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JUNIOR KELLY feat. LMJ IN - 30.03.2009 - BERLIN 

Kesselhaus Flyer Am 25. März startete Junior Kelly, unterstützt vom Gesangstrio LMJ, seine große Europatournee 2009. Es gab und gibt Gigs in Deutschland, der Schweiz, Holland, Portugal, Italien und Frankreich. Startpunkt war München und das bisherige Ende ist für den 18. April in Holland geplant, sofern es keine Ergänzungen gibt. Für die Auftritte im hiesigen Lande hat Soulfire Artists den Weg in 6 Städte geebnet. Junior Kellys letzte Berliner Auftritte waren am 07.07.07 im Yaam und am 26.03.08 im Cassiopeia. Nun also auf größerer Bühne im Kesselhaus der Kulturbrauerei. Kelly hat so einiges wieder gut zu machen, denn beim letzten Auftritt im Cassiopeia lief ihm so einiges in die Quere, was mächtig auf seine Stimmung schlug.
Junior Kelly, der bürgerlich Keith Morgan heißt, ist am 23. September 1969 in Jamaica geboren. Sein musikalischer Durchbruch kam allerdings erst im Jahr 2000 mit der Single „Love So Nice“ und seinem nachfolgenden gleichnamigen Album. Aber dann ging es Schlag auf Schlag und Junior Kellys unverwechselbare Stimme ist aus dem Reggae nicht mehr wegzudenken. Inzwischen gibt es so viele Hits, dass man gut mehrere Shows mit unterschiedlichem Material füllen könnte.

Junior Kelly - Love So Nice Junior Kelly - Conscious Voice Junior Kelly - Smile Junior Kelly - Tough Life

Er bewegt sich dabei konsequent auf dem Gebiet des Conscious-Reggae, was mit ein Grund für seinen späten Durchbruch war. Vorangegangene Angebote für Bad- und Gun-Lyrics hatte er stets ausgeschlagen, was seine Karriere über viele Jahre verzögerte. Nicht jeder ist so standhaft und bleibt konsequent bei seiner Mission wie Junior Kelly.

Weitere umfangreiche Informationen zu Junior Kelly findet man zum Beispiel unter:
http://www.juniorkelly.net/
http://www.musicianguide.com/biographies/1608004168/Junior-Kelly.html
und im Riddim Magazin Nr. 3

Das Gesangstrio LMJ ist ebenfalls aus Jamaica und bereits seit 1997 aktiv in der Szene tätig.
Mehr oder weniger unbewusst, wird sie der eine oder andere schon bei vielen anderen Artists im Programm gesehen haben, zusammen oder auch einzeln.
Im Jahr 2007 kam ihr erstes Album „Inna Me Roots“ heraus. Auch von der 2007-er “Raw Truth - The One Riddim Showcase”, dürfte sich LMJ mit „Find A Better Way“ eingeprägt haben. Allein schon deshalb, da diesen Riddim alle von Joseph “Culture” Hills letzter Scheibe her kennen und damit immer die Gedanken in diese Richtung gelenkt werden.


Raw-Truth-Riddim

Aber nun ins Berliner Kesselhaus, welches gegen 20:00 Uhr seine Türen öffnete.
Der Andrang hält sich erst einmal in Grenzen. Immerhin ist heute auch Montag und manch einer der potentiellen Gästekandidaten, wird noch das Wochenende verdauen müssen und seine Ankunft so lange wie möglich nach hinten schieben. Laut Tourmanager Bene wurden die vorangegangenen Gigs jeweils von zirka 300 Leuten besucht und sind durchweg mit guter Stimmung verlaufen. Mal sehen, was sich heute hier ergibt.
Kurz nach 22:00 Uhr ist es dann endlich soweit und die Band nimmt ihre Instrumente in Beschlag. Kurz zuvor hatte sich auch der Saal zusehends gefüllt, als hätte ein großer Teil der Besucher nur vor der Tür gewartet, bis die Band eintrifft. Noch ein kurzer Soundcheck und dann eröffnet der Drummer die Show. Die Band spielt sich erst einmal mit zwei Riddims warm, bevor LMJ die Bühne erobert.

LMJ LMJ
LMJ LMJ
LMJ LMJ

Alle drei überwiegend in rot und schwarz gekleidet und von unterschiedlichster Statur, wie sie nur sein kann. Neben der Musik ist damit auch für genügend optische Eindrücke für jede Geschmacksrichtung gesorgt. Die Massive wird dann bis gegen 23:00 Uhr mit bekannten und weniger bekannten Stücken von LMJ vorgewärmt, bis es dann für 20 Minuten in die angekündigte „5-Minuten-Pause“ geht. Junior Kelly ist offenbar noch nicht eingetroffen, erscheint aber bald darauf am Hintereingang des Saales neben der Bühne und tätigt letzte Absprachen mit den Musikern und dem Management. Lange dürfte es nun also nicht mehr dauern. Dann endlich kommt die Band wieder auf die Bühne und spielt das erste Stück an. „Tough Life“ vom gleichnamigen 2005-er Album ist Junior Kellys Opener. Kurz darauf schreitet er im langen beige-farbigen dicken Mantel über die Bühne und die Massive ist schier aus dem Häuschen. Sein Mantel ist mit braunen Mustern und vielen geschmackvollen Details versehen. Auch Tam und Hose fügen sich farblich passend ins Bild ein. Wie lange wird er diesen Aufzug wohl durchhalten? Es muss unbeschreiblich warm darin sein. Mir ist es allein im Hemd schon viel zu warm. LMJ haben ebenfalls wieder die Bühne betreten und postieren sich auf der rechten Seite als Backgroundsängerinnen.

