den Namen "Stadt der Heiligen" eingebracht haben.

Ein weiteres geschichtsträchtiges Gebäude befindet sich schräg gegenüber zur Moschee oder direkt gegenüber zum Hospital, an der Ecke Uga Amir und Saykach Street. Besteigt man eine Terrasse im Obergeschoss hat man auch einen schönen Blick auf die Jami Moschee und auf der anderen Seite zum Ras Makonnen Palast.

Ethiopia - Harar - Jugol - Empress Taitu Palace

Ethiopia - Harar - Jugol - Empress Taitu Palace

Ethiopia - Harar - Jugol - Empress Taitu Palace

Ethiopia - Harar - Jugol - Empress Taitu Palace Ethiopia - Harar - Jugol - Empress Taitu Palace

Bild 1.412 - 1.417: Der sanierte Palast von Kaiserin Taitu >> Heute Handicraft Museum und Schulungszentrum für verschiedene Handwerkskünste

Einen offiziellen Hinweis, dass dieser Gebäudekomplex dereinst der Palast der Kaiserin Taytu Betul (oder Taitu), Menelik´s Frau, gewesen war, kann man leider nicht entdecken. Aber vielleicht kommt es ja noch, da der Palast laut Erinnerungstafel erst vor wenigen Monaten saniert wurde. Ein paar historische Hinweise sollten schon noch folgen. Leider sind heute auch alle Türen des Objektes verschlossen, um weitere Einblicke zu bekommen.

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Bild 1.418: Der Ras Makonnen Palast von einer Dachterrasse des heutigen Handicraft Museums aus gesehen

Unser nächste Ziel ist eine bedeutende katholische Kirche, die ein Stück nordöstlich hinter der Yami Moschee liegt (siehe Bild 1.408). Es sind nur 3 Minuten Fußweg bis dahin zurückzulegen.

Ethiopia - Harar - Jugol - Red Bird Ethiopia - Harar - Jugol - Red Bird

Bild 1.419 + 1.420: Ein Senegalamarant oder The red-billed Firefinch (lateinisch: Lagonosticta senegala), findet Wasser auf einer Baustelle. Den müssen wir natürlich auch noch unbedingt  "einfangen". ;-)

Ethiopia - Harar - Jugol Ethiopia - Harar - Jugol

Bild 1.421 + 1.422: Von der Jami Moschee zur Katholischen Kirche St. Mary.
Im Bild das nördliche Minarett der Jami Moschee.

Die St. Mary Catholic Church ist eine französische Missionskirche aus dem Jahr 1889. Es gibt nur zwei katholische Kirchen in Harar Jugol. Der hier wirkende französische katholische Missionar André Jarosseau (Marie-Élie Jarosseau) war der zweite Westeuropäer, der ein Jahr nach Arthur Rimbaud nach Harar kam.

Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church

Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church

Bild 1.423 - 1.426: Die St. Mary Catholic Church mit er Erinnerungstafel an André Jarosseau

Unter Ras Makonnen wurde er "Abba Andreas" genannt. 1896 beauftragte Ras Makonnen den Pater André mit der Erziehung seines damals vierjährigen Sohnes Tafari, dem späteren Haile Selassie I.. Dadurch lernte Tafari Makonnen fließend Französisch zu sprechen. Leider findet man auf den Informationstafeln keinen Hinweis dazu. Abba Andreas wurde 1938 von Mussolinis faschistischen Invasionstruppen aus dem Land vertrieben und verstarb am 18. Januar 1941 in Toulouse.

Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church Ethiopia - Harar - Jugol - St. Mary Catholic Church

Bild 1.427: Detail der mit reichen Schnitzereien versehenen Holztür zu Bild 1.425
Bild 1.428: Ein weiteres Gebäude auf dem Gelände der Catholic Church

Verlassen wir nun das Gelände der katholischen Missionskirche und erkunden ein paar Gassen von Harar Jugol im Bereich nördlich der Amir Uga Street. In den Gassen des alten  Harar könnte man unendlich viel Zeit verbringen. Da gibt es unzählige Eindrücke zu verarbeiten, die einen gewaltig dicken Bildband füllen könnten. Wir können leider nur ein wenig an der Oberfläche kratzen, da unsere Zeit in Harar nicht mehr zulässt.

