Imprint Contact
 yaam-werbung2

COCOA TEA & FRANKIE PAUL
European - Tour


27.11.2011 - YAAM Berlin

Flyer
Calvin George Scott & Paul Blake oder besser bekannt als Cocoa Tea & Frankie Paul, waren kürzlich zusammen auf
Europa Tour. Deutschland war Dank Conceptual Events mit 3 Locations dabei.

YAAM Berlin – 27.11.2011
U-Club Wuppertal – 29.11.2011
Universum Stuttgart – 30.11.2011

Nicht viel, aber zum Glück wenigstens eine Location dabei, die für uns erreichbar war. 
Frankie Paul war zwar dieses Jahr schon einmal in Deutschland, aber sein Auftritt zusammen mit Cocoa Tea war uns natürlich wieder eine Reise wert.
Die letzten beiden Touren in 2009 und 2007 hatten noch den Bezug zu seinen kurz zuvor veröffentlichten Alben „Yes We Can“ (2008) und „Biological Warfare“ (2007). Dieses Mal gibt es leider keinen entsprechenden neuen Tournamen. Ein neues Album lässt also noch auf sich warten. Auch bei Frankie Paul gibt es offenbar noch nichts Neues. Beide Künstler zehren bis auf Weiteres von ihrem bisherigen Schaffen. Aber wir wollen nicht ungeduldig sein. Immerhin haben die Beiden zusammen schon zirka 70 Alben auf den Markt gebracht.

Frankie Paul, kam am 19.10.1965 in Kingston, Jamaica, blind zur Welt. Bereits im Alter von 3 Jahren begann er zu singen. In seinem 8. Lebensjahr konnte glücklicher Weise ein Teil des Augenlichts auf einem Auge wieder hergestellt werden. 1976 traf Frankie Paul an der Schule mit Stevie Wonder zusammen, was er als einen der größten Momente in seinem Leben ansieht. 1980 konnte Frankie Paul seine ersten Studioaufnahmen realisieren. Mit „Pass The Tu-Sheng-Peng“, gelang ihm 1984 der Durchbruch in Jamaica. Inzwischen liegt seine Albumbilanz bei ungefähr 50 Stück. Hier nur eine kleine Auswahl vom Ende der langen Liste.

Frankie Paul - Hardcore Loving Frankie Paul - Asking for love Frankie Paul - Come Back Again Frankie Paul - Are You Ready
Frankie Paul - Forever Frankie Paul - Best Of Friends Frankie Paul - Reggae Legends Frankie Paul - Most Wanted

Bild 1: „Hardcore Loving“, 1996 Charm Records
Bild 2: „Asking For Love“, 1997, 2008, 09 VP, Jet Star
Bild 3: „Come Back Again“, 1996 VP
Bild 4: „Are You Ready“, 2008 Cousins
Bild 5: „Forever“, 2009 ERNI
Bild 6: „Best Of Friends“, 2005 Jet Star Music, 07, 08, 09 Charm Records
Bild 7: „Reggae Legends“, 2009 Greensleeves
Bild 8: „Most Wanted“, 2011 Greensleeves

Die Angaben der Jahreszahlen und der Labels sind mit Vorsicht zu genießen. Man findet hierzu die widersprüchlichsten Angaben und Zuordnungen. Aber eines ist gewiss, wer von Frankie Paul noch gar nichts hat, sollte nicht zur aktuellsten Jahreszahl greifen. Wer einen guten Querschnitt seiner alten Hits haben möchte, ist mit der 2009-er „Reggae Legends“ am besten versorgt. Auf vier CD-s gibt es dort genügend Material. Wer dann noch ein paar modernere Töne hören möchte, sollte sich die „Best Of Friends“ zulegen.

Cocoa Tea ist mit seiner Albumbilanz noch nicht in diese Größenordnung vorgedrungen. Obwohl er 6 Jahre älter als Frankie Paul ist, was man gar nicht glauben mag, kam sein Debutalbum „Wha Them A Go Do, Can't Stop Cocoa Tea“ ebenfalls erst 1985 heraus. Aber man muss ja nicht mehrere Alben in einem Jahr wie Frankie Paul herausbringen. Cocoa Tea´s Veröffentlichungen, die bei 20 Alben liegen, sind beachtlich genug für einen Zeitraum von 26 Jahren. Eine Albumbilanz sollte auch nicht als Wertung über einen Künstler herhalten und dient hier nur der Information. Frankie Paul und Cocoa Tea sind zwei Schwergewichte des Dancehall und des Reggae, und wessen Waagschale schwerer wiegt, muss jeder Fan für sich entscheiden. Cocoa Tea hat vielleicht mehr die jüngeren und Frankie Paul die älteren Hits auf seinem Gebiet, aber das ist wie immer Geschmacksache. Cocoa Tea dürfte auch die sanftere und melodiösere Stimme auf seiner Seite haben, für die er auch seinen Beinamen „Sweet Sweet“ erhalten hat.
Beste Voraussetzungen für ein abwechslungsreiches Programm und gegenseitige Ergänzung der beiden Künstler auf der gemeinsamen Tour.

