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"FREIHE MUASS WEH DOAN" - HANS SÖLLNER "DER BAYERISCHE REBELL"

09.12.2005 - ALTER SCHLACHTHOF DRESDEN
   

Hans Söllner - Babylon Nach seinem letzten großem Open Air Konzert in seiner Heimatstadt Bad Reichenhall (siehe RNM 6. Ausgabe), welches es inzwischen auch auf einer Doppel DVD mit dem Namen „Im Regen - Live“ zu kaufen gibt, war der Hans vom 04.-13.12.05 wieder einmal auf Tournee. Die Stationen der Tournee befanden sich überwiegend im östlichen Bereich von Deutschland (Essenbach, Halle, Magdeburg, Potsdam, Erfurt, Dresden, Jena, Hof, Görlitz u. Cottbus).
Nahezu zeitgleich bzw. kurz zuvor, am 17.11.+24.11., gab es zum ersten Mal im Fernsehen (Bayern) seinen Film „Der bayerische Rebell“, der auch schon mal kurzzeitig in den Kinos lief und den es ebenfalls als DVD bei TRIKONT zu kaufen gibt. Eine gute Gelegenheit für all Jene, die sich um etwas Hintergrundwissen ernsthaft bemühen wollen. „Der bayerische Rebell“ ist ein toller Film für den Fan, zu Hans seinem Leben und seinen Ansichten mit schönen Musikausschnitten und für den Unkundigen ein gewichtiger Anstoß zum Nachdenken. Leider bringt der Film für den Unkundigen zu wenig aus dem Vorleben vom Hans, was dem besseren Verständnis sicher gut getan hätte. Als beste Ergänzung ist da die Internetseite vom Hans zu empfehlen. Dort sollte man mit dem Lebenslauf beginnen und dann chronologisch die Neuigkeiten abarbeiten, die den Lebenslauf in zeitlicher Abfolge ergänzen. Es bleibt kaum eine Frage offen.
Aber noch einmal zurück zum „Bayerischen Rebell“. Wer sich unvoreingenommen der Sache hingibt und ernsthaft darüber nachdenkt, kommt nicht umhin dem Hans Respekt zu zollen.
Hans Söllner hat in vielen Dingen Recht und legt unerbittlich die Finger in die Wunden. Keine Art von Bestrafung oder Bespitzelung kann ihn davon abhalten. Unermüdlich hält er der Polizei und der Politik den Spiegel vor. Leider können viele ihr Spiegelbild nicht ertragen und einige Leute des bayerischen Freistaates im Besonderen, was immer wieder zur Verfolgung von Hans Söllner führt. Es ist mehr als erstaunlich wie der Hans damit umgeht und seinen Humor nicht verliert. Denen die sich angesprochen fühlen wäre auch etwas mehr Humor zu empfehlen, denn die zurückliegenden und gegenwärtigen Maßnahmen, mit denen man diesen Sänger bekämpft, sind mehr als überzogen.
Hans Söllner ist Rasta und setzt auf friedlichen Widerstand, und auf alle die mit ihm sympathisieren wird das ebenso zutreffen. Ganz im Gegenteil zu Leuten die randalierend und teilweise sogar unter Polizeischutz durch die Straßen ziehen und gefährliches Gedankengut verbreiten. Das sollte zu denken geben – ganz wie in einem seiner Lieder „......aber i mach mir Sorgen um di.“
Am 09.12.05 kam der Hans in den „Alten Schlachthof“ nach Dresden.
Der „Alte Schlachthof“ liegt im Dresdner Stadtgebiet Neustadt in einem Gewerbegebiet westlich des Neustädter Bahnhofs und nordöstlich der Leipziger Straße. Gebaut gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wurde der Schlachthof bis 1928 als solcher genutzt. Danach diente das Gebäude unterschiedlichen Nutzern als Lagerraum. So wie sich das Gebäude jetzt präsentiert, handelt es sich um ein wertvolles und gut erhaltenes Industriedenkmal des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Der „Alte Schlachthof“ ist jetzt neben der „STRASSE E“ eine vielbesuchte Location von Kulturveranstaltungen unterschiedlichster Art.

Hans Söllner ist nur mit seinem Bassisten Dennis Rieger aus Augsburg von Bayaman..Sissdem angereist. Auf der Bühne stehen daher zwei Stühle. Im Hintergrund prangt eine großes Bühnenbild in rot-gelb-grün mit dem Löwen von Judah. Hans macht Witze, er bräuchte einen Stuhl, da er ja schließlich älter geworden und nicht mehr so jung sei wie vor zwanzig Jahren. Ja und meine Frau ist auch schwerer geworden, meint er.

Hans Söllner Dennis Rieger

Etwas erkältet ist der Hans ebenfalls und hat so einige Probleme mit seiner Stimme. Aber dies tut seinem Auftritt überhaupt keinen Abbruch. Auch das Fehlen der Band hat man schnell vergessen. Dem Hans sein Humor und seine Ausstrahlung nehmen einen schnell in Besitz. 

Hans Söllner Hans Söllner
Hans Söllner Hans Söllner

Auch ohne Band kommen die Lieder toll an. Wer da denkt, die Sachsen verstehen den Bayer nicht, hat sich getäuscht. Eine tolle Atmosphäre ist im Saal, alle Lieder sind Jedermann bekannt und werden lautstark mitgesungen. Hans kann oft aussetzen und spielt mit Dennis nur die Begleitung zum Publikum. 

