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FANTAN MOJAH & I-WAYNE backed by House of Riddim Band

18.02.2012 - YAAM Berlin

YAAM-Flyer
Schon wieder sind es fast zwei Jahre her, dass wir Fantan Mojah auf den deutschen Festivalbühnen erleben durften. Bei I-Wayne sind es sogar schon fast sechs Jahre her, als er zum ersten Mal hierzulande beim Summerjam gemeinsam mit Fire Star und Shaggy Williams auftrat. Fantan Mojah gemeinsam mit I-Wayne auf Tour zu erleben ist ein ganz besonderes und eher seltenes Erlebnis. Beide Künstler sind hauptsächlich Vertreter des Roots Reggae und nahezu gleich lang, seit Mitte des letzten Jahrzehnts mit erfolgreichen Veröffentlichungen im Geschäft. Während I-Wayne am 14.10.2011 sein drittes Album „Life Teachings“ vorlegte, ist Fantan Mojah´s letztes und zweites Album „Stronger“ schon seit 14.11.2008 in Umlauf. 

Eine nächste Veröffentlichung von Fantan Mojah ist also langsam überfällig. Während sich I-Wayne mit unverkennbar sanfter und nahezu zerbrechlicher Stimme in die Herzen der Fans einsingt, punktet Fantan Mojah mit der energischeren Stimme und zahlreicheren Hits. Auch auf der Bühne versteht sich Fantan Mojah bedeutend besser zu vermarkten als I-Wayne, der sich eher zurückhaltend gibt. Demzufolge fällt es auch nicht auf, dass Fantan Mojah gegenüber I-Wayne mit einem Album zurückliegt. Die Hitdichte auf Fantan´s bisherigen zwei Alben ist schon enorm.
Am 11.02.2012 in Belgien begann nun die europäische Wintertour der Beiden. 18 weitere Stationen in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Polen, Tschechei, Österreich, Schweden, Norwegen und in Holland sollen folgen. Begleitet wurden und werden sie von der besonders rührigen House of Riddim Band, die mit Fantan Mojah schon ein mehrfach eingespieltes Team sind. Ja, mit wem eigentlich noch nicht. Die Liste der Künstler ist lang, bei denen House of Riddim schon als Backing Band fungieren durfte. Nahezu unglaublich wie man sich all die Riddims von bisher über 200 verschiedenen Künstlern im Kopf behalten und tadellos spielen kann. House of Riddim´s „Sensimillionaire“ Riddim von September 2011 hat es im diesjährigen Riddim Leserpoll auf Platz 1 in der Rubrik „Bester Nationaler Riddim“ geschafft. In der Rubrik „Bester/s Nationaler/s Produzent/Label“ hat es Sam Gilly und House of Riddim bis auf Rang 4 geschafft. Nicht zu vergessen, dass House of Riddim aber eigentlich aus Österreich kommt.

Aber genug des Vorgeplänkels. Am 18. Februar nutzten wir schließlich die Gelegenheit Station 7 der Tour anzusteuern.

Hier ein paar Eindrücke aus dem Berliner YAAM.

Schon seit ein paar Wochen ist dieser Tag im Kalender mit „Wiedersehen mit Fantan“ gekennzeichnet. Mit einem Sonnabend ist es diesmal auch ein sehr günstiger Tag. So kann unsere Anreise wenigstens nichts verzögern.
Heute sind wir nahezu die ersten Gäste im Saal. So ist wenigstens einmal Zeit ganz in Ruhe mit verschiedenen Leuten ein Schwätzchen zu halten. Wie wir von Sam Gilly erfahren, wird es heute Abend gegen 22:00 Uhr beginnen. Inzwischen treffen auch Fantan Mojah und I-Wayne ein.
Es ist Fantan, der mich wieder mit seinem Personengedächtnis überrascht, der auf mich zukommt und mich begrüßt. „Bist du allein?“ und „Wo ist deine Familie?“, möchte er gleich als Nächstes wissen. Und er schickt mich natürlich sofort los, das Bild seiner Erinnerungen zu komplettieren.
Heute kann ich ihm endlich sein Lieblingsfoto vom Summerjam 2007 in Postergröße übergeben, welches erneut für lustiges Interesse im Backstage sorgt. Mal sehen ob es heute eine Neuauflage und neue Posen in Jacob Miller Style gibt. I-Wayne ist während all dem nahezu unsichtbar hinter Rauchschwaden versteckt und in scheinbar anderen Welten versunken. Für viele Worte ist er jetzt nicht zu haben, kann sich aber sehr gut anhand der mitgebrachten Bilder und ohne Hinweis daran erinnern, dass dies sein erster Auftritt beim Summerjam 2006 mit Fire Star war.

