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ReggaeInBerlinYAAM
9 JAHRE REGGAEINBERLIN.DE FESTIVAL

17. - 18.07.2015 - YAAM Berlin

Inner Circle
Im Berliner YAAM an der Schillingbrücke feierte kürzlich ReggaeInBerlin.de in zwei Sälen, an zwei Tagen und Nächten, seinen 9. Geburtstag.
Anders als im vorigen Jahr, als nur die Soundsystems für´s Backing der Künstler verantwortlich waren, standen dieses Mal neben den über 25 Sounds und DJ´s, einige hervorragende Bands mit auf dem Programm. Nachdem man 2014 ein reines Indoor Festival gewagt hat, wurde für dieses Jahr das In – und Outdoor Festival verkündet.
Am Samstag, den 18.7. gab es wieder den berühmten "Family Day", was für ein volles "Haus" am Strand und auf dem afrikanischen Markt sorgte.
Von 16 – 19 Uhr konnten die Besucher umsonst und draußen vor der Outdoor Bühne tanzen, am Strand ein Cocktail genießen, Soccer spielen oder einfach nur chillen.
Auch wenn bei der herrschenden Hitze jenes Wochenendes, der Weg von draußen nach drinnen besonders schwer fiel, war spätestens bis 21:30 Uhr geboten die Decke zu rollen. Denn zu dieser Zeit waren mit Sattatree und Inner Circle die Hauptacts des Abends an der Reihe.

Timetable

Wie der obigen Timetable zu entnehmen ist, ging es aber schon am Vortag bzw. die ganze Nacht mit großartigen Künstlern wie Jahcoustix, Exco Levi und vielen anderen, kräftig zur Sache. Durch´s Programm führte Ganjaman, das allseits bekannte Berliner Aushängeschild des deutschsprachigen Reggae und Dauerteilnehmer der gesamten Festivalhistorie.
Der nachfolgende Bericht wird sich dieses Mal jedoch nur mit dem zweiten Teil des Festivals befassen. Früher war uns eine Teilnahme leider nicht möglich.

Begeben wir uns also ins YAAM und halten ein paar Eindrücke für spätere Erinnerungen fest

18.07.2015 - Sonnabend

Poster

Als wir eintreffen wird gerade die Kasse am Eingang zum Außengelände vorbereitet. Der kostenfreie "Family Day" geht langsam seinem Ende entgegen. Organisator Perry lächelt etwas müde, als wir fragen wie es gestern gelaufen ist. "Viel zu warm! Aber heute wird es bestimmt besser.", meint er zuversichtlich. Wir hoffen mit ihm.

YAAM

Einlass an der Schlillingbrücke

YAAM

Im Außengelände sieht es ja ganz gut aus, aber wer von diesen Gästen schließlich in die Halle kommt, ist ungewiss.
Schlendern wir auch noch ein wenig über´s Gelände bis drinnen der Startschuss fällt.

YAAM

YAAM

YAAM

YAAM

YAAM

YAAM

YAAM
 
Für musikalische Unterhaltung am Strand, sorgt gerade "Der brennende Zirkus". Aber keine Angst, hier brennt nix wirklich, die vierköpfige Berliner Truppe jongliert lediglich etwas mit HipHop, Reggae, Rock und Pop.
Die erst in diesem Jahr ins Leben gerufene Band, hat bereits eine EP im Gepäck, die auf Interessenten wartet. Die Massive scheint aber gerade noch nicht in Begeisterung verfallen zu wollen.
Hörproben gibt es in der Soundcloud des Zirkus.
Der brennende Zirkus

YAAM

Der brennende Zirkus

Drinnen sollte es inzwischen auch mit dem Bühnenprogramm beginnen, aber irgendwie hat niemand Lust in die Halle zu gehen. Vor der Bühne tut sich absolut nix.

