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MICHAEL ROSE – MUSIC IS MY LIFE – 15.09.2006

Michael Rose - Babylon A Fight Michael Rose, Mykal Rose oder Mykal Roze, drei richtige Schreibweisen für den Mann mit der unverwechselbaren Stimme. Unterschiedliche Geschichten ranken sich um den Grund, dabei sieht es Michael ganz simpel. Mykal Roze ist eben nur eine äthiopische Schreibweise, die ihn näher an seine afrikanische Heimat bringt. 
Michael Rose wurde am 11.07.1957 im Western Kingston Ghetto von Waterhouse geboren. Noch in seiner Schulzeit begann Michael mit seiner Musikkarriere. Er tourte durch die Hotelszene der Nordküste von Jamaika und stellte sein Talent zur Schau. Mit 16 mußte er dann schließlich die Schule verlassen, da er wegen seiner Liebe zur Musik, zu oft den Unterricht versäumte. Ab 1975 nahm Michael seine ersten Solosingles auf, wie „Guess Who..s Coming To Dinner“ und „Clap The Barber“ die von „Niney The Observer“ (Winston Holness) produziert worden sind. Später im Jahr 1980 stieß er dann als Lead-Sänger zu Black Uhuru. Diese Periode ging bis 1986, in der wohl eine Reihe der größten Black Uhuru Alben entstanden, die noch heute als zeitlose Klassiker gelten und kaum zu überhören sind. Man denke dabei nur an Alben wie „Sinsemilla“ (1980), „Red“ (1981) und „Guess Who..s Coming To Dinner“ (1983), nur um einige zu nennen.

Black Uhuru - Sinsemilla Black Uhuru - Red Black Uhuru - Guess ... Black Uhuru - Liberation

In den Charts des Rolling Stone Magazins, eines weltweiten Top-Rankings, belegte Black Uhuru seinerzeit sogar Platz 17. Großkonzerte, die ganze Stadien füllten, waren durchführbar. In deutschen Landen dürfte sich der Auftritt im „Rockpalast“ im Jahr 1981 unlöschbar in den Kopf gesetzt haben.
Dem Deutschen Fernsehen sei Dank, daß wir dieses Ereignis immer wieder ansehen können.
Mit dem Album „Anthem“ im Jahre 1984 gewannen sie sogar den Grammy und wurden zu dieser Zeit die bekannteste Reggae-Größe, seit Bob Marleys Tod. 1986 verließ Michael Rose die Band und wurde von Junior Reid ersetzt, der sogar einige unverwechselbare Stilelemente von Michael Rose übernahm. So konnte man auch in den Folgejahren weiterhin sein „sta ni ni ni noi“, „tu tu tweng“ und andere typische Michael Rose Gesänge bei Black Uhuru hören, was bei manchen schon zu Verwirrung führen konnte. Neben Junior Reid übernahmen aber auch andere Artists diesen Gesangsstil, woraus aber niemals Probleme entstanden sind. 18 Jahre lang verfolgte Michael Rose seine Solokarriere, die inzwischen mehr als 25 Alben hervorgebracht hat und noch weiterhin anhält. Obwohl Michael Rose seit zwei Jahren wieder mit Duckie Simpson unter Black Uhuru zusammenarbeitet, setzt er seine Solokarriere weiterhin fort. Die Arbeiten aus beiden Schienen werden strikt auseinander gehalten, obwohl dies manchmal für die Fans vor der Bühne sehr schmerzhaft ist. Denn nicht alle Tage trifft man Michael Rose oder Black Uhuru feat. Michael Rose.
Unlängst überraschte uns Michael Rose mit seinem Besuch in Deutschland, zumindest erlebte das kürzlich die Berliner Reggae-Szene, da keinerlei Gigs mit ihm geplant waren. Unvergesslich dürfte dem Inhaber eines Berliner Reggae-Shops die Begegnung mit Michael sein, als er ein paar seiner eigenen Platten bei ihm kaufte und gleich ein Ständchen dazu brachte. Oder abends in den Reggae-Clubs, wenn völlig unangekündigt der Michael dem DJ das Mikro aus der Hand nahm und die Gäste mit seinem Gesang überraschte.
Nun sitzen wir zusammen mit Michael ganz entspannt in seiner Berliner Unterkunft und nutzen die Gelegenheit um ein paar Fragen los zu werden.