Geovany, Fantan Mojah, I-Wayne

I-Wayne I-WayneGeovany & Fantan Mojah

Die Zeit vergeht wie im Fluge und die Auftrittszeit rückt heran. Also heißt es erst einmal die Plätze vor der Bühne einzunehmen, um einen günstigen Fotostandort zu bekommen.
Wie angekündigt beginnt die Show gegen 22:00 Uhr und wird von der House of Riddim Band und Geovany eröffnet. „Jah Way“, „Love Is All You Need“ und „Sunshine“ sind seine drei Eröffnungssongs, die sich in das Modern Roots Thema des heutigen Abends gut einfügen.

Geovany Geovany
Geovany Geovany



Live Video: Sunshine - YAAM Berlin

Danach kommt mit Influental ein weiterer Vorsänger auf die Bühne, der neben zwei Roots Reggae Nummern auch seine Gitarre zückt und eine Akustik Nummer präsentiert. Seine Stücke sind „Principal“, „Rod Hog“ und „Cancer“.

Influental Influental
Influental Backgroundsinger from Ras Luta
Influental



Live Video: Principal - YAAM Berlin

Dann wird schließlich von Geovany der erste Hauptteil des Abends angekündigt und I-Wayne eröffnet seinen Part mit „Burn Down Sodom“ vom aktuellen Album „Life Teachings“. I-Wayne trägt einen hellgelben Pullover unter dem ein langes grünes Shirt hervorragt. Dazu eine Jeans mit gestricktem Rastagürtel, dessen langes Ende weit herunter hängt. Seine Dreads sind heute leider unter einem braun-weiß gemusterten Tuch verborgen. Bling-Bling sucht man bei dem tiefgläubigen Rasta I-Wayne natürlich vergebens. Dafür gibt es jede Menge traditionellen Schmuck aus bunten Perlen und Sämereien, der sich in vielen Armbändern und Halsketten zeigt. Eine Kette bestehend aus vielen „Horse-Eye“ Samen und einem vermutlich aus Kokosnussschale gefertigten Anch, welches eigentlich von den alten Pharaonen Ägyptens stammt, ist der auffälligste Schmuck an ihm.

Sam Gilly I-WayneI-Wayne

I-Wayne I-WayneI-Wayne

Folgende Stücke wie „Book Of Life“ und „Do The Good“ sind eher sehr langsamer Natur, bevor es mit „Don´t Worry“ (Waiting In Vain – Bob Marley) einen Stimmungsschub in der Massive gibt. I-Wayne tänzelt während der Show immer wieder geschmeidig über die Bühne und fängt jeden Sprung in einer eleganten Drehung auf, als wäre er ein Eistänzer. Mit „Life Seeds“ geht es aber schon wieder einen Gang zurück. I-Wayne ist eben überwiegend ein Mann der leisen Töne.



Offizielles Video: I-Wayne – Life Seeds

Weiter geht es mit „Bleacher“ und „Real And Clean“, die wieder einen Deut schneller und eingängiger sind. Mit seinem Hit „Lava Ground“ hat er dann aber alle Fans wieder voll auf seiner Seite.Der nachfolgende Titeltrack seines aktuellen Albums „Life Teachings“, sorgt dann auch wieder für richtigen Reggae-Rhythmus.