Beim zweiten Programmpunkt unterhält sich deshalb Paul Reissmann, alias "CheRas" oder auch Sänger von "Hans der Kleingärtner", mit sage und schreibe nur 5 - 10 Leuten vor der Bühne. Das ist schon echt hart.
In das nebenstehende Album vom 11.05.2009, könnt ihr reinhören, wenn ihr das Bild anklickt.
CheRas wird heute auch als Moderator durch den Abend führen. Wünschen wir uns, dass nun bald der Ansturm beginnt.
Hans der Kleingärtner

CheRas CheRas

CheRas als Moderator der zweiten Festivalnacht

Als nach einer kurzen Pause schließlich der nächste Programmpunkt heranrückt, geschieht dann doch noch das Wunder und der Saal füllt sich nach und nach. Immerhin steht ja auch mit Sattatree ein echtes Highlight auf der Running Order. Oft bekommt man zu hören, dass es Sattatree und nicht Inner Circle war, wenn es um den Auslöser des heutigen Festivalbesuches geht.

Es war im Jahr 2007 als der mit nigerianischen Wurzeln versehene Leadsänger und Komponist Jimmy I Muze, bürgerlich James Emuze, die Band Sattatree ins Leben ruft. Mitglied der multikulturellen Berliner Roots-Reggae-Band werden damals neben Jimmy, der Bassspieler Jeff Chappah aus Zambia, der Brasilianer Fabiano Lima an den Percussion,  Philipp Wahlstab an den Drums, Jan Kordas an den Keys, beide aus Deutschland und Jimmys deutsche Partnerin Lisa I Muze an der Melodica und dem zweiten Keyboard.  Sattatree - Human Legalization

Die Band eröffnet mit "Reggae Music", ein Stück von ihrem zweiten Album "Human Legalization".



Live Video: Sattatree - 1/6 - Reggae Music

Sattatree

Sattatree

Sattatree Sattatree

Sattatree

Sattatree

Im Jahr 2008 entstehen Songs wie "Judgement Day", "Rootsman" und ihr erster durchschlagender Hit "Babylon". Soundengineer und Dubkünstler Alexander Hornbach, alias Aldubb, vom Berliner Label One-Drop, produziert 2010 Sattatrees Debütalbum "Rootsman". 6 Monate danach wird die Single "Babylon" aus dem Album ausgekoppelt. Nach nur wenigen Wochen ist die Single international ausverkauft.

Sattatree - Rootsman Sattatree - Babylon

Links: Debutalbum "Rootsman" - One-Drop Music 2010
Rechts: Single "Babylon" - One-Drop Music 2010

Jeff Chappah bringt später den erfahrenen Kwame Sometimer Gbemu (Togo – Ghana / KSG Productions) mit in die Band, der bald darauf die kraftvolle Bassgitarre spielt. 2012 gewinnt die Band den European Reggae Contest für Deutschland und den deutschsprachigen Raum.



Live Video: Sattatree - 2/6 - Babylon

Sattatree

Sattatree

Sattatree Sattatree

Sattatree

Sattatree

Am 22.06.2013 veröffentlichen sie ihr zweites Album "Human Legalization".
Aufgenommen, gemischt und gemastert werden die Songs in den Berliner Planet Earth Studios. Projektleiter ist deshalb natürlich wiederum Soundengineer Aldubb vom Label One-Drop, wo letztendlich auch das zweite Album erscheint. Und weil die Kompositionen von "Human Legalization" auch sehr gut ohne Gesang zurechtkommen, wird gleich noch eine zweite Scheibe mit 10 Dub Versionen dazu produziert.
Vor zirka einem Jahr gab es einige Umbesetzungen. Philipp Wahlstab hat die Drums an Miguel Alejandro Lagos Miranda aus Chile abgetreten und Kwame Sometimer Gbemu hat den Bass nun in alleiniger Hand. Jeff hat die Band verlassen. Weiterhin neu ist Bini Zion Ashenafi aus Äthiopien an der zweiten Gitarre. Darüber hinaus steht noch João Afojubá aus Brasilien, als weiterer Percussionist zur Verfügung, der aber nicht beständig dabei ist und heute auch nicht auf der Bühne steht. Somit ist Sattatree aktuell noch ein Stück multikultureller als zuvor geworden.



Live Video: Sattatree - 3/6 - Road To Zion

Sattatree

Sattatree

Sattatree Sattatree

Sattatree

Sattatree

Inzwischen ist der größte Teil der heutigen 11 Titel umfassenden Setlist abgearbeitet. Mit "Wanna Feel Irie" und "Mary & Juhana", sind auch zwei neue Stücke dabei, die wir an dieser Stelle aber noch nicht präsentieren wollen. Wir überlassen das vorerst noch den Konzerten von Sattatree. Also einfach hingehen und auf weiteres Material gespannt sein.