Ethiopia - Harar - Jugol - Jami Mosque

Bild 1.429: Noch einmal ein Blick zurück zur Jami Moschee

Ethiopia - Harar - Jugol Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol - Din Agobara Mosque Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Bild 1.430 - 1.436: In den Gassen von Harar Jugol
Bild 1.432: Din Agobara Moschee - Die Moschee gehört zu den drei ältesten Gotteshäusern der Altstadt die noch erhalten sind und in das 10. Jahrhundert datiert werden.

Man kann zwar selten in die Innenhöfe der mit dicken Mauern umgebenen Wohnstätten einsehen, aber schon die vielen unterschiedlichen Mauern mit Ornamenten verziert und in den unterschiedlichsten Farben gestaltet, strahlen eine besondere Schönheit aus. Auch wenn sich die Sonne heute gewaltig anstrengt die Hitze in die Höhe zu treiben, werden wir nicht müde die Gassen zu erkunden. Gehen wir noch ein Stück, ... wenigstens bis zur nächsten Ecke, ... und noch ein Stück, .... und immer so weiter. Es ist immer wieder schön.
Aber irgendwann müssen wir dennoch weiter mit unserem Tagesplan. Vermutlich müssen wir irgendwann nach Harar zurückkehren.

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol Ethiopia - Harar - Jugol - Mosque

Ethiopia - Harar - Jugol Ethiopia - Harar - Jugol

Bild 1.437 - 1.442: In den Gassen von Harar Jugol
Bild 1.440: Eine kleine Moschee

Schließlich kommen wir wieder auf die Amir Uga Street und wenden uns nach Osten in Richtung Argo Bari. Durch dieses Tor wollen wir die Altstadt verlassen und entlang der Südmauer zwei weitere Stadttore besuchen. Danach werden wir die letzten Ruhestätten von Ras Makonnen besuchen. Bis dahin sind es aber noch so einige Meter. Also eins nach dem anderen.

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol

Ethiopia - Harar - Jugol - Argo Bari - Erer Gate

Ethiopia - Harar - Jugol - Argo Bari - Erer Gate

Bild 1.443 - 1.447: Auf der Amir Uga Street bis zum Argo Bari
Bild 1.446 + 1.447: Das Argo Bari von außen gesehen

Wer sich mit den Stadttoren von Harar befasst, wird über viele verschiedene Namen zu den einzelnen Toren stolpern. Das liegt einerseits an den verschiedenen ethnischen Gruppen die hier leben und andererseits an Übersetzungen ins Englische und anderen Sprachen, wo man versucht hat an dem Klang der Worte orientiert, die Buchstaben der eigenen Sprache einzusetzen. Das Problem gibt es aber bei allen anderen Eigennamen des Landes ebenfalls, wie wir schon berichtet haben. Deshalb erwähnen wir oft verschiedene Schreibweisen.
Das Argo Bari findet man deshalb auch unter Argoba Gate, Erer Gate, Argo Beri (Harari), Erer Ber (Amharic), Karrar Erer (Oromo), Bab Al Rahma (Arabisch). Je nach dem für was man sich entscheidet, sind aber auch die Bedeutungen unter Umständen eine andere.
Der Name Argoba (auch Argobba) geht auf eine ethnische Bevölkerungsgruppe zurück, die früher besonders durch dieses Osttor in die Stadt gekommen sind. In Oromo und Amharic bedeutet es "Der Weg nach Erer", auch wenn die Himmelsrichtung zu diesem Ort eine andere ist. Der arabische Name bedeutet "Tor des Mitgefühles". Diese Studie werden wir aber ganz sicher nicht bei jedem Objekt oder Namen durchführen. ;-)
Einen weiteren Namen haben wir dennoch nicht erwähnt. Das Stadttor wird in Harar auch als Richard-Burton-Tor bezeichnet. Dies deshalb, weil der britische Afrikaforscher Richard Francis Burton, als arabischer Kaufmann getarnt, als erster Nichtmuslim 1854 die Stadt durch diesen Eingang betrat. Eine ähnlich riskante Aktion gelang ihm ein Jahr zuvor als muslimischer Pilger verkleidet in Medina und Mekka. Das hätte ihm das Leben kosten können. Aber wenden wir uns jetzt nach Süden und gehen an der Stadtmauer entlang.