I-Wayne I-Wayne
I-Wayne I-Wayne
I-Wayne I-Wayne

I-Wayne während einer Show richtig abzulichten, kann zur Geduldsprobe und einer echten Herausforderung werden. Dies deshalb, weil die Momente äußerst kurz und selten sind, in denen nicht das Micro sein Gesicht verdeckt. Dies zu schaffen ist eine Kunst, die I-Wayne wie kein anderer seines Fachs beherrscht, da er das Micro meistens von oben herab vor den Mund hält. Da sieht man fast nix mehr von ihm, wenn man ihn nicht gerade von der Seite erwischt. Selbst beim Wechsel der haltenden Hand, wandert nicht etwa das Micro zur anderen Hand, sondern die Hand zum Micro, das vor dem Gesicht nahezu angewachsen ist. Man braucht also ein wenig Zeit, um ihn gut zu treffen.
Dann „Herb Fi Legalize“, ebenfalls vom aktuellen Album, darf als Thema natürlich auch nicht fehlen. Über „Can´t Satisfy Her“ geht es zu „Living In Love“ dem Höhepunkt und Abschluss seines Programms. Zwei drei Titel mehr in dieser Richtung hätten der Show sicher gut getan. Seine bisherigen Alben hätten es auf alle Fälle hergegeben.



Live Video: Living In Love

I-Wayne Backgroundsinger
House of Riddim YAAM
House of Riddim

Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht, denn Geovany ist schon wieder auf der Bühne und kündigt Fantan Mojah an. Fantan steckt noch in voller Wintermontur und hat Mühe seinen obligatorischen Rucksack abzulegen, was seine erste Amtshandlung auf der Bühne ist. Den Moment „Fantan und Rucksack“ einzufangen ist mit viel Glück verbunden. Fantan kann nicht sofort loslegen. Während der erste Riddim dahin fließt, muss sich Fantan erst einmal seiner dicken Sachen entledigen. Dass im YAAM seit einiger Zeit auch im Winter karibische Temperaturen möglich sind, damit hat wohl Fantan Mojah nicht gerechnet. Zum Vorschein kommt ein dunkles kurzarmiges Shirt mit hellblauem Muster an der linken Schulter. Auf dem Kopf trägt er einen blauen Turban. Noch nie habe ich ihn ohne Turban gesehen. Auch Fantan ist heute teilweise mit bunten Perlen geschmückt, von einem silbernen Armband und einer D&G-Uhr mal abgesehen. Was den Kettenanhänger betrifft, hat er sich wohl mit I-Wayne abgestimmt. Auch bei ihm können wir an einer der Halsketten, neben einem hölzernen Afrika das ägyptische Anch entdecken.

Fantan Mojah

Backgroundsinger Fantan Mojah
Fantan Mojah Fantan Mojah

Fantan ist sofort in seinem Element und spult mit überlegenem Stimmeinsatz sein Programm ab. Das anfangs bei I-Wayne noch etwas leise eingestellte Micro kann Fantan dank seiner eindringlichen Sangeskraft gut übertrumpfen. „Fire Child“, „Corruption“ und „Kill And Go Around“ (Lalibela-Riddim), sind sein umjubelter Einstand.

Fantan Mojah Fantan Mojah
Fantan Mojah Fantan Mojah

Später bei „Rasta Got Soul“, ein neues Stück welches wir hoffentlich bald auf seinem dritten Album wieder finden werden, verspürt man einen völlig anderen Sound. Schon seit langem spukt mir dieser Song im Hirn herum, der mich nun völlig erfasst. Das ist mit Sicherheit schon jetzt ein neuer Hit.



Offizielles Video: Rasta Got Soul

Weiter geht es auf demselben Level mit „Nuh Build Great Man“. Fantan´s T-Shirt ist inzwischen bis zur Hälfte durchgeweicht. Mit jedem weiteren Titel schrumpfen die trockenen Bereiche zusehends zusammen.

Fantan Mojah Fantan MojahFantan Mojah

YAAM

YAAM

Fantan Mojah Fantan Mojah

Dann „The Most High Jah“, ein weiterer von vielen Höhepunkten, ein Stück mit viel Melodie in dem Fantan´s Singstimme so richtig glänzt.