Live Video: Sattatree - 4/6 - Jah Jah Youth

Sattatree

Sattatree Sattatree

Sattatree

Das darf natürlich noch nicht das Ende der Show sein. Der Zeitplan hat noch Reserven. Jetzt ist die Massive an der Reihe etwas Lärm zu verbreiten, damit es auch noch wirklich zur Zugabe kommt. Etwas mehr könnte es schon sein, aber Sattatree lässt sich trotzdem nicht lange bitten und setzt mit dem beeindruckenden "Treat Your People Right" die Show fort. Immer wieder äußerst mitreißend ist der volle Einsatz der Band nach dem langen Vorspiel.



Live Video: Sattatree - 5/6 - Treat Your People Right

Sattatree

Sattatree Sattatree

Sattatree

Kommen wir nun zum unwiderruflich letzten Stück der Show, bevor dann die Vorbereitungen für den Auftritt von Inner Circle starten werden. Im Hintergrund macht sich beim Veranstalter schon etwas Unruhe breit, da von Inner Circle so einige gestellte Ansprüche abzusichern und vorzubereiten sind.

Sattatree

Sattatree



Live Video: Sattatree - 6/6 - Open Up Your Mind

Nun ist hinter der Bühne etwas Stress angesagt. Inner Circle möchte nicht nur auf der Bühne, sondern auch im dahinter liegenden Backstage freies Feld haben. Alle und alles müssen und muss bis zu einer bestimmten Zeit verschwunden sein. Naja, man kann auch übertreiben. Es ist viel mehr Platz da, als man überhaupt mit Inner Circle belegen kann.
Vor der Bühne wird an den Absperrungen rumgeruckelt. Die muss jetzt weiter weg von der Bühnenkante sein. Wieviel Zentimeter hätten sie denn gerne? Man, man, euch tut schon niemand was. Wir sind doch hier beim Reggae und nicht beim Hardcore Dancehall. Paar Leute vom Sicherheitsdienst werden jetzt auch noch zusätzlich vor die Bühne gestellt, die eigentlich gar kein Mensch braucht. Bereitschaft am Rande würde doch schon ausreichen.

Inner Circle wurde von den Brüdern Ian und Roger Lewis, sowie Stephen "Cat" Coore (heute bei Third World) und Michael "Ibo" Cooper (ebenfalls Third World bis 1997) im Jahr 1968 in Jamaica gegründet und nannte sich ursprünglich The Inner Circle Band. Ihre wohl größten Erfolge verbuchte die Band in der Zeit mit dem unvergessenen Jacob Miller, von 1974-1980. Jacob Miller starb bei einem Autounfall am 23. März 1980, zu dessen Ursache man bis heute noch spekuliert. Sein Tod führte zur Trennung der Band.
Inner Circle - State Of Da World

Erst im Jahr 1986 formierte sich die Band wieder neu und brachte sich mit ihrem 1987er Hit "Bad Boys" wieder richtig ins Gespräch. Seitdem haben die verschiedensten Sänger mit Inner Circle zusammengearbeitet. Das alte Klangbild der Band ist aber verlorengegangen und hat sich heute in eine etwas andere Richtung entwickelt. Ihr bekanntester und erfolgreichster Song nach Jacob Miller war "Sweat", in den frühen 1990er Jahren, der allen als "A La La La La Long" in den Ohren liegt, und es sogar in die hiesigen Musikkanäle von Rundfunk und Fernsehen geschafft hat. Mehr Details aus der langen Geschichte von Inner Circle gibt´s auf deren Website oder bei Wikipedia.
Momentan erlebt Jacob Millers größter Hit "Tenement Yard", in der 2015er Version von Inner Circle feat. Chronixx eine Auferstehung.

Jetzt kommt Bewegung auf die Bühne. Die Musiker nehmen ihre Plätze ein, was bei Roger Lewis natürlich besondere Bedeutung hat, da für ihn tatsächlich ein Sitzplatz nötig ist. Leider kann er nur noch selten für längere Zeit stehen. Das ist schon seit vielen Jahren so.