Ethiopia - Harar - Hyena Feeding Side - Tomb

Ethiopia - Harar - Hyena Feeding Side - Tomb

Ethiopia - Harar - Hyena Feeding Side - Tomb

Bild 1.448 - 1.450: Das Aw Ansar Tomb an der Hyena Feeding Site

Kurz vor der Saalat Road biegt ein kleiner Sandweg nach links ab. Dahinter steht ein großer Baum, dessen Wurzeln über die Jahre ein muslimisches Heiligtum umschlungen haben, oder dieses mit Absicht in den alten Baum hineingebaut wurde. Wir wissen es nicht. Es ist das Grab von Aw Ansar, welches sich vor Jahren auch noch in weiß zeigte. Wer Aw Ansar war, wann er gelebt und welche heiligen Taten getan hat, können wir leider nicht verkünden. Dieses Grabmal befindet sich auch unmittelbar in der Nähe einer Futterstelle für die Hyänen. Man findet es auf der Karte als "Hyena Feeding Site". Dazu hat man sogar ein kleines Amphitheater für die Touristen errichtet.
Die aktuelle Auskunft der Einheimischen verspricht für heute Abend allerdings wieder keine Hyänen-Show. Die Hyänen seien immer noch zu satt von dem vorgestrigen Eid al-Adha Holiday (auch Arefa Holiday). Wenn die Hyänen satt sind, besteht kaum eine Chance, dass sie in die Stadt kommen. Da kann man nichts machen, ... außer irgendwann wieder nach Harar zurückkommen. ;-)

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Bild 1.451 - 1.453: An der südlichen Stadtmauer von Harar Jugol entlang

Ethiopia - Harar - Jugol - Sugutat Bari

Ethiopia - Harar - Jugol - Awu Merkeba Uga

Ethiopia - Harar - Jugol - Awu Merkeba Uga

Bild 1.454 - 1.456: Am unauffälligen Sugutat Bari und der Awu Merkeba Uga Street
Bild 1.456: Im Hintergrund kann man den Turm vom Fleischmarkt (Bild 1.381) und das Rimbaud House erkennen.

Das Sugutat Bari hätten wir fast übersehen, aber an der unscheinbaren Hütte hängt eindeutig an der Holztür eine Tafel mit der Aufschrift "Sugud Aat Bari". Weiterhin als Suktat Beri, Senga Ber (Amharic), Karra Sofi (Oromo) oder Bab al Salam (Arabisch) bezeichnet. Sein Name ist mit dem vor ihm befindlichen Ackerland verbunden. Man findet es auch als Peace Gate, aus dem Arabischen abgeleitet. Der amharische Name deutet auf Rinder hin, die durch das Tor kamen, und die Oromo verbanden es mit der Richtung nach Sofi.

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Ethiopia - Harar - Jugol - Modern Wall

Bild 1.457 - 1.459: Und weiter an der Mauer entlang, ... von alt bis neu
Bild 1.459: Ein modernes Teilstück der Mauer mit Abdulwasi Adus Cafe an der Bedri Beri Road


Das Café wäre vielleicht ein guter Punkt für eine Pause, aber es geht erst einmal weiter im Plan. Da verlassen wir uns ganz auf die Vorschläge von Henok und Hailu. Nach knapp zweihundert Metern wartet erst einmal das nächste Stadttor auf uns. Auf dem Schild am alten Gemäuer ist "BaDri Bari" vermerkt, was natürlich wieder nur eine Variante von vielen ist.

