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 Soulbeats RecordsGroundation
GROUNDATION - BUILDING AN ARK TOUR 2012

04.05.2012 - C-Club Berlin

Groundation Tourposter
Die kalifornische Band Groundation, hat ihren Namen von den „Grounations“ der Rastafari-Bewegung abgeleitet. Die in den so genannten Treffen der Rastafarians entstehenden positiven Energien, durch gemeinsames Beten und Musizieren, sind der Grund dafür. Genau das ist es, was Groundation auf ihren Konzerten auch erreichen wollen. Die international gefeierte Band mischt Roots-Reggae, Dub, Funk und Jazz zu einem Klangerlebnis, wie man es sonst nirgendwo findet. Mit dieser Symbiose spaltet Groundation teilweise die Reggae-Szene, führt aber gleichzeitig andere Fangemeinden an den Reggae heran, die aus dem Jazzbereich kommen. Seit 1998 ist das nun schon so, und Groundation hat inzwischen mit „Building An Ark“ das siebente Studioalbum am 20.März 2012, via M’A Publishing/Soulbeats Records auf den Markt gebracht.
Auf dem neuen Album entwickelt Leadsänger Harrison Stafford seine Vision, eine Arche zu schaffen, um Wissen und positives Bewusstsein zu bewahren.
Groundation - Building An Ark
01 – Building An Ark
02 – Humility
03 – Be That Way
04 – Payaka Way
05 – Merry-Go-Round
06 – The Dreamer
07 – Who Is Gonna
08 – Keep It Up
09 – Daniel
10 – Sunlight Reflections
Nach einer ausgedehnten Februartour (Bob Marley Tour) in den USA und einer Australien-Tour im März, war im April und Mai Europa an der Reihe. Den größten Teil dieser 19-Städte-Tour konnte Frankreich mit 12 Stationen für sich verbuchen. In die verbleibenden Konzerte teilten sich Belgien (2), Deutschland (3), Luxemburg (1) und Holland (1).

Hier ein paar Eindrücke aus dem Berliner C-Club.

Nur knapp verspätet, aber eben nicht pünktlich genug, treffen wir am C-Club ein. Wie schon öfter bemerkt, kann man sich beim C-Club kein späteres Ankommen leisten, wenn man denn das komplette Programm mitnehmen will. Hier geht es noch pünktlich los. Draußen auf den Stufen vor dem Club, entspannt sich bei angenehmen Temperaturen, zwar noch ein großer Teil erkennbarer Reggae Fans, aber drinnen geht es schon musikalisch zur Sache.
The Magic Touch bringt als Vorband des Abends die Massive schon einmal in Stimmung.

The Magic Touch The Magic Touch
The Magic Touch The Magic Touch
The Magic Touch

Sie haben sich dem klassischen Reggae, Rocksteady, Ska und Soul im Style der 60-er und 70-ger Jahre verschrieben. Einen Namen haben sie sich in den letzten Jahren auch als Backingband für Jamaikaner/innen der Rocksteady und Early-Reggae-Ära gemacht, wie zum Beispiel für Pat Kelly, Dawn Penn, Susan Cadogan oder Roy Ellis.
Die Band wurde 2006 in Leipzig und Berlin als Nebenprojekt der Dresdner Band Yellow Umbrella und der Berliner Band Solitos gegründet. Magic Alex, Magic Jürgen, Magic Patria und Magic Sven waren die Akteure der ersten Stunde. In der heutigen Zusammensetzung spielt die Band seit 2009. Alex Buck als Leadsänger und Gitarrist, Sven Koop als Sänger und Drummer „BoomBoom“, Johannes Wehrle a.k.a. „Johnny Dingo“ am Keyboard, Jonas Hesse a.k.a. „Hessy James“ am Bass und Roger Nolda a.k.a. „Don Rockshah“ als Sänger und Percussionist. Am 17.09.2010 veröffentlichten sie ihr Debutalbum „Love & Hate & Politricks“ bei Grover Records. Im Dezember 2011 brachten sie mit „Shocks Of Lightning“ bereits ihr zweites Album auf den Markt, wiederum bei Grover Records.
The Magic Touch - Shocks Of Lightning
01 – Dance Pon Di Corner
02 – Everyday Man
03 – Dream About You
04 – Foot Of The Mountain
05 – The Way You Smile
06 – You Give Me Love
07 – Buttered Toast And Tea
08 – How Does It Feel
09 – It Ain´t About Me
10 – Lips And Thrills
11 – Morning Star
12 – Take Care
13 – Khyber Pass
14 – Keep On Searching
Noch ist der Andrang im Saal nicht allzu groß, obwohl genügend Gäste im Gelände sind. Warum viele die Zeit bis zum Auftritt von Groundation im Biergarten oder mit der Kippe auf der Vortreppe überbrücken, ist eigentlich unbegründet. The Magic Touch bietet ein sehr gutes und abwechslungsreiches Programm, welches überwiegend aus Stücken ihrer zwei bisherigen Alben besteht. Auch Kim Pommel von Groundation steht lange Zeit im Saal und verfolgt das Programm. Mit „Sleeping Trees“ und „Give Love Another Try“ gibt´s dann auch noch eine Gastrolle von Saraléne.