Michael Rose Michael Rose Michael Rose

Peter: Es ist schön dich zu sehen in Berlin. Was ist der Grund für deinen Aufenthalt hier und wie lange wirst du hier bleiben? Hast du auch Zeit ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen?
Michael: Ich schau mir keine Sehenswürdigkeiten an. Ich bin hier um mein neues Album zu promoten, es ist „Babylon A Fight“, ich weiß nicht ob du das schon kennst. Es kam im August 2006 heraus, produziert von Cousins in London.
Peter: Wann können wir dieses Album auch auf CD hören?
Michael: Ja, ich habe dir eine mitgebracht.
Peter: Dein letztes Album „African Roots“ ist ein sehr gutes Album. Dieses Album und die „Selassie I Showcase“ sind für mich die besten Alben deiner Solokarriere. Es ist eine große Freude für mich diese Musik anzuhören. Meine Lieblings-Tunes von deinem letzten Album sind „Better Mus..Come“ and „Stepping Out Of Babylon“. Ich hoffe dein neues Album „Babylon A Fight“ ist auch in diesem Stil?

Michael Rose - African Roots Michael Rose - African Dub Michael Rose - Selassie I Showcase

Michael: Ja, es tritt in deren Fußstapfen.
Peter: Welches deiner Alben oder welcher Tune gefällt dir am besten?
Michael: Ich liebe alle meine Alben. Ich liebe was ich mache, Musik ist mein Leben! Weißt du. Es ist Musik, gekommen durch meine Inspiration.

Michael Rose - Babylon 9/11 Michael Rose - Never Give It Up Michael Rose - Bonanza Michael Rose - Nuh Carbon

Peter: Kein Lieblingsalbum?
Michael: Gut, ich liebe meine Alben, ja ich liebe „African Roots“, auch dieses „Babylon 9/11“ (und zeigt auf die Discography) ist ein sehr gutes Album, „Too Blessed To Be Stressed“ ist sehr gut.


Wir gehen seine Covers durch und erinnern uns an weitere gute Alben wie „Bonanza“ und „Nuh Carbon“ .... es sind so viele gute Sachen.

Peter: Und aus der Zeit mit Black Uhuru?
Michael: Oh ja, „Sinsemilla“ (legt eine Pause ein) .... und „Red“ ist auch ein sehr gutes Album.
Peter: Was ist deine Meinung über die neue Dancehall-Music – Artists wie Elephant Man und Andere?
Michael: Meine Meinung ist die, weißt du, Musik ist Musik und die Leute müssen wissen was sie wollen. Das ist meine Meinung. Verstehst du.
Peter: Mir persönlich gefällt Roots-Reggae besser.
Michael: (lacht) Ich weiß, ich weiß. Für mich ist das so, weißt du, ich bin Künstler, ich höre das aufgeschlossen, Musik ist Musik. Ich höre auch Fela Kuti oder ....... , ich höre eine Menge Musik.
Peter: Seit August 2004 arbeitest du wieder mit Duckie Simpson zusammen. Black Uhuru und Michael Rose sind wieder zusammen. Ich habe eure Show beim Summerjam 2005 gesehen. Black Uhuru hat nur die Hits von früheren Jahren gespielt. Wann können wir eine CD mit neuen Hits von Black Uhuru feat. Michael Rose hören?
Michael: Wir nehmen sehr bald ein Album auf.
Peter: Gibt es schon einen Namen dafür?
Michael: Nein, nicht jetzt.
Peter: Black Uhuru hat unglaublich viele Hits. Hits mit verschiedenen Sängern – Junior Reid, Andrew Bees und Michael Rose. Es ist ein Jammer, das wir auf der Bühne nur die Hits von einem Sänger hören können. Kannst du dir eine große Bühnenshow vorstellen mit all den Sängern? Das würde sicher ein großes Highlight für die Fans von Black Uhuru sein.
Michael: (Schmunzelt) Nun, was kann ich sagen .......!? (und hebt die Schultern)
Peter: Kannst du dir nicht vorstellen?
Michael: Ich denke nicht über Dinge nach, die nicht jetzt geschehen. Wenn es geschieht, dann geschieht es. Ich werde dir niemals sagen, ich wünsche, ich wünsche ... – ich habe keinen Wunsch. Wünsche sind Zeitverschwendung.
Peter: Du hast also keine Wünsche oder Ziele für die nächste Zukunft?
Michael: Mein Wunsch für die nächste Zukunft kenne ich nicht (lacht). Ich weiß nicht, ich weiß es nicht, es tut mir leid (und wiegt den Kopf hin und her).
Peter: Was kannst du mir über dich selbst erzählen, dein Heim und deine Familie? Was tust du in deiner Freizeit?
Michael: Ich habe keine Freizeit (lacht). Ich arbeite jeden Tag. Jeden Tag brauche ich das Studio, jeden Tag. Ich mache mehr Aufnahmen als Interviews, wie dieses. In der übrigen Zeit schreibe ich Songs. Mein Leben ist Musik. Die Welt ist in Schwierigkeiten „Babylon A Fight“, weißt du, und Musik kann die Menschen befreien. Die Musik ist dazu da den Menschen zu helfen Weil die Menschen sind gestresst, depressiv, niedergeschlagen und zusammengebrochen. Die Unterdrückung in der Welt ist zu viel für die Menschheit mit all ihrer nuklearen Energie, weißt du, einschließlich der Bomben. All das verwirrt die Menschen. Zu viel Blutvergießen.