Ethiopia - Harar -Jugol - Badri Bari

Bild 1.460: Auszug Google Map mit dem Badri Bari in der Bildmitte - Link oder Luftbild für weitere Erkundungnen anklicken.

Ethiopia - Harar - Jugol - Badri Bari

Ethiopia - Harar -Jugol - Bedro Beri

Ethiopia - Harar -Jugol - Buda Ber

Ethiopia - Harar -Jugol - Karra Budawa 
Bild 1.461 - 1.464: Das Badri Bari ...

... oder Badro Bari, Bedri Gate, Bedro Beri (Harari), Buda Ber (Amharic), Karra Budawa (Oromo) oder Bab al Hakin (Arabisch), nur um wieder einige zu nennen.
Das Tor hat seinen Namen nach einem Kriegstraining erhalten, welches früher jährlich durchgeführt wurde, um an den ersten Sieg des Propheten Mohammed in der Schlacht von Badr zu erinnern. Die Namen der Amharen und Oromo beziehen sich dagegen auf Schmiedetätigkeiten, die früher hier stattfanden. Der arabische Name bezieht sich auf den Berg Hakim, der sich zirka fünf Kilometer südlich des Tores befindet.
Während der italienischen Besatzungszeit hat man begonnen das Tor in seiner ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Die Arbeiten kamen aber nicht zum Abschluss.

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall - Goats

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall

Ethiopia - Harar - Jugol - Wall Ethiopia - Harar

Bild 1.465 - 1.469: Noch ein Stück die Bedri Beri Road
Bild 1.468: Ein "Wurzelhaus"
Bild 1.469: Markttreiben ein paar Meter südlich der Bedri Beri Road

Wir gehen nur noch zirka fünfzig Meter die Bedri Beri Road an der Stadtmauer entlang und biegen dann links nach Süden ab. Ziel ist eine weiter im Süden liegende Anhöhe an der Aye Kokohay Street, von der man einen schönen Blick über die Stadt hat.

Ethiopia - Harar - Mosque

Bild 1.470: Moschee an der Aye Kokohay Street auf halber Strecke zur Anhöhe

Bevor wir die Anhöhe erreichen, müssen wir aber doch erst einmal der Sonne entfliehen und in einer kleinen Kneipe am Straßenrand eine Erfrischung tanken. Mit neuer Kraft versehen, geht es weiter den Berg hinauf und an ein paar Höhlenbehausungen vorbei.

Ethiopia - Harar - Höhlen

Bild 1.471: Höhlen im Berg an der Aye Kokohay Street - Darauf befindet sich ein Gräberfeld

Dieser Weg ist zwar ein nicht gerader kurzer Umweg, wenn wir die nächsten beiden Tagesziele betrachten, aber für die Aussicht hat es sich wirklich gelohnt ein Stück weiter zu gehen. Von hier kann man alle markanten Gebäude von Harar Jugol entdecken, die wir zuvor besucht haben. Westlich der Straße dehnt sich ein unbewaldeter Hügel mit einem großen Gräberfeld aus. Wenn man bis hierher nicht laufen möchte, den Platz aber nicht beschreiben kann, soll man dem Taxi- oder Bajaj-Fahrer das Ziel "Deker Condominium" nennen.
Einige der nachfolgenden Bilder sind Großaufnahmen, die man über den ganzen Bildschirm vergrößern kann, damit man besser die vielen Details erkennen kann.

Ethiopia - Harar - Jugol aus der Ferne

Bild 1.472: Ein Teil von Harar Jugol aus südlicher Richtung gesehen

Ethiopia - Harar - Jugol

Bild 1.473: Links oben die Amir Abdullahi City Hall und rechts oben schaut das Monument vom Feres Megala heraus - Linke Fortsetzung zu Bild 1.472

Ethiopia - Harar - Jugol - Menelik II. Palace

Bild 1.474: Die Amir Abdullahi City Hall, ehemals Palast Menelik II.

