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Planet Dread Records
Debutalbum:
DUB DIVISION - "SHALOM"


16.11.2012 - Bandvorstellung + Interview

Dub Divison - Shalom
Völlig überraschend ist doch kürzlich ein rabenartiger Vogel in Frauenkleidern, mit dickem menschlichen Bauch und Kopfhörern auf dem Kopf, in meinem Briefkasten gelandet. Was sich dieser Rabe so anhört, weckt natürlich auch mein Interesse.
Also her mit den Kopfhörern und die CD des Raben in den Player. Die Scheibe ist der Hit, die kriegt er garantiert nicht wieder.
Doch Spaß bei Seite, aber so in etwa könnte man das Cover von Dub Divisions Debutalbum "Shalom" beschreiben.
Inzwischen habe ich die Scheibe schon unzählige Male abgespielt und werde ihrer nicht überdrüssig. Sie trifft voll meinen Nerv. Konsequenter Roots Reggae Sound mit afrikanischem Touch und ein unverkennbarer Leadsänger Karl-Emmanuel Musoke, lassen der Skip-Taste keine Chance. Leider ist das Meisterwerk mit 10 Tracks viel zu kurz und verlangt nach einer baldigen Fortsetzung.
Bereits seit 15.10.2012 kann das Album über die Website von Dub Division bestellt werden. Bei allen Roots Reggae Liebhabern darf das Album auf keinen Fall in der Sammlung fehlen.

Wer ist Dub Division?

Dub Division

Dub Division wurde 1988 von Karl-Emmanuel Musoke (Lead Voc.), Thorsten “Toots” van der Lubbe (Bass) und Heiko Senger (Percussion) ins Leben gerufen.
In den ersten Jahren folgten regelmäßige Konzerte durch Deutschland, in denen Dub Division schon die ersten Fans gewann und seinen unverkennbaren Roots Reggae Sound etablierte. In den ersten vier Jahren entstanden schon Klassiker von Dub Division, wie „Interior Of Africa“, „Call Your Children Home“, „Marcus Garvey“ und „I and I“, von denen die letzteren Beiden auch auf dem Debütalbum „Shalom“ zu hören sind.

Dub Division Dub Division

Bild 1 + 2: Dub Division bei Probeaufnahmen

In den Neunzigern wuchs in Hamburg eine feste Reggae Szene, mit vielen Bands, Sound Systems und entsprechenden Veranstaltungen, in der sich alle gegenseitig unterstützten. Ende der Neunzigerjahre kooperierte Dub Division für zwei Jahre mit dem Projekt Yard Riddim, wobei Dub Division die Backing Band stellte und mit Karl-Emmanuel Musoke ihr Roots Reggae Programm weiter führte, sowie mit Kathrin „Fanta“ Fofana ein Dub Poetry Set hinzufügte.
2005 und 2007 veröffentlichte Karl-Emmanuel Musoke mit dem Produzenten IRE HI-FIs zwei Tunes, um Dub Division zu promoten.
Seit 1997 wurde Dub Division von dem erfahrenen Drummer Admiral Ali bereichert, 2008 von dem Gitarristen Micky Dread und 2009 von dem Bassisten Dennis Dubwise, welche mit Karl-Emmanuel Musoke die Stützpfeiler der Band seit her bilden.
Ergänzt wird Dub Division von weiteren Weggefährten für entsprechende Anlässe (Konzerte, Aufnahmen, usw.), wie Rudy Valentino, Piet Adele und andere.



Live Video: "Shalom" - 22.04.2011



Live Video: "Man In The Wind" - 11.12.2009

Am 15.10.2012, nach sage und schreibe 24-jähriger Bandgeschichte, veröffentlicht Dub Division nun endlich ihr selbst produziertes Album „Shalom“ , mit einer Auswahl von 10 Titeln ihres umfangreichen Programmes.

Gehen wir ein wenig auf die Musiker der Band ein, die mit Wurzeln aus Uganda, Tunesien, Indonesien und Deutschland, für eine besondere kulturelle Vielfalt sorgen.