Live Video: The Most High Jah - YAAM Berlin

Zum Ende des chantigen „Hail The King“, geht Fantan wieder einmal auf Suche nach einem Pärchen, welches er zu sich auf die Bühne holt. Ein Bild was sehr an Bob Marley´s Bühnenbild im 1978-er „One Love Peace Concert“ mit Edward Seaga und Michael Manley erinnert, auch wenn seine Vorstellung einen anderen Zweck hat.

Fantan Mojah Fantan MojahZeremonie

Genug der Erholung, und weiter geht es mit Krachern wie „Hungry“, „Murderer“ und „Stronger“. Inzwischen gibt es keinen trockenen Fleck mehr an Fantan´s T-Shirt. Er hat sich völlig verausgabt. Hol dir nur ja keine Lungenentzündung, wenn du dann in die Kälte kommst, denke ich mir. I-Wayne ist schon wieder dick eingepackt mit Schal und Kapuze und ähnelt eher einem Tuareg als einem Rasta. Vom hinteren Bühnenausgang aus verfolgt er die ganze Zeit, mit einer großen Wasserflasche bewaffnet, das Programm.

YAAM

YAAM

Fantan Mojah

Fantan Mojah Fantan Mojah

Dann neigt sich die Show dem Ende und Fantan verlässt erst einmal die Bühne. Geovany stellt die obligatorische Frage nach einer Zugabe, deren Beantwortung natürlich völlig klar ist. Selbstverständlich wollen wir.

Fantan Mojah Fantan MojahFantan Mojah

Fantan kommt mit freiem Oberkörper aus dem kalten Bühnenvorraum auf die Bühne. Was dann folgt ist nahezu unglaublich. Fantan steht auf der Bühne mit geschlossenen Augen und lässt Bob Marley´s „One Love“ auf sich einwirken. Dann nimmt er sein ausgezogenes T-Shirt und windet es aus. Dreimal ergießt sich ein großer Schwall „Fantan flüssig“ auf die Bühnenplanken, bevor er sich mit dem nunmehr restfeuchten Shirt etwas weiter „abtrocknen“ kann.

House of Riddim Fantan Mojah
Fantan Mojah Fantan Mojah
Fantan Mojah Fantan Mojah



Live Video: One Love - YAAM Berlin

Dann ruft er I-Wayne, Geovany und Influental wieder auf die Bühne und gemeinsam liefern sie eine Abschlußshow mit „One Love“, die eigentlich keine weitere Zugabe zulässt. Auch wenn die Massive schwer davon zu überzeugen ist. Die Artists lassen sich auch nicht vom Gegenteil überzeugen und die Musiker von House of Riddim, die noch etwas unschlüssig warten, zucken nur mit den Schultern. Irgendwann muss eben Schluss sein, und ein besseres Ende als jetzt ist sowieso nicht mehr machbar.

I-Wayne & Influental I-Wayne & Fantan MojahI-Wayne, Influental, Geovany

I-Wayne, Influental, Fantan Mojah, Geovany

Fantan Mojah und Geovany Fantan Mojah und Geovany
Fantan Mojah I-Wayne und Geovany

Vielen Dank auch an die beiden Backgroundsängerinnen, die bisher unerwähnt geblieben sind und stets mit guter Laune einen tollen Job gemacht haben. Wer sie wiedersehen möchte muss sich nach Polen begeben und hoffen, dass er ihnen bei einem der Konzerte von Ras Luta begegnet.
Und wer sich beeilt kann noch am 03.+04. März die Abschlussshows dieser Wintertour in Holland miterleben.

Morgen geht es aber erst einmal nach Wroclaw. Doch zuvor sind in der Nacht noch einige Dubplate Anfragen hier in Berlin abzuarbeiten. Tobi von der Feueralarm Band steht schon bereit, um die Beiden ins Studio zu fahren. Wir wünschen Gutes Gelingen, natürlich besonders für den weiteren Tourverlauf.

Fantan Mojah Fantan Mojah
I-Wayne I-Wayne
Fantan Mojah I-Wayne

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an Lena und das YAAM Team, Revelation Concerts und natürlich an die Artists des Abends.

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