Saraléne und The Magic Touch

Saraléne und The Magic Touch Saraléne und The Magic Touch
Saraléne und The Magic Touch

Sie tritt des Öfteren bei Live-Shows mit The Magic Touch auf. Ende Mai werden sie auch zu gemeinsamen Aufnahmen ins Studio gehen. Man darf gespannt sein. Ihr heutiger Auftritt ist auf alle Fälle vielversprechend und passt sehr gut zum Sound der Band. Saraléne tritt auch noch bei anderen Formationen wie z.B. Sounding, oder auch bei diversen Reggae- und Dub-Soundsystems, als Reggaesängerin auf.

Saraléne und The Magic Touch The Magic Touch
The Magic Touch

Zum Abschluss der einstündigen Show gibt es mit drei Bläsern eine weitere Abwechslung auf der Bühne und damit, zumindest instrumental, eine gewisse Überleitung in Richtung Groundation. Die Bläser sind von der befreundeten Dub-Band Brass, Wood and Wires. Auch diese werden, laut Angabe der Band, in Zukunft noch öfter The Magic Touch begleiten. Mathieu, der Trompeter der Drei, ist auch in der Dub-Szene aktiv und dort als Dubble Dubble bekannt.

Hier noch ein paar künftige Dates von The Magic Touch:

11.05.2012: Erfurt - Ilvers
17.05.2012: Hamburg - Glockenschlag Festival
27.05.2012: Berlin - Karneval der Kulturen - Eurasia Bühne
09.06.2012: Fürstenwalde
21.06.2012: Berlin - Fete De La Musique - Rote Beete
22.06.2012 mit Roy Ellis: Rosslau - This Is Ska Festival
07.07.2012: Berlin - Orwohaus Festival
20.07.2012: Burg Herzberg Festival
21.07.2012 mit Dawn Penn: Garching - Gleis 1 - Nordblock Ska Fest
22.07.2012 mit Dawn Penn: Brescia - Musical Zoo
18.08.2012 mit Dawn Penn: Mainz - Reduit

Es folgt eine 30-minütige Umbaupause, um den Auftritt von Groundation vorzubereiten. 21:30 Uhr fällt der Startschuss. Groundation beginnt ohne viel Theater oder Vorgeplänkel mit „Merry-Go-Round“, von ihrem neuen Album „Building An Ark“.



Live Video: Merry-Go-Round

Als Backgroundsinger fungieren Kim Pommel und Kerry-Ann Morgan. Man muss schon immer recht genau hinschauen, denn die Mädels sind recht wandlungsfähig was ihr Aussehen betrifft.

Groundation

Kerry Ann Morgan Kerry-Ann MorganGroundation

Kim Pommel Kerry-Ann Morgan

Auf den Bühnenplanken kleben kleine handgeschriebene Setlists, die erst am Vortag auf einem Abrissblock des Hamburger Smartcityhotel verfasst worden sind. Recht kurz erscheint die Liste. Aber wer Groundation kennt, weiß dass auch wenige Titel eine stattliche Konzertlänge erreichen können. In diesem Sinne führt auch Groundation, mit teilweise betont langen jazzigen Solopassagen, durch den Großteil ihrer Alben. Auch wenn dem Reggae Fan diese Einlagen manchmal etwas zu viel werden, entschädigt das Gesamtkunstwerk mehr als genug.

Groundation

Groundation Groundation - Harrison Stafford
Kerry-An Morgan Kim Pommel

Kim und Kerry-Ann, die sonst besonders mit Tanz und Backgroundgesang überzeugen, bekommen heute mehr Sologesangeinsätze als bisher gewohnt. Auch das neue Album ist dafür kennzeichnend. Keine Gastkünstler aber dafür mehr Solopassagen von Kerry-Ann und Kim. Wenn man sich Kerry-Ann so ansieht, wird ihr Tanzkunstwerk in nächster Zeit sowieso ein wenig der persönlichen Schonung zum Opfer fallen müssen. Wir werden vielleicht beim Summerjam sehen, ob die Vermutung stimmt.

Kerry-Ann Morgan

Harrison Stafford

Nach der etwas zurückhaltenden Anfangsphase die weitestgehend den letzten beiden Alben gewidmet ist, geht es mit „Something More“ (Hebron Gate) endlich in die merklich heiße Phase des Abends. Sofort ist die Stimmung der Massive ein ganzes Stück nach oben geschnellt, wo sie auch im Laufe des weiteren Abends bleibt. „Undivided“, ebenfalls von „Hebron Gate“, wird nachgeschoben.