Karl-Emmanuel Musoke (Vocal)

Karl-Emmanuel Musoke

Geboren im süddeutschen Saulgau, wuchs Karl-Emmanuel Musoke ab dem dritten Lebensjahr in der Heimat seiner Eltern, Uganda, auf.
In Uganda begann Emmanuel schon mit 8 Jahren im Chor zu singen, was er ab 1980 zurück im deutschen Freiburg fortführte.
In Freiburg begann Emmanuel auch seine ersten Banderfahrungen in einer Soul-Blues Band. 1986 kam Karl-Emmanuel Musoke nach Hamburg und entdeckte dort seine Vorliebe für Reggae. Bis 1988 entwickelte er seinen einzigartigen souligen afrikanisch angehauchten rootsigen Gesangs-Style.
1988 gründete er dann die Roots Reggae Band Dub Division. In den folgenden 4 Jahren ging es mit Dub Division durch Deutschland. Danach begann Karl-Emmanuel neben Dub Division weitere Reggae Projekte in Angriff zu nehmen, um seine Erfahrungen zu erweitern.
1992 rief Emmanuel die Band Natty Rebels ins Leben, bei denen er seinen Rockers lastigen Reggae auslebte.
Da sich in den Neunzigern in Hamburg eine vielseitige Reggae Szene mit diversen Bands und Sound Systems bildete, war Karl-Emmanuel Musoke öfters als Gastsänger der damaligen Backing Band Di Irie’s (3 veröffentlichte Albem) dabei. Hier konnte er seinen Style zu Dub Roots Riddims und rootsigen Dance Hall Tunes ausleben und mit ihnen auch auf Tour durch Deutschland und Mitteleuropa gehen.
Seit Ende der Neunziger konzentrierte sich Emmanuel wieder ausschließlich auf Dub Division.
2005 veröffentlichte er die Single „Live Together“ für den Produzenten Ire Hi-Fi’s. Um Dub Division zu promoten legte Emmanuel 2007 eine Steppas Version von „Interior Of Africa“ als Eröffnungsstück des Ire Hi-Fi Samplers nach.
2012 veröffentlicht nun Karl-Emmanuel Musoke mit Dub Division das Album „Shalom“!

Reggaestory.de: Warum hat es eigentlich 24 Jahre gedauert, bis ihr ein Debutalbum veröffentlicht habt?
Karl-Emmanuel: Gute Dinge brauchen Zeit. Jetzt habe ich die richtigen Leute gefunden, mit denen ich diesen Schritt gehen kann.
Reggaestory.de:
Wie ist das Bild auf dem Albumcover zu interpretieren? Was wollt ihr damit zum Ausdruck bringen und welche Rolle spielt dieser Rabe?
Karl Emmanuel: Der Rabe ist ein internationales Tier. Mystisch, klug und ein Überlebenskünstler. Die Farbe, die den Raben bekleidet, hat in vielen Kulturen die Bedeutung, dass sie schlechte Energien schluckt und unschädlich macht. In dem Bauch des Rabens sind die Lieder über die Jahre gereift. Unter seinen Flügeln fühlen wir uns sicher. Rejected is wanted!
Reggaestory.de: Wie kam es, dass du erst von Deutschland nach Uganda und später wieder zurückgekommen bist?
Karl Emmanuel: Das ist Schicksal.
Reggaestory.de: Gibt es in Uganda eine Reggae-Szene?
Karl Emmanuel: Ja gibt es. Dort sind auch Leute, die sich im Reggae austoben.

Ali Toukabri alias Admiral Ali (Drums)

Ali Toukabri

Ali, geboren in Tunesien, kam mit 12 Jahren nach Deutschland.
Schon als Kind fühlte er sich zum Reggae Drummer berufen.
Nach einer Lehre als Seemann, welche Ali den Beinamen „The Admiral“ eingebracht hat, begann (von nun an) Admiral Ali mit 22 Jahren Schlagzeug für Reggae Bands zu spielen. Anfang der Neunziger rief Admiral Ali in Hamburg mit dem Frontmann „Paps Natty General“ die Roots Reggae Band The Lions ins Leben.
Als Drummer und Komponist veröffentlichte er 3 Alben mit den Lions.
Es folgten mehrere Tourneen durch Deutschland und Europa.
Nebenbei widmete sich Admiral Ali Dub Poetry Projekten.
Mit den erlangten Erfahrungen wurde Admiral Ali seit 1997 ein fester Bestandteil der Roots Reggae Band Dub Division.
Nach regelmäßigen Live Aktivitäten mit Dub Division, wird nun 2012 das Album „Shalom“ veröffentlicht.

