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SKATALITES - 18.11.2005 - REITHALLE STRASSE E IN DRESDEN   

Aufkleber Am 18.11.05 besuchte das RNM die Skatalites in Dresden. Die Skatalites befinden sich seit April 2005 auf einer neuen World-Tour und machen dabei mehrfach Halt in Deutschland. Das ist die Gelegenheit, die Skatalites etwas näher kennen zu lernen und vor allem ihren neuen Sound mit neuer Besetzung zu erleben.
Wer in Dresden die Reithalle in der Strasse E sucht wird keinen Erfolg haben. Die richtige Reithalle ist wo anders und eine Strasse E gibt es schon lange nicht mehr. Die STRASSE E ist der Name eines Kulturzentrums und ist seit vielen Jahren eine der bekanntesten und beliebtesten Locations der Region. Die STRASSE E zeichnet sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher Programme und Musikrichtungen aus und hat drei verschiedene Locations unter einem bzw. unter zwei Dächer. Das ist die REITHALLE STRASSE E, der Club BUNKER STRASSE E und die SPINNEREI STRASSE E. Im gesamten Bundesgebiet finden sich nur wenige vergleichbare Projekte, was der STRASSE E zunehmend zu überregionaler Bedeutung verhilft. Die Namen der drei Einrichtungen sind eng an die Vorgeschichte der Gebäude geknüpft. Die STRASSE E war in früheren Zeiten tatsächlich einmal der Straßenname, eine Namensgebung die aus der früheren Nutzung als Industriegelände aus DDR-Zeiten stammt. Ab 1997 kam dann die Umbenennung in „Werner-Hartmann-Strasse“. Die Geschichte der Gebäude reicht aber bedeutend weiter zurück. So war die REITHALLE tatsächlich einmal als Reithalle der Königlich Sächsischen Kavallerie vorgesehen, wurde aber später als Rüstungsstandort für den I. Weltkrieg genutzt. Auch der BUNKER verweist auf seine frühere Nutzung als Luftschutzkeller im II. Weltkrieg. Ja und schließlich bezieht sich der Name der SPINNEREI auf die ehemalige zivile Nutzung eines Gebäudeteiles - eben auf die ehemalige „Alte Spinnerei“. Weitere Informationen zu diesem Kulturzentrum und seinen Veranstaltungen findet man unter www.tmec.de.

Am 18.11.05 kommt es schließlich zum ersehnten 2. Auftritt der Skatalites in Dresden, der den meisten natürlich schon viel zu lange zurücklag. Ihr erster viel umjubelter Auftritt war im Jahr 2002 beim Dresdner „Back To The Roots-Festival“.
Im Vorfeld des Auftrittes galt es noch unser persönliches Treffen mit den Skatalites zu arrangieren.
Eine Absichtserklärung lag zwar schon seit Mitte Oktober vor, aber festlegen wollte sich zu diesem Zeitpunkt noch Niemand. Es hieß, der Termin sei frühestens eine Woche vor dem Auftritt mit dem Tourmanager abzustimmen. Eine Woche vorher stellte sich dann allerdings als noch zu lang heraus. Tourmanagerin Frau Laubach wollte sich immer noch nicht festlegen. Bei dem eng geschnürten Terminplan der Skatalites wollte sie es der Band nicht zumuten, schon jetzt eine Entscheidung zu fällen. Auf dem Weg nach Dresden lagen immerhin noch zahlreiche Gigs hin und her quer durch Europa – mehrere Auftritte in UK und unmittelbar vor Dresden einmal in der Slowakei und einmal in Tschechien. Schließlich gibt es da viele Unwägbarkeiten und letztlich sei die Stimmung der Band entscheidend, die man eben erst genau zum Tage weiß. Also hieß es weiterhin in Geduld fassen.
Am Tag des Auftritts versuche ich also mein Glück erneut. Die Skatalites befinden sich gerade noch in Prag und besteigen ihren Bus nach Dresden. Die Tourmanagerin macht es spannend – nein noch zu früh, ich solle abends noch einmal anrufen. Am Abend versuche ich es mehrfach ohne Erfolg, weil das Handy nun abgeschaltet ist. Unabhängig davon müssen wir nun aber los, denn 20:00 Uhr beginnt bereits der Einlass in Dresden. Kurz nach 20:00 Uhr schließlich ein weiterer Versuch – das Handy ist wieder in Betrieb – die Band hat das Handy in Beschlag genommen und macht am anderen Ende der Leitung ihre Späße. Schließlich bekomme ich doch noch die Managerin zu sprechen. Ja und dann ist alles recht unkompliziert, die Band ist offenbar gut gelaunt und sagt dem Treffen spontan zu. Treffpunkt soll 21:00 Uhr Backstage sein. Showtime ist gegen 22:15 Uhr geplant. Das ist gut so. Einerseits mehr als genug Zeit und andererseits kann man so viel entspannter den anschließenden Auftritt genießen.
Am Einlass schließlich eine Überraschung, da hat man doch tatsächlich vergessen uns auf die Gästeliste zu setzen und Pressetickets waren auch keine hinterlegt – einfach nichts zu finden. Ja was nun – alles geklärt und nun kommen wir nicht rein?
Die Kontrolle vom Dienst ist aber glücklicher Weise kulant und akzeptiert den vorgelegten Presseausweis des RNM. Er wünscht einen schönen Abend, den wir ganz sicher auch haben werden.
Die Zeit ist inzwischen heran und wir begeben uns zur Bühne. Man lässt nach der Tourmanagerin suchen. Frau Laubach begrüßt uns freundlich und führt uns nach Backstage, was eigentlich Understage heißen müsste. Wir steigen die Treppe hinab und kommen in einen großen Kellerraum unter der Bühne. Ein Duft vom fernen Jamaica nimmt uns gefangen. Im Raum befinden sich mehrere Sessel und Sofas auf denen es sich die Band bequem gemacht hat – jeder ein Teil für sich. Noch etwas essen und Entspannung vor dem Auftritt. Frau Laubach stellt uns der Band vor, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie übergibt uns Ken Stewart, der über all unsere Wünsche befinden soll.
Ken ist freundlich, ruhig und in der Folge sehr bescheiden. Foto und Film alles kein Problem. Ken verteilt den mitgebrachten Stapel unseres Magazins an die Bandmitglieder, die sich sogleich mit großem Interesse darin verlesen. Offenbar eine willkommene Abwechslung. Mitgebracht hatte ich die Juni-August Ausgabe von 2005, da dort bereits ein Kurzbericht von den Skatalites enthalten ist. Etwas peinlich ist, dass die Band natürlich sofort Fehler findet und lautstark vorliest. In erster Linie muss da das Bild von David Hinds, dem Sänger von Steel Pulse herhalten, der auf Seite 33 fälschlicher Weise vom Redakteur als „Steel Paul“ bezeichnet worden ist. Ob sie das lustig oder beleidigend finden, ist der Mimik der Band nicht zu entnehmen. Hoffentlich kommen solche kritikwürdigen Schnitzer in Zukunft nicht mehr vor – da muss unbedingt noch daran gearbeitet werden.