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Bild 1.475: Die Medhane Alem Church

Ethiopia - Harar - Jugol

Bild 1.476: Oben links das Sherif Harar City Museum, oben mittig der Ras Makonnen Palast und rechts davor das Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace + Rimbaud Museum

Bild 1.477: Ras Makonnen Palast und Arthur Rimbaud Museum

Ethiopia - Harar - Jugol - Gidir Megala - Fleischmarkt

Bild 1.478: Bildmitte Gidir Megala - Fleischmarkt - Hinten rechts die Jami Moschee

Man könnte noch zahllose Details hervorheben und würde vermutlich kaum ein Ende finden. Trotzdem gibt kein Foto wieder, was man mit eigenen Augen sehen kann.
Aber gehen wir weiter zu unserem nächsten Besichtigungspunkt.
Ein Stück weiter nordwestlich von hier, nach dem wir von der Aye Kokohay Street nach rechts in die Sedi Ali Street abgebogen sind, liegt rechter Hand die St. Mikael (Michael) Church, die nicht unerwähnt bleiben darf. Diese Kirche ist leider auch in keiner Reiseliteratur zu finden. Von hier bis zur Kirche sind es noch einmal zirka 900 Meter. Wer sich nicht auf der Sedi Ali Street in Nordrichtung bewegen möchte, kann auch nach rechts auf einen Sandweg abbiegen und so am großen Gräberfeld des Hügels entlanggehen, oder auch noch einen Abstecher auf den Friedhof (Mikael Cemetery) wagen. Auch das ist immer wieder interessant, ... und für die Aussicht wäre man noch ein Stück höher. Das Gräberfeld zieht sich bis zur St. Mikael Church hin, kann aber von der Sedi Ali Street nicht eingesehen werden.

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot + St. Michael Church

Bild 1.479: Auszug Google Map - Am rechten Bildrand ist noch ein Stück des Gräberfeldes zu sehen. Das Gebäude mit dem inzwischen blauen Dach ist die St. Michael Church. Mittig der linken Bildhälfte ist die Tekle Haimanot Church zu sehen, die wir noch später besuchen werden. Für weitere Erkundungen bitte das Bild oder den Link anklicken.

Ethiopia - Harar - St. Mikael Church

Ethiopia - Harar - St. Mikael Church

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Bild 1.480 - 1.483: Die St. Mikael Church / St. Michael Church.

Auf dem Torbogen ist die Jahreszahl 1879 nach äthiopischer Zeitrechnung zu finden. Nach dem Gregorianischen Kalender wäre das dann das Jahr 1886 oder 1887, je nach dem welcher Monat zum Ansatz kommt. Somit wurde die Kirche, unmittelbar nach der Eroberung von Harar durch Menelik II., errichtet.
Anders als andere historische Kirchen dieser Bauweise mit dem Allerheiligsten in der Mitte, kam hier schon nicht mehr der traditionelle Rundbau, sondern ein quadratischer Grundriss zum Einsatz.
Als Ras Makonnen am 21. März 1906 an Typhus, auf einer Reise von Harar nach Addis Ababa in Kulubi verstarb, wurde er danach auf dem Außengelände dieser Kirche bestattet. Als das Grabmal später einstürzte, wurde er in die naheliegende Tekle Haimanot Church umgebettet. Der große Sarkophag ist im Innenraum der Kirche zu besichtigen. Wann genau die Umbettung erfolgte, können wir nicht in Erfahrung bringen.

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Ethiopia - Harar - St. Michael Church Ethiopia - Harar - St. Michael Church - History

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Ethiopia - Harar - St. Michael Church

Bild 1.484 - 1.489: St. Mikael Church
Bild 1.486 + 1.487: Die historischen Daten zur Kirche für die Übersetzer ;-)
Bild 1.488: Bauten an der westlichen Grundstücksmauer
Bild 1.489: Eingangsbereich (Innenansicht zu Bild 1.480)



Video: St. Mikael Church

Folgen wir nun der Umbettung von Ras Makonnen und gehen noch ein Stück weiter bergauf und zuletzt eine Treppe, bis zur Tekle Haimanot Church (auch Tekle Haymanot Bēte Kristīyan). Somit sind wir heute an unserem am weitesten entfernten Punkt unserer Wanderung angelangt.