Reggaestory.de: Mit 12 Jahren sein gewohntes Umfeld und das Land zu verlassen ist dir sicher schwer gefallen? Wie kam es dazu?
Ali: Ich bin mit meiner Mutter zu meinem Vater gezogen, der schon Jahre vorher hier gewohnt hat.
Reggaestory.de: Tunesien und Reggae - gibt es da auch Möglichkeiten?
Ali: Es gibt sehr große Möglichkeiten. Fast jeder Jugendliche kennt Reggae. Zwar gibt es nicht viel aus Jamaica, dafür haben wir viel Reggae aus Afrika. Lucky Dube, Alpha Blondy und andere spielen sie auch inna di dance.
Reggaestory.de: Fährst du manchmal noch zur See oder ist das Geschichte?
Ali: Nein, ich segele nur noch auf den Wellen des Dubs und Roots Reggae.

Dennis Dubwise (Bass)

Dennis Dubwise

Dennis Dubwise wurde in der Nähe von Bremen geboren. 1999 kam er vom Punkrock zum Reggae. Von 2001 bis 2010 moderierte er alle zwei Wochen die Reggae Radio Show "Chill’In - Uplifting Broadcasting", ein zweistündiges Musikmagazin beim Bürgerfunk "Bremer Umland 92,5".
Mit Freunden gründete er die Reggae Band Deljooka, die von 2000 bis 2004 aktiv war. Im Sommer 2004 kam er nach Hamburg und war als Bassmann unter anderem für Karamala tätig. Bei einer Session mit ihnen lernte er Micky Dread kennen, der ihn 2009 zu Dub Division brachte. Seit dem spielt Dennis Dubwise den Bass für Dub Division.
Bis 2012 bereitete er die Veröffentlichung des Debütalbums „Shalom“ mit vor und leistete den Großteil der Produktionsarbeit in Dub Divisions Studio.

Reggaestory.de: Da du den Großteil der Produktionsarbeit für das Debutalbum geleistet hast, wirst du dich sicher an die schwierigen und auch schönsten Momente der Arbeit besonders erinnern können. Was kannst du darüber berichten?
Dennis: Die schwierigsten Momente gab es tatsächlich beim Mischen. Wir wollten Roots in ein neues Gewand bringen. Dazu haben wir einen Mixer Man gefunden, der seinen moderen Stil mit uns neu entdeckt hat. Der schönste Moment waren die Gesangsaufnahmen mit Emmanuel. Er konnte in nur zwei Stunden alles einsingen, weil er 24 Jahre Zeit hatte sich darauf vorzubereiten.
Reggaestory.de: Am 30.11.2012 habt ihr eure Album Relase Party im Hamburger Indra. Wird es daran anschließend auch eine Deutschlandtour durch die gängigen Clubs geben?
Dennis: Dafür haben wir die CD gemacht. Wir wollen sie gerne live präsentieren.
Reggaetory.de: Wann werdet ihr an neue Produktionen denken? Ich gehe davon aus, dass "Shalom" ein Erfolg wird.
Dennis: Die bisher veröffentlichten Songs sind nur der Anfang. Es gibt noch viele mehr, die darauf warten aufgenommen zu werden.

Micky Dread (Gitarre)

Micky Dread

Micky Dread wurde in Sumatra, Indonesien geboren. Seit 1994 verschrieb er sich der Reggae Musik. Seine erste Reggae Gruppe war GAM (Generation after Marley), mit denen er im Dschungel Indonesiens spielte. 1996 kam Micky Dread nach Hamburg. Seit 2008 spielt er für Dub Division die Rhythmus Gitarre (like a lion scratch) und arrangiert die Songs mit.

Reggaestory.de: Wie kommt man als Indonesier auf die Idee nach Deutschland auszuwandern?
Micky Dread: Die Erde ist groß und mein Weg hat mich hierher getragen.
Reggaestory.de: Was die meisten Leute nicht wissen ist, dass es auch in Indonesien eine richtige Reggae Szene gibt. Mbah Surip, der leider 2009 verstorben ist und mit seinem "Tak Gendong" wohl eher die Spaßfraktion bedient hat, Joni Agung (Bali) oder Steven & The Coconut Treez, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Deine frühere Band GAM ist also keine Ausnahme. Wen siehst du in Indonesien als bekanntesten oder für dich persönlich als besten Reggae Künstler?
Micky Dread: Steven & The Coconut Tree favorit artist from Indonsia. Big Up Lombok Island!
Reggaestory.de: Indonesien ist meines Wissens das größte muslimische Land der Welt und Drogenbesitz wie Cannabis steht unter schwerer Strafe, was unter Umständen bis zur Todesstrafe führen kann. Leider werden ja fast überall auf der Welt Reggae und die Rastafarben mit Cannabis in einem Zuge genannt. Wie kommt die Szene in Indonesien damit zurecht?
Micky Dread: Es ist sehr gefährlich und illegal. Jeder, der was damit zu tun hat, weiss es auf seine Art zu handhaben.
Reggaestory.de: Ich war erst kürzlich in Indonesien und habe von einer Insel gehört, auf der es nur Rastas, keine Autos und jede Menge heiliges Kraut geben soll. Eigenartiger Weise wohl auch mit Wissen der Behörden, was der üblichen Praxis widerspricht. Hast du davon schon etwas gehört?
Micky Dread: Davon habe ich noch nicht gehört, und ich kann es mir kaum vorstellen?!