Ken Steward Lester "Ska" Sterling & Doreen Shaffer

Bild 1: Ken Steward (Keyboards)
Bild 2: Lester "Ska" Sterling (alto Sax) und Doreen Shaffer (Vocal)

Das Interview mit Ken dauert ca. 20 Minuten. Ken spricht sehr leise und von oben ist bereits der volle Bühneneinsatz von Ken Guru & The Highjumpers zu hören, die als Vorband auftreten. Nun das wird sichtlich ein Problem geben unsere Aufnahmen zu vertexten.
Wir sprechen unter Anderen über die gegenwärtige Tour die im April diesen Jahres auf einem Festival in Mexiko begann. Es folgt eine Aufzählung von Stationen aus der ganzen Welt, die vermuten lassen, dass sie Jamaica gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. Am Ende schmunzelt jedoch Ken und meint, dass man zwischendurch aber schon mal Gelegenheit hätte nach Hause zu kommen. Die World-Tour erfolgt also nicht in einem Stück. Während der Tour ist allerdings kaum Zeit für Sightseeing oder Entspannung. Fast jeden Tag ist man in einer anderen Stadt zwischen denen manchmal erhebliche Entfernungen zu bewältigen sind. Aber zu viel wird es den Skatalites noch nicht. Das letzte Album der Skatalites „From Paris With Love“ erschien im Jahr 2002.
Ein neues Album ist in Arbeit und wird in etwa 3 Monaten auf den Markt kommen.
Mitgebracht haben sie schon mal eine neue Live CD „In Orbit Vol. 1“, die es auf dem Saal im eigens mitreisenden Skatalites-Shop zu kaufen gibt. Für den Fan gibt es da außerdem noch T-Shirts, Aufkleber, Buttons und Anderes.


Skatalites - In Orbit

Die Skatalites haben in den letzten Jahren einige wichtige Bandmitglieder verloren wie die Gründungsmitglieder Lloyd Brevett und Johnny „Dizzy“ Moore. Cedric I..m Brooks ist auch nicht mehr dabei. Auch Posaunist Vin Gordon, der eigentlich in der Bandzusammenstellung für 2005 auf der Homepage der Skatalites noch aufgeführt ist, fehlt. Lloyd Brevett arbeitet seit Dezember 2004 an seinem eigenen Projekt. Dizzy John kann man bei den Jamaican Allstars sehen und Cedric stand dieses Jahr auf dem Line-up der Bob Marley Feierlichkeiten in Äthiopien.
All dies ist aber für die Skatalites kein Problem. Es gab in Vergangenheit schon viele Verluste von hervorragenden Musikern in der Band wie Don Drummond, Jackie Mittoo, Tommy Mc Cook, Rolando Alphonso und Andere. Die Skatalites sind aber so gut wie früher, oder sogar noch besser, wie sie während des Abends noch beweisen werden. Neuer Mann am Bass ist Val Douglas, allerdings mit Bassgitarre, der die Band hervorragend ergänzt.