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haimanot Church

Bild 1.490 - 1.497: Vor der Tekle Haimanot Church

Hier können wir uns natürlich nicht auf eine Außenbesichtigung beschränken und fragen die anwesenden Kirchendiener, ob sie die Kirche für uns öffnen können. Das lässt sich mit 200 Birr je Person in die Wege leiten. Für äthiopische Verhältnisse ist das recht hoch. Zum Tageskurs in 2015 wären das immerhin 8,53 EUR/Person. Das gilt natürlich nur für uns Touris und nicht für unsere äthiopischen Begleiter Hailu und Henok.

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot - Entrance Fee

Bild 1.498 + 1.499: Also gehen 2x 200 Birr an die Kirchendiener und wir kommen unbeschadet an den Löwen vorbei. ;-)

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church - Ras Makonnen Sarkophag Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church - Ras Makonnen Sarkophag

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church - Ras Makonnen Sarkophag

Bild 1.500 - 1.505: In der Tekle Haymanot Church mit dem Sarkophag von Ras Makonnen

Es empfängt uns eine dunkle Atmosphäre und der typische Geruch von Weihrauch. Die Kirche ist noch recht vernebelt von der letzten Veranstaltung. Der Sarkophag von Ras Makonnen ist nicht zu übersehen. Er steht direkt unter der Kirchenkuppel und ist aus weißem Marmor gefertigt. Darüber liegt ein grünes Tuch und darauf noch einmal ein roter Läufer, auf dem einige Kunstblumensträuße platziert sind. Direkt hinter dem Sarkophag befindet sich ein mit einem Vorhang abgetrennter, nicht für die Öffentlichkeit zugänglicher Bereich. Darin wiederum hängt ein großes Bild von Maria mit dem Jesuskind. Etwas ungewöhnlich oder selten für äthiopische Kirchen ist, dass hier über dem Allerheiligsten der am Kreuz sterbende Christus und nicht die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt ist. Links und rechts des Allerheiligsten ist der einbeinige Heilige Tekle Haimanot dargestellt.
Die Kirche besitzt noch eine nur von außen zugängliche Gruft. Der Eingang befindet sich an der Westseite.

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church - Ras Makonnen

Bild 1.506 - 1.510: In der Gruft der Tekle Haymanot Church
Bild 1.510: Ras Makonnen

Wie es sich für eine Gruft gehört, sind darin natürlich Bestattungsplätze zu finden, die sich hier als namenlose Fächer in der Wand zeigen. Zur Unterscheidung sind lediglich Ziffern angebracht. Neben einigen Bildern, darunter natürlich auch Tekle Haymanot, gibt es ein paar Artefakte aus der Kaiserzeit. Das sind eine steinerne Krone und der Lion of Judah mit Standarte. Darüber hinaus noch eine Büste von Ras Makonnen aus Bronze auf einem hohen schlanken Sockel.

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Bild 1.511: Rückseite (Süden) der Tekle Haymanot Church

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Bild 1.512: Umfassungsmauer mit Nebengelassen und Aufenthaltsbereichen

Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church Ethiopia - Harar - Tekle Haymanot Church

Bild 1.513 + 1.514: Glockenturm mit darunter liegender Grabstätte



Video: Tekle Haymanot Church

Nach dieser Besichtigung geht es wieder zurück nach Harar Jugol. Unsere Füße können wir aber jetzt schonen, denn nun wird wieder unser Fahrer Tagan reaktiviert, der uns in der Nähe der Kirche abholt und bis zum ehemaligen Palast von Ras Makonnen bringt, der sich in der Nähe des Feres Megala (Pferdemarkt) befindet. Diesen Palast haben wir heute schon mehrfach aus der Ferne gesehen und wollen ihn jetzt näher betrachten.