Cocoa Tea - Feel The Power Cocoa Tea - Save Us Oh Jah Cocoa Tea - Biological Warfare Cocoa Tea - Yes We Can

Bild 1: „Feel The Power“, 2001 VP
Bild 2: „Save Us Oh Jah“, 2006 VP
Bild 3: „Biological Warfare“, 2007 minor 7 flat 5
Bild 4: „Yes We Can“, 2008 Roaringlion Recording Company

Nun ein paar Eindrücke aus dem Berliner YAAM.

Mir liegen noch die Worte des Tourmanagers von Coco Tea´s letztem Berlinkonzert in den Ohren.„Alte Männer lässt man nicht warten!“, hieß es da scherzhaft, als wir mit Cocoa Tea noch ins Studio wollten, aber noch vorher ein paar Worte mit Turbulence wechseln wollten. Das weckt die Hoffnung, heute einen früheren Start zu erleben. Immerhin steht der selbe Mann hinter der neuen, heute verantwortlichen Booking Agency, Conceptual Events.
Und tatsächlich heißt es gegen 21:00 Uhr, dass es innerhalb der nächsten halben Stunde beginnen wird. Die Künstler sind schon im Backstage und ziehen sich gerade um.
Im angrenzenden Außenbereich treffe ich schon wieder Joseph Blue Grant. „Hallo, schon wieder hier? Machst du jetzt mit Tourbegleitung bei den Künstlern?“, frage ich ihn. „Nein, letztes Mal bei Etana war das reiner Zufall. Man hat mich eben kurz vorher gefragt, ob ich hier im YAAM Moderator machen würde. Und da ich nun ungefähr seit einem Monat in Berlin lebe, bietet sich das an. Ich mache das sehr gerne.“ „Schön, da werden wir uns ja in Zukunft noch öfter sehen.“, stelle ich fest und mache mich auf den Weg in Richtung Bühne.

Cocoa Tea und Frankie Paul treten heute Abend mit vierköpfiger Band auf. Weiterhin haben sie zwei Mädels für den Backgroundgesang dabei. Wir müssen tatsächlich nicht mehr allzu lange warten, bis die Akteure der Show ihren Platz einnehmen. Es folgt eine kurze instrumentale Einspielphase und Joseph Blue Grant kündigt mit Frankie Paul den ersten Star des Abends an. Joseph beseitigt für Frankie Paul noch schnell ein paar Kabelschlingen, die ihm wegen seiner Sehbehinderung gefährlich werden könnten, während Frankie schon voll in sein Programm eingestiegen ist.

Frankie Paul Frankie Paul Frankie Paul

Frankie Paul

Frankie Paul scheint ganz in Seide gehüllt zu sein. Er trägt eine silbrig graue, nahezu unscheinbar gestreifte Hose, dazu eine glänzende schwarze Jacke und einen grau-weiß gemusterten leichten Seidenschal. Glücklicher Weise ist der Winter dieses Jahr noch nicht bei uns eingebrochen, denn seine leichten Sandalen dürften auch schon jetzt für etwas ungewohnte Kühle an den Füßen sorgen. Frankie Paul spult routiniert sein Programm ab. Es folgt ein Hit nach dem anderen. „War Is In The Dance“, „Cassanova“, „Sarah“, „I Know The Score“, „Tidal Wave“, „Jump No Fence“, „Hooligan“ oder „You Come Running Back“ …, und es hört nicht auf. Man kann kaum wiedergeben, was Frankie Paul alles in seinen Programmteil unterbringt. Sein erster großer Hit „Pass The Tu-Sheng-Peng“ darf dabei natürlich auch nicht fehlen.
Chantelle Alisha Smith alias „Chanti-I“ und Shenae Wright, die für Backgroundgesang und Tanz zuständig sind, knien sich voll rein und blühen mit jedem neuen Titel förmlich auf. Beide sind in Rot und Schwarz gekleidet und bringen nicht nur deswegen richtig Farbe ins Programm. Chantelle hat auch noch rot-gelb-grün dezent geschminkte Augenlider, was leider nicht jedermann auf Grund der Entfernung bemerken wird. Sie besticht mit besonders aussagekräftiger Mimik und Gestik, während Shenae mehr für kräftigen Rhythmus und für´s Lachen zuständig erscheint. Mit „My Desire“ hat Chanti-I, die gebürtige Engländerin ist, auch schon eine eigene Single in diesem Jahr herausgebracht, und wird bald auch noch ein komplettes Album nachschieben.

Shanti-I Shanti-I Shanti-I & Shenae Wright

Frankie Paul Frankie Paul

Als Frankie Paul seinen Programmteil abschließt, ist wiederum Joseph zur Stelle, um ihn sicher von der Bühne zu geleiten und danach sofort Cocoa Tea anzukündigen.