Hans Söllner Hans Söllner

Hans kämpft wieder unermüdlich um seine „artgerechte Haltung“ und die Legalisierung von Hanf und natürlich gegen alle bekannten politischen Missstände im Land und auf der Welt. Seine bekannten Sprüche lösen immer wieder Heiterkeit im Saal aus. Ihm selbst ist das Lachen auch noch nicht abhanden gekommen, obwohl er dazu allen Grund hätte. Und ganz zum Schluss singen wieder alle gemeinsam „....i mach mir Sorgen um di“ und der Hans verabschiedet sich. „A bissl Widerstand ist angesagt und denkts an die Warnblinkanlagen!“ Das Publikum setzt noch lange lautstark sein Lied fort und Dennis begleitet allein am Bass. Schließlich geht auch Dennis und Bob Marleys Song „No woman no cry“ ertönt aus den Boxen und lässt das Konzert entspannt ausklingen.

Hans Söllner Hans Söllner

Wer möchte kann an einem kleinen Stand noch T-Shirts, CD-s und DVD-s erwerben, natürlich auch mit Autogramm, denn der Hans nimmt sich dafür auch noch etwas Zeit. Jetzt fällt erst richtig auf, wie mächtig seine Stimme gelitten hat, und er hat sichtlich Mühe zu sprechen. Hoffen wir, dass er die damals noch ausstehenden Folgekonzerte der Tour ebenso gut gemeistert hat wie in Dresden.

Hans Söllner & Dennis Rieger Dennis Rieger

Am 15.12.05 musste der Hans wieder vor Gericht zum leidigen Endloskrimi Beckstein gegen Söllner. Zur selben Sache schon einmal freigesprochen, sollte erneut zum Song „Mei Angst“ verhandelt werden, in dem sich Herr Beckstein beleidigt fühlt. Zum Tage kam man allerdings noch nicht zum Ende. Das Gericht beschloss erfreulicher Weise die Doppel-CD „Babylon“ insgesamt anzuhören. Laut Hans verspürte aber Keiner Lust zu tanzen, da die Wiedergabequalität der vorhandenen Gerätschaften zu schlecht war. Man vertagte die Angelegenheit also auf den 23.12.05. Auf der von Rechtsanwalt Jürgen Arnold zur Verfügung gestellten besseren Anlage, wurde dann das schöne Gesamtwerk angehört. Nach der anschließenden Beratungspause gab es dann für den Hans noch weitere schöne Sachen zu hören. Es gab zwar noch kein Urteil, aber die Richterin folgte mit ihrer bisherigen Meinungsäußerung den Gedanken der Verteidigung. Auch werden die in früheren Verurteilungen ergangenen Strafbefehle, die sich inzwischen auf insgesamt ca. 150.000 EUR hochgeschaukelt haben, als viel zu hoch angesehen. Es ist auch wirklich beispiellos, dass wegen Ehrbeleidigung in Deutschland Strafen in dieser Größenordnung verhängt worden sind. Die Richterin stellt die Einstellung des Verfahrens in Aussicht. Soweit die Staatsanwaltschaft dem nicht folgen möchte, wird die Fortsetzung des Verfahrens für den 04.01.2006 angekündigt. In diesem Zusammenhang soll es dann aber auch zu Zeugenvernehmungen kommen, die Herrn Beckstein in eine Situation bringen könnten, die seinem Ansehen nicht gerade förderlich wären. Hans Söllner ist zuversichtlich. Ein gutes Geschenk, einen Tag vor seinem 50. Geburtstag am 24.12.2005.
Ja und am 04.01.06 wollte die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Einstellung des Verfahrens stellen. Also geht es weiter in der Sache. Besonders bemerkenswert und unglaublich ist da die Zeugenaussage von Rechtsanwalt Alexander Ebert (Verteidiger von Mehmed), die voll und ganz die Verknüpfung der Politik von Herrn Beckstein mit der bayerischen Justiz im Sinne von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Interesse der damalig bevorstehenden Landtagswahlen beinhaltet (Weiteres dazu bei www.soellner-hans.de unter Neuigkeiten 10.+16.01.06) . Noch heute sichtlich erschüttert ist Herr Ebert über das bisherige Schweigen der Medien zu dieser Geschichte. Die Urteilsverkündung wird auf den 19.Januar gelegt. Am 16.01.06 kommt dann in der Süddeutschen Zeitung und anderen Medien endlich die gesamte Problematik ans Tageslicht, was Herrn Ebert und auch Hans Söllner endlich befriedigen dürfte.
Am 19. Januar drückt man sich aber trotzdem um einen Freispruch herum. Die Richterin hat sich schwer getan und dachte sie könne dies aus formalrechtlichen Gründen nicht tun. Also wird wenigstens die Strafe auf 900,00 EUR heruntergesetzt. Ganz befriedigend dürfte das nicht für Hans Söllner sein, aber er hat erreicht, dass das Thema zu seinem Song „Mei Angst“ nun endlich in der Öffentlichkeit ist. Man wird sehen, was sich daraus entwickelt.
Für Hans ist die Sache nun erledigt. Endlich hat er seinen Kopf wieder frei und kann sich nun wieder voll und ganz seiner Musik widmen. Die Fangemeinde wird sich freuen. Alles Gute Hans!

Copyright: Text & Fotos by Reggaestory

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