Inner Circle

Inner Circle - Roger Lewis

Inner Circle - Roger Lewis Inner Circle - Roger Lewis

Aber lassen wir nun ein paar Eindrücke der heutigen Show Revue passieren.

Inner Circle - Skatta Bonnick

Inner Circle - Skatta Bonnick

Inner Circle

Inner Circle

Inner Circle



Live Video: Inner Circle - 1/5 - Young, Wild & Free

Die klare Sicht zur Bühne hält leider nicht lange an. Inner Circle lässt bald nach Showbeginn eine Nebelmaschine in Gang setzen, was leider nicht so prickelnd ist. Für gute Fotos wird´s da leider auch etwas schwierig.



Live Video: Inner Circle - 2/5 - Games People Play

Inner Circle - Roger Lewis

Inner Circle - Skatta Bonnick Inner Circle - Skatta Bonnick

Inner Circle - Skatta Bonnick

Inner Circle - Roger Lewis + Bernard Touter Harvey

Heute ist die Band in folgender Besetzung am Start. Neben der Stammbesetzung der Gründungsmitglieder Roger und Ian Lewis, sowie des 1973 hinzu gestoßenen Keyboarder Bernard "Touter" Harvey und dem seit 1986 trommelnden Lancelot Hall, gibt es wieder zwei neue Künstler in der Truppe. Als Leadsinger ist Errol "Skatta" Bonnick seit vorigem Jahr dabei und an der zweiten Gitarre sehen wir heute Michael Sterling, der zudem auch noch als zweiter Sänger zum Einsatz kommt.



Live Video: Inner Circle - 3/5 - Tenement Yard

Inner Circle - Errol Skatta Bonnick

Inner Circle - Bernard Touter Harvey Inner Circle - Michael Sterling

Inner Circle - Errol Skatta Bonnick

Inner Circle - Michael Sterling Inner Circle - Michael Sterling

Inner Circle - Errol Skatta Bonnick

Inner Circle bringt einen Querschnitt durch ihr gesamtes Schaffen. Ob nun Hits aus der Jacob Miller Ära oder danach, die Stimmung im Saal ist bestens, und bei jeder Gelegenheit wird mitgesungen. Auf der Bühne ist nahezu ständig Action. Michael Sterling sorgt mit zusätzlichen Gesangseinlagen für weitere Abwechslung, und Ian Lewis ohne Worte, ist sowieso einer der beweglichsten Bassisten der Branche. Da hält es manchmal Roger Lewis nicht einmal mehr auf seinem Platz und er springt auf die Beine.

Inner Circle

Inner Circle - Michael Sterling

Inner Circle - Michael Sterling Inner Circle - Michael Sterling

Inner Circle

Inner Circle - Michael Sterling Michael Sterling

Inner Circle - Bernard Touter Harvey

Und nun "Sweat" oder "A La La La La Long", ohne den ganz sicher kein Inner Circle Konzert zu Ende gehen kann. Ihr größter Hit nach Jacob Millers Zeiten stürmte in 10 Ländern die Charts und wurde allein in Europa über 1 Million Mal verkauft. Ein Stück, das auch außerhalb der Reggae-Szene jederman ein Begriff sein dürfte. Jetzt kann die Massive wieder lautstark einstimmen.

Inner Circle - Roger Lewis Inner Circle - Roger Lewis

Inner Circle - Michael Sterling

Inner Circle - Ian Lewis Inner Circle - Michael Sterling



Live Video: Inner Circle - 4/5 - Sweat (A La La La La Long)

Inner Circle - Ian Lewis + Errol Skatta Bonnick

Inner Circle - Ian Lewis

Dann geht´s mit "Bad Boys" in die Endrunde des Abends. Das Stück, das die Band nach ihrer Neuformierung von 1986 wieder auf die Reggae Landkarte zurückgebracht hat. Die "Bad Boys Of Reggae" schaffen es mit diesem Song fast 20 Minuten lang das YAAM zu rocken, Vorstellung der Musiker mit entsprechenden Solis inklusive.