Lloyd Knibb Val Douglas

Bild 1: Lloyd Knibb (Drums)                               Bild 2: Val Douglas (Bass)

Die Skatalites hoffen und wünschen sich, dass weiterhin jedermann die Musik der Band genießen wird. Sie sind der Meinung, dass jeder der die Band kürzlich gesehen hat, zu der Überzeugung kommt, dass die Band besser als je zuvor ist.
Zum Abschluss gibt’s noch einen handgeschriebenen Gruß der Skatalites. Ken bereitet das Blatt vor und unterschreibt bescheiden am unteren Ende des noch leeren Blattes. Allerdings zwängt sich Karl später noch darunter, der erst gar nicht so recht unterschreiben wollte. Devon James ist nicht dabei, auch auf dem nachfolgenden Gruppenbild nicht. Er hat leider schon anfangs den Raum verlassen und sieht sich offenbar den Auftritt von Ken Guru an. Kevin ist inzwischen eingenickt und hat seine Schirmmütze in den Farben der UNIA*) tief ins Gesicht gezogen und muss geweckt werden. Aber auch dies macht seiner guten Laune keinen Abbruch. Ken macht beim letzten Gruppenbild seine Späße und hält Lloyd die Werbeeinlage aus dem Magazin mit einem aufgedruckten Hanfblatt über den Kopf. 

Kevin Batchelor Skatalites

Bild 1: Kevin Batchelor (Trumpet) und Gruppenbild
Bild 2: Skatalites und Peter

Nun ist es aber an der Zeit Abschied zu nehmen, damit sich die Band auf ihren Auftritt vorbereiten kann. Es war uns eine Freude, dass sich die Skatalites so viel Zeit für uns genommen und uns so freundlich empfangen haben.
Ja und im Saal geht derweil der Auftritt von Ken Guru dem Ende entgegen.
Gegen 22:25 Uhr werden dann schließlich die Skatalites jubelnd auf der Bühne begrüßt.
Die nachfolgende Bühnenshow bestätigt alle Voraussagen – die Skatalites sind so gut wie nie zuvor. Im Vergleich zum letzten Summerjam-Auftritt im vorigen Jahr, hat sich der Klangkörper der Band sehr gewandelt und verbessert. Die Show ist vielseitiger und erfrischender. Auch der Reggaefan kommt voll auf seine Kosten. Der Band fehlt zwar mit Lloyd Brevett ein allen bekanntes Markenzeichen, aber die Show lässt keinen Raum lange darüber nachzusinnen. Die Bandmitglieder kommen mehr aus sich heraus und sind sogar zu Späßen aufgelegt. Lester hat den Part der Ansage übernommen und strahlt während seiner Spielpausen gedankenverloren in das ausgelassen tanzende
Publikum – ganz als könne er es nicht fassen wie gut die Band ankommt. 

Lester Sterling Skatalites

Aber die Bewunderung ist auf beiden Seiten. Nach einigen Stücken betritt Doreen Shaffer die Bühne, die von den Dresdnern begeistert empfangen wird – „Doreen wir lieben dich!“, ruft es mehrfach aus der Menge.
Sie beginnt mit „Sugar, Sugar“ und andere Hits wie „When I falling love“ und „Simmer down“, folgen. Kevin und Doreen singen im Duett den Hit „By the rivers of Babylon“. Karl hat inzwischen seine Schirmmütze zur Seite gedreht, macht witzige Gesten und überrascht mit Tanzeinlagen.

Doreen Shaffer Karl "Cannonball" Bryan

Bild 1: Doreen Shaffer                                       Bild 2: Karl "Cannonball" Bryan


Zum Ende hin hüpft und singt Kevin zur Animation des Publikums „Loo Lolololololoo ........“, winkt mit seiner Trompete und alle singen mit. Nach knapp zwei schönen Stunden ist es dann leider wie immer viel zu schnell vorbei. 

Kevin Batchelor Lester Sterling
Karl "Cannonball" Bryan Lloyd Knibb

Also lasst Euch den nächsten Skatalites-Auftritt nicht entgehen, Ihr werdet es nicht bereuen. Ausführliche Informationen zu den Skatalites gibt es unter www.skatalites.com.

*) UNIA – Die Farben der UNIA sind Rot-Schwarz-Grün und sind die Farben der Black Power-Bewegung in allen Teilen der Welt geworden. Rot für das in der Vergangenheit vergossene Blut, schwarz für den Stolz der schwarzen Rasse und grün für den afrikanischen Kontinent, seine Fruchtbarkeit und die Hoffnung auf Freiheit. Die UNIA (Universal Negro Improvement Association) wurde 1914 von Marcus Garvey in Jamaica gegründet, die sich den Zusammenschluss aller schwarzen Völker der Welt in einer großen Körperschaft zum Programm machte, mit dem Ziel, ein Land und eine Regierung zu schaffen, die voll und ganz den Schwarzen gehört.

Copyright: Text & Fotos by Reggaestory


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