Frankie Paul

YAAM

Sein Eröffnungssong ist Bob Marleys „Rastaman Chant“, der ein klares Zeichen für Cocoa Tea´s musikalische Richtung setzt und an sein Vorbild erinnert. Er braucht auch nicht lange, um die Massive voll in Stimmung zu bringen. Sie ist von Anfang an voll bei der Sache und singt lautstark mit, was besonders beeindruckend beim später folgenden „She Loves Me Now“ zum Ausdruck kommt. Cocoa Tea wendet ständig das Mikro hin und her um den best möglichen Effekt zu erzielen. Auch wenn Frankie Paul schon sehr gut vorgearbeitet hat, ist die Stimmung bei Cocoa Tea meines Erachtens noch deutlich angestiegen.

Cocoa Tea

Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea

Dann „Party Time“. Lee Perrys Black Ark und The Heptones lassen schön grüßen. Perfekt gemacht, wie die Band den alten Sound rüber bringt. Einfach genial. Weitere Hits folgen wie Bob Marleys „One Drop“, „Holy Mount Zion“, Hurry Up And Come“, „Stand Up Straight“ und viele andere. Ein tolles Programm.

Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea

Cocoa Tea Cocoa Tea

Während „Holy Mount Zion“, der ja etwas ruhiger dahingetrommelt wird, macht sich Cocoa Tea langsam Luft und beginnt sein Hemd aufzuknöpfen. Solche Szenen werden wir jetzt öfter sehen – bei der guten neuen Heizung im YAAM. Er bringt es aber noch nicht zu Ende und quält sich noch ein paar Titel damit ab. Später muss ihm Chanti-I behilflich sein und Cocoa Tea singt passender Weise dazu: „I must take off my shirt …“.

Cocoa Tea Cocoa Tea Cocoa Tea & Shanti-I

Shanti-I Shanti-I Cocoa Tea Cocoa Tea

Von seinem schicken grauen Hemd entledigt, geht es nun weiter im gelben Netzhemd. Cocoa Tea glänzt am ganzen Körper, lässt aber eisern sein Taschentuch unbenutzt und zusammengeknüllt in der linken Hand stecken, wo es die ganze Show lang schon ist und auch noch bleiben wird. Auch die bereit gelegten Handtücher bleiben ungenutzt.

Cocoa Tea Cocoa Tea YAAM

Es folgen noch zahlreiche weitere gute Stücke wie „I´m Not A King“, Bob Marleys Superhit „Waiting In Vain“ und „Tune In“, nur um noch einige zu nennen. Wer Cocoa Tea kennt und leider nicht hier sein kann, wird aber daran ausreichend erkennen, was für eine Show wir hier geboten bekommen.

Shanti-I & Shenae Wright Cocoa Tea Cocoa Tea

Dann ist es irgendwann leider wieder so weit, Cocoa Tea verabschiedet sich und Joseph übergibt mit ein paar Schlussworten an den sofort anschließenden Sound. Wie war das? Habe ich das richtig gehört? In zwei Jahren sehen wir uns wieder? Kann sein, bisher war es ja wirklich so. 2007, 2009 und heute 2011.

Fazit: Da fällt mir jetzt gar nichts mehr ein. Ich bin jedenfalls rundum zufrieden. Es gibt zwar noch jede Menge Hits, die man noch hören möchte, aber wie lange soll dann Cocoa Tea auf der Bühne stehen. Nur ein „Pass It Over“ im Duett mit … (Darf man noch sagen mit wem?), könnte den Abend noch toppen.
Auffällig war für mich, dass kein Wort mehr zu Obama gefallen ist. Die Erwartungen haben sich wohl doch nicht so ganz erfüllt, wie man eigentlich auch erwarten konnte. Eigentlich etwas schade um das Album „Yes We Can“.

Hier noch zum Abschluss ein paar Backstage-Impressionen von der besonders gut gelaunten und zuvorkommenden Künstlerschar.

Frankie Paul Cocoa Tea Cocoa Tea Frankie Paul Frankie Paul & Vido Jelashe Frankie Paul & Cocoa Tea Shanti-I, Shenae Wright, Cocoa Tea & Vido Jelashe

Frankie Paul, Shenae Wrigt, Shanti-I, Cocoa Tea

Shenae Wright, Shanti-I & Cocoa Tea Shanti-I & Cocoa Tea Shenae Wright, Shanti-I & Cocoa Tea

Joseph Blue Grant Cocoa Tea & Vido Jelashe

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an das YAAM Team, das Management von Cocoa Tea und Frankie Paul, Norman Reid und natürlich ganz besonders an Frankie Paul und Cocoa Tea, Chanti-I, Shenae Wright und die Band, die leider namenlos geblieben ist.

Zurück

 
Conceptual Events