Live Video: Inner Circle - 5/5 - Bad Boys

Inner Circle - Errol Skatta Bonnick

Inner Circle - Ian Lewis

Inner Circle - Ian Lewis + Errol Skatta Bonnick

Inner Circle

Inner Circle - Michael Sterling + Ian Lewis

Inner Circle - Ian Lewis Inner Circle - Ian Lewis

Inner Circle - Ian Lewis

Was für ein Finale! Roger Lewis hat offenbar für diesen Moment den größten Teil seines Standvermögens aufgespart und rockt im Stehen was das Zeug hält.
Zur Verabschiedung der Band bekommen wir dann auch noch Lancelot Hall zu Gesicht. Das ist leider in der Regel das Los der Drummer, dass man sie recht selten oder schlecht sieht, wenn sie nicht mal vor zur Bühnenkante kommen.

Inner Circle - Lancelot Hall

Inner Circle - Lancelot Hall Inner Circle - Lancelot Hall

Inner Circle - Lancelot Hall

Inner Circle - Ian Lewis + Errol Skatta Bonnick

Inner Circle - Ian + Skatta + Lancelot

Inner Circle - Skatta - Touter + Lancelot

Jetzt ist vorerst einmal Pause angesagt. Als nächster Act sollte eigentlich Sammy Dread an der Reihe sein. Leider ist dieser erkrankt und kann nicht kommen. Bis gestern hatte er noch gehofft, heute wieder auf der Bühne stehen zu können, aber es hat wohl doch nicht ganz gereicht. Wir wünschen gute Besserung!
Derweil warten wir im Backstage, bis sich die Gelegenheit ergibt ein Gruppenbild mit Inner Circle vor der installierten Fotowand zu schießen.
Das Warten zieht sich in die Länge, aber im Backstage gibt es genügend Unterhaltung mit den weiteren Künstlern des Abends und zahlreichen Bekannten der Szene. Sammy Dread verpassen wir auch nicht, und so ist alles im angenehmen "grünen Bereich".

Lisa + Jimmy I Muze (Emuze)- Sattatree

Lisa und Jimmy I Muze von Sattaree

Dann erscheint Roger Lewis auf der Bildfläche und geht ohne zu Zögern nach draußen. Wir vertrauen aber darauf, dass er noch einmal zurückkommt, da die Sache mit dem Bandfoto eigentlich vom Veranstalter abgestimmt worden ist. Das klappt dann aber doch nicht. Die Musiker kommen zu verschiedenen Zeiten vorbei und die Brüder Lewis erscheinen nicht mehr auf der Bildfläche. So ein Mist aber auch, ausgerechnet von den beiden Gründungsmitgliedern fehlen noch die Autogramme auf unserem alten Poster.

Members of Inner Circle + ReggaeInBerlin.de

Errol Skatta Bonnick

Ich gehe mit Skatta und hoffe auf das Auffinden vom "Rest" der Band. Und tatsächlich steht auf einem finsteren Hinterhof außerhalb des YAAM-Geländes der kleine Tourbus, wo die Lewis Brüder schon auf die Abfahrt warten. Skatta ist schon spät dran, und ich hätte keine Minute später kommen dürfen. Roger und Ian setzen nun die fehlenden Verzierungen auf unser Poster, auf dem noch die ältere Besetzung mit Junior Jazz zu sehen ist. Schon damals waren Roger und Ian nicht bei einer anberaumten Pressekonferenz zugegen. Inzwischen sind schon wieder 5 Jahre vergangen.

Roger Lewis

Members of Inner Circle + ReggaeInBerlin.de

Zum Glück noch erwischt - Roger Lewis im Tourbus

Inner Circle - Poster

Jetzt ist mir auch noch der Rückweg versperrt. Verdammt! Den gerade noch benutzten Durchgang hat man schon wieder emsig verschlossen. So muss ich denselben Weg wie der Tourbus nehmen, der langsam in der Dunkelheit verschwindet und den Hof verlässt.
Na gut, ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft kann nicht schaden. Immerhin geht´s schon in Richtung 2:00 Uhr.