Junior Kelly Junior Kelly
Junior Kelly Junior Kelly
Junior Kelly Kesselhaus

Es folgt eine atemberaubende Show. Junior Kelly wird eins mit seiner Musik. Die Vielzahl der Hits durchdringt einen wohltuend. Die Riddims scheinen jede Zelle des Körpers in Beschlag zu nehmen. Man verliert fast den Überblick, was soll denn jetzt noch kommen – und Junior Kelly legt immer wieder nach. Wahnsinn - die Massive ist hell auf begeistert. Auch die Band spielt perfekt jeden Riddim ein.

Junior Kelly Junior Kelly
Junior Kelly Junior Kelly
Junior Kelly Junior Kelly

„Jah Nuh Dead“ oder „Jah Live On“ (Love So Nice 2001 + Conscious Voice 2002), „Rasta Should Be Deeper“ (Tough Life 2005), „Love“ (Juvenile 2000), „Black Woman“ (Love So Nice), “Black Am I” oder “Black” (Smile 2003 + Bless 2003), “The More I See Her”, “Dem Story” und “Recive” (alle drei Tough Life), “You Can Make It” (auf dem Zion Gate Riddim) und “African Bound” (Smile 2003 + Creation), nur um einige herausragende Stücke zu nennen. Was will man mehr!? Das Album „Tough Life“ dürfte damit der eindeutige Sieger des Abends sein, wenn nicht noch die anderen nicht erwähnten Stücke das verändern.

Junior Kelly Junior Kelly
Kesselhaus Junior Kelly im Kesselhaus
Junior Kelly im Kesselhaus Junior Kelly im Kesselhaus
Junior Kelly Junior Kelly
Junior Kelly Junior Kelly

Mit „Love So Nice“ (Love So Nice) springt dann Junior Kelly, zum entzückten Aufschrei der Massen und Entsetzen seines Bühnenbetreuers, plötzlich in das Publikum und durchwandert das Kesselhaus. So kommen auch die hintersten Reihen in den Genuss der Tuchfühlung mit Junior Kelly. Ein Handy- und Kamerameer schnellt in die Höhe. Jeder möchte diesen Moment zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Einer lädt Junior Kelly sogar auf die Schultern, trägt ihn zum Ende des Titels wieder zur Bühne zurück und setzt ihn dort an der Kante ab, wo Junior Kelly noch sitzend etwas verweilt. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt und Junior Kelly immer noch im dicken Mantel. Offenbar kann ihn nichts dazu bringen sein Outfit zu verändern, auch wenn die Bühnenplanken schon aussehen, als seien sie in einen Nieselregen gekommen. Eine halbe Stunde nach Mitternacht geht dann Junior Kelly, von LMJ gefolgt, von der Bühne. Die Band spielt aber bald darauf weiter, was Hoffnung auf einen Nachschlag macht. Und tatsächlich kommt Junior Kelly noch einmal zurück, um mit einem abgewandelten „Blaze“ (Tough Life), mit einem entspannten und ruhigen Mittelstück, die Show endgültig zu beschließen. Wir sind stark beeindruckt – eine Show wie lange nicht – einfach grandios.

Irgendwann ist Schluss

Im Anschluss haben wir noch mit dem Management einen Backstagetermin besprochen und halten uns dementsprechend in Türnähe bereit. Nach geraumer Wartezeit wird der erste Gast rein gelassen, und dann tut sich für lange Zeit nichts mehr. Als sich später die Tür wieder öffnet, kommt Junior Kelly sichtlich genervt gleich mit. Er hat keine Lust mehr auf irgendwelche Anliegen der Wartenden, die sich allerdings nur auf einen eng begrenzten und bereits angemeldeten Personenkreis beschränken. Wieder mal Pech für die vernünftig Wartenden – der erste Gast hatte sich vorgedrängelt. „Im Hotel oder gar nicht!“, lautet seine kurze Bemerkung im Vorbeigehen. Keine Chance, für diesen Fall noch irgendwelche weiteren Absprachen zu treffen, da das Management logischer Weise Junior Kelly gleich mit begleitet. Das ist uns dann schließlich alles zu unsicher. Immerhin liegt das Hotel auch noch am anderen Ende der Stadt. Der Wermutstropfen des Abends, der aber trotzdem die zurückliegenden Eindrücke nicht verderben kann. Mit sämtlichen mitgebrachten und leider unsignierten Albumcovern, treten wir dann doch lieber den Heimweg an.

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an das Management der Kulturbrauerei Berlin, Soulfire Artists und Tourmanager Bene. 

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