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Trinity Music
ANTHONY B - THE REAL REVOLUTIONARY

03.06.2012 - YAAM Berlin

Anthony B Poster 2012
Anthony B, The Real Revolutionary, war im Rahmen einer Europatournee kürzlich auch auf sechs deutschen Bühnen zu erleben.

Das Tourposter war wieder das gleiche wie 2010. Ob das klug war? Bei der Fülle von Bildern mit Anthony B, hätte sich doch sicher etwas Neues gefunden. Denn wenn der oberflächliche Betrachter auf das Poster im Internet stößt, ist mangels Jahreszahl die Aktualität kaum zu erkennen.
Oft wurde schon an dieser Stelle über ihn berichtet, was ein Aufwärmen der zurückliegenden Fakten aus Anthony B´s Laufbahn eigentlich überflüssig macht. Nutzt daher die Zusammenstellung der Links am Ende dieser Seite für weitere Informationen. Jeder frühere Bericht ist so am schnellsten aufzufinden.

Was gibt es Neues seit dem letzten ausführlichen Bericht aus 2010? Natürlich sind seine Discography und analog sein Hitkatalog wieder ein Stück länger geworden. Das kann man nicht bei jedem Artist sagen. Denn die Zahl der Alben muss nicht unbedingt zur Vermehrung der Hits führen. Seine letzten beiden Studioalben „Rasta Love“ und „Freedom Fighter“ sind schon zum festen Bestandteil seiner Shows geworden. Dies aber nicht nur um sie vorzustellen, sondern weil wirklich beständige Hits dabei sind.

Anthony B - Rasta Love Anthony B - Freedom Fighter

Bild 1: Anthony B – Rasta Love (08/2011)
Bild 2: Anthony B – Freedom Fighter (05/2012)

Man kann Anthony B jedes Jahr besuchen und wird immer wieder ein anderes Programm mit neuen Hits hören. Es ist schon längst unmöglich geworden ein privates „Best“ Album zusammenzustellen, ohne schmerzliche Aussortierungen vorzunehmen. Genauso ist es mit seinen Shows. Man wird immer etwas vermissen und hat nur wenige Möglichkeiten einen Austauschkandidaten in der Setlist zu benennen.

Gehen wir jetzt einfach ins YAAM und lassen die diesjährige Show Revue passieren.

Analog zur Wiederholung des Tourposters aus 2010 hat man auch dieses Jahr das Konzert vom Berliner C-Club ins YAAM verlegt. Angereist ist Anthony B mit der Born Fire Band. Dies sind Edwin an den Drums, Toho Saunders am Bass, Byron an der Gitarre, Richard Blackwood am Keyboard und Sound Ingenieur Jay Garcia im Hintergrund. Für das Tourmanagement ist Revelation Concerts zuständig, und der Veranstalter im YAAM ist heute Trinity Music.
Irgendwann zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr werden schließlich die ersten Takte auf der Bühne angeschlagen. Als Intro für die Show dient heute Bob Marleys „Redemption Song“. Hinter der Bühne ertönt der Gesang, den ich aber nicht unbedingt Anthony B zuordnen kann. Nur wenig Vertrautes liegt in dieser Stimme. Aber der Jubel der Massive bricht schon los und kurz danach ist Anthony B auf der Bühne.

Born Fire Band

Anthony B

Toho Saunders Anthony B Anthony B

Der obligatorische Turban, Shirt und Hose sind in braun gehalten. Darüber trägt er ein farbenfreudiges weites Hemd, mit den Hauptfarben blau, gelb und orange, die von einem braunen kleinformatigen Gittermuster überdeckt sind. Einen Stock gibt es heute wieder nicht im YAAM. Diesen setzt er offenbar nur auf den größeren Bühnen ein.
Mit „Good Cop Bad Cop“ (Street Knowledge) und „World A Reggae Music“ (Black Star) steigt Anthony B sofort in die Vollen und geht fast im Jubel der Massive unter. Er macht einen leicht angegriffenen Eindruck, die Augen sind oft zugekniffen und seine Stimme bleibt manchmal fast weg. Das ist schon ein wenig erschütternd, wenn man die üblichen Facetten seines Gesangs kennt. Anthony B tut mir furchtbar leid, und ich bekomme schon Halsschmerzen nur vom Hinschauen. Der ständige Gang zur Wasserflasche ist für Anthony B unabdingbar.

Anthony B

Anthony B Anthony B Anthony B

YAAM bei Anthony B

YAAM bei Anthony B

Danach folgen Hits wie „Good Life“ (That´s Life) und „Life Over Death“ (Life Over Death). Ich kann mir fast nicht vorstellen, wie Anthony B mit seiner angeschlagenen Stimme die gesamte Show durchstehen will. Ich befürchte schon das Schlimmste - einen Abbruch des Konzerts.



Live Video: Anthony B - Life Over Death

Mit seiner wunderschönen Liebeshymne „My Yes & My No“ (Rasta Love) gibt´s den ersten Knaller von seinem vorletzten Album, sowie ein klein wenig Erholung und Hoffnung für die Stimme.