Inzwischen bereitet sich Tóke auf seinen Auftritt vor. Tóke ist ein Newcomer, mit indonesischen Wurzeln, ist in Jakarta geboren aber in einem Vorort Hamburgs aufgewachsen. Sein Name führt auf den Ruf eines indonesischen Geckos zurück, der sich wie "Tokeeeeeeeh" anhört. Der 23 Jahre alte Sänger und Texter hat sich Reggae und Soul auf die Fahne geschrieben und wird heute mit einem Acoustic Set antreten. Am 13. Juli 2014 hat er seine Debut EP mit 6 Stücken veröffentlicht. Zum Anhören das Cover anklicken. Tóke; - Troddin´ With A Vision

Als seine Vorbilder führt er Bob Marley, Jimmy Cliff, Protoje, Chronixx, Kabaka Pyramid, Alborosie, Sebastian Sturm, Raging Fyah, Neil Young und viele andere an.

Tóke

Tóke

Tóke

bei Tóke

Tóke Tóke

bei Tóke

Und hier noch ein Ausschnitt aus seinem Bühnenprogramm.



Live Video: Tóke - ... + ...

Das war der letzte Live Act des Abends im Rahmen eines Bandkonzepts. Die nächsten Künstler werden von Soundsystems gebacked.

Der nächste Auftritt des Abends gehört  Longfingah.
Raggamuffindeejay, Reggae-MC und Sänger Longfingah machte schon seit 1996 von sich Reden, als er als MC bei der Hip Hop Crew "Only Lyrikz" seine musikalische Laufbahn begann. 1998 wurde er Sänger bei der Ska-Punk Band "Ska-T" und entwickelte dort seinen Raggamuffin Style, beeinflusst von Deejay Veteranen wie Charlie Chaplin oder Papa San. Mit Ska-T absolvierte er bis 2007 über 300 Shows in Deutschland, Holland, Polen, Österreich und der Schweiz. Während dieser Zeit nahmen sie zwei EP-s und zwei Alben auf. Seit 2003 trat er auch mit der Berliner Reggae-Jazz Band "Wood In Di Fire" bei ihren monatlichen Shows im Berliner Schokoladen auf. Seit dieser Zeit zog es ihn mehr und mehr in die Reggae und Dancehall Szene und begann auch Soundsystem Shows zu präsentieren. 2006 nahm er sein erstes Soloalbum "Rebel Style" mit der Rude Riddim Band auf. Im Jahr 2009 folgte sein zweites Album “Lo-Fi Youthz / Fly Over The Yard”, eine Zusammenarbeit mit Firetower Productions, veröffentlicht beim Berliner Moanin Label.
Longfingah - Cityopian Spirit

GuerillJah Productions

Hardy Digital

Hardy Digital / GuerillJah Productions

Longfingah Longfingah

Hardy Digital



Live Video: Longfingah meets Hardy Digital - 1/2
All Over Me + Time A Come / All That I Have

Longfingah arbeitet gerade an seinem vierten Studioalbum mit dem Titel "The Arrival". Es wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 auf den Markt kommen. Daran mitgearbeitet haben Hardy Digital, Neil Perch von Zion Train, Dreadsquad und Illbilly Hitec. Zu hören sein werden neben Longfingah, Künstler wie Michael Fabulous von Jamaica, Tribuman aus Frankreich und Steppa Style von Russland. Produziert wird das Ganze wie sein Vorgänger "Cityopian Spirit", wiederum bei dem Berliner Label "GuerilJah Productions."
Auch heute ist er mit Hardy Digital am Start. Das gemeinsame Projekt nennt sich "Longfingah meets Hardy Digital.

Longfingah

Hardy Digital

Longfingah

Hardy Digital

Longfingah



Live Video: Longfingah meets Hardy Digital - 2/2 - No Matter

Longfingah trat bereits in zahlreichen Clubs und auf vielen Festivalbühnen Europas auf. Mit Illbilly Hitec tourte er durch Mexiko, Indien und Japan. Ungenannt bleiben darf auch nicht seine Zusammenarbeit mit Mungos Hi Fi und dem kanadischen Dubzauberer Jesse King, alias Dubmatix. Hoffen wir, dass wir in dieser Richtung noch viel zu hören bekommen.

Inzwischen haben sich die Reihen im YAAM erheblich gelichtet und auf der Bühne bereitet sich der nächste Sound vor. Hilmar Keding von Help Jamaica e.V. wird für den nächsten Künstler die Riddims einspielen.