Live Video: Undivided

Die positiven Energien fließen in Strömen, ganz wie es sich Harrison Stafford wünscht. Dann „The Dreamer“ vom neuen Album „Building An Ark“, eine tief rootsige Nummer, die zu den Spitzentiteln des Albums gehört.
„Music Is The Most High“ (We Free Again) und „If I“ (Each One Teach One) bilden dann den vorläufigen Schlusspunkt der Show. Diesen akzeptiert natürlich niemand. Groundation wird gefeiert ohne Ende, bis sie wieder auf der Bühne stehen.

Groundation

Groundation Kerry-Ann Morgan

„One More Day“ (Each One Teach One) heißt die erste Zugabe, mit der die Massen beglückt werden. Unbestritten mit eine der besten Nummern von Groundation.



Live Video: One More Day

Dann ist wieder das Publikum an der Reihe, welches mit unbeschreiblichem Lärm einen weiteren Nachschlag fordert. Immerhin fehlt noch der Oberknaller der Band.
Und dann ist es so weit. Die Scheinwerfer sind auf Kerry-Ann gerichtet. Sie übernimmt den Part von Cedric „Congo“ Myton und stimmt das Intro von „Freedom Taking Over“ (Hebron Gate) an. Die Stimme passt perfekt. Eine Version, die ich gerne als neue Studioaufnahme hätte. Dann bricht mit voller Kraft der gesamte Sound der Band über uns herein. Ein Beginn, den man selten bei anderen Stücken so intensiv erleben kann. Gänsehaut pur ist angesagt.

Kerry-Ann Morgan Harrison Stafford



Live Video: Freedom Taking Over

Obwohl jetzt nichts mehr die Show toppen könnte, ist das Publikum nun so richtig aufgestachelt. Erst scheint es, als ob man nach zwei Zugaben aufgibt, aber dann geht der Krawall erst so richtig los. Vor der Bühne tobt ein unbeschreiblicher Lärm, der die Lautstärke des Bühnenprogramms bei weitem übertrifft. Donnerndes Trampeln erfüllt zusätzlich den Saal, als würde eine Büffelherde übers Parkett jagen. Es gibt kein Halten mehr. Aufgeben ist vergessen. Groundation kommt sichtlich gerührt und dankbar wieder auf die Bühne. Die Techniker wuseln zwischen den Künstlern herum, müssen hastig den einen oder anderen Stecker wieder an die richtige Stelle setzen, und die dritte Zugabe nimmt ihren Lauf.
„Get Up Stand Up“ (A Tribute To Bob Marley), zu Ehren von Bob Marley, bildet dann wirklich den unwiderruflichen Abschluss des Abends.
Die Massive ist schließlich zufrieden, und der Eine oder Andere wischt sich eine Träne aus den Augen. Mehr kann man jetzt wirklich nicht verlangen.

Groundation

C-Club bei Groundation

Jedes Jahr wird von Groundation traditionell eine Bob Marley Tour durchgeführt. Vergangenen Februar war das inzwischen die 12. Tour in den USA. Die 13. ist schon für das kommende Jahr versprochen.

Bob Marley Tour 2012 - Groundation Tribute To Bob Marley - Groundation

Bild 1: Tourposter 2012            Bild 2: A Tribute To Bob Marley - Doppelalbum

Leider ist das Doppelalbum, welches um das Jahr 2004 aufgenommen worden ist, nirgends mehr verfügbar. Aber man soll ja niemals nie sagen, vielleicht gibt´s ja irgendwann eine offizielle Neuauflage, wenn es genügend Nachfragen gibt. Stoßen wir die Sache an!

Nachsatz:

Den geplanten Backstagetermin konnten wir leider nicht mehr umsetzen. Ein besonders ehrgeiziger Mann vom Sicherheitsdienst ließ sich nicht erweichen. Auch meine Visitenkarte zur Anmeldung beim Management wollte er absolut nicht weiterleiten. „Einer der Künstler muss dich abholen und nichts Anderes!“, so die Ansage. Als es dann so weit war, reichte das plötzlich auch nicht mehr. Eine noch ehrgeizigere Dame vom Sicherheitsteam, kam plötzlich hinzu und wollte auch das nicht mehr gelten lassen. „Nur der Manager, darf dich abholen!“, war die neue Ansage. Leider kannte sie das Management nicht einmal, um Bescheid sagen zu können. Wir wollten noch warten, da die Künstler mit unserer Visitenkarte inzwischen auf der Suche nach dem Manager gegangen sind, der uns dann abholen sollte. Vergeblich. Alle paar Minuten drängte man uns ein Stück weiter in Richtung Ausgang und ließ uns nicht weiter warten.

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an Trinity Music, Soulbeats Records, Music´Action Prod und natürlich an die Artists des Abends.

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