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Bild 1.515: Der Ras Makonnen Palast ist heutzutage von keiner Seite vollständig auf´s Bild zu bekommen.

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Bild 1.516: Eine Tafel vor dem ehemaligen Palast verkündet die 12 Grundsätze der Ethik

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Bild 1.517: Es gibt aber auch noch eine historische Steinplatte mit den geschichtlichen Daten zum Palast. Die metallenen historischen Beschläge sind leider schon gestohlen wurden. Übersetzungen sind jederzeit willkommen. ;-)

Wie wir aber auch ohne Übersetzung von den historischen Aufnahmen des Arthur Rimbaud Museums wissen, stammt der Palast mindestens aus dem Jahr 1898. Zu dieser Zeit war er so gut wie fertiggestellt oder gar schon in Nutzung.
Im Erdgeschoss des ehemaligen Palastes ist heute eine öffentliche Bibliothek untergebracht, die die beste der Stadt sein soll. Man darf auch in die oberste Etage gehen und von dort über die Stadt schauen.

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace

Bild 1.518 - 1.520: Die Bibliothek im Ras Makonnen Palast

Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makonnen Palace Ethiopia - Harar - Jugol - Ras Makannen Palace - Hailu Gashaw

Bild 1.521 + 1.522: Verabschiedung von Hailu Gashaw am Ras Makonnen Palast

Unser City Guide von Harar wird nun "entlassen". Hoffen wir, dass er uns bei einem nächsten Mal noch weitere Schätze der Stadt vorstellen kann.
Hier noch einmal die Kontakte falls jemand seine Dienste in Anspruch nehmen möchte:
Hailu Gashaw - Telefon: +251913072931 - E-Mail: hailu_harar@yahoo.com



Video: Ras Makonnen Palast - Zusammenschnitt verschiedener Perspektiven des Tages

Wir sind mit unserem Rundgang aber noch nicht zu Ende. Nächstes Ziel ist die Medhane Alem Church am Feres Megala, die wir bisher nur vom Pferdemarkt und aus der Ferne gesehen haben. Während Henok den Abba der Kirche sucht, um die Genehmigung für unsere Aufnahmen einzuholen, machen wir schon einmal ein paar Schnappschüsse.

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Bild 1.523: Auszug Google Map. In der Mitte der Feres Megala, mit blauem Dach die Medhane Alem, rechts daneben der Palast von Ras Makonnen und ganz links als großes Quadrat, der ehemalige Palast von Menelik II. Für nähere Erkundungen den Link oder das Luftbild anklicken.

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Ethiopia - Harar - Jugol - Medhane Alem Church

Bild 1.524 - 1.528: Die Medhane Alem Church am Feres Megala
Bild 1.526: Der heilige Abune Gabre Menfes Kidus (auch Abune Gebre Menfes Kidus, Memphis Kiddus oder Gabra Manfas Qeddus), der aus Alexandria in Ägypten stammt. Er wird in der Regel mit Leoparden und Löwen zu seinen Füßen dargestellt, die wir hier nicht sehen können. Aber auch mit dem Vogel in der Nähe seines Kopfes, der der Teufel sein soll und ihm das Augenlicht nehmen will. Der fünfte Tage jeden Monats im äthiopischen Kalender ist diesem Heiligen gewidmet. Er hat in Äthiopien das Kloster Zuqualla, am Fuß des gleichnamigen erloschenen Vulkans, gegründet. Mehr zu seiner Legende findet ihr unter dem angegebenen Link. Dieser Heilige ist uns auch in anderen Reiseberichten dieser Seite schon mehrfach begegnet (z.B. in Axum, Lalibela, Adadi Mariam, ...).