Live Video: Anthony B - My Yes & My No
 
Dann geht es weiter mit Anthonys Hitkatalog und Stücken wie „Waterpumpee / Waan Back“ (Universal Struggle) und „Whip Dem Jah Jah“ (Life Over Death).



Live Video: Anthony B - Waterpumpee / Waan Back



Live Video: Anthony B - Whip Dem Jah Jah

Anthony B wird erstaunlicher Weise immer besser und die Probleme mit der Stimme lassen wieder etwas nach. Eigentlich irgendwie unlogisch. Wie macht er das nur? Hinzu kommen seine energiegeladenen Bewegungsabläufe auf der Bühne die seinesgleichen suchen. Und er rennt und rennt weiter mit „Freedom Fighter“ vom aktuellen gleichnamigen Album. Das Stück singt er auch schon gemeinsam mit U Roy als „Run For Cover“ auf dessen 2003-er Album „Rebel In Styylle“. Immer wieder genial.



Live Video: Anthony B - Freedom Fighter

Weitestgehend gute Bühnenbeleuchtung heute übrigens. So müsste es immer sein. Das bringt einen erheblichen Qualitätsschub für die Show. Anfangs war es zwar wieder recht finster, aber schon nach den ersten drei Stücken ist der Beleuchter erwacht.

Born Fire Band

Anthony B Anthony B Anthony B

Edwin an den Drums und Toho am Bass sind neben der Musik auch noch die Unterhaltungskünstler der Band und verbreiten gute Laune pur. Stimmungsvolle Drummer zu erleben ist ja nicht so selten, aber solch einen bewegungsaktiven Bassisten wie Toho schon. Meistens sind diese doch eher sparsam mit ihren Bewegungen.
„Iley, Iley, Iley, Iley Selassie I“ (Rise Up) und „Police“ (Street Knowledge) folgen. Anthony B braucht gar nicht mehr selber singen. Zumindest das Wort „Police“ nimmt ihm komplett und lautstark die Massive ab.



Live Video: Anthony B: Iley, Iley, Iley, Iley Selassie I



Live Video: Anthony B - Police

Dann gibt es die erste kurze Pause und Joseph Blue Grant erscheint als Moderator auf der Bühne. Keine Frage, dass hier noch nicht das Ende sein kann, zumal sich Anthony von seinen Stimmproblemen bisher nicht unterkriegen lassen hat.
„Yaggedi, yaggedi, yaggedi, yagga yagga yo …“, weiter geht es mit „Raid The Barn“ (So Many Things) und dann folgt mit „Crazy Life“ (Rasta Love) eine der schönsten Hymnen von Anthony B. Wer da keine Gänsehaut bekommt ist im falschen Konzert. Einfach nur klasse!



Live Video: Anthony B - Raid The Barn



Live Video: Anthony B - Crazy Life

Mit „Imagine“ gibt es auch einen Ausflug in John Lennons Schaffen. Ein Stück von seinem gleichnamigen 1971-er Album, welches weltweit zur Hymne der Friedensbewegung wurde. „Higher Meditation“ (Higher Meditation) und „Everybody Needs Somebody To Love“ (Rasta Love) leiten die Schlussphase ein.

Anthony B

Anthony B

Anthony B Anthony B



Live Video: Anthony B - Everybody Needs Somebody To Love

Edwin zerlegt bei seinen energiegeladenen Aktionen das Schlagzeug, und das Crashbecken fliegt ihm mehrfach um die Ohren. Er ist voll auf Touren und hat sein Shirt schon seit langem ablegen müssen. Mir fliegt einer seiner Sticks entgegen. Dachte schon fast der wäre als Souvenir gedacht, aber als Edwin in meine Richtung zeigt und Toho das Teil vor der Absperrung sucht, kann und muss ich ihm aus der Klemme helfen.

Anthony B Anthony B Byron bei Anthony B Edwin bei Anthony B Anthony B

Joseph Blue Grant Joseph Blue Grant

Mit „Time To Have Fun“ (Rasta Love) geht es in den rockigen Abschluss der Show. Anthony stellt dabei die Band vor und jeder steuert ein kleines Solo bei.



Live Video: Anthony B - Time To Have Fun

„Love yourself“ appelliert Anthony B zum Schluss an die Massive. Ein Motto, welches Anthony B immer an irgendeinen Titel anhängt. Denn nur wer dies tut, ist auch in der Lage andere zu lieben, so seine Devise.  
Joseph spricht die Schlussworte, liest die Teile zusammen und posiert mit dem Crashbecken zum Abschied.

Hier noch ein paar Backstage-Impressionen nach der Show.

Anthony B

Anthony B

Anthony B

Anthony B

Anthony B Anthony B und Still CoolAnthony B Anthony B Anthony B

Anthony B Anthony B Anthony B - Words Anthony B

Copyright: Text und Fotos by Reggaestory

Mein besonderer Dank geht an Lena und das YAAM Team, Trinity Music, Revelation Concerts und natürlich an die Artists des Abends.

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Revelation Concerts Anthony B