Navardo Graham, alias Tydal oder Tydal Kamau, kommt aus Jamaica und wurde am 24. September 1982 im Parish St. Mary geboren. Seine Leidenschaft für Musik und seine Fähigkeiten Wörter mit Melodien zu verbinden, wurde von Anfang an durch seine ebenfalls musikalisch veranlagten Eltern unterstützt. Neben den Reggae Legenden Bob Marley und Peter Tosh, nennt Tydal, Buju Banton als seine größte Inspiration. Seinen ersten Song schrieb Tydal bereits im Alter von 10 Jahren. 
Tydal - Mission Incomplete

Seit dem 11.11.2014 hat er mit "Mission Incomplete" sein Debutalbum am Start (siehe oben). Dem vorausgegangen sind einige Singles und offizielle Videos, die für regen Zuspruch gesorgt haben.

Tydal Kamau

Hilmar Keding

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau



Live Video: Tydal Kamau - 1/3 - ... - Try

Sehr schade, dass Tydal kein größeres Publikum genießen kann. Seine eingängige Musik, die niemand unbeeindruckt und ruhig stehen lassen dürfte, hätte auf alle Fälle bedeutend mehr Zuschauer verdient. Wünschen wir ihm, dass er beim kurz bevorstehenden Reggae Jam, wo er mit Band auftreten wird, mehr Fans erreichen und gewinnen kann.

Tydal Kamau

Tydal Kamau

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau

Tydal Kamau



Live Video: Tydal Kamau - 2/3 - Somewhere In Africa

In der heutigen Auftrittskonstellation mit Hilmar Keding, ist es natürlich für Tydal ein Grundanliegen, das Projekt von Help Jamaica e.V. gebührend zu würdigen. Diese lobenswerte Initiative kann auch nicht oft genug erwähnt werden. Wer sich unterstützend beteiligen möchte, findet hier die nötigen Informationen.

Tydal Kamau

Tydal Kamau Tydal Kamau

Später gibt es Tydal auch noch ohne Sonnenbrille, und es scheint, als bekomme man einen völlig anderen Charakter zu Gesicht.

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau

Tydal Kamau Tydal Kamau



Live Video: Tydal Kamau - 3/3 - I & I Still Exist + Silent Warrior

Schließlich geht auch diese Show langsam ihrem Ende entgegen. Tydal kommt von der Bühne und nimmt Kontakt mit den letzten Fans auf. Als dies auch noch in einer gemeinsamen Tanzeinlage auf der Bühne mündet, hat man fast den Eindruck, als fühle sich Tydal nicht so recht wohl dabei. Zu seiner Musik passt es auch nicht wirklich. Aber was will man als Artist da machen?

Tydal

Tydal Tydal

Uns hat Tydal Kamau völlig überzeugt. Er wird ganz sicher noch in Zukunft von sich Reden machen. Besuchen wir ihn noch einmal im Backstage zu einer kleinen Fotosession und lassen uns das gerade erworbene Album signieren.

Tydal Tydal

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau

Tydal Kamau Tydal Kamau

Tydal Kamau

Tydal Kamau

Soweit Tydal Kamau in allen erdenklichen Posen. Wir wünschen viel Erfolg für die Zukunft!!

Auf der Bühne ist gerade nichts los und der Saal fast leer. Den auf der Running Order angekündigten anonymen Special Guest werden wir wohl leider nicht mehr erleben.
Unser Durchhaltewille geht nun auch langsam dem Ende entgegen und wir bereiten den Abgang vor. Immerhin haben die Zeiger der Uhr schon die fünfte Morgenstunde angeknabbert und draußen wird es langsam hell. Also fahren wir dieses Mal auf unserem Heimweg nicht durch die Nacht, sondern in den Sonnenaufgang hinein.

Hoffen wir, dass euch dieser Bericht zu einem Teil des Festivals, ein wenig Appetit auf das nächste Mal gemacht hat. Wir zählen auf euer zahlreiches Erscheinen in 2016! Auf Wiedersehen!

Copyright: www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim

Mein Dank geht an Perry von ReggaeInBerlin.de, das YAAM Team und natürlich ganz besonders an die zahlreichen Künstler und Unterstützer des Festivals.

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