Michael Rose Michael Rose
Michael Rose

Peter: Was macht deine Familie, ist sie auch hier in Berlin?
Michael: Nein. Meine Frau ist Lehrerin und zwei meiner Kinder gehen noch zur Schule. Ich kann sie nicht aus der Schule nehmen nur für die Promotion, weißt du, denn „school ist the role“ (und macht dabei große Augen und lacht).
Peter: Ich habe im Fernsehen eine Sendung vom Chiemsee Reggae Summer 2000 gesehen, da war deine Familie ebenfalls dort.
Michael: Ja, manchmal wenn Ferienzeit ist, dann ist das möglich, aber die Schule kommt zuerst.
Peter: Wir haben beim Splash 2003 über deine Dreadlocks gesprochen. Du hast erzählt, sie würden bis zum Fußboden reichen. Wie lang sind deine Dreadlocks jetzt?
Michael: Oh, sie sind am selben Platz bis zum Boden.
Peter: Kannst du sie einmal zeigen?
Michael: Nein, ich möchte sie nicht zeigen. Das ist meine Religion und meine Religion ist heilig, weißt du.
Peter: Aber auf vielen CD-Covers zeigst du doch deine Dreads?
Michael: Ja, ja, ja ..... aber es macht so viel Umstände, sie herunter zu legen und wieder zurück.

Michael Rose Michael Rose

Anschließend singt Michael seine neue Single „Hello“ für uns, die im Dezember herauskommen soll und im nächsten Jahr auf einem weiteren neuen Album zu hören sein wird. Auch ohne instrumentale Begleitung geht das bereits in die Ohren. Man könnte glauben die CD läuft bereits im Hintergrund.

Michael Rose Michael Rose

Am Abend sitzen wir noch ein Weilchen in einem Straßenkaffee und Michael gibt auch hier zur Freude der Gäste ganz entspannt ein paar seiner Sangeskünste zum Besten. Das könnte stundenlang so weitergehen, aber irgendwann müssen wir uns auf den Weg machen. Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute und Michael bedankt sich für unser Kommen.
Ein paar Tage danach reiste Michael überraschend wieder ab. Dringende Geschäfte riefen ihn nach Jamaica zurück, mit einem kurzen Zwischenstopp in Frankreich. Danach soll es dann auf Südamerika-Tournee gehen. Hoffen wir, daß eines seiner nächsten Tournee-Ziele wieder Deutschland sein wird.


Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an City Lock, Topline Events und Irie Records.

Wer eines der genannten Alben benötigt, sollte sich auf die Suche bei www.irie-records.de begeben bzw. dort anfragen.

Track Listing “Babylon A Fight”

1 - Sweet Sensimenia
2 - No Heart
3 - Babylon A Fight
4 - Pray
5 - A Who
6 - Picture On The Wall
7 - Back A Yard
8 - Smoke De Herb

9 - Trample The Dragon
10 - Empress Lady

11 - Everyday A Gun

Das Album ist wirklich zu empfehlen - besonders für die, die auch das Klangbild von älteren Riddims mögen (klingt streckenweise fast wie Studio One). Ein klassisches Roots-Reggae Album. Naja und Michaels Stimme ist natürlich unersetzbar, der Fan kommt da nicht dran vorbei.
Beim ersten Anhören haben sich Track 1, 3, 5, 7, 8 und 11 sofort als die Besten hervorgehoben. Bei mehrmaligem Anhören wird das sicher noch mehr. Letztendlich hat aber jeder einen anderen Geschmack und wird für sich selbst das Beste entdecken. Ein durchweg gutes Album – Kaufen!

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