Heiko Senger alias Highko Dread (Perkussion, und Promotion für Dub Division)

Highko Dread Planet Dread Records

In Hamburg geboren, verfiel Highko Dread 1983 durch die „Mama Africa“ Tour von Peter Tosh dem Reggae. Mitte der Achtziger widmete sich Highko Dread dem Perkussion spielen, um Reggae intensiver ausleben zu können. 1988 gründete er die Roots Reggae Band Dub Division mit. 1991 gründete er die Backing Band Di Irie’s mit. 1992 gründete er die Natty Rebels mit. Mitte bis Ende der Neunziger spielte er öfters für die Reggae Band One Drop Posse und Dub Mi Ruff, und zelebrierte regelmäßig Nyabinghy Session mit den Lions.
Ab Ende der Neunziger war Highko Dread nur noch für Dub Divison tätig. 2007 gründete er das Label Planet Dread Records und veröffentlicht sein erstes Album „Play De Music“ (PDR 001) für Ire Hi-Fi, sowie 2008 die Single „Run From Di Thunder“ (PDR 701) mit Mighty Howard. 2012 hat Highko Dread Perkussion für Dub Divisions Album „Shalom“ eingespielt und es auf seinem Label Planet Dread Records in Kooperation mit Karl-Emmanuel Musoke veröffentlicht. Mit Planet Dread Records übernahm Highko Dread die Labelarbeit für Dub Division und spielt nur noch gelegentlich Perkussion.

Reggaestory.de: Das Wort "gegründet" spielt in deinen biografischen Daten eine recht häufige Rolle. Bist du jetzt angekommen?
Highko: Ja, das bin ich. In den Neunzigern hat Hamburg für Reggae viele Möglichkeiten geboten, die ich einfach nutzen musste, um meinen Teil dazu beizutragen und meine Erfahrungen zu machen. Jetzt bin ich da angekommen, wo ich begonnen habe, und da gehöre ich hin!
Reggaestory.de: Für dein Label "Planet Dread Records" schwirren im Internet auch einige Weblinks herum, deren Verbindungen aber niemals funktionieren. Wird es die Website www.planetdreadrecords.com noch einmal geben oder läuft das jetzt mit Dub Division zusammen?
Highko: Planet Dread Records gibt es nicht mehr als Einmann-Unternehmen, wie damals. Die Webseite wird es also nicht mehr geben. Das Know-How von damals stelle ich jetzt Dub Division zur Verfügung, damit wir unabhängig sein können.
Reggaestory.de: Nur noch "gelegentlich" Perkussion spielen. Geht das denn? Kann man denn überhaupt loslassen, auch wenn es die andere Arbeit vielleicht erzwingt?
Highko: Ja, für mich geht das. Für mich ist das eine Frage der Priorität. Meine Hauptaufgabe sehe ich derzeit in der Labelarbeit für Dub Division. Erfordert die Aufgabe nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit, spiele ich auch wieder mehr Perkussion. Alles zu seiner Zeit und dann aber richtig!

Regelmäßige Gastmusiker von Dub Division sind:

Rudy Valentino (Lead Guitar) und Piet Adele (Keyboard)

Rudy Valentino Piet Adele

Bild 1: Rudy Valentino
Bild 2: Piet Adele

Rudy war langjähriger Gitarrist bei Toots Hibbert bei Studio Arbeiten und Sly & Robbie. Er spielt auch für Samy Deluxe, die Tsunami Band und Ray Darwin.

Piet spielte und spielt auch bei Uprising, The Lions, The Mass, Herbman Band, Ray Darwin und andere. Er produziert auch selber.


Dub Division


Wir wünschen Dub Division viel Erfolg für die Zukunft und uns, dass es bis zum nächsten Album nicht wieder so lange dauert!

Copyright: Reggaestory

Text mit Unterstützung von Dub Division
Fotos mit Genehmigung von Dub Division

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