Ursprünglich stand an dieser Stelle eine Moschee, die dereinst von ägyptischen Besatzern in der Zeit irgendwo zwischen 1875 bis 1885 erbaut wurde. Diese wurde aber von den Hararis abgelehnt und nicht benutzt. So ließ Ras Makonnen nach der Eroberung der Stadt an dieser Stelle um 1888 die Medhane Alem Church errichten (siehe Bild 1.370).
Als Henok zurückkehrt, bekommen wir die Order unsere Aufnahmen nicht fortzusetzen und werden von einem Kirchendiener gebeten das Gelände zu verlassen. Dann bleibt es eben bei den Aufnahmen die wir schon haben. ;-)



Video: Die Medhane Alem Church am Feres Megala in Harar

Damit beenden wir unsere Stadterkundung und suchen wieder das außerhalb der Altstadt gelegene Ras Hotel für unser Abendessen auf.

Ethiopia - Harar - Ras Hotel - Rastafari Ethiopia - Harar - Ras Hotel - Rastafari

Bild 1.529 + 1.530: Im Ras Hotel treffen wir doch tatsächlich einen Harari Rastafari, dem es etwas besser als anderen geht. Zumindest sagt er von sich, dass er tatsächlich einer sei.

Im Anschluss geht es gut gesättigt wieder in Richtung Altstadt und am Ras Makonnen Reiterstandbild vorbei. Dort müssen wir noch einmal kurz anhalten, denn es findet gerade eine Fotosession mit zahlreichen Kindern statt. Alle drängeln sich um die Fotos und bekommen kleine Zettel mit Nummern vom Fotografen. Wir mischen uns darunter und beobachten das Treiben. Jetzt haben sie noch zwei Fotografen mehr. Bestellungen bekommen wir aber keine. ;-)

Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Statue

Ethiopia - Harar - Ras Makonnen Statue

Ethiopia - Harar @ Ras Makonnen Statue Ethiopia - Harar @ Ras Makonnen Statue

Ethiopia - Harar @ Ras Makonnen Statue

Ethiopia - Harar @ Ras Makonnen Statue Ethiopia - Harar @ Ras Makonnen Statue

Bild 1.531 - 1.537: Fotosession am Ras Makonnen Reiterstandbild

Als wir schließlich wieder in Richtung unserer Unterkunft fahren, ist die Sonne immer noch nicht untergegangen. Also ist noch etwas Zeit für mich, vorher abzuspringen und noch ein wenig die Atmosphäre am Feres Megala zu genießen. Dort treffe ich tatsächlich einen Führer der behauptet, es würde heute doch noch eine Hyänenfütterung stattfinden. Allerdings würde das erst nach Sonnenuntergang erfolgen. Also warte ich und werde später vor die Stadtmauer geführt. Dort warten schon einige wenige andere Touristen und Einheimische auf das was kommen wird. Als es finster ist, wird vom Hyänenmann und seinen Gehilfen nach den Hyänen gerufen. Schaurige Rufe hallen immer wieder minutenlang durch die Finsternis. Am Ende des "Liedes" kommt aber nur eine Hyäne angetrottet, mit der nichts anzufangen ist. Sie schnüffelt nur ein wenig herum und verschwindet wieder bevor mir ein ordentliches Foto gelingt und der Hyänenmann mit der Fütterung beginnen kann. Also doch nix mit Hyänenshow. Die sind tatsächlich immer noch viel zu satt. Einige Besucher werfen dennoch etwas Geld in den Korb des Mannes, ... viele aber nicht. Immerhin gab es ja auch keine Show.

Ethiopia - Harar - Feres Megala Ethiopia - Harar - Hyänenmann

Bild 1.538: Sammelpunkt am Feres Megala
Bild 1.539: Der Hyänenmann mit Fleischkorb

Also geht es durch die finsteren Gassen von Harar Jugol wieder zurück zur Unterkunft. 20:30 Uhr klopfe ich ans Tor und hole mir meine "Abreibung" für´s Zuspätkommen ab. ;-)
Aber die Chance doch noch eine Hyänenshow zu sehen, war eben zu verlockend.

Wir sehen uns morgen wieder, wenn wir uns auf den Rückweg nach Addis Ababa begeben. Unterwegs werden wir dem weltgrößten Katmarkt einen Besuch